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Max Kuttner - Biographie des Opernsängers

Max Kuttner wurde am 24.Februar 1883 in Baden bei Wien geboren. Er kam von der Technik zur künstlerischen Tätigkeit, denn er arbeitete zunächst als Konstrukteur in Frankfurt am Main, ehe er sich als Sänger ausbilden ließ. 1905 debütierte er am Lortzing-Theater in Berlin. Danach folgten einige Jahre als Tenorbuffo in der Profinz, u.a. in Posen, Colmar und Weimar, wo er es bis zum Groß herzoglich Weimarischen Hof-Opernsänger brachte.




1911



Beginnend mit 1910 startete Kuttner auch seine Karriere auf Tonträgern. Zunächst nahm er in Deutschland auf Edison Walze auf. Hierbei entstanden zwischen Januar 1910 und April 1912 27 Einspielungen. Solo (z.B. Heimatlied 1910 Link - Hier klicken ) aber auch in Duetten mit Carl Nebe, Lucie Bernado oder Hedwig Zimmer.
In weiteren Einspielungen auf Platte vor dem ersten Weltkrieg war er bereits häufig im Operettenfach zu hören.

Weniger bekannt ist, das Kuttner auch im Nebe Quartett sang.
Das Nebe-Quartett im Dezember 1911 (Carl Nebe 2. von links, der junge Max Kuttner ganz rechts)



In den 20er Jahren verlegte er sich indes auf das Gebiet der leichteren Muse und sang mit glänzendem Erfolg an den großen Operettenbühnen der Hauptstadt. Bekannt wurde er daneben durch Auftritte am Berliner Sender. Seit 1924 zählte er dort zu den beliebtesten Rundfunksängern.

Max Kuttner nahm auf Schellackplatte auch unter den Pseudonymen Carlos Cantieni (z.B. auf "Isiphon mit Jazz-Orchester "Wenskat ") und Carlo Arimondi auf.

Auf Artiphon und seinen Untermarken entstanden von 1923 bis 1927 c. 45 Aufnahmen.
Fast unzählig seine Platten bei der Deutschen Grammophon ab 1924. Häufig nimmt Max Kuttner hier zusammen mit dem Paul Godwin Orchester auf. Ebenso als Sänger oder Refrainsänger bei der Lindström mit den Marken Beka, Odeon und Parlophon. Hier oft zu hören mit Dajos Bela, Otto Dobrindt (Dobbris Saxophon Orchester) aber auch z.B. mit Edith Lorand.
Kuttner trat aber nicht nur in Berlin, sondern auch in WIen vor den Trichter, bzw. das Mikrophon.
Weiterhin entstanden auch Aufnahmen für Homocord und Homocord Liliput.

Auffallend häufig sang Max Kuttner auch auf dem VOX Label. Sowohl als Refrainsänger mit verschiedenen Orchester oder auch Solo nur mit Klavierbegleitung. Von 1925 bis 1928 nahm Kuttner alleine für die VOX Gesellschaft ca. 130 Titel auf.
Zum Vergleich entstanden für die Tri-Ergon Gesellschaft von Ende 1928 bis 1930 "nur" c. 50 Titel. 1931 ging Max Kuttner für die Tri Ergon nur noch für zwei Titel ins Aufnahmestudio.

Insgesamt dürfte Max Kuttner bis Ende der zwanziger Jahre einer der am häufigst zu hörenden Sänger in Deutschen Aufnahmestudios gewesen sein. (Siehe auch Der meist beschäftigte Refrainsänger? )
Der Erfolg von Max Kuttner auf Grammophonplatte bis c. 1926/27 dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, das sich seine ausgebildete Tenor Stimme sehr gut für das akustische Aufnahmeverfahren vor c. 1926 eignete. Sanftere Sänger wie sie später beliebt wurden, hätten sich vor einem Aufnahmetrichter nicht durchsetzen können. Diese waren auf das elektrische Verfahren mit Mikrophon angewiesen.

