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Mein erstes Grammophon: Electrola?
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania
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Géczy77
Mo Apr 10 2017, 10:48 Druck Ansicht
Dabei seit: So Sep 02 2012, 21:57
Wohnort: Paderborn
Einträge: 124
Hallo liebe Sammlerfreunde,

ich nenne seit gestern ein Electrola Grammophon mein eigen.
Nun habe ich von Grammophon eher nur wenig Ahnung.
Es scheint ein Electrola Modell zu sein und wurde wohl schonmal überholt.
Allerdings scheint der Motor nicht mehr in Ordnung zu sein... siehe Fotos. Nach ner Minute Abspielen gibts immer einen lauten Ruck...
Und die Schalldose ist von HMV...

Für Infos und Tips wäre ich sehr dankbar! :)















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Fehlmann1960
Mo Apr 10 2017, 11:52
Dabei seit: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Einträge: 344
Hallo Andreas
Die Schalldose ist erstmal nicht echt von HMV!! Ist ein billigst Nachbau aus Indien. Würde ich schmeissen. Siehe auch Crapophone im Forum.
Der Grammophon könnte sonst original Electrola sein.
Gruss Thomas
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Grammophonteam
Mo Apr 10 2017, 12:04
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2253
Hallo,

zu der Schalldose hat sich ja schon Thomas geäußert. Der laute "Ruck" des Motors könnte von verhärtetem Fett in der Federdose her rühren. Diese muss dann ausgebaut, gereinigt und neu gefettet wieder eingebaut werden. Leider scheint der Motor noch weitere "Probleme" zu haben...




Eines der Gewichte des Fliehkraftreglers wurde ersetzt (roter Pfeil). Höchst wahrscheinlich hat dadurch das ganze nun eine Unwucht. Federn und Gewichte müssen vom Gewicht absolut identisch sein, um einen ruhigen Lauf zu haben. Sprich - theoretisch muss der Fliehkraftregler komplett überholt werden - drei identische Gewichte sind notwendig.

Wie es aussieht (weißer Pfeil) hat sich die Federdose geöffnet und liegt nun "schief" im Motor. So oder so: Zumindest anhand dieses Bildes müsste der Motor komplett überholt werden.

Grüße
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Géczy77
Mo Apr 10 2017, 12:30
Dabei seit: So Sep 02 2012, 21:57
Wohnort: Paderborn
Einträge: 124
Hallo und danke schonmal für die Infos! :)
Welche Schalldose wäre denn die richtige? Auf jeden Fall Electrola, oder?
Und ich fürchte, zum Überholen des Motors bin ich nicht geeignet... wer könnte so etwas machen?
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gramofan
Mo Apr 10 2017, 13:03
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 920
Auf dieses Gerät gehört eine Electrola Nr. 4 Schalldose.
Der Deckel des Federgehäuses steht auf. Wenn Du Glück hast liegt es "nur" daran, dass der Federstahlring, der ihn zuhält fehlt. Der lässt sich ggf. ersetzen. Dazu brauchst Du einen Federstahlstab (z.B. bei modulor) von 2 oder 3 mm Durchmesser, den Du behutsam in etwa auf die Rundung des Gehäuses biegst (Kraft!). An der Innenseite der Oberkante gibt es eine leichte Rille. Da presst Du ihn dann hinein.
Das fehlende Fliehgewicht wirst Du Dir aus einer Messingkugel passenden Durchmessers anfertigen müssen. Dabei ist es etwas knifflig sich durch vorsichtiges Feilen zum Schluss genau an das Gewicht der anderen Gewichte anzunähern. Zuvor muss allerdings noch das Gewinde für die Halteschraube geschnitten werden, denn dabei geht ja auch Material weg. Eine elektronische Waage, die auf 1/10 Gramm genau wiegt ist da hilfreich.
Die Lösung mit der Schraubenmutter, die im Bild zu sehen ist, ist zwar nicht schön, sofern das Gewicht stimmt kann das aber m.E. erst mal so bleiben. Ansonsten solange feilen, bis es stimmt.
Viel Erfolg bei der Reparatur!
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Géczy77
Mo Apr 10 2017, 15:47
Dabei seit: So Sep 02 2012, 21:57
Wohnort: Paderborn
Einträge: 124
Also nach der Schalldose werde ich mich dann mal umschauen. Das sollte ich wohl hinbekommen :D
Was die Reparatur des Motors angeht bin ich mir nicht so sicher... von wegen 2 linken Händen und so... :D
Aber ich schaue mir das mal an!
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Géczy77
Mo Apr 10 2017, 17:46
Dabei seit: So Sep 02 2012, 21:57
Wohnort: Paderborn
Einträge: 124
Hm... es scheint doch schwieriger zu sein, an eine Electrola Schalldose dran zu kommen, als ich dachte... im Netz habe ich nichts gefunden.
Hat vielleicht hier jemand eine abzugeben, bzw zu veräussern? :)
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Silas-Leachman
Mo Apr 10 2017, 18:59
Dabei seit: Di Mär 07 2017, 13:02
Wohnort: mittleres Ruhrgebiet
Einträge: 33
Auf der Rüdesheimer Börse am letzten Wochenende habe ich mehrere Nr. 4 Dosen gesehen. Das hilft Dir zwar momentan nicht, heißt aber, dass die Teilchen nicht selten sind.
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Géczy77
Mo Apr 10 2017, 22:15
Dabei seit: So Sep 02 2012, 21:57
Wohnort: Paderborn
Einträge: 124
Hm... da müsste man irgendwie an Händleradressen kommen...
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jovel
Mo Apr 10 2017, 22:53
Dabei seit: Sa Mai 07 2016, 14:12
Wohnort: Lüneburg
Einträge: 14
Hallo !
Ich habe noch einige Elektrola No. 4 Schalldosen . Das Werk kann ch dir auch überholen . Ersatztele sind vorhanden.
Bei Interesse bitte melden per mail.
Beste Grüße Jens
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Géczy77
Di Apr 11 2017, 08:20
Dabei seit: So Sep 02 2012, 21:57
Wohnort: Paderborn
Einträge: 124
Hallo Jens, hab dir ne PM geschickt. :)

