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Fliehkraftregler Grammophon - Funktion und Reparatur

Mit dem Fliehkraftregler lässt sich beim Grammophon die Geschwindigkeit einstellen und behält diese (ohne leiern) bei. Was aber wenn nicht? Hier einige Tipps und Tricks wenn dieses wichtige Bauteil eines Grammophonmotors repariert werden muss.


Wichtig! Bevor Arbeiten am Fliehkraftregler durchgeführt werden, muss die Feder des Motors erst ganz "entspannt" sein, also ohne Kraft. Es drohen sonst Verletzungen und / oder Schäden am Motor! Also bitte erst an die Reparatur gehen, wenn der Plattenteller (bzw. die Motorachse) vollkommen zum stehen gekommen ist - der Motor gänzlich abgelaufen.


Aufbau Fliehkraftregler




Die Achse des Fliehkraftregler ist durch eine Gewindeübersetzung mit der Federdose des Motors gekoppelt. Die Bremsscheibe ist auf der Achse beweglich gelagert, sie kann auf dieser hin und her „rutschen“. Zwischen der Bremsscheibe und dem anderen Ende befinden sich (üblicherweise) drei identische Federbleche, aufgeschraubt (seltener genietet) drei gleiche Gewichte. Der Hebel mit dem Bremsschuh ist (mechanisch) mit dem Geschwindigkeitseinsteller am Grammophon gekoppelt.


Dreht der Motor schneller, schiebt sich die Scheibe (B) auf der Achse (A) nach innen, die Zentrifugalkraft drückt die Gewichte (G) nach außen. Dabei biegen sich die Federbleche (F) durch. Der Motor würde nun immer schneller laufen, an einem bestimmten Punkt bremst jedoch der Hebel (H) mit dem „Kopf“ aus Filz oder Leder die Scheibe ab. Die Scheibe B schiebt es dabei ein Stück weit nach außen. Der Motor nimmt wieder Geschwindigkeit auf, bis er erneut vom Hebel an der Scheibe abgebremst wird. Dieser Vorgang läuft so schnell ab, dass sich daraus eine kontinuierliche Geschwindigkeit ergibt. Die eigentliche (eingestellte) Geschwindigkeit wird durch die Position (Stellung) des Hebels bestimmt.

Wartung und Reparatur



Wenn keines der Federbleche gerissen, oder eines der Gewichte abgefallen ist - also die generelle Funktion noch gegeben ist, sollte der Fliehkraftregler nicht komplett zerlegt werden. Die Feinjustierung ist etwas Geduldssache die längere Zeit in Anspruch nehmen kann - eine Arbeit die man sich nicht unbedingt antun muss, wenn es denn nicht unbedingt notwendig ist. Oft reicht es schon den Fliehkraftregler des Grammophon zu säubern und neu zu fetten.

Dazu wird der Motor nur soweit zerlegt, dass man halbwegs bequem an alle Teile des Reglers herankommt. Nun lässt dieser über einer kleinen Wanne oder Plastikschüssel mit Terpentin und einem Pinsel einfach von altem Fett und Öl befreien säubern. Sollte das alte Fett sehr verharzt sein, vorsichtig und sparsam (!) die betreffenden Stellen mit Bremsenreiniger ein pinseln und etwas einwirken lassen. Der Bremsschuh aus gepresstem Filz oder Leder darf nichts davon abbekommen! Danach mit Terpentin den Bremsenreiniger über der Schüssel "abwaschen". Wegen der Dämpfe sollte diese Arbeit im Freien oder einem gut belüfteten Raum durchgeführt werden. Anschließend muss der Fliehkraftregler neu geölt werden.


Bild 1

Dabei bitte nicht nach dem Motto vorgehen: Viel hilft viel. Ein Grammophonmotor sollte nie in Öl "gebadet" werden!

1 & 2: Diese beiden Schrauben (auch die beiden am gegenüberliegenden Lager) bitte zunächst „ignorieren", bzw. keinesfalls etwas daran verstellen!

3: Der Übergang von Gewindeschaft des Fliehkraftreglers – Achse zur Motorwelle wird gefettet. Dies reduziert die Reibung der Metalle und verlangsamt die Abnutzung der Gewinde. Früher verwendete man Vaseline (teils mit Zusatz von Graphit). Heute bietet sich ein mittelleichtes Synethikfett an, wie es auch in Getrieben von Autos und Motorrädern verwendet wird.

4: Der bewegliche Teil des Fliehkraftreglers soll sich möglichst leichtgängig auf der Achse bewegen. Hier kommt ein harzfreies Leichtöl (Nähmaschinenöl, modernes Synthetiköl usw.) zum Einsatz. Bekannte Marken aus Hobby, Werkstatt und Baumarkt funktionieren gut.

