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Lambeth Walk - In Lamberts Nachtlokal

Laut manchen Mythen wurde der Lambeth Walk in Deutschland verboten. Dies ist so jedoch nicht richtig.
Korrekt ist, das der beliebte Tanz in die Liste "Unerwünschter Musik" aufgenommen wurde. Dort jedoch nur die Version von Michael Flome auf Brunswick A 81686. Dieser Erlass wurde zum 1.9.1939 gültig.



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Michael Flome: Lambeth Walk
Aufgenommen am 19.1.1938 in London
Mx. DTB 3503-1, Brunswick A 81686


Trotzdem erfreute sich der Tanz u.a. auch als "In Lamberts Nachtlokal" weiterhin großer Beliebtheit.






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Erhard Bauschke und sein Orchester
Grammophon 1938
10950 A
8044 1/2 GR8




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Lamberts Nachtlokal
Egon Kaiser Tanz-Orchester mit Refraingesang: Erwin Hartung
Katalog-Nr.: 2919
Matriz-Nr.: 8092 1/2 GR 8
Aufn.-Jahr: 1938




[center]




aus
Vom Jazz zur Neuen Deutschen Tanzmusik
Axel Jockwer


Ein weiterer englischer Modetanz hatte sich die Herzen der Deutschen in einer Art und Weise erobert, die ein immer konsequenteres staatliches Einschreiten nach sich zog. Selbst auf dem berühmten Berliner Presseball im Februar 1939, wo laut Steges Bericht „gepflegte, deutsche Tanzmusik“ geboten wurde und sich das Publikum „auch ohne ‚Swing’“ vergnügt habe, war „zu vorgeschrittener Stunde der unvermeidliche Lambeth-Walk in Erscheinung“ getreten. Der Lambeth-Walk war ein Paartanz mit exakt festgelegter Schrittfolge,der ursprünglich zu dem Song „Lambeth Walk“ von Noel Gay und Douglas Furber aus dem Musical
„Me and My Girl“ (1937) getanzt wurde. Rasch folgten Übersetzungen wie zum Beispiel das deutsche „Kennen Sie Lamberts Nachtlokal?“ (Text: Ralph Maria Siegel), sowie Variationen in anderen Swing-Titeln. Der Tanz wurde international schnell bekannt und beliebt, so dass Filmemacher Len Lye 1939 sogar einen vierminütigen musikalischen Animationsfilm namens „Swinging the Lambeth Walk“ vorlegte.

Swinging The Lambeth Walk (1940)


1941 gelang ihm mit der „Nazi-Style“-Version eine tänzerische
Dekonstruktion der faschistischen Ästhetik, indem er Wochenschaubilder von Hitler und marschierenden Kolonnen im Lambeth-Walk-Rhythmus zusammenschnitt.

1941


Über den Tanz und seine rasende Verbreitung hatte man in Deutschland erstmals Ende 1938 berichtet: Die „Braunschweiger Tageszeitung“ hatte den „lächerlichen Gliederverrenkungen“ und „grotesk wirkenden Stelzschritten“ „kein hohes Alter“
prognostiziert,während die „Düsseldorfer Nachrichten“ über den prompten Erfolg und die große „Freude am Tanzspiel“ berichtete.
Stege war sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz sicher, ob er gegen den Lambeth-Walk als neue „Modetorheit“ und „Auslandsfimmel“ intervenieren sollte, oder ob wegen der „volkstümlichen Elemente“ Toleranz angebracht sei.
Angesichts der Tatsache, dass jener „Reigentanz“ sogar schon auf deutschen Tanzturnieren zugelassen war und die „Tanzlawine“ bereits „nicht mehr aufzuhalten“ sei, hielt Stege sich (nicht ohne Kopfschütteln) zurück.

