Automatic translation in English

Grammophon Portal zum lesen...

Anzeigen:
Plattenfirmen
Von wann ist
meine Schellackplatte?

Die Künstler
Grammophone
Historisch - Technisches
Musikalisches

Anzeigen






International Gramophone Board
Participate?

Foren

Foren > Künstler > Komponisten und Texter
Manuskript der Rede zur weltlichen Verabschiedung von Franz Lehar vor dem Lehar Theater in Bad Ischl
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania
Autor Eintrag
PONOPHON
Mi Feb 15 2017, 20:53 Druck Ansicht
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 67
Durch Zufall kam ich in den Besitz eines Kartons mit Fotos, Dokumenten, Alben und einem ländlichen Tischtuch mit Hirschmotiven. Obenauf lag ein gerahmtes Foto mit einem mir bekannten Gesicht, das ich auf die Schnelle nicht zuordnen konnte. Und mit einer aufgrund der Dunkelheit für mich vorerst nicht lesbaren Widmung mit Autogramm.
Ein Keller wurde geräumt. Ich war daran nicht beteiligt, aber durch eine glückliche Fügung, beruflich in diesem Keller eines Mietshauses anwesend. Alles sollte entsorgt werden, das habe ich gleich kapiert, sodass ich mir ein (Sammler)Herz fasste und sofort die Eigentümer darauf ansprach. Ich durfte den Karton ungesehen seines Inhalts mitnehmen.
Zu Hause war die Überraschung groß, als ich feststellte, dass es sich um einen Teil des Nachlasses des Bürgermeisters (und Vizebürgermeisters – siehe Wikipedia) Fridolin Schröpfer aus Bad Ischl handelte.
Der Inhalt war reich ausgestattet mit Fotos seines politischen Lebens, aber auch seiner privaten Seite. Einige Autographen von Franz Lehar sowie eines von Oskar Strauß und Emmerich Kálmán, jeweils mit Widmung an den Freund und Bürgermeister und vor allem an seine Frau Friederike waren dabei. Aber auch von den damaligen Bundespräsidenten Theodor Körner, Franz Schärf und anderen.
Das Manuskript zur weltlichen Verabschiedung, geschrieben auf die Rückseite des Briefpapiers des Gemeindeamtes von Bad Ischl natürlich ebenfalls.
Da zusammen mit den Devotionalien auch als einzige Textile das oben erwähnte Tischtuch in der Schachtel aufbewahrt wurde, gehe ich von einer besonderen Bedeutung aus.
Ich kann nur mutmaßen, aber ich denke, dass es sogar aus der Lehar Villa stammen könnte oder zumindest Friedolin Schröpfer, zusammen mit Friederike und Franz Lehar damit am Tisch saßen.
Bei uns ist es jedenfalls das „Lehar Tischtuch“, das im Sommer im Garten und im Herbst in der Küche Verwendung findet und in Ehren gehalten wird.
Die Rede und das Tischtuch möchte ich euch nicht vorenthalten.
Die Autogramme sind gerahmt und hinter Glas, bei Interesse kann ich davon, zumindest zum Teil, auch noch Bilder einstellen.
Die Widmungen an Friederike sind jedenfalls auffallend dominierend, Franz Lehar hat sie sehr verehrt. Könnte es sein, dass Friederike namensgebend für seine gleichnamige Operette gewesen ist ?…














[ Bearbeitet Sa Feb 18 2017, 20:02 ]
Nach oben
livschakoff
Mi Feb 15 2017, 22:36
Dabei seit: Do Feb 21 2013, 13:55
Einträge: 61
Ein beeindruckendes persönliches Dokument - allerbesten Dank für die Veröffentlichung!
Nach oben
EddieCondon
Mi Feb 15 2017, 23:26
Dabei seit: Fr Jan 06 2017, 13:29
Wohnort: Köln
Einträge: 87
.... heiliges Kanonenrohr !! Was für ein schöner Fund, dem Müll und der sicheren Vernichtung entrissen und dann noch etwas so Persönliches.
Da fällt mir nur Howard Carter bei der Öffnung der Grabkammer des Tut-Anch-Amun ein: "ich sehe wunderbare Dinge"!

Ich kann mir Deine Aufregung sehr lebhaft vorstellen, als Du Dich in den Karton vorgegegraben hast. Wirklich toll; ich finde, das Gesamtkonvolut sollte aufbereitet und fotografisch vorgestellt werden.

Beste Grüße
Michael
Nach oben
PONOPHON
Do Feb 16 2017, 18:31
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 67
Ich habe die oben erwähnten Autogramme so gut es ging fotografiert. Sie sind fast alle unter Glas.
Die Widmung von Oscar Straus kann man leider kaum sehen, sie ist zwar verblichen, am Original aber noch gut lesbar. Ich habe den Ausschnitt daher nachbearbeitet (weiter unten).



Herrn Bürgermeister
Fridolin Schröpfer
Zur Erinnerung an ein fröhliches Beisammensein am Kaiserhof
und besten Dank für Deine charmante Rede
25. September 1948

Oscar Straus








Dem liebenswürdigen Fräulein Friederike Schröpfer
allerherzlichst zur Erinnerung
Dein ist mein ganzes Herz
Franz Lehar
Bad Ischl 31. Juli 1945




Eine Karte vom Wiener Riesenrad
Auf der Rückseite, ein paar Noten aus der Csardasfürstin,
an das Fräulein Friederike Schröpfer
In Verehrung gewidmet
Wien 1949 14/7 Emmerich Kalmann
Sowie unter anderem einer Unterschrift von Theodor Körner und Adolf Schärf.