5: Um Abrieb des Bremsschuh zu reduzieren wird auch dieser mit einem Leichtöl benetzt. Vorsicht: Komplettes „tränken“ des Filz oder Leder kann (muss nicht – aber kann) dazu führen, dass nicht mehr genug gebremst wird. Dies rückgängig zu machen wird schwierig. Auf das Material (auf der Bremsscheibe zugewandten Seite) 1 – 2 Tropfen Öl geben, einziehen lassen, wiederholen. Dies kann auch im zusammengebauten Zustand des Motors erfolgen. Lieber gelegentlich wiederholen als zu viel des guten auf einmal!

6: Auch die Fläche der Bremsscheibe wird mit einem Leichtöl abgerieben.

Bei dieser Gelegenheit überprüfen ob noch alle Schrauben und Muttern fest sitzen. Eventuell nachziehen. Aber: keinesfalls (!) die Schrauben / Gewinde an Punkt 1 & 2:, also die Lagerung des Fliehkraftregler.

Insgesamt: Wenn der Fliehkraftregler (Motor) gereinigt und entfettet wurde, alle Teile mit einem Öl benetztem Tuch abreiben um eventuelle Korrosion zu vermeiden.

Generell: ein in Öl und Fett „getränkter“ Motor neigt im Laufe der Jahre dazu Schmutz / Staub anzuziehen und zu verhärten. Besser ist insgesamt mit etwas weniger Schmiermitteln zu arbeiten und den Vorgang einmal im Jahr zu wiederholen. Dabei wird mit einem Pinsel oder Tuch verschmutztes Öl oder Fett entfernt und durch neues ersetzt. Auch wenn ein Grammophon täglich zum Einsatz kommt, bedarf es (wie damals auch) einer regelmäßigen Wartung. Wie wild alles „abschmieren“ macht keinen Sinn. Bitte mit Logik und Verstand dabei vorgehen – Die Antiquität wird es danken ;)


Reparatur


Federbruch
Falls eine tatsächliche Reparatur am Fliehkraftregler notwendig ist, handelt es sich häufig um gebrochene oder ausgerissene Federbleche.

Es müssen alle drei Federn erneuert werden!

Wird nur eine (oder ein Gewicht) getauscht, entsteht eine Unwucht die sich nicht nur in Geräuschen bemerkbar macht, sondern auch mittelfristig den Fliehkraftregler und Motor zerstört! Ist also eine Feder (oder Gewicht) zu erneuern, müssen alle drei getauscht werden.

Es gibt im Internet sowie über Händler Federn und Gewichte neu zu kaufen. Mit etwas Glück findet sich, fertig gebohrter, Ersatz. Die Maße sollten ansatzweise gleich sein, wesentlich wichtiger ist eben die uniformiert in Material und Symmetrie.

Finden sich keine passenden Federbleche, sind guter Ersatz ähnlich breite Federbleche für Uhrfederwerke. Dazu unter Uhrmacher - Bedarf suchen. Auch mit den Stahlstreifen von einem ausziehbaren Metermaß hatten manche Erfolg. Wenn die Federbleche neu angefertigt werden müssen, ist eben die absolute Gleichheit wichtig. Zugeschnitten auf die exakt gleiche Länge legt man die drei Blechstreifen aufeinander und umwickelt sie stramm mit Klebeband. Dies verhindert ein verrutschen oder verschieben des "Paket". Dann werden die drei Lochungen gebohrt oder gestanzt. So erhält man drei uniforme, neue Federbleche.

Gewichte
Dass gleiche gilt für die Gewichte. Ist einer abhanden gekommen oder zerstört, müssen alle drei ersetzt werden. Selbstverständlich: Die Gewichte sind sich absolut identisch!

Tipp
Auch dass erneuern / ersetzen von Federn und Gewichten sollte möglichst so erfolgen, dass die Achse des Fliehkraftreglers nicht aus ihren Lagern (Halterung) ausgebaut werden muss. Dies hätte sonst eben wieder eine (etwas umständliche) Justage des Fliehkraftreglers auf sich.


Bremsschuh / Hebel

Manchmal kann es vorkommen, dass der Filz / Leder des Bremsschuh verschließen und aufgebraucht ist. Meistens ist das Material nur in den Hebel eingeklemmt und bietet "hinten" noch etwas Reserve. In diesem Fall vorsichtig (!), ohne den restlichen Hebel zu verbiegen, das Stück Metall in welches der Bremsschuh eingequetscht ist aufbiegen. Dann lässt sich der Filz o.ä. etwas nach vorne schieben. Anschließend mit einer Zange den Bremsschuh wieder fest quetschen.

