Automatic translation in English

Grammophon Portal zum lesen...

Anzeigen:

➼ Non-German
Articles & Board

Plattenfirmen
Von wann ist
meine Schellackplatte?

Die Künstler
Grammophone
Historisch - Technisches
Musikalisches

Anzeigen






International Gramophone Board
Participate?

Foren

Foren > Firmengeschichte, Labels, Hüllen, und Matrizen > LABELKUNDE - Deutschsprachige Labels und Firmengeschichte > Labels A-B
AMIGA und ETERNA
Wechsle zur Seite   <<      
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania
Autor Eintrag
Musikmeister
Di Apr 22 2014, 21:19
Autor

Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 924
Hier eine späte Amiga-Platte von 1957 mit Kurt Engel am Marimbaphon und dem Orchester Willi Stanke.

Nach oben
Musikmeister
So Jan 18 2015, 11:26
Autor

Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 924
Hier 3 interessante Zeitungsartikel aus 1950/51 zum Thema Amiga, die den damaligen Zeitgeist widerspiegeln.

04.03.1950

____________________________________


09.03.1950

____________________________________

14.11.1951


[ Bearbeitet So Jan 18 2015, 11:26 ]
Nach oben
Austroton
So Jan 18 2015, 12:06
Dabei seit: Di Sep 23 2014, 12:43
Wohnort: München
Einträge: 88
Vielen Dank, Musikmeister, für diese 3 Zeitungsartikel, die die staatliche Einflußnahme der SBZ / DDR auf die Tanzmusik widerspiegeln. Interessanterweise sind sie kurz vor bzw. nach dem letztendlich geglückten Versuch entstanden, das RBT-Orchester auf Linie zu bringen, was ja bekanntlich im Mai 1950 zu dessen Auflösung geführt hat.

Ich schätze die AMIGA-Aufnahmen bis ca. 1952 deshalb, weil sie gerade einfache Tagesschlager im Vergleich zur Poldor-Produktion eben leicht abgejazzt und swingend bringen. Man vergleiche nur die zitierte "Rose vom Wörthersee". Gerade die Kurt Henkels-Versionen solcher Schlager- im satten Big-Band-Sound - sind unvergleichlich besser als die westdeutschen Versionen.
Nach oben
Rücklaufrille
Fr Jun 17 2016, 01:07
Dabei seit: Do Mär 10 2016, 17:56
Einträge: 13
Was passierte eigendlich mit dem einzigen DDR-Presswerk nach der Wende? Ist vlt. ein wenig Off-Topic (da ja dann schon vinyl - nicht mehr schellack), aber ich kann leider keine Informationen darüber finden. Hat die Treuhand das Werk verwaltet? Wurden die Pressen abgebaut und verkauft? Interessant wäre auch: Wann kamen überhaupt die ersten Vinyl-Pressen in die DDR? Hat jemand hierzu einen Tipp? Informationen, Bilder etc. [hoffe es ist der passende Thread für das Thema]
Nach oben
snookerbee
Fr Jun 17 2016, 11:36
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1641

Lt. Bernd Meyer-Rähnitz ( Die ewige Freundin, 2006) kamen die ersten Vinyl-Platten in der DDR mit dem Etikett ETERNA 1953 in den Verkauf. Die Pressungen wurden von der tschechischen SUPRAPHON ausgeführt. Ab 1956 verfügte man dann über eine eigene Vinyl-Produktion für Singles und EPs. LPs konnte man aber erst ab 1962/63 im eigenen Presswerk herstellen. Vorher halfen auch hier die Tschechen aus.

Im Oktober 1991 gab es eine Zeitungsmeldung über die Pressung der letzten AMIGA-Vinylplatte in Babelsberg, da nun die CD-Produktion im Vordergrund stand. Bald darauf erwarb ein Autohändler die Immobilie und die Rechte von der Treuhand. Es kam durch den neuen Eigentümer zu einer kurzzeitigen Produktion unter dem Namen DSB (Deutsche Schallplatten GmbH Berlin). Ich kann mich noch erinnern, dass diese Firma schon geplante AMIGA-Produktionen (z.B. Blues-Collection) als Musik-Kassette oder CD herausbrachte. DSB blieb aber nicht lange am Markt und verkaufte die Rechte 1993 an die Hansa-Musik Produktion GmbH. Der Musikkatalog wurde in den Folgejahren von BMG und EDEL vermarktet.

