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Foren > Musik, Tanz, Theater und Tonfilm > Auftrittsorte der Künstler
Haus Vaterland Berlin
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
snookerbee
Mo Aug 25 2014, 12:10
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1765
Gut Stephan, Du warst vor Ort und hast die alten Fundamente noch gesehen. Ich habe die Lage nach der Adresse rausgesucht, die auf der Seite http://www.potsdamer-platz.org/haus_vaterland.htm angegeben ist:

Königgrätzer Straße 15/16 (heute Stresemannstraße), Ecke Köthener Straße 1–5

War dann wohl ein Denkfehler meinerseits. Danke für die Korrektur

Viele Grüße
Claus
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jitterbug
Di Aug 26 2014, 08:37
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Einträge: 383
Hallo Claus,

ja, das ist eine schöne Seite...

In Berlin ist es mit Adressen und Zuordnungen immer wieder schwierig: Einige Straßen wurden geteilt, Teile von Straßen umbenannt, Grundstücke neu parzelliert, manche Straße ist verschwunden (Achenbachstraße, Wohnadresse von Margit Symo)...

So ist es heute nicht mehr möglich, auf logische Weise die Lutherstraße/Martin-Luther-Straße ("Scala", "Casanova") zu rekonstruieren, da der nördliche Teil inzwischen Keithstraße heißt, der südlich der Kleiststraße gelegene Teil neu numeriert wurde.

Genauso verhält es sich mit der Augsburger Straße ("Café Swing", "Regina", "Sherbini", Wohnort Peter Rebhuhn): Eine Hälfte heißt heute Fuggerstraße, die andere Hälfte westlich der Lietzenburger Straße heißt immer noch Augsburger Straße, ist aber neu aufgeteilt und parzelliert worden.

Lustigerweise stieß ich bei der Suche nach einem Wohnort von Henriette Schäffler auf ein Kuriosum: Die Passauer Straße 15 existiert nicht mehr: Es gibt die Hausnummern 1-13 und 35-50. Durch den Verlängerungsbau der Lietzenburger Straße als Autobahnzubringer (die Autobahn wurde zum Glück dann nie gebaut!) heißt der südliche Teil der Passauer Straße heute Ettaler Straße, der nördlche Teil am KadeWe ist niemals neu durchgezählt worden, sondern folgt noch der alten Hufeisen-Zählung.

So bin ich bereits vor Jahren etliche Straßen abgelaufen mit alten Stadtplänen, die auch Hausnummern zeigten, Werbenzeigen von Lokalen und habe Parzellen gezählt...

Wenn Du mal Zeit und Lust hast, können wir gerne einmal gemeinsam so einen historischen Spaziergang machen: Hier in Berlin gibt es Viertel, wo in einem Straßenblock die gesamte Geschichte des 20. Jahrhunderts sichtbar wird...

Viele Grüße, Stephan
(Photo entstand 2009 bei einem Swingwalk vor dem "Ciro", Rankestraße

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Musikmeister
Do Sep 04 2014, 20:48
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 961
Formiggini schrieb ...

Der hier genannte Hermann Feiner für die künstlerische Gesamtleitung
dürfte manchen bekannt sein. Als Refrainsänger nahm er einige, wenige Platten auf (u.a. Großmama laß dir die Haare schneiden - Dajos Bela), er war Spielleiter bei den Haller-Revuen und stellvertretender Direktor am Theater im Admiralspalast. In frühen Tonfilmen hatte er auch Regie-Assistent. 1934 emigrierte er nach Wien, später in die Niederlande. Hier wurde er 1944 interniert und kurz danach in Auschwitz umgebracht.


Hermann Feiner, 1928
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Formiggini
So Sep 14 2014, 11:33


Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Aus der Berliner Tagespresse zur Eröffnung am 30. August 1928.

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Webseite
Barnabás
Sa Okt 18 2014, 17:30
Dabei seit: Mi Jul 04 2012, 20:37
Einträge: 659
Hallo Leute,

ich habe in meinem "Saustall" noch ein schönes Foto gefunden.
Das Haus Vaterland mit großem Kriegsschaden.
Noch während oder nach dem Krieg. Jedenfalls fällt der Bild in die Zeit um 1945/46.
Leider ist die Rückseite des Bildes nicht beschriftet.

Gruss
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Grammophonteam
Sa Feb 07 2015, 18:24
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2090

Café Piccadilly


Das berühmte "Haus Vaterland" eröffnete 1912 als Haus Potsdam. Neben einem Kino beherbergte der Betrieb auch das "Café Piccadilly" im Erdgeschoss.



1912 spielte hier auch ein Orchester unter der Leitung des Kapellmeisters Max Büttner. Dieses nahm im Herbst 1912 für DACAPO einige Schallplatten auf.