Was bisher noch nicht so rausklang... um welches Electrola-Modell könnte es sich handeln?
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Silas-Leachman
Di Apr 11 2017, 09:26
Dabei seit: Di Mär 07 2017, 13:02
Wohnort: mittleres Ruhrgebiet
Einträge: 33
Vom Kasten her würde ich sagen 109.
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Da_Anda
Mi Apr 12 2017, 22:32
Dabei seit: Fr Jan 06 2017, 19:24
Wohnort: Starnberger See
Einträge: 22
Silas-Leachman schrieb ...

Vom Kasten her würde ich sagen 109.

Hier handelt es sich keinesfalls um das Model 109. Soweit ich es an den Fotos erkennen kann, hat dieses Grammophon durchgeschraubte Metallknöpfe an den Türen, das 109 hat geklebte Holzknöpfe. Allerdings glaube ich zu erkennen, dass die Knöpfe an Deinem Gerät nicht original sind.

Der Boden des 109 ist flach, dieses hier hat geschwungene Zierleisten zwischen den Beinen, die dem 109 fehlen; sowohl die Zierleisten als auch die Beine.

Außerdem hat dieses Grammophon eine Geschwindigkeitsanzeige und nicht nur einen Regler wie das 109. Das 109 hatte auch eine automatische Bremse, die diesem hier fehlt.

Nachdem wir nun geklärt haben, was es nicht ist, versuchen wir mal herauszubekommen, was es sein könnte.
Vom Gehäuse her ist es definitv entweder Model 125, 126 oder 127. Das 125 scheidet aus, da dieses einen so genannten gooseneck Tonarm hat.Dieses hier hat den Schwanenhals.
Ich würde auch das 127 ausschließen, da dies eine andere Deckelstütze hatte wie Dein Grammophon, einen leicht modifizierten Deckel und außerdem bereits Holzknöpfe an den Türen wie Model 109.
Bleibt also das 126 aus Eiche und hier tippe ich auf ein frühes Modell, da die späteren Modelle mit einer automatischen Bremse ausgestattet waren, die bei Deinem fehlt. Es wurden übrigens einige 125, die nicht verkauft werden konnten in die Fabrik zurückgeschickt, wo sie zum 126 hochgerüstet wurden.

Jedenfalls rentiert es sich auf alle Fälle, dieses Grammophon mit Originalteilen zu restaurieren, denn es wurde nicht sehr häufig gebaut. Das 126er in Eiche wurde nur 1248 mal gebaut. Zum Vergleich, das 109 wurde 35.818 mal gebaut. Deshalb kann ich Dir nur raten, es wirklich gut herzurichten.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Herrichten.
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Silas-Leachman
Do Apr 13 2017, 08:20
Dabei seit: Di Mär 07 2017, 13:02
Wohnort: mittleres Ruhrgebiet
Einträge: 33
Oje, hätte ich wohl lieber mal meine Brille aufgesetzt, Du hast natürlich recht, da habe ich Mist geschrieben.

Schau mal, hier ist eine Außenansicht vom HMV 126:

Link - Hier klicken
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Géczy77
Fr Apr 14 2017, 13:42
Dabei seit: So Sep 02 2012, 21:57
Wohnort: Paderborn
Einträge: 124
Hallo und vielen Dank für die weiteren Infos!
Ich werde versuchen, das Grammophon so weit wie möglich wieder mit originalen Teilen auszurüsten, bzw reparieren zu lassen. Eine Electrola-Schalldose ist schon fast unterwegs. :)
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