Ab 1929/30 verblasste Kuttners Stern in den Plattenstudios zusehend, immer seltener findet man ihn ab dieser Zeit als Refrainsänger. Dies dürfte auch auf den sich veränderten Publikumsgeschmack zurückführen lassen. Ausgebildete Opernsänger wirkten auf den immer flotter werdenden Foxtrott Titeln häufig etwas steif. Dies war auch bei Kuttner der Fall, wenn man ihn mit anderen, "moderneren" Sängern Ende der zwanziger Jahre vergleicht.
Einspielungen entstanden aber noch bis c. 1932 ( Grün ist die Heide, FAMA 2647, Matr. 4018 Link - Hier klicken.
Wann jedoch genau die letzten Einspielungen entstanden ist noch nicht erforscht, Max Kuttner war oft nur als "Refrainsänger" oder mit dem Zusatz "mit Gesang" ohne seine Namensnennung auf den Etiketten aufgeführt.

Auch seine Rundfunktätigkeit ging wohl Anfang der 30er Jahre zurück. In den "Bilderbüchern" für Hörer Künstler am Rundfunk, 1932 und Künstler im Rundfunk, 1933 ist Kuttner noch zu finden. Im Künstler-Almanach des Rundfunks, 1933, in dem immerhin 4000 Künstler mit Adresse gelistet sind, ist er nicht verzeichnet.




Über das Leben Max Kuttner´s, vor allem nach nach 1933 liegen widersprüchliche Angaben vor. Wikipedia Link - Hier klicken sagt dazu:

Kuttner war jüdischer Abstammung und verließ Deutschland 1933. Er emigrierte nach Shanghai, wo er unter Alfred Dreyfuß mehrere Jahre Theater spielte. Nach 1945 zerfiel die Shanghaier Truppe, Max Kuttner kehrte nach Deutschland zurück.


Diese auch in anderen Quellen auftauchende Aussage lässt sich jedoch anhand der Berliner Adressbücher nicht halten.
Max Kuttner lässt sich als Opernsänger in den Berliner Adressbüchern zwar erst ab 1927 nachweisen, dafür aber bis zum Jahr 1939! Lediglich im Jahr 1931 gibt es keinen Adresseintrag.
Somit kann Max Kuttners Weggang aus Deutschland frühestens Ende 1938 erfolgt sein. Von 1935 bis 1939 ist als Haushaltsvorstand Max Kuttner in der Bayreutherstr. 11 verzeichnet. 1940 unter gleicher Adresse eine Marie Kuttner. 1943 gibt in der Bayreutherstr.11 das Adressbuch eine Micky Kuttner an.

Möglicherweise handelt es sich bei Marie und Micky Kuttner um Ehefrau und Tochter.
Auffällig ist ebenso: Ab 1936 wurden jüdische Einwohner Berlins mit dem Vermerk "Jude" im Adressbuch geführt. Bei Max Kuttner ist dies jedoch zu keinem Zeitpunkt der Fall.

Adressen Max Kuttners (und Familie?) von 1927 - 1943



Über das Leben von Max Kuttner in den dreißiger und vierziger Jahren besteht also eindeutig noch Klärungsbedarf. Er emigrierte (1933) nach Shanghai, wo er unter Alfred Dreyfuß mehrere Jahre Theater spielte... lässt sich so jedenfalls nicht halten, wenn Kuttner bis 1939 in Berlin gemeldet war. Sein Auftreten mit der Shanghaier Truppe unter Alfred Dreyfuß kann also auf frühestens 1938/39 datiert werden.

Nach 1945 zog Max Kuttner nach Straubing in Niederbayern. Dort starb er am 17. Oktober 1953.

Beitrag von Humoresk








Das Geburtsdatum kann ich anhand eines Auszugs aus dem Stadtarchiv Braunschweig bestätigen. Kuttner zog im Frühjahr 1909 dorthin um und musste entsprechende persönlichen Angaben machen. Er wurde demnach - wie bereits bekannt - am 24.2.1883 in Baden bei Wien geboren und war, so die Religionsangabe, mosaischen Glaubens. Am 23.6.1928 heiratete Kuttner in Berlin Maria Herkommer, wie aus weiteren Originalunterlagen hervorgeht.




