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Thorens Excelda
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania
Autor Eintrag
Bird
Fr Apr 03 2015, 18:14 Druck Ansicht
Dabei seit: So Mär 01 2015, 11:28
Wohnort: Hessen
Einträge: 29
HERSTELLER: Thorens, Hermann, Ste Croix (Schweiz)
MODELL: Excelda
SERIENNUMMER:
JAHR: 1931 bis 1947
DAMALIGER PREIS: M 35.-
GEHÄUSE: Metall, 28cm lang, 12cm breit, 6cm hoch, Gewicht: 1,75kg
PLATTENTELLER: 6cm
TRICHTER: Holz oder Blech
MOTOR: Thorens
SCHALLDOSE: Glimmer oder Alu-Membran

Hallo zusammen
Möchte mit meiner Sammlung auf die Unterschiede der Excelda Modelle hinweisen.




Die erste Ausführung gab es in vier verschiedenen Farben. Rechts zu sehen ist es mit dunkelblauem Kaliko bezogen und besitzt noch kein aufgenietetes Label auf dem Deckel. Hier sieht man die unterschiedlichen Labels mit dem Herstellerhinweis bei dem letzten (in diesem Fall grünen) Modell.



Schalldosen und Tonarme gab es in brünierter (zweites rechts) oder vernickelter Version.



Zunächst unterscheidet man bei frühen Exceldas die Schalldosen mit Glimmermembran (links) und die spätere Version mit Aluminum Membran, sowie die nicht abgebildete Thorens No.17.
Die "Exposition-Schalldose" ist nicht original. Hier gehört eigentlich die abgebildete linke Ausführung dazu. Sie passt aber meiner Meinung gut zum Gerät und in das Gehäuse.







Außerdem hatten die ersten Ausführungen einen Holztrichter, sowie einen verschraubten Halter für Tonarm und Kurbel.




Danach folgte der Metalltrichter mit verschweisstem Halter.




Metalltrichter hatten eine Geschwindigkeitsanzeige.




Die letzte Tonarmausführung mit Feder zur Reduzierung des Auflagegewichtes.




Späte Rändelmutter mit Gravur, Mitte: eine originale ohne Inschrift. Beide aus vernickeltem Messing und die rechte baute mein Freund Thomas auf der Drehbank aus Edelstahl nach. (Ein Samstagabend und viele Biere!)





Allen gemeinsam ist die schöne geprägte Lederschlaufe.




Hier ein zerlegtes Thorens Excelda.
Ich bin nicht näher auf die Motoren eingegangen, weil sie sicher nicht ganz unbekannt sind und zumindest bei mir glücklicherweise völlig problemlos laufen.





Da ich begeisteter Motorradfahrer bin habe ich oft ein Excelda, sowie ein paar Platten im Tankrucksack dabei. Deshalb hier noch einen Tipp zum Transport: Eine Ledertasche aus Schweizer (passt!) Armee-Beständen mit dickem Filz ausgekleidet.


[






Abschliessend kann ich als grosser Liebhaber sagen: Wirklich kein Spielzeug sondern ein hochwertiges Grammophon.
Bin immer wieder erstaunt über den Sound dieser kleinen "Sprechmaschine".
Noch zu den Farben: Es gab sie sehr zum Leidwesen meiner Frau noch in braun, grau und hellblau.
.

Für Korrekturen und Verbesserungen Eurerseits bin ich sehr dankbar.

Schöne Grüsse
Euer Bird


[ Bearbeitet Sa Apr 04 2015, 10:02 ]
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Kohlappel
Fr Apr 03 2015, 18:30
Dabei seit: Sa Mär 28 2015, 14:06
Wohnort: Langen
Einträge: 14
Beeindruckend
Beeindruckend
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Starkton
Fr Apr 03 2015, 20:19
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 2048
Das ist eine vorzügliche Präsentation. Toll, wie Du die Unterschiede der einzelnen Typen dokumentiert hast. Vielen Dank!!

