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Die Schellackplatte der Vorläufer der Vinyl Schallplatte

Die Schellackplatte



Nachdem Thomas Edison in den 1880´er Jahren mit seinen Wachswalzen Phonographen auf den Markt drängte, meldete der deutsche Auswanderer Emil Berliner in den USA bereits im September 1887 ein Patent auf eine Platte als Tonträger an. Er nannte sein Gerät Grammophon und den dazugehörigen Tonträger Schallplatte. Zunächst waren diese Geräte ohne Motor von Hand betrieben. Eine Zinkplatte wurde mit Wachs überzogen, in diese Wachsschicht schnitt der Aufnahmestichel die Toninformation. Anschließend ätzte eine Säure diese freigelegte Rille in die Zinkplatte.




Diese frühen Versuche boten noch nicht die Möglichkeit der Vervielfältigung, außerdem war die Tonqualität noch sehr schlecht und von starkem Rauschen unterlegt. Doch schon bald erkannte Berliner die Möglichkeit der Massenherstellung von Schallplatten durch Pressstempel. Hierzu wurde mittels eines galvanischen Verfahrens von der Wachsplatte ein negativer Presstempel hergestellt, von diesem lassen sich nun beliebig viele Plattenabzüge herstellen.

Durch Zwischenverfahren wurde es auch möglich fast unbegrenzt viele Negativplatten zu produzieren. Diese Massenvervielfältigung unterschied die Schallplatte erheblich zur Phonographenwalze. Diese waren zunächst Unikate und konnten von Edison erst nach 1900 in einem ähnlichen Verfahren in großen Mengen gefertigt werden. Berliner nutzte für seine ersten Platten Hartgummi. Diese verschliessen jedoch sehr schnell. Ab 1895 setzt Berliner Schellack als Plattenmaterial ein. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um reinen Schellack als Plattenmaterial. Schellack (die Ausscheidungen einer Blattlausart) dient nur als Bindematerial für eine Mischung aus Gesteinsmehl, Ruß (dieses färbt die Platten schwarz!) und gemahlenen Tierhaaren oder Baumwollflocken. Schellack ist thermoplastisch, d.h. es ist unter Wärmeeinwirkung formbar.

Hier ist ein schönes Video über die Schallplattenproduktion im Jahre 1949 zu sehen (In Deutsch)




Die ersten Schallplatten hatten nur einen Durchmesser von 7 cm, bald schon wurde mit einem Durchmesser von 14 cm eine Spielzeit von etwa 2 Minuten erreicht. Berliner Platten hatten eine Umdrehungszahl von circa 70rpm, erst in den 1920´er Jahren setzte sich eine gewisse Standardisierung von 78 Umdrehungen durch. Jedoch kann die Geschwindigkeit je nach Firma und Aufnahmejahr zwischen 60rpm und 100rpm variieren!Ab etwa 1900 kamen die ersten Papierlabels auf, zuvor wurden die Titelinformationen in das Wachs geritzt. Ebenfalls um die Jahrhundertwende setzten sich Standartgrößen von 25 cm sowie 30cm durch. Diese boten eine maximale Spielzeit von 3,5 bzw. 4,5 Minuten. Frühe Platten waren noch einseitig bespielt, im Jahr 1904 brachte das Unternehmen "International Talking Machine Co." mit seiner Marke Odeon erstmals doppelseitige Schallplatten auf den Markt.

Seitenschrift Tiefenschrift


Edison nutzte für seine Walzen sowie später für seine Plattenaufnahmen die sogenannte Tiefenschrift. Im englischen haben sich hierfür die Begriffe "vertical cut" oder "hill and dale" Verfahren eingebürgert. Einer der wesentlichen Patentunterschiede zu Edisons Walzenaufnahmen ist, das Berliner auf seinen Schallplatten die sogenannte Seitenschrift nutzte. Die Tonschwingungen der Membran werden bei Platten in eine Seitliche Auslenkung umgesetzt, bei dem Hill and dale Verfahren aber in eine Tiefenauslenkung. Bei der "Berliner Schrift" stellen die Rillen also mikroskopisch kleine Zick-zack Linien dar, bei der "Edison Schrift" hingegen kleine "Hügel und Täler" auf dem Rillengrund.