Während des ersten Weltkrieges wurde das "Café Piccadilly" in "Kaffee Vaterland" umbenannt.

5. August 1914


Diesen Namen behielt das Café dann auch nach dem Umbau in den zwanziger Jahren.
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Gast
Sa Feb 07 2015, 19:25
Gast
Hier noch eine Fernaufnahme ( eine meiner persönlichen Lieblings-aufnahmen) auf einer leider etwas lädierten Postkarte von 1939, einst verschickt von meiner Großmutter an ihre Mutter.



Ich mag die Karte, da sie ein wenig Einblick in den Straßenalltag gibt, und nicht nur einfach eine Sehenswürdigkeit zeigt.
Gruß,
Ludwig
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Grammophonteam
Fr Jul 15 2016, 18:28
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2090



Kammer-Licht-Spiele (Haus Potsdam) mit Café Piccadilly bevor es zu Haus Vaterland umgebaut wurde - 1913
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Swingfan
Mi Aug 21 2019, 15:04
Dabei seit: So Mai 19 2019, 16:11
Wohnort: Berlin
Einträge: 43
Zwei von vielen unterschiedlichen Eintrittskarten des Haus Vaterlandes









Die Rheinterrasse
mit dem weiten Panorama der rheinischen Landschaft, mit Burgen und dem dahinziehenden Fluß, dem Rheine - und natürlich dem acht-minütigen Gewitter






Das Grinzing
Panomara auf das Wien bei Nacht, im tief unten liegendem Tale. Aus dem Blickwinkel vom Berg Kobenzl gesehen






Das Löwenbräu
mit dem Panoramabild der bayrischen Zugspitze und dem davorliegenden Eibsee






Die Mittelhalle
Blick von der Fensterfront in die Mittelhalle und der Bar, rechts zum Grinzing,
links zur Rheinterrasse






Blick vom Eingang des Grinzing in die Mittelhalle, die Bar der Mittelhalle zur rechten.
An der Treppe gegenüber der Eingang zur Rheinterrasse, darüber zum Türkischen Café


Im nächsten Beitrag geht es weiter

Gruß, Michael


[ Bearbeitet Mi Aug 21 2019, 15:13 ]
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Swingfan
Mi Aug 21 2019, 15:24
Dabei seit: So Mai 19 2019, 16:11
Wohnort: Berlin
Einträge: 43
Mein zweiter Teil vom Haus Vaterland





Der Palmensaal vom Haus Vaterland brennt am 23. August 1943 durch britische Bomben lichterloh.









Ein in der Ruine gefundenes Programmheft für November 1943. Nach dem Bombenangriff im August konnte das Programm wohl so nicht mehr gestaltet gewesen sein.





Ein Ordnerdienstplan mußte aufgestellt werden.









Und so fand ich das Haus Vaterland Mitte der 70er Jahre vor, als ich als 15- oder 16-jähriger die Ruine erforschte. Man durfte allerdings nicht zu viel Wirbel darum machen. Das Haus war im Besitz des Senats, und wenn man von den umliegenden Bewohnern beobachtet wurde, kam es auch vor, dass die englische Militärpolizei mit lautem Sirenengeheul angerast kam. Da hieß es dann nur, schnell die Treppen runter und raus aus dem Haus. Dennoch, es war für mich eine spannende Zeit, Entdeckungen zu machen, aus einer Berliner Epoche, die von der Verwandschaft und Bekanntschaft totgeschwiegen wurde.

Gruß, Michael

[ Bearbeitet Mi Aug 21 2019, 20:08 ]
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Odeon89
Mi Aug 21 2019, 20:30
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 329
Vielen herzlichen Dank für die schöne Präsentation zum HAUS VATERLAND!
Hierzu passt ja großartig der alte Eintrag von Nils, der diese Programmzettel aus Kriegszeiten in den 70er-Jahren auch im Umfeld der Ruinen auffand. Ich erlaube mir, den alten Eintrag hier nochmal zu zitieren:

Gast schrieb ...

Die Ruine kenne ich noch aus eigenem Erleben, ich war in den 70er Jahren mehrmals dort. Außer diesem Riesenkoloss war noch noch das Weinhaus Huth auf dem leeren Potsdamer Platz. Die Ruine wechselte auch die Seiten, wurde von OstBerlin nach WestBerlin getauscht. Zeitweise lag sie im damals sogenannten "Niemandsland". Leider war es zu Zeiten des Abbruchs 1976 völlig unvorstellbar, daß hier mal wieder eine kulturelle Mitte Berlins sein würde. Der Potsdamer Platz war durch die Maueranlagen nichts weiter als ein großer, öder Platz.
Noch eine kleine, seltsame Geschichte dazu !
Bis zum Abbruch des Hauses waren im größerem Umfeld kleine Programmzettel von 1943 zu finden. An irgendeiner unzugänglichen Stelle der Ruine müssen immer noch größere Mengen dieser Zettel gelegen haben. Bei sehr starkem Wind wurden immer wieder welche davon ins Umland geweht. Beinahe wie ein Hilferuf des Hauses aus seinen besseren Jahren... (Im Internet gibt es auch Fotos, auf denen diese Zettel auf einer Grünfläche am Potsdamer Platz liegen, Foto aus den 70er Jahren. Also keine schöne Lügengeschichte ;-)
Gruß, Nils

