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Oberflächenbehandlung
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GrammophonTeam
Sa Mär 23 2013, 17:13 Druck Ansicht
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Hedensö

Hat jemand Erfahrungswerte mit dem wachsen von Oberflächen?

HMV Geräte in Eiche waren wohl ausschließlich gewachst. Wie bekommt man diesen schönen Glanz der Oberfläche hin?






Über einen Expertenrat würde ich mich sehr freuen.




Willi-H-411

Hallo Hedensö!

Bin zwar kein Experte, bin aber zur Zeit dabei, meine beiden Grammos zu wachsen. Ich nehme dazu das Möbelwachs von Poliboy. Bisher war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Ich trage das Zeug mit einer Schuhputzbürste auf, damit ich es auch in die Holzmaserung bekomme. Danach ist Einziehen angesagt. So nach ein, zwei Tagen ist das Wachs gut genug eingezogen. Danach putze ich erst einmal mit einer Bürste blank. Das glänzt dann schon recht gut. Anschließend noch mit einem weichen, nicht fusselnden Tuch blankpolieren.

Ich schätze mal, daß durch die Wärme das überschüssige Wachs vom Tuch aufgenommen wird.

Der endgültige Glanz hängt natürlich von dem Zustand der Holzoberfläche ab. Macken und Kratzer bekommst du durch das Wachsen auch nicht weg. Aber es sieht trotzdem "frischer" aus.

VG Willi

Nachtrag: Und immer in Richtung der Holzmaserung polieren.




Gast

Ansonsten ist das sogenannte "Hartölwachs" für etwas längere Haltbarkeit viel verwendet worden.

Einfach mal unter dem Stichwort bei Google gucken. Da kommt dazu mehr, als ich jetzt hier aufzählen könnte.

Gruß, Nils




berauscht

In einer Anleitung um 1930 hab ich mal gelesen, daß man Wachs in Benzin lösen soll. Damit das Gerät einreiben. Nach 24 Stunden mit einem Woll-Lappen polieren.




Calle

HMV Geräte in Eiche waren wohl ausschließlich gewachst


Kann schon stimmen... im derzeitigen englischen HMV Katalog ist immer die Rede von "waxed oak".
Ich denke daß der Nils da schon Recht hat mit seinen Hartölwachs...




Hedensö

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten. Das mit den Wachsprodukten war mir schon irgendwo klar. Mit dem auftragen komme ich auch klar.
Was mir unklar ist, ist wie ich die Oberfläche so glänzend bekomme, wie es in dem oben eingestellten Bild der Fall ist. Es kann natürlich auch sein, dass das im Bild gar kein W§achs ist, sondern ein Lack oder eine Ballenmattierung. Mir geht es hauptsächlich um eine ordentliche Farbauffrischung sowie einen schönen Glanz.

Ich werde das in Kürze mal ausprobieren und die Ergebnisse posten.




krammofoon

Servus :-)
es gibt auch Holzpflegeöle nicht nur für unbehandelte Naturhölzer, bzw. Holzpflegeprodukte in öliger Konsistenz und Zusammensetzung. Von daher kann der Glanz schlicht auch daher rühren, dass das Gehäuse (leicht) - u. U. für das Bild - abgeölt wurde.

Gruss Georg




Starkton

HMV Gehäuse aus Eiche können wachspoliert, aber auch schellackiert sein. Beides war üblich bevor die Spritzlacke auf Nitrozellulosebasis aufkamen.

Moderne "Holzpflegemittel" haben den Nachteil dass deren Bestandteile, z.B. organische Lösemittel oder Lösemittelgemische, nicht exakt angegeben sind. Man weiss also gar nicht was man da aufträgt und ob das Grammophon jahrelang z.B. Benzoldämpfe ausgast.

Das Wachs soll übrigens auf der Oberfläche bleiben und dort trocknen bevor man es mit einem weichen Lappen verdichtet und damit auf den gewünschten Glanzgrad bringt.

Es soll nicht in das Holz einziehen wie es Willi bei "Poliboy" beschrieben hat. Erstens bekommt man es da nie wieder raus und zweitens betont man durch das Tränken eventuelle Kratzer, Beschädigungen aller Art oder Farbunterschiede im Holz. Das Holz wird an diesen Stellen dunkler. Würde man ein unbehandeltes Grammophon daneben stellen wäre der Unterschied sehr deutlich zu sehen. "Poliboy" kann man nur bei lackierten Wohnzimmermöbeln bedenkenlos einsetzen.