Was aus den Pressen wurde, ist bei Meyer-Rähnitz leider nicht erwähnt. Er deutet aber an, dass oben erwähnter Autohändler vorwiegend an der Immobilie des Presswerks interessiert war. Daraus abzuleitende Spekulationen will ich hier nicht anstellen.

[ Bearbeitet Sa Jun 18 2016, 12:31 ]
Nach oben
Rücklaufrille
Sa Jun 18 2016, 10:06
Dabei seit: Do Mär 10 2016, 17:56
Einträge: 13
Vielen Dank für die Inofs. Sind irgendwelche Details bezüglich der pressen bekannt? Wie viele waren es? Waren es schwedische Alpha Toolex? Oder baute die DDR selber Pressen? - Berichte von Mitarbeitern aus dem Presswerk existieren nicht? Sind Fotos vom Gebäude-Komplex (innen und außen) bekannt?
Nach oben
snookerbee
Sa Jun 18 2016, 14:34
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1641

In einem YT-Clip mit DDR-Archivmaterial sieht man ab 2:40 für wenige Sekunden die Plattenpressen.

Link - Hier klicken
Nach oben
joha
Sa Jun 18 2016, 20:44
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1075
Soviel wie mir bekannt ist,sind die Pressmaschinen nach Polen verkauft wurden,sind heute noch in Betrieb.
Die Plattenpressen stammten zum Teil aus dem NSW ,die Steuerung war zum Teil DDR,man hatte die Pressen aus dem NSW bezogen um die Qualitätsstandarts zu halten.Die Pressen stammten aus den 70iger Jahren .Die Pressmaschinen liefen auch zum Teil für westdeutsche Marken Labels z.B. Hansa /Teldec/ Ariola Platten dieser Firmen wurden auch in der DDR gepresst. Man erkennt es an dem AWA Zeichen auf westdeutschen Marken,die Auftragspressungen gelangten in den Intershop und in den Handel in der BRD.Durch diese Auftragsarbeiten war es möglich auch die Übernahmen von Ariola und Hansa, Teldec unter Amiga und Eterna in den DDR Handel zeitnah zu übernehmen.
Die Supraphon der CSR hatte bis 1968(Umsturz)viele gute Beziehungen nach England und brachte viele Jazz und Rock Platten bis 1968 zeitnah wie in England auf den Markt.EMI und RCA Übernahmen waren in Prag zu haben.Über Zagreb gab es auch Übernahmen westlicher Produktionen die von der EMI/ Ariola bezogen wurden EPs,und LPs,sind da bekannt.Die Label Balkanton,Beophon,Nova,konnten in der Qualität der Aufnahmen und des Pressmaterial mit Amiga und Supraphon nicht mehr mithalten.Die Amiga und die Supraphon hatten sich den westlichem Standart angenähert und produzierten für das NSW.
Nach oben
RF-Musiker
So Jun 19 2016, 10:08
Dabei seit: Do Sep 15 2011, 11:21
Wohnort: Berlin
Einträge: 418
Wobei das AWA Zeichen wohl nur auf den Platten, die in der DDR verkauft wurden, aufgedruckt wurde.
Nach oben
Rücklaufrille
Mi Jun 22 2016, 11:33
Dabei seit: Do Mär 10 2016, 17:56
Einträge: 13
Vielen Dank für die Informationen und den kleinen Video-Beitrag.Leider kann man nicht genau erkennen, von welchem Hersteller die Maschinen sind. Ich vermute, dass vieleicht "Taunus Ton Technik - TTT" aus Hessen die Maschinen gebaut haben könnte. Das ist allerdings nur Vermutung. - Sie sehen einer Taunus-Presse ähnlich, die ich gut kenne.

(hier drei bilder aus dem Film entnommen:)











Gibt es Informationen über die Pressen vor 1970? Auch über die Schellackpressen von Amiga (etc.) ?
Nach oben
Rücklaufrille
Di Aug 23 2016, 22:34
Dabei seit: Do Mär 10 2016, 17:56
Einträge: 13
Laut Niklas von Pheenix Alpha hatte die DDR einige Alpha-Toolex Pressen, sowohl Hand- als auch Automatikpressen.