Da Berliner bis etwa 1919 das Patent auf die Seitenschrift hielt, finden sich neben Edison Platten auch einige (vor allem amerikanische) Schallplatten mit der Tiefenschrift. Beide Systeme sind nicht kompatibel miteinander! Es wird jeweils ein anderer Tonabnehmer und andere Nadeln gebraucht. Spielen Sie niemals eine Tiefenschriftplatte auf einem normalen Grammophon ab, dies führt unweigerlich zur Zerstörung der Platte! Glücklicherweise nutzte in Europa fast nur die französische Firma Pathe das Tiefenschriftverfahren. 98% aller Platten die Sie finden sind in der Seitenschrift und damit auf einem normalen Plattenspieler oder Grammophon abspielbar.


Mikroskopische Aufnahme einer Schellackplatte




Die Grammophonnadel


Bei der Seitenschrift ist die Nadel einem wesentlich stärkeren Verschleiß unterlegen als bei der Tiefenschrift. Somit lassen sich bei Grammophonen keine Dauernadeln einsetzten. Bei der Konzeption der Schellackplatte musste man sich damit auseinandersetzten, was schneller abnutzten soll - die Platte oder die Nadel. Glücklicherweise entschied man sich für die Nadel.

Durch das Gesteinsmehl sowie andere Zusätze im Plattenmaterial wird die Nadel bereits nach wenigen Umdrehungen auf das Rillenprofil eingeschliffen. Ob Sie es glauben oder nicht, das Material der Platte ist härter als der Stahl der Nadel! und leider genauso spröde. Dies ist auch der Grund warum Schellackplatten so zerbrechlich sind. Auch wenn die Nadel für uns sehr spitz wirkt, gute Nadeln sind tatsächlich an der Spitze abgerundet. Die Nadel schleift zunächst an den Rillenflanken, erst im weiteren Plattenverlauf ist die Nadel soweit abgeschliffen das sie den Rillengrund erreicht. Wurden billige Nadeln verwendet, ist dieser Punkt schon vor dem Ende der Plattenseite erreicht. Die Nadel hobelt nun den Rillenboden und die Flanken aus. Dies ist auch der Grund warum alte Platten heute gegen Ende ein stärkeres Rauschen aufweisen.

Damals galt schon das gleiche wie heute:

Wechseln Sie die Nadel nach jeder Plattenseite !


Grammophonnadeln werden noch heute hergestellt und sind über das Internet günstig zu beziehen.
Missachten Sie diese Regel, fügen Sie den Platten irreparablen Schaden zu!
Nadelspitzen unter dem Mikroskop nach einer 30cm Platte




Schon nach einer Plattenseite nimmt die Nadelspitze eine Keilform an, wird diese nun weiter verwendet, arbeitet sie wie ein Meißel in der Plattenrille. Gelegentlich finden Sie sogenannte "Dauernadeln", sie versprechen bis zu 10 Plattenseiten ohne Nadelwechsel. Diese Nadeln sind für elektrische Leichtgewichtsabnehmer aus den 1940´er und 50´er Jahren gedacht mit einem Gewicht von circa 40 Gramm. Verwenden Sie diese niemals in einem normalen Grammophonkopf! Auch dies führt zur Zerstörung ihrer Platte. Grammophonabnehmer haben ein Gewicht von 100 bis 180 Gramm !


Das Ende der Schellack Ära


Nachdem die Klangqualität mit der Einführung der elektrischen Aufnahme ab 1925 immer weiter verbessert wurde, erreichten die Schellackplatten ihren akustischen Höhepunkt in den 1950´er Jahren. Das Rauschen konnte durch den Einsatz besserer Materialien stark reduziert werden, mit 78 Umdrehungen erreichte man fast die Hi-fi Norm! Ab 1948 setzte sich zusehends die Vinylplatte mit 45, bzw. 33 Umdrehungen durch. Diese war günstiger, und in besserer Qualität zu produzieren. Mitte der 50´er Jahre wurde die Produktion den Schellackplatte in Europa und den USA eingestellt. In Asien presste man jedoch bis in die 60´er Jahre in Schellack. Sollten Sie mal auf einer Indienreise eine Beatles Platte mit 78 Umdrehungen finden, nehmen Sie sie im Handgepäck mit - für ihren Gegenwert können Sie sich hier einen gebrauchten Kleinwagen leisten!

Dieser kurze Abriss kann nicht den Anspruch auf Vollständigkeit über die Geschichte der Schellackzeit erheben, weitere Artikel sollen die Materie noch vertiefen.

Verpackung von Schellackplatten

Tipps zur Verpackung von Schellackplatten bekommen Sie -> HIER



Quellen: Gramophones by G. Wilson, London 1930; Wiki; Von der Tonwalze zur Bildplatte, Prof. Walter Bruch, 1977


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