Dass u.a. Leimbach behauptet, Kuttner sei bereits 1933 emigriert, ist interessant, lagen ihm doch Dokumente vor, die das Gegenteil beweisen, so eine Kritikensammlung, die bis ins Jahr 1938 reicht und wohl vorwiegend Auftritte dokumentiert, die im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes gestattet waren:
  • Leipzig: Max Kuttner ist einer der geschmackvollsten und strahlendsten Operettentenöre, die es in Deutschland gibt und seinen Ruhm haben Tausende von Hörern, Kritikern, Schallplatten und Rundfunkkonzerte gesichert. Es gibt keinen besseren Interpreten bei Tenorbuffo-Partien.
  • Danzig: Max Kuttner ist von zahllosen Veranstaltungen im Rundfunk und durch Schallplatten überall so bekannt und beliebt, dass uns zu sagen nicht mehr übrig bleibt.
  • Hamburg: Max Kuttner genügt hohen Ansprüchen, sowohl was Stimmittel, als auch was Vortrag anbelangt, und die dramatische Belebtheit seiner Darbietungen ersetzt die Lebendigkeit der Bühne im Konzertsaal. Die feine Komik, die ihm eigen ist, rief wahre Begeisterungsstürme hervor.
  • Köln: Max Kuttner weiß mit seiner unwiderstehlichen Komik den rechten Offenbach-Ton zu treffen und weiß das Publikum immer wieder erneut zu erheitern. Er bringt Kabinettstückchen feinster Beobachtung.
  • Berlin: Max Kuttner hat eine Höhenlage von tenoralem Schmelz. Sein eigenstes Element aber gibt er in der erfrischenden Lustigkeit der Posse.
  • u.v.a.




Dass Kuttner in zeitlicher Nähe zum Pogrom 1938 nach China ins Exil gegangen ist, lässt sich anhand weiterer Dokumente bestätigen:


Auch das im folgenden Programmblatt erwähnte "Alcockheim" lag in Shanghai und war, so eine Internetquelle (google sei Dank), "a refugee camp":



Von der Stadt Straubing liegt mir die Auskunft vor, dass Kuttner im August 1947 von Shanghai nach Straubing zugezogen ist. Hier starb er am 17.10.1953, wenige Wochen nach seiner Frau.



Beitrag von Musikmeister




Max Kuttner im Jahre 1914


Erste Aufnahmen von Max Kuttner für Grammophon entstanden im März 1906 aus der Rudolf Nelson Operette „Das bummelnde Berlin“.
Im Folgejahr 1907 wirkte Kuttner bei der ersten vollständigen Aufnahme des Liederrepertoires aus Franz Lehars „Die lustige Witwe“ für Grammophon in Berlin mit, nach dem die Ende 1905 in Wien uraufgeführte Operette auf Tournee ging und 1906 im Berliner Theater in der Charlottenstrasse 90/92 gastierte. Scheinbar war Kuttner zu diesem Zeitpunkt schon Weimarscher Hofopernsänger.

Bei Grammophon wurden diese Aufnahmen unter seinem ersten Pseudonym, Fred Carlo, veröffentlicht. Dies bestätigt bereits eine enge Verbundenheit in dieser Zeit zum volkstümlichen Sänger Carl Nebe, der ein sehr ähnliches Pseudonym wählte und Kuttner zum Nebe-Quartett engagierte.



