Die Jazzsängerin Ruth Bruck

Ruth Bruck
eine deutsche Jazzsängerin der Nachkriegszeit.
Auf Schallplatte hören wir sie mit Kurt Widmann, Benny de Weille und Willy Berking.




Ruth Bruck ca. 1947-48


In der Nummer 1 der Zeitschrift Melodie aus dem Jahre 1948 schreibt ein H. Holzen über Frau Bruck:

Welch unverbesserlicher Freund und Anhänger der leider viel zu sehr kritisierten Jazz-Musik kennt Ruth Bruck nicht? Jene elegante und charmante Bühnenerscheinung der Kurt Widmann-Show die, wie es nur ganz wenigen Künstlerinnen gegeben ist, die beliebtesten amerikanischen Songs auf so natürliche, effektvolle, liebenswürdigende und vor allen Dingen garantiert echt "amerikanischen" Art dem deutschen und allierten Publikum serviert.

Trotz ihrer kollosalen Künstlerbegabung sind ihr die Früchte der heutigen Erfolgsserie nicht nur so in den Schoß gefallen. Manchen Unbill und sehr viel Kummer aus der Aera des 1000-Jährigen Reiches galt es tapfer zu Überwinden, und ernsteste Arbeit liegt hinter ihr.

Der Umstand, daß ihre so vielseitige Begabung sozusagen von den Eltern ererbt und das sie ein Künstlerkind ist, ließ sie mit Begeisterung und Hingabe an ihrem Beruf den Weg machen der ihr bis heute vorgezeichnet ist. Ruth Bruck ist die Tochter der Opernsängerin Elsa Jülich, die in den Jahren 1926 - 1930 an der Städt. Oper in Berlin wirkte. Elsa Jülich war die große Darstellerin der Mimi aus der Oper "La Bohéme", der Micaëla aus Carmen, der Elisabeth aus Tannhäuser etc. um nur wenige markante Rollen zu nennen. Carl de Vogt, der als Schauspieler und Sänger ein Begriff ist, ist Frau Brucks Vater. Beide hatten es sich angelegen sein lassen, ihrer Tochter Ruth eine gründliche ausbildung zu geben. All diese günstigen Voraussetzungen zur weiteren Entwicklung Frau Brucks wurden aber durch die Einstellung der damaligen Machthaber zu nichte gemacht, den Frau Elsa Jülich wurde gezwungen, in Tel-Aviv eine neue Heimat zu suchen, und ihrer Tochter Ruth blieb keine Entfaltungsmöglichkeit.

Erst mit der Kapitulation Deutschlands 1945 gab es für Frau Bruck keine erzwungende Zurückhaltung mehr. Willi Schaeffers, dem wir so manche Neuentdeckung verdanken, durfte Ruth Bruck im Nachwuchsstudio vorsingen; sie gefiel und wurde engageiert.

Ihre vielseitigen Talente kamen ihr gut zu statten. Im Sketch bewärte sie sich schauspielerisch, und mit ihrem Chanson gefiel sie. Ihre beachtlichen Sprachkenntnise - sie spricht fließend Englisch (außerdem Französisch) - verblüfften vor allem das amerikanische Publikum, dessen auserkorener Liebling Frau Bruck ist.

Durch ihre 1½ jährige fast auschließliche Arbeit in amerikanischen Clubs, wurde Frau Bruck leider für diese Zeit dem deutschen Publikum vorenthalten. Kurt Widmann entdeckte ihre besonderen Talente und entwickelte alle sehr Wirkungsvoll. 1946 kamen dann ihre großen Erfolge unter Kurt Widmann vor deutschen Publikum. Sodann jagten sich Martinéen, Nachtvorstellungen vor ausverkauften Häusern, ferner Funksendungen und Schallplattenaufnahmen. Ihre Erfolgsserie ist noch garnicht abzusehen.

Seit Februar 1947 ist Frau Bruck festes Mitglied der Kurt Widmann-Band. Die Namen Kurt Widmann und Ruth Bruck sind beide in einem Atemzug zu nennen, denn beide verdanken sich hinsichtlich ihrer Erfolge viel.

Ihre besondere Liebe gilt der Bühne, was verständlich ist, wenn man sie gesehen hat, denn ihre Art des Vortrages, die akzentuierte Mimik lassen sie im Verein mit ihrer guten Stimme das Publikum für sich gewinnen. Wir wünschen daher dieser warmherzigen und sympathischen Künstlerin weiterhin recht viel Erfolg und baldige Erfüllung ihrer Bühnenwünsche.

Erstellt von Mitglied: berauscht


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