Oft wird der Hebel noch von einer Feder gehalten:


Diese kann sich aushängen oder brechen. Im Idealfall (nur ausgehängt) wieder fixieren bzw. einhängen. Ist diese Feder gebrochen, hilft nur eine Neuanfertigung aus Federdraht. Dies lässt sich jedoch mit Hilfe einer Zange und Schraubstock sowie etwas Geschick ganz gut selber durchführen.

Zinkfraß
Leider wurden mache Fliehkraftregler (oder Teile davon) aus minderwertigem Gussmaterial hergestellt. Dieses kann sich im Laufe der Jahrzehnte zersetzt haben - die sogenannte "Zinkpest" oder Zinkfraß.

Zinkfraß an einem Fliehkraftregler


Das Material hat sich dann verzogen, zeigt Risse oder ist bereits zerbröckelt. Dies kann alle Teile eines Fliehkraftreglers betreffen, auch die Gewichte. Eine Reparatur ist in diesem Falle leider nicht mehr möglich. Wenn es sich um ein seltenes Grammophon (Motor) handelt, bleibt nur die Möglichkeit die zerstörten Teile von einem qualifizierten Handwerksbetrieb (oder selber) aus Messing neu drehen zu lassen. Quasi Motorschaden ...

Gewinde

Die Achse des Fliehkraftreglers greift mit einem Gewinde in die Motorachse. Manchmal waren diese Gewinde auch aus „Fibre“, einem frühen Pressmaterial. Egal ob aus Metall oder diesem frühen „Kunststoff“ – die Gewinde können mit der Zeit ausschlagen und sich abnutzen. Quasi ein „Getriebeschaden“. Hier bleibt leider nur komplette Neufertigung. Dies gilt genauso bei den Zahnrädern aus Metall.

Es gibt aber einen kleinen Trick. Die Achse des Fliehkraftreglers ist in der Hülse A gelagert. Diese wird durch die Schraube B gehalten. Mit etwas Glück gegenüberliegend genauso.

Wenn man die Schraube B löst (und gegenüberliegend ebenso), kann der in der Hülse A gelagerte Fliehkraftregler um 1 - 3 mm nach links oder rechts verschoben werden (Inklusive den Hülsen!). Dadurch "benutzt" die Übersetzung etwas weniger des abgenutzten Teils vom Gewinde. Dies ist zwar keine Reparatur; wenn man aber nicht täglich den Motor benutzt, wird der Totalschaden (Getriebeschaden) des Fliehkraftreglers hinaus gezögert.

Aber, beim verschieben bitte sehr vorsichtig vorgehen. Ändert sich die Position des Fliehkraftreglers vertikal auch nur sehr geringfügig, muss dieser komplett neu justiert werden. Geht zwar, ist aber ein ganz schönes Geduldsspiel...

Bremsscheibe



Wenn sich auf der Bremsscheibe (auf der zum Hebel / Bremsschuh zugewandten Seite) festsitzender Schmutz, kleine Roststellen usw. befinden, äußert sich dies in einem ungleichmäßigen Lauf und Schwankungen in der Geschwindigkeit. Die Bremsscheibe muss absolut eben sein und sollte (plan) poliert werden. Dies erfordert jedoch meist einen Ausbau des Regulator.

Ausbau


Bild 2

Gelegentlich wird es (leider) nötig den Fliehkraftregler komplett auszubauen und / oder zu zerlegen. Die Achse liegt auf beiden Seiten gelagert in einer Hülse (Bild 2 A, Bild 1 weiter oben: 2) Diese Hülse wird durch die Schraube B fixiert.

ACHTUNG



Zwischen dem Dorn (der Spitze) der Achse des Fliehkraftregler und der Aussparung (Loch) in der Hülse befindet sich meist eine kleine Kugel. Zusammen ergibt dies ein kleines Kugellager. Geht diese kleine Kugel beim Ausbau verloren, wird Ersatz sehr schwierig! Bei dem Ausbau also sehr genau acht geben, dass diese Kugel nicht verloren geht. Ersatz findet sich eventuell im Modellbauerbedarf oder auch in Kugelschreiberminen.

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Das Loch in der Hülse des Lagers ist meist nicht mittig. Wenn der Fliehkraftregler wieder eingebaut wird, muss die Hülse mittels der Kerbe solange ausgerichtet werden, bis der Regler komplett ruhig und gleichmäßig läuft. Diese Position wird dann wieder mit der Schraube B fixiert. Dieser Vorgang lässt sich (leider) schwer beschreiben. Wichtig ist eben die Justage auf absolut gleichmäßigen Lauf. Wenn dies zum ersten mal durchgeführt wird, gelingt es selten sofort. Eben ein reines Geduldsspiel. Nicht verzweifeln - eventuell die Arbeit beiseite legen und am nächsten Tag wieder entspannt an die Sache gehen.


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