VEB "Deutsche Schallplatten had at least seven manual presses delivered by Alpha/Toolex Håma/Toolex Alpha. Most likely they also had at least three Toolex Alpha AD7 (fully automatic 7 inch presses) and three Toolex Alpha AD12.
Also a number of presses were sold via Zentral-Kommerz. But I don't know in which plant(s) they ended up."
(quelle: "secret society of lathe trolls"-forum - suchwort: amiga)
Nach oben
snookerbee
Fr Feb 03 2017, 12:36
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1641

Am heutigen 3. Februar 2017 berichtet die "Berliner Zeitung" (Printausgabe) von einem Ereignis vor 70 Jahren:

Der Sänger und Schauspieler Ernst Busch gründete am 3. Februar 1947 mit zwei weiteren Gesellschaftern die Gmbh Lied der Zeit".


Bei der Sichtung der mir vorliegenden Literatur fallen mehrere relevante Daten auf, jedoch nicht der 3.2.1947.

1. Lizenzerteilung zur Herstellung von Grammophonplatten durch die Sowjetische Militärverwaltung am 12. August 1946 an Ernst Busch und Gerhard Schwarz. Eine Abbildung der Lizenzurkunde wurde in "Freie Töne", (Ch.Links Verlag, 2005) veröffentlicht.

2. Beginn der Plattenproduktion im Presswerk Ehrenfriedersdorf am 30. Januar 1947 mit Lied der Zeit-Etikett gelb (politische Lieder von Ernst Busch) und Amiga Serie 1001 bis 1075, rotes Etikett (Fremdmatrizen). Quelle: Bernd Meyer-Rähnitz, "Die Ewige Freundin", albis-verlag, 2006

3. Eintragung des Schallplattenverlags "Lied der Zeit GmbH" im Handelsregister am 18. März 1947. Quelle: "Freie Töne", Ch.Links Verlag, 2005. Jürgen Wölfer bezeichnet in seinem Lexikon "Jazz in Deutschland" Hannibal-Verlag, 2008, dieses Datum als Gründungsdatum von Lied der Zeit GmbH.

Wie kommt das Datum 3.2.1947 in die Diskussion?

[ Bearbeitet Fr Feb 03 2017, 20:37 ]
Nach oben
berauscht
Fr Feb 03 2017, 17:03
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1329
Es ist durchaus möglich, das der Gesellschaftsvertrag am 3. Februar geschlossen wurde. Wenn das Gericht die Beibringung weiterer Unterlagen oder Gutachten fordert, vergehen schon mal Wochen bis es zur Eintragung ins Handelsregister kommt.
Nach oben
snookerbee
Fr Feb 03 2017, 19:05
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1641
Danke für den Hinweis. Ich werde nochmal weitere Unterlagen durchsuchen und dann bei der Zeitung anfragen, aus welcher Quelle sie den Termin haben.
Nach oben
Musikmeister
Fr Feb 03 2017, 19:38
Autor

Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 924
Also die Quelle hier ( Link - Hier klicken ) sagt auf Seite 435 (habe das Buch in meiner Hausbibliothek, aber noch nicht gelesen):

12.08.1946 Genehmigung zur Produktion
03.02.1947 Lizenzierung der GmbH
18.03.1947 Eintrag im Handelsregister

Neben Ernst Busch sind als LdZ-Gesellschafter und Geschäftsführer Gerhard Schwarz und Hans Wolff tätig. Informatives Buch!
Nach oben
snookerbee
Fr Feb 03 2017, 19:54
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1641
Wunderbar, damit ist der Jubiläums-Termin 3.2.47 also durch eine Literatur-Quelle belegt. Bei Zeitungen bin ich immer etwas skeptisch. Die Namen der Gesellschafter kann ich durch meine Literatur bestätigen.

Vielen Dank!
Claus
Nach oben
Limania
Di Mär 14 2017, 05:29
Dabei seit: Mo Mai 21 2012, 15:14
Einträge: 1139
Zum 70 jährigem Jubiläum von Amiga gab es am 12.3. einen sehr interessanten und teilweise auch amüsanten Artikel in der Sächsischen Zeitung. Auf alle Fälle sehr lesenswert
Link - Hier klicken

LG Limania

[ Bearbeitet Di Mär 14 2017, 05:40 ]
Nach oben
Wechsle zur Seite   <<       

Forum:     Nach oben