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Reparatur einer Grammophon Feder (Motor)

Grammophon Motor reparieren


Schäden am Motor eines Grammophon, bzw. der Feder kommen häufiger vor. meist lässt sich dieser Schaden aber leicht am Grammophon reparieren. Wichtig ist auch - fast immer muss die Federdose des Grammophon innen neu gereinigt und gefettet werden. Aber auch diese Reparatur am Grammophon ist mit etwas handwerklichem Geschick gut zu erledigen. Bitte: Bei arbeiten an der Feder Handschuhe und Brille tragen - Verletzungsgefahr!

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Weitere Tipps, Tricks und Hinweise zur Reparatur eines Grammophonmotors finden Sie auch in unserer Kategorie > Grammophon Werkstatt <


Ausbau der Federdose im Motor des Grammophon

Hier ist ein typischer Grammophonmotor aus einem Koffergerät der 30er Jahre. Ein gutes Übungsstück, da nur eine (kleinere) Federdose verbaut ist.




Trotzdem dürfen Arbeiten an der geöffneten Federdose nur mit Schutzmaßnahmen wie Handschuhen und Schutzbrille ausgeführt werden.
Schnell kann die scharfkantige Zugfeder einem entgegen springen. Haut und Augen müssen vor Schnittverletzungen geschützt werden. Langarmige Kleidung tragen!




Bei diesem Motor war das Problem, dass nach einigen Kurbelbewegungen beim aufziehen die Feder etwas knallte und die Spannung weg war, der Motor lässt sich nicht aufziehen.
Außerdem fehlen bei dem Fliehkraftregler zur Geschwindigkeitsregulierung zwei Federn. Hier geht es aber jetzt erst mal um die Federdose/Zugfeder.

Jeder Motor ist etwas anders aufgebaut. Bei diesem müssen auf der Oberseite vier Muttern gelöst werden. Daraufhin lässt sich die Deckplatte abnehmen und das Federgehäuse entnehmen. Vor dem auseinander nehmen des Motors muss dieser komplett abgelaufen sein. Die Zugfeder darf keine Spannung mehr haben! Dies könnte sowohl zu Beschädigungen am Motor, wie auch zu Verletzungen führen!




Alle Kleinteile, Schrauben, Muttern usw. SOFORT in einer verschließbaren Dose/Schachtel ablegen, schnell gehen Kleinteile verloren!
Es ist sehr sinnvoll bei dem auseinander nehmen des Motors von jedem Schritt Bilder zu machen. So tut man sich später bei dem Zusammenbau wesentlich leichter!


Die Federdose lässt sich nun einfach entnehmen


Die Dose ist durch das alte Fett stark verharzt. Selbst wenn die grundlegende Funktion noch gegeben ist, ist es oft hilfreich das alte Fett an und in der Dose zu erneuern.



Bevor die Dose geöffnet wird, zieht man feste Handschuhe an, und setzt eine Schlagfeste Schutzbrille auf. Kunststoff ist hier besser als Glas!



Die Dose wird nun vorsichtig in einen Schraubstock gespannt
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Besser als hier bei mir ist es auf die Backen des Schraubstockes zwei Holzbretter zu legen. So wird der Zahnkranz der Dose geschützt.


Reinigung


Bei dieser Dose ist der Deckel nur aufgesteckt. Mit leichten(!) Schlägen auf den Dosenrand lässt sich diese abheben.

Bei anderen Modellen kann der Deckel durch Schrauben oder einen Spannring gesichert sein. Auch ein kleiner Sprengring um die Achse kann zur Sicherung verbaut sein. Diese müssen natürlich vor dem öffnen entfernt werden! Auch hier: Alles dokumentieren und Kleinteile sofort sichern!




Die geöffnete Dose zeigt, das dass alte Fett ersetzt werden muss. In der Mitte der Zugfeder sitzt eine Metallhülse mit Dorn, die auch dafür verantwortlich war, das sich der Motor nicht mehr aufziehen ließ.



Die Einzelteile kommen nun zunächst in ein Terpentin Bad um das alte Fett auszuwaschen. Eine alte Zahnbürste hilft hier gut, um das Fett zu entfernen. Handschuhe tragen!




Nach dem Reinigen und trocken werden die Einzelteile zunächst mit Silikonspray vor weiterer Korrosion geschützt. Überschüssiges Öl mit Papiertüchern wieder abnehmen. Die Metallteile sollen nur von einem dünnen Film überzogen sein.




Hier ist der gereinigte Deckel mit Achse und der Hülse die später wieder in der Mitte der Zugfeder sitzt.



Ausbau und Einbau der Zugfeder


Ich stellte fest, dass es sich mit eng anliegenden Handschuhen besser arbeitet.Die geöffnete Federdose wird wieder in den Schraubstock gespannt.