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Swingfan
Fr Aug 23 2019, 18:15
Dabei seit: So Mai 19 2019, 16:11
Wohnort: Berlin
Einträge: 43
Ich danke dir, odeon 89, für die Rückblende von Nils, der sich leider sang- und klanglos aus dem Forum verabschiedet hatte. Wir kannten uns ja noch aus dem ehemaligem sog. RFM-Forum, nur, die konnten mit unseren Beiträgen wenig anfangen. Wenn er das lesen sollte, meine herzlichen Grüße an ihn. Der Schwerpunkt lag eher bei alter (Ost) Tonbandtechnik und Radios. Mit unseren Schellackplatten-Beiträgen konnten sie wenig anfangen, da lagen wir beide auf einen verloren Posten.

Zurück zum Haus Vaterland bin ich wirklich über die Aufnahmen von 1975 erschrocken, mit welcher intensiven Plünderei ein großer Schutthaufen zurückgeblieben war. Ach, könnte ich doch die Zeit noch einmal zurückdrehen, dann würde so einiges zu sehen sein, dass auch schon 1975 verloren war. Allein in der Hauptküche standen noch einige Herde in diesem Raum herum. Zu einem Zeitpunkte, wo ich zugegen war, gesellten sich noch zwei weitere "Entdecker", die besonders an einem riesigen Kessel, der an der Decke der Küche verankert war, und dessen Kupferwert interessiert waren. Sie grübelten nun, wie sie das riesige Teil aus dem Hause schaffen könnten.

In Wikipedia kann man ja nun einiges zu der Geschichte von diesem legendären Hause lesen. Dort wird auch ein Datum 1972 genannt. Und genau das war auch meine Initiallösung für meine Entdeckungen. Im damaligen Sender Freies Berlin wurde die Nachricht verbreitet, der Berliner Senat habe dieses Grundstück der ehemaligen DDR abgekauft, so dass nun dieses Gelände im britischen Westgelände läge, und da war ich also dann doch 14 Jahre alt, leider noch ohne Besitz einer Kamera. Als alter Moabiter (und nun auch heute wieder, jetzt auch alt) war der Weg mit dem Fahrrad zum Potsdamer Platz nicht weit.

Die ehemalige Rheinterasse war ein nunmehr ein wirklich weißgetünschter Raum. Am Eingang mit zwei links und rechts flankierenden Podesten, wo ich mir dachte, was mag da wohl mal darauf gestanden haben. Große Vasen oder Skulpturen?

Ein Stockwerk höher kam ich in das ehemalige Löwenbräu. Ich war ja wirklich beeindruckt. Es kam mir vor, als seien die Besucher mal eben aus den Raum verschwunden und kommen gleich wieder. Alles war in grün gehalten. Dadurch, dass der Raum noch voll ausgestaltet gewesen war, kam leider nur spärliches Tageslicht herein. An der Brüstung der Ballustrade rankten noch Weinreben und ähnliches. Allerdings das alte Panorama von der Zugspitze war auch zu dieser Zeit nur noch ein Drahtgestell, so wie man es auch auf den Bildern von 1975 erkennen kann. Auf der Bühne standen noch 5 oder 6 Notenständer. An den vorderen Fenster auf der linken Seite lag noch ein 50cm hoher Stapel an Notenblättern. Leider konnte ich zu dieser Zeit die Stücke noch nicht zuordnen. Aber diese Tische. Überall standen Glaskrüge und Kaffetassen auf den Tischen. Was für ein Bild. Unglaublich. Wo ist das alles geblieben?

Es gab auf youTube einmal einen Bericht, in dem eine kleine Gruppe von alten Mitgliedern des Haus Vaterlandes sich dort eingefunden hatte. Der ehemalige Chef des Hauses, der auch noch in der Vorkriegszeit dort tätig war, konnte auch so einiges aus der Kriegszeit erzählen. Zum Abschluss hatten ehemalige Tänzerinnen und Varietekünstler noch einmal ihre Künste an alter Stelle zeigen können.

Mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke, von einem Hause, dass mich an das alte Lied von Lilian Harvey erinnern läßt: "Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder".

Gruß, Michael
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