An dieser Karte fiel mir gerade auf, dass Friederike wohl die Tochter von Friedolin Schröpfer war. Seine Frau war vermutlich die Fritzi Diethör –Schröpfer.
Dann war es wahrscheinlich genau umgekehrt – Die Operette war namensgebend für die Tochter.
Mein Karton stammt aus dem Nachlass von Siegfried Diethör










[ Bearbeitet Do Feb 16 2017, 18:33 ]
Nach oben
EddieCondon
Fr Feb 17 2017, 21:02
Dabei seit: Fr Jan 06 2017, 13:29
Wohnort: Köln
Einträge: 87
... einfach nur toll ! Vielen Dank für die umfangreiche Dokumentation dieses kleinen Schatzes, den Du da gehoben hast. Vor allem die sehr persönliche Note dieser Gegenstände finde ich anrührend; das macht das Ganze schon zu etwas Besonderem (insbesondere auch wegen der Fotos und der Widmungen).

Nochmals: Glückwunsch zum Fund und danke für die Vorstellung hier !!

Beste Grüße
Michael
Nach oben
Starkton
Fr Feb 17 2017, 22:04
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 2015
Wunderbar, dass dieses Konvolut vor der sicheren Vernichtung bewahrt wurde. So ein Karton ist eine echte Überraschungskiste und gibt viele Anregungen für eigene (Nach-)Forschungen.
Nach oben
PONOPHON
Sa Feb 18 2017, 20:02
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 67
Danke für Euer Interesse! Das hat mich jetzt selber wieder dazu gebracht in der Schachtel zu kramen.


Hier ist ein Bild von Fridolin Schröpfer, seine Frau hieß übrigens Maria, in sehr alten Urkunden auch als Mizzi bezeichnet. Friederike war die Tochter (ich habe die Geburtsurkunden, Heiratsurkunden, Zeugnisse, Lehrbriefe Auszeichnungen usw. von ihr und Friedolin gefunden, sowie von ihren Eltern).


Auf diesem Foto kann ich außer Paul von Hindenburg leider niemanden eindeutig erkennen. Es ist zum Glück datiert mit 21.05.1926


Eine Aufgabe für Interessierte:
Die folgenden 3 Bilder zeigen eine Interview Szene mit Franz Lehar, Fridolin Schröpfer und Maria.
Mich würde brennend interessieren wer der junge Mann neben Lehar ist. Könnte es ein Amerikanischer Musiker sein, der nach Kriegsende Lehar in Bad Ischl trifft?








[ Bearbeitet So Feb 19 2017, 08:05 ]
Nach oben
monokel
Sa Feb 18 2017, 21:28
Dabei seit: Mo Jul 09 2012, 14:03
Wohnort: im brandenburgischen bei Berlin
Einträge: 92
Lieber Christian,
das was du bisher geschrieben und gezeigt hast ist ja mehr als sensationell. Das ist ja so, als ob man mittendrin ist im Leben von Franz Lehár. Danke, das du diesen Karton vor der wahrscheinlichen Vernichtung gerettet hast.
Und - vielleicht sind ja bald mehr Dokumente hier zu sehen
Nach oben
PONOPHON
So Feb 19 2017, 20:19
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 67
Zwei Mal lieber Michael, lieber Stephan und alle anderen Interessierten!

Ich möchte den Beitrag zum Abschluss bringen und habe deshalb die Schachtel zusammen mit meiner Frau durchgekramt um wirklich jedes Foto und jedes Dokument zu sehen.

Der Nachlass um den es sich handelt ist der der Friederike. Der Tochter (einziges Kind) von Friedolin und Maria Schröpfer. Dieser Nachlass stammt wiederum aus dem Nachlass von Friederikes Sohn Siegfried Diethör (ebenfalls das einzige Kind).

Siegfried Diethör bin ich im Leben sogar begegnet! Er war bekannter Mitarbeiter des Österreichischen Rundfunks. Ender der Achtziger Jahre hat er bei BMW in Steyr einen Jubiläumsbeitrag gedreht. Ich arbeitete dort und hatte zu diesem Zeitpunkt gerade eine Grammophonausstellung organisiert. Nicht verlegen ihn anzusprechen, fragte ich, ob er nicht einen Fernsehbeitrag darüber machen würde. Das hat er dann auch tatsächlich gemacht und es gab einen Fernsehbericht in der Nachrichtensendung „Zeit im Bild“ – was der Ausstellung, die anfangs eher schleppend lief, Massen an Besuchern einbrachte.

Ja und wie Anfangs schon beschrieben, bescherte mir der Zufall noch eine Begegnung.

Die Entrümpelung seiner Wohnung und des Kellers nach seinem Tod.

In Bezug auf Franz Lehar habe ich noch etwas gefunden. 4 Bilder zur Eröffnung des Lehar Museums am 29.06. 1949.

Darunter auch das (stark umgestaltete) Arbeitszimmer in dem obiges Interview stattfand.

Und eine weitere Rede zur Verabschiedung vom Stadtpräsident Zürich Dr. Adolf Lüchinger.
[















[ Bearbeitet So Feb 19 2017, 20:21 ]
Nach oben
Starkton
Mo Feb 20 2017, 20:13
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 2015
Operetten sind eigentlich nur ein Nebenthema für mich, aber, motiviert durch diesen Thread, habe ich mir gestern eine sehr günstig angebotene G&T von Mizzi Günther (Wien 1906) zugelegt. Darauf sind zwei ihrer Arien aus Lehárs "Lustiger Witwe." Günther sang am 30.12.1905 die weibliche Hauptrolle in der Wiener Uraufführung.
Nach oben
 

Forum:     Nach oben