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Foren > Schellackplatten > Diskussionskreis Schellackplatten > Aufnahmejahr/Herkunft
DEPOSITATO - was bedeutet das, ab wann wurde es auf den Spiegel "gedruckt"?
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
berauscht
Do Jan 31 2019, 21:10
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1468
Es besteht die Möglichkeit durch eine Anmeldung bei der SIAE "Werke" und "Formate" schützen zu lassen.

Formate sind Ideen noch nicht verwirklichter Projekte. Es ist somit möglich, dass das Depositato-Datum auf der Platte noch vor dem Aufnahmedatum liegt.
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jitterbug
Fr Feb 01 2019, 13:45
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Einträge: 381
Odeon89 schrieb ...

(...)
Allerdings wundere ich mich darüber, dass auf diesen beiden 1943er Hans-Georg Schütz-Platten kein Depositato im Wachs auftaucht. Weiß jemand, wann diese genau veröffentlicht wurden? Die Best.Nrn. müssten ungefähr in den Sommer oder Herbst 1943 gehören, hier fehlen mir aber die vollständigen Neuerscheinungslisten.


Die Liste März/April 1943 beinhaltet die Bestellnummer 11941 E (Musikkorps Division HERMANN GÖRING), somit müssen die HANS-GEORG-SCHÜTZ-Platten zuvor veröffentlicht worden sein.

Da die Titel "Sieben kleine Knüllerchen" und "Ilonka" am 26. und 27.01.1943 aufgenommen wurden, müssen sie also sehr zeitnah im Februar 1943 bereits entwickelt und verkaufsbereit gewesen sein.

Die Bestellnummer 11940 E (SEMPRINI) wird in der Liste Mai/Juni 1943 gelistet.

Generell bemerke ich, dass Aufnahmen, die erst nach Mai 1943 entstanden zu sein scheinen. oftmals ein "Depositato" tragen. Inzwischen besitze ich die TULLIO MOBIGLIA BRUNSWICK 82280 ohne "Depositato", mein zuvoriges Exemplar war auf der Seite "Melodie in F" "Depositato 8.6." gestempelt.







Es ist davon auszugehen, dass ähnlich, wie bereits für TELEFUNKEN und inzwischen auch ODEON im Beitrag "Neuveröffentlichungen von Platten nach 1943 für den deutschen Zivilmarkt" aufgezeigt wurde, die Plattenproduktion für den Inlandsmarkt spätstens mit dem "Totalen Krieg" extrem heruntergefahren wurde, es im Verhältnis bereits ab Ende 1942 wenig Material an Neuaufnahmen im Inland gab.

Es wurden, wie in dem o. e. Beitrag auch für POLYDOR gezeigt, ganze Nummernblöcke der POLYDOR und BRUNSWICK für den europäischen Export reserviert (Dänemark, Schweden, Ungarn, Niederlande) und wahrscheinlich zwecks Devisenbschaffung auch bevorzugt beliefert.

So sind hier auch für POLYDOR in den Bestellnummernreihen immer größere Abstände für neue Veröffentlichungen zu beobachten.

Viele Grüße, Stephan
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jitterbug
Fr Feb 01 2019, 14:21
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Einträge: 381
Hier exemplarisch italienische ODEON-/CETRA-/TELEFUNKEN-Platten mit tagesgenauen Daten im Wachs. Sie tauchen erstmals 1942 auf, reichen allerdings teilweise bis in die Nachkriegszeit (1948).

ODEON P.712
22.3.43 XXI


ODEON P.708
9.4.43 (römische Zahlen überpresst mit "XXX")


ODEON TW.3067
28.9.44 (OHNE römische Zahlen)




CETRA DC. 4196
20.1.43 (römische Zahlen "XXI")


CETRA AA. 363
23.4.43 (römische Zahlen "XXI")




TELEFUNKEN A. 9166
15.11.1944


TELEFUNKEN A. 9216
13.5.1948




Es fällt auf, dass immer wieder ganze Kontingente verschiedener Orchester das gleiche tagesgenaue Datum tragen. Erstmalig bemerke ich als Datum den 20.1.43 auf, es kann allerdings sein, dass bereits zuvor Daten im Wachs verzeichnet wurden, solche Platten liegen mir allerdings nicht vor.

Ob dies vergleichbar zu dem "Depositato" zu sehen ist, oder eine technische Adaption darstellt, ist mir nicht klar. Da auch die neue Zweitrechnung ab Mussolini über die entsprechenden Jahre mit vermerkt ist, liegt eigentlich ein Copyright nahe.

Ähnliches ist auch bei COLUMBIA und FONIT zu beobachten.

Viele Grüße, Stephan
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