Ein befreundeter Holzrestaurator hat mir für ein Projekt mal eine Mischung aus Bienenwachs und Dammar, gelöst in Siedegrenzbenzin 100/140 angesetzt. Ließ sich sehr gut auftragen und roch angenehm.




Willi-H-411

Hier mal der Link zu Poliboy Möbel-Wachs:
Link - Hier klicken

Dort steht, daß es für "alle unbehandelten, gelaugten und bereits gewachsten Hölzer und Möbelstücke" geeignet ist. Ebenso enthält es natürliches Bienen-, Carnauba- und Orangenwachs.

VG Willi




Starkton

Willi-H-411 schrieb ...

Ebenso enthält es natürliches Bienen-, Carnauba- und Orangenwachs.

Das ist auf der Werbeseite ja so lecker geschildert dass man es sich aufs Brot schmieren möchte ;)

Was aber für "milde organische Lösemittel" drin sind geben sie auch nicht an. Warum eigentlich nicht?




Bluenote

Ich denke ich kann Dir die Lösung des "Rätsels" bieten. Diesen seidigen Glanzeffekt bekommst Du mit einem reinem Wachs niemals hin. Ich habe einige probiert, finde das bei Manufactum angebotene Renaissance-Wax Polish (200ml/24,90 Euro) am besten, mit dem sich nicht nur Hölzer sondern auch in Leder gebundene Bücher wunderbar auffrischen lassen. Eine Preiswertere Alternative mit dem höchsten Glanzeffakt beim Wachs ist "bio pin Möbel-Bienenwachs". Jetzt aber zum eigentlichen Tun. Der Trick ist der, dass auch bei unseren Vorfahren teure Möbel nicht nur einfach gewachst waren!! Vielmehr bekamen sie eine Basispolitur (ca. 5 bis 10 Lackschichten)mit stark gelöstem Schellack, danach noch mal mit feinster Stahlwolle, glaub' 0000 ist das, leicht!! anschleifen und dann, nach drei Tagen Trocknung, das Wachs mit feinem Baumwolltuch dünn auftragen, nach einem weiteren Tag mit sauberen feinem -Baumwolltuch polieren. Das alles macht aber nur Sinn, wenn die Holzoberfläche vordem gründlich gesäubert und geglättet wurde. Natürlich kann man Eiche auch auf Hochglanz polieren, was aber eher selten, da bei großporigen Hölzern aufwendig, ist.




Hedensö

@Bluenote: Danke für die ausführlichen Ratschläge. Ich werde mir das Manufactum-Produkt besorgen und schauen, wie es klappt.

Hier nochmal ein Update zu diesem älteren Thread.
Meine Aussagae, dass HMV-Geräte in Eiche generell gewachst waren, ist nicht ganz richtig.

Schleift man die Oberfläche fein an, so sieht man feine weiße Ablagerungen in der Holzstruktur. Laut Aussage des Schreiners meines Vertrauens erkannt man daran einen NC-Lack. Auch in dem vor kurzem hier vorgestellten YT-Video zur Geschichte des Grammophons ist erkennbar, dass Schrankmodelle mit Sprühlack überzogen wurden.
Somit ist wohl davon auszugehen, dass die HMV Schrank-, Tischmodelle sowie z.B. die Teak-Koffermodelle aus Kalkutta mit NC-lackiert wurden. Somit erklärt sich auch der seidenglänzende bis glänzende Lack.
Bei den Mahagonioberflächen kann man einen höheren Glanzgrad sehen.

Somit bleibt festzuhalten, dass bei HMV/Electrola Holzoberflächen ab Mitte der 20er lackiert wurden. Alles davor kann durchaus gewachst bzw. geschellackt gewesen sein.




gramofan

Hallo,
alle Grammophone mit Eichenfurnier oder Volleiche, die mir bisher untergekommen sind, waren mit Schellack poliert. Letztlich kann man zur Unterscheidung von Nitrolacken simpel mit einem Alkoholtupfer prüfen, ob sich der Lack löst. Gibt einen hell bis mittelbraunen Flecken. Dann ist es Schellack. Nitrolacke lösen sich damit nicht.



[ Bearbeitet Sa Jan 06 2018, 19:12 ]
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