Der englische Ursprung und die Verbindung mit ausländischer Tanzmusik sorgte in den nächsten Monaten für eine fortschreitende Indizierung des Tanzes auf regionaler Ebene oder für einzelne Gruppen:
Im März 1939 wurde er in Sachsen bei öffentlichen Tanzveranstaltungen ausdrücklich zusammen mit „Swingtanz“
und „Hot-Spielen“ verboten,kurz darauf war der „Lambeth-Walk auch für die Angehörigen der Luftwaffe“ sowie für „sämtliche Wehrmachtsangehörige in Uniform“ verboten,im April wurde er schließlich auch innerhalb der DAF untersagt.
Die Begründung des Gauobmanns der DAF in Düsseldorf für das offizielle Einschreiten zeugt von einer recht weiten Verbreitung des Tanzes: „Mit Bedauern habe ich in den letzten Wochen feststellen müssen, dass bei Kameradschaftsfeiern der Betriebe der aus fremdem Geist entstandene ‚Lambeth-Walk’ durch Kapellen gespielt und von Kameraden und Kameradinnen auch getanzt wurde. (...)
Für unsere Werkscharmusikzüge und –kapellen erlasse ich hiermit ein generelles Verbot für das Spielen des ‚Lambeth-Walks’.“Mit diesen Anordnungen hatte man zwar seine erheblichen Bedenken gegenüber dem Tanz kundgetan, ein generelles, reichsweites Verbot jedoch wurde nicht erlassen – ein Zustand, mit dem weder Musiker, noch Gegner, noch Befürworter moderner Tänze restlos zufrieden
sein konnten. Stege zitierte Ende April 1939 einen Leserbrief, der die uneinheitliche Regelung kritisierte: „Warum wird der Lambeth-Walk nicht einheitlich verboten? Warum ist er in einzelnen Teilen Deutschlands und für einzelne Volkskreise verboten und für andere nicht?“Stege verwies diese Frage mit einer gewissen Süffisanz an die „zuständige Abteilung des Ministeriums“, die „mit Freuden bereit sein“ werde, „Auskunft“ zu geben. Auch Stege signalisierte seine Unzufriedenheit über den generellen Mangel an eindeutigen Entscheidungen bezüglich moderner Tanzmusik aus dem Ministerium. Wie sollte denn nun ein Musiker reagieren, wenn aus dem Publikum zum Beispiel der Wunsch nach dem „Lambeth-Walk“ kam, den doch inzwischen auch schon mal eine Militärkapelle im Programm hatte oder ein „Eisläufer-Meisterpaar“ im Revuerepertoire?

Stege veröffentlichte im Mai 1939 eine Zusammenstellung sämtlicher „Einzelaktionen“
gegen „Swing und Lambeth-Walk“ und riet seinen Lesern dazu, „sich ein Notizbuch anzulegen, möglichst in Verbindung mit einer deutschen Landkarte, und gewissenhaft alle verbotenen Gebiete einzutragen“, um sich nicht strafbar zu machen.Schwang in dieser Empfehlung Steges nicht eine deutliche Kritik an der Inkonsistenz der im RMVP beheimateten staatlichen Musikpolitik mit? Eine
klare, reichsweit geltende Anordnung zum Thema Tolerierung oder Verbot moderner Tanzmusik und ihrer Tänze, hätte den Musikern „vor Ort“ sicherlich das Arbeiten erleichtert. Stattdessen hatten sich seit Mitte 1938 diverse andere Stellen außerhalb von RMK und RMVP engagiert: In Freiburg die Polizeidirektion, in Pommern die Gauleitung, in Stuttgart das Vergnügungsgewerbe, in Württemberg- Hohenzollern, Franken, Thüringen Gauleitung und Vergnügungsgewerbe, in Köln einzelne Gaststätten und schließlich die Partei sowie in Sachsen die Landesverwaltung. Dazu kamen noch diverse Verbote und Anordnungen in einzelnen Berufskreisen und Parteigliederungen. „Es geht nicht an, dass jede Gebietsleitung für sich in ihrem Bereich Verbote erlässt, die wenige Schritte weiter jenseits der Gebietsgrenze keine Gültigkeit mehr haben.“, beklagte Stege die „bestehende
Unklarheit“.


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