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Foren > Schellackplatten > Diskussionskreis Schellackplatten > Aufnahmejahr/Herkunft
Eine Lignose-Platte? Wer kann weiterhelfen?
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
humoresk
Mo Mär 25 2013, 10:04 Druck Ansicht
Autor

Dabei seit: So Jun 10 2012, 16:06
Einträge: 378
Vor einigen Jahren bekam ich eine rare 30cm-Platte der "Four Admirals" in die Sammlung, die dem Label nach zunächst nach Testplatte aussah.

Die markanten Identifikationsmerkmale der Platte:
Blau: Angabe der Matrizennummer und "Selection" oder "Selectien" (?) in schwarzer Tinte
Grün: Titelangabe "Ain't she sweet" mit Bleistift - im Übrigen definitiv falsch: "Ain't she sweet" wird als Teil des Arrangements zwar kurz zitiert, zu hören ist aber eigentlich "Gonna get a girl", ein Titel, den die Admirals 1928 sowohl in London (Electron 0215) als auch in Berlin (Tri-Ergon TE 5277) aufgenommen haben.
Gelb: Im Spiegel sind zwei Buchstaben eingeritzt - ein großes "G" und ein kleines "l"?
Rot: Noch einmal die Nummer 3986.

Mir wurde von sachkundiger Seite gesagt, es handle sich dabei um eine Lignose-Filmplatte aus dem Jahr 1928.

Kann das jemand - vielleicht durch weitere, ähnliche Platten - bestätigen? Und gibt es Informationen zur Geschichte der Lignose Hörfilm GmbH?

Schon jetzt vielen Dank für alle Hilfestellungen bei des Rätsels Lösung.

Josef
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humoresk
Fr Jun 07 2013, 11:25
Autor

Dabei seit: So Jun 10 2012, 16:06
Einträge: 378
Liebe Sammlerkollegen,

gibt es wirklich keine näheren Hinweise, weiterführende Informationen oder Vergleichsmöglichkeiten zu dieser Platte? Ich möchte noch einmal ganz herzlich um Hilfe bitten!

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Liebe Grüße,

Josef
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Grammophonteam
Fr Jun 07 2013, 12:27
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2090
Heinrich Bolten-Baeckers (auch Heinz Bolten-Baeckers; * 10. April 1871 in Chemnitz; † 30. Januar 1938 in Dresden) war ein deutscher Bühnenautor, Liedtextdichter, Verleger, Filmregisseur, Produzent und Drehbuchautor.
1909 gründete er die Filmproduktionsfirma BB-Film-Fabrikation Bolten-Baeckers (Berlin), die bis 1923 unzählige seichte Unterhaltungsfilme produzierte.

1927 gründete er die Lignose Hörfilm System Breusig GmbH, die das Nadeltonverfahren (Der Ton wird synchron zum Film auf einer Platte aufgenommen) von Kurt Breusig verwerten sollte. Nachdem eine Zusammenarbeit mit der Ufa gescheitert war, wurde der erste Lignose-Hörfilm im Mai 1928 in Dresden aufgeführt.

Die am 3. Oktober 1928 gegründete Klangfilm GmbH erwarb Anfang 1929 die Mehrheit der Lignose-Hörfilm Patente.
Ende 1931 übernimmt die Tobis-Melofilm GmbH, eine Tochtergesellschaft der Tobis-Industrie-GmbH das Atelier. »Es sind hier bereits die Atelieraufnahmen für zahlreiche Kultur-Großfilme und eine große Anzahl von Spiel- und Kultur-Kurzfilmen hergestellt worden, außerdem werden dauernd Nachsynchronisationen durchgeführt. (...) Es ist Beschränkung auf reinen Nachsynchronisations-Betrieb für später vorgesehen.«

Unvollständige (?) Liste von Lignose Hörfilmen:
Filmografie
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humoresk
Fr Jun 07 2013, 17:51
Autor

Dabei seit: So Jun 10 2012, 16:06
Einträge: 378
Danke für die Hinweise!

Josef
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Formiggini
Di Nov 04 2014, 21:37


Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Im Juli 1928 gründete sich das Tonbild-Syndikat (Tobis). Ziel: Die unterschiedlichen Verfahren und Patente durch bündeln der Kräfte zur Marktreife zu bringen. Die Lignose-Hörfilm G.m.b.H. gehörte zu den Gründungsmitgliedern. Im Sommer 1928 war diese bereits mit der englischen Phototone Ltd. (London) in Kooperation. Diese stand wiederum in irgendeiner Verbindung zur Grammophon/Brunswick in Deutschland. Möglicherweise nutzte die Lignose-Hörfilm G.m.b.H. Technik und Presswerke der Deutschen Grammophon.



Im August 1928 wurde das Nadeltonverfahren beim Tonfilm der Lignose-Hörfilm (System Breusig) auch in der Tagespresse präsentiert. Aus dem Artikel erfährt man auch: Das System Lignose wird mindestens seit c. Mai 1928 auf der technischen Ausstellung in Dresden vorgeführt, hat aber "auch in London seine vielen Verwertungsmöglichkeiten bewiesen..."


BT, 11. August 1928


Bereits zwei Wochen später erfolgte in Handelsblättern die Meldung: Die Lignose-Hörfilm G.m.b.H wurde von der englischen und französischen Phototone übernommen.

25. August 1925


Ab 1929 setzte sich in Deutschland (über Tobis und UFA) das Lichttonverfahren gegenüber dem Nadeltonverfahren durch. Lignose ging in der englischen Phototone auf und verschwand quasi von Markt. Lignose-Platten um 1930 (Lewis Rüth) setzten sich als Tonfilmverfahren nicht durch. "Tri-Ergon" und "Küchenmeister" setzten auf Lichtton. Lindström war am "Tonfilm-Geschäft" nur soweit beteiligt, als das sie (in Lohn) 40cm Matrizen mit 33 Umdrehungen der amerikanischen Vitaphon für deren Nadeltonfilme in Deutschland pressten. Bleibt eigentlich nur die Deutsche Grammophon als potentieller Partner der Lignose übrig. Eigene Presswerke der Lignose sind unbekannt.
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