Pseudonym Fred Carlo, ca.1913 (Bildquelle: ebay-Auktion)


Es folgten Plattenaufnahmen bei verschiedenen Marken auch unter seinem echten Namen.
Laut dem Bühnenjahrbuch 1911 war Kuttner zu dieser Zeit am Stadttheater Colmar im Elsass verpflichtet. Ausserdem war Max Kuttner als Bassist (!!!) am Vereinigten Operetten-Theater der Berliner Vororte in Berlin-Schöneberg engagiert. Im Folgejahr hatte Kuttner keine feste Verpflichtung und wurde als Gastsänger geführt, wohnhaft in der Uhlandstrasse 178 in Charlottenburg.
Scheinbar war Kuttner zu diesem Zeitpunkt mit der Sängerin Nelly Kuttner-Bondy verheiratet , die an der Komischen Oper Berlin engagiert war. 1913 und 1914 waren beide im Bühnenjahrbuch als gastierende Künstler vermerkt, Kuttner nimmt auch vermehrt Operettenschlager auf.
Max Kuttner muss sich als Sänger stimmtechnisch enorm weiterentwickelt haben. Der Grammophon-Hauptkatalog 1914 führt Platten des Tenors Max Kuttner, des Bassisten Fred Carlo sowie eines 2.Pseudonyms von Max Kuttner im Stimmfach Bariton, Alfred Senger.



Plattenankündigung im Grammophon-Katalog von 1914


Nach dem Kriegsausbruch 1914 war Max Kuttner ein sehr engagierter Sänger politischen Liedgutes vom patriotischem Lied bis zur Kriegspropaganda.
So entstanden u.a. auf Zonophon/Grammophon/Polyphon, Beka sowie Parlophon Titel wie
„ Das eiserne Kreuz“
„ Heidekraut 1914“
„ Das Lied vom Hindenburg oder Die Wacht im Osten“
„ Das Lied der Emden“ (hier gibt es 2 Versionen, eine vor und eine nach der Versenkung des Schiffes)
„ Jeder Schuss ein Russ´, jeder Stoss ein Franzos´“
„ Deutsch will ich sein“
„ Hoch schwarz-gelb, hoch schwarz-weiss-rot“





Platten aus der Kriegszeit 1914/15


Die gezeigte Polyphon-Platte von ca.1917 ist sehr wahrscheinlich die Nachpressung einer Grammophon-Aufnahme zu Beginn des 1.Weltkrieges als Folge der Übernahme durch Polyphon.
Nach dem Krieg legte sich der Tenor Kuttner 2 neue Pseudonyme zu und die beiden oben genannten Pseudonyme wurden nicht mehr verwendet - Carlos Cantieni und Max Steinert.





Auf Kalliope wurde teilweise sein Name für manche Veröffentlichungen etwas abgeändert.




Auffällig ist, dass Kuttner trotz der vielen anonymen Aufnahmen als Refrainsänger für Tanzmusik stets auch weiterhin volkstümliche Lieder aufnahm.
Sehr gerne wurden manche Titel nach einigen Jahren auf einer anderen Plattenmarke erneut aufgenommen. Die letzten mir bekannten Aufnahmen findet man auf Artiphon im Jahre 1932.



Im Bühnenjahrbuch 1928 ist Max Kuttner als Schauspieler (?) geführt, was den langsamen Rückzug aus dem Plattengeschäft erklären könnte (letzte Aufnahmen für Beka September 1929, für Odeon Februar 1930 sowie für Tri-Ergon auch im Jahre 1930).

Leider habe ich keine weiteren Bühnenjahrbücher (nur 1911-1914 und 1928).
Hier könnte man sicher noch weitere Infos recherchieren.

Die FAMA-Aufnahme auf YT könnte meiner Meinung nach bzgl. des Erscheinungsjahres 1932 eine ältere Vox-Aufnahme von 1929 aus deren Konkursmasse sein (siehe die weiter unten gezeigte Kristall mit Vox-Übernahmen.)

Zum Abschluss noch eine kleine Auswahl verschiedener Plattenetiketten, die Max Kuttner auch ausdrücklich auf dem Label nennen (eine Vox-Ausgabe konnte ich leider auf die Schnelle bei mir nicht finden). Die Phonycord-Aufnahmen sind ja reguläre Artiphon-Matrizen.











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