Aus der folgenden Quelle geht hervor, dass es die erste Gehäuseausführung wohl von Anfang an in vier verschiedenen Farben gab:

Der „Excelda-Koffer-Sprechapparat." Fürs Wochenend und auf der Reise ist dieser kleine Sprechapparat in Form einer Kamera ein willkommener Begleiter. Man kann ihn in der Hand tragen und ebensogut im Rucksack, Faltboot, auf dem Motorrad oder in der Aktentasche verstauen, denn er beansprucht nur den Raum einer größeren Rollfilmkamera und wiegt ca. 1.75 kg. „Excelda" ist kein Spielzeug, sondern ein vollwertiger Sprechapparat mit einem guten Thorens-Laufwerk mit Schneckenspindelantrieb und spielt jede 25-cm-Platte, auch die meisten 30-cm-Platten nach einmaligem Aufzug.
Zum Spielen wird der seitlich im Gehäuse liegende Tonarm auf den Trichter aufgesetzt und die stoßfrei angebrachte Schalldose am Tonarm befestigt. Der Anschluß der Schalldose ist derart, daß sie unbedingt in die richtige Lage kommt. Ein Hebel dient zum An- und Abstellen des Werks und zum Regulieren der Geschwindigkeit. Die Platte wird mittels der gleichen Schraube, die beim Verschließen des Kastens zur Befestigung des Deckels dient, auf dem Plattenteller festgehalten. Die Metallkonstruktion macht den Apparat gegen Stöße und klimatische Einflüsse unempfindlich. Trotz der geringen Größe besitzt der Apparat eine außergewöhnliche Klangreinheit und Tonfülle. Er wird in vier verschiedenen Farben geliefert, kostet M 35.- und ist zu beziehen durch die Firma Gorta, Frankfurt a. M., Steinweg 9. (Die Umschau, Band 35, Frankfurt am Main 1931, Seite 232)
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Nostalphon
Sa Apr 04 2015, 06:27
Dabei seit: So Apr 06 2014, 08:02
Wohnort: Landkreis Ludwigsburg, Württ.
Einträge: 152
Ich teile diese Begeisterung!
Reich bebilderte und schöne Präsentation von einem interessanten Taschengerät. Vielen Dank!

Mich faszinieren diese kleinen Taschengrammophone sowiese immer mehr.

Zum Sprechapparat Excelda wäre auch dieser Link interessant:
sprechapparate.de
danach auf Taschengeräte dann auf Excelda klicken.

Link - Hier klicken
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Bird
Sa Apr 04 2015, 10:05
Dabei seit: So Mär 01 2015, 11:28
Wohnort: Hessen
Einträge: 29
Starkton schrieb ...

Das ist eine vorzügliche Präsentation. Toll, wie Du die Unterschiede der einzelnen Typen dokumentiert hast. Vielen Dank!!

Aus der folgenden Quelle geht hervor, dass es die erste Gehäuseausführung wohl von Anfang an in vier verschiedenen Farben gab:

Der „Excelda-Koffer-Sprechapparat." Fürs Wochenend und auf der Reise ist dieser kleine Sprechapparat in Form einer Kamera ein willkommener Begleiter. Man kann ihn in der Hand tragen und ebensogut im Rucksack, Faltboot, auf dem Motorrad oder in der Aktentasche verstauen, denn er beansprucht nur den Raum einer größeren Rollfilmkamera und wiegt ca. 1.75 kg. „Excelda" ist kein Spielzeug, sondern ein vollwertiger Sprechapparat mit einem guten Thorens-Laufwerk mit Schneckenspindelantrieb und spielt jede 25-cm-Platte, auch die meisten 30-cm-Platten nach einmaligem Aufzug.
Zum Spielen wird der seitlich im Gehäuse liegende Tonarm auf den Trichter aufgesetzt und die stoßfrei angebrachte Schalldose am Tonarm befestigt. Der Anschluß der Schalldose ist derart, daß sie unbedingt in die richtige Lage kommt. Ein Hebel dient zum An- und Abstellen des Werks und zum Regulieren der Geschwindigkeit. Die Platte wird mittels der gleichen Schraube, die beim Verschließen des Kastens zur Befestigung des Deckels dient, auf dem Plattenteller festgehalten. Die Metallkonstruktion macht den Apparat gegen Stöße und klimatische Einflüsse unempfindlich. Trotz der geringen Größe besitzt der Apparat eine außergewöhnliche Klangreinheit und Tonfülle. Er wird in vier verschiedenen Farben geliefert, kostet M 35.- und ist zu beziehen durch die Firma Gorta, Frankfurt a. M., Steinweg 9. (Die Umschau, Band 35, Frankfurt am Main 1931, Seite 232)



Vielen Dank Starkton für diese Info.
Habe den Text geändert.
Schönen Gruß aus Hessen.

Bird

[ Bearbeitet Sa Apr 04 2015, 10:10 ]
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Hedensö
Sa Apr 04 2015, 13:17

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 982
Tolle Präsentation! Vielen Dank dafür...

Das ist die Art von Forumsinhalt, die ich mir wünsche und die dem Ganzen ein entsprechendes Niveau bringt.
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Fehlmann1960
So Apr 05 2015, 13:37
Dabei seit: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Einträge: 344
Schliesse mich den Andern an, eine tolle Präsentation dieser Thorens Excelda's!! Eine Bewunderung, dass Du gleich 5 Geräte besitzts. Da sie relativ selten und teuer sind.
Nebenbei zur Ledertasche aus Armeebestände Schweiz: Dies Taschen wurden als Kartentaschen (Landkarten) von Unteroffizieren mit Gruppenleiterfunktion getragen.

Gruss Thomas
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DarioFischer
So Apr 05 2015, 18:49
Gast
Erst mal: tolle Präsentation!

Aber eine Frage hab ich:
Besitzt du auch einen russischen Nachbau des Exeldas? Wenn ja, könntest du die Unterschiede zwischen diesen zeigen?

Grüße Dario

[ Bearbeitet So Sep 13 2015, 18:59 ]
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Bird
So Apr 05 2015, 20:01
Dabei seit: So Mär 01 2015, 11:28
Wohnort: Hessen
Einträge: 29
Hallo
Habe leider kein russisches Excelda-Modell. Vielleicht kann ein Forumsmitglied aushelfen?
Schönen Gruss

Bird
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alang
Fr Sep 16 2016, 17:01
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 489
Es gab das Excelda auch noch mit anderen Thorens Dosen, wie z.B. der #16 und #17. Interessant, dass in der englischen Anleitung zwei verschiedene Schalldosen zu sehen sind. Hier ist der Link zur englischen Anleitung. Link - Hier klicken.
Danke auch fuer den tollen Artikel.

Andreas
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jitterbug
Do Jan 05 2017, 18:57
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Einträge: 363
Als Ergänzung:

Ich besitze ein baugleiches Gerät, allerdings unter der Bezeichnung "Colibri".

Es wurde womöglich für den Export entsprechend hergestellt und bezeichnet, hat allerdings nichts mit dem und bekannten "Colibri"-Klappgerät zu tun.

Hier ist auch der Ledergriff entsprechend geprägt, es lag die durchlöcherte Schaldose im Gerät.