Mit einem Schraubendreher wird die Mitte der Feder angehoben.
Nun am besten mit beiden Händen die Feder langsam entnehmen. Hier muss gegen die Spannung der Feder gehalten werden, sonst kann sie einem entgegen springen. Bei dieser kleineren Feder ging dies aber sogar mit einer Hand, so hatte ich die andere für den Photoapparat frei.






Hier sieht man, das dass andere Ende der Feder an einer Niete des Gehäuses eingehängt ist.


Ein häufiges Problem bei einer kaputten Feder ist, das dass Loch in das die Niete greift ausgerissen ist. Dies kann an jedem der beiden Enden der Fall sein. Hier muss dann ein neues, konisches Loch in die Feder gearbeitet werden.
Auch wenn die Feder an einer Stelle gebrochen ist, braucht sie eine neue Aufhängung. Dies funktioniert aber nur, wenn die Bruchstelle nicht zu weit von einem der Enden entfernt ist, das kürzere, gebrochene Stück Feder wird ja entfernt.
Dadurch verringert sich auch die Zugkraft der Feder, möglicherweise spielt sie dann keine komplette Plattenseite mehr durch. Ist die Bruchstelle also z.B. in der Mitte, kann nur noch eine neue Feder eingebaut werden.
Möglicherweise muss aber auch bei einer neuen Feder zunächst die passende Aufhängung gearbeitet werden.
Hier geht man so vor (Beispiel für ausgerissene Aufhängung):




Da ausgerissene Ende wird abgeschnitten. Dann werden die beiden Ecken rund gefeilt.
Federstahl ist gehärtet und lässt sich nur schwer bearbeiten.
Zunächst wird das Ende der Feder über einem Bunsenbrenner dunkelrot erhitzt - nicht zu stark!
Keinesfalls darf das Federstück richtig hell glühen - nur leicht!
Dadurch wird der Stahl weich, und lässt sich anschließend besser bearbeiten.

Mindestens zwei Zentimeter entfernt wird ein kleineres Loch gebohrt, das etwas größer als der Nietenstift ist.
Davon c. einen Zentimeter entfernt ein größeres Loch, das über den Nietenkopf passt. Der Zwischenraum zwischen den beiden Federn wird ausgefeilt und entgratet.
Hier reichte es die Feder zu reinigen.






Die Innenseite der Dose wird nun mit Motorfett neu geschmiert. Es gibt unterschiedlichste Rezepte, welches Fett sich für Federdosen am besten eignet. In einigen alten Unterlagen findet man den Hinweis auf Fette mit Graphitanteilen.




Nun wird die Feder unter Spannung wieder in die Dose eingewickelt. Auch hier ist es Sinnvoll beidhändig zu arbeiten! Dies ging hier nur nicht, da ja auch die Kamera gehalten werden musste.





Wenn die Feder wieder komplett in der Dose ist, wird von oben ein Holzklotz aufgelegt und mit leichten Hammerschlägen auf den Klotz die Feder bündig in die Dose eingearbeitet. Arbeiten ohne Holzklotz kann durch die Hammerschläge Grate an der Feder verursachen!



Liegt die Feder fest in der Dose, wird auch sie mit Fett abgeschmiert. Es ist sinnvoll die Feder bereits vor dem einlegen mit Fett ab zuschmieren, so verteilt es sich besser in den Zwischenräumen.
Nimmt man jedoch zu viel, kann einem die Feder leicht zwischen den Händen weg rutschen.




Bei dieser Dose war die kleine Metallhülse in der Mitte dafür verantwortlich, das sich der Motor nicht mehr aufziehen ließ.
An der Hülse ist ein kleiner Dorn ausgestanzt, der eigentlich in das Loch der Feder greift, um diese beim aufziehen mit zu nehmen. Dieser Dorn war aber nach innen gedrückt und rutschte dadurch immer wieder durch.




Mit vorsichtigen Schlägen von der Innenseite ließ sich der Dorn wieder nach außen drücken.

Hier sieht man, an welcher Stelle der Dorn greifen soll:



Wenn der Deckel mit Achse und Dorn aufgesetzt wird, greift die Hülse wieder in die Feder. Mit Schlägen eines Gummihammers wird der Deckel wieder auf der Dose gesichert.

Die Dose ist jetzt wieder bereit für den Einbau, vorher genau die Bilder des Ausbaus ansehen, dass man auch wirklich in der richtigen Reihenfolge vorgeht!




Viel Erfolg und keine zu große Angst! Mit etwas Geduld, Logik und entsprechenden Schutzmaßnahmen ist so eine Überholung der Feder keine Hexerei!


Siehe hierzu auch diesen Eintrag Link - Hier klicken im Forum.


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