Viele Grüße, Stephan







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Grammophonteam
Mo Feb 20 2017, 11:36
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2253
Das Excelda wurde wohl schon vor 1931 auf den Markt gebracht. Diese Werbung (Prager Tageblatt) stammt vom 21. August 1929:



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Fehlmann1960
Mo Feb 20 2017, 13:08
Dabei seit: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Einträge: 344
Hallo

Hier noch eine Excelda-Werbung von einem Kanadischen Sammler der die Geschichte von Thorens dokumentiert hat. Seine Werbung ist vom Januar 1928. Welche Zeitung weis ich nicht.
Link - Hier klicken

Gruss Thomas


Quelle: keithwright.ca
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Fehlmann1960
Mi Mär 22 2017, 09:28
Dabei seit: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Einträge: 344
Zur Ergänzung der Excelda-Sammlung stelle ich mein neu erworbenes Excelda Nr. 55 schwarz mit der noch fehlenden Schalldose Thorens Nr. 17 ein. Diese Schalldose wurde aus meinen Recherchen ab 1946 hergestellt.
Das Excelda habe ich überraschend als Schnäppchen entdeckt und zugeschlagen.
Habe CHF. 120.-- bezahlt und es war lediglich zu reinigen und neu zu fetten und ölen. Die Schalldose ist in perfektem Zustand, ebenso Gehäuse, Motor etc.

Grüsse Thomas















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Bird
Mi Mär 22 2017, 22:28
Dabei seit: So Mär 01 2015, 11:28
Wohnort: Hessen
Einträge: 29
Glückwunsch Thomas
Sehr schöne Maschine zu einem tollen Preis.
Danke auch für Deine Info das es schon ab Januar 1928 Exceldas gab.
Das in meiner Sammlung befindliche Modell mit dunkelblauen Kallikobezug scheint damit wohl zur ersten Ausführung zu gehören.
Schönen Gruß
Burghard
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Vogtländer
Do Mär 23 2017, 09:46
Dabei seit: Do Dez 24 2015, 00:14
Wohnort: Vogtland
Einträge: 85
Glückwunsch,
nun bist du mir zuvor gekommen, ich hab nämlich auch eins mit der "17er-Dose" und wollte es die Tage mal vorstellen.
Meins hat allerdings ein beiges Innenleben, deines ist schwarz.
Aber vielleicht zeig ich´s mal noch als Variante, wenn Interesse besteht.
Ein sehr schönes, toll erhaltenes Gerät was du da hast, fein präsentiert, große Klasse
Aber mir bleibt ja immer noch der russische Nachbau zum zeigen, das besitz ich auch.

Schöne Grüße, Mario
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alang
Do Mär 23 2017, 14:06
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 489
Bird schrieb ...

Glückwunsch Thomas
Sehr schöne Maschine zu einem tollen Preis.
Danke auch für Deine Info das es schon ab Januar 1928 Exceldas gab.
Das in meiner Sammlung befindliche Modell mit dunkelblauen Kallikobezug scheint damit wohl zur ersten Ausführung zu gehören.
Schönen Gruß
Burghard


Soviel ich weiss kann man die erste Ausfuehrung des Excelda daran erkennen, dass der interne Schalltrichter (wenn man ihn ueberhaupt so nennen kann), das Teil worauf der Tonarm befestigt wird, aus Holz ist. Bei allen spaeteren Modellen war das dann aus Blech. Nur dieses erste Modell hatte auch die Excelda Schalldose mit Glimmermembran. Allerdings glaube ich, dass es diese erste Ausfuerung nur in Schwarz gab, lass mich aber gern anderweitig ueberzeugen/ueberraschen..

Gruss
Andreas

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Grammophonteam
Do Mär 23 2017, 14:46
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2253






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Fehlmann1960
Fr Mär 24 2017, 17:44
Dabei seit: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Einträge: 344
Danke für die Glückwünsche!
Habe noch eine deutsch-französische Bedienungsanweisung zur Ergänzung der Bilder vom Grammophonteam. Die Zeichnung ist die gleiche wie oben.
Unter Punkt 9, Zwei Platten auflegen für mehr Schwungkraft; Muss ich bei meinem auch anwenden. Der Antrieb ist mit 1 Platte ist etwas zu schwach. Jedoch mit 2 läuft er gleichmässig mit 78 rpm.

Gruss Thomas



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