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Foren > Phonographen > Geräte, Werbung und Schriftmaterial
American Graphophone Co. Type N "Bijou" von 1895
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Starkton
So Mai 19 2013, 19:23 Druck Ansicht
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927



HERSTELLER: American Graphophone Co., Washington, D.C.
VERTRIEB: Columbia Phonograph Co., Washington, D.C.
MODELL: Type N "Bijou"
SERIENNUMMER: 42170, also das 2170. gebaute Gerät dieses Typs
JAHR: 1895-96
DAMALIGER PREIS: US $40-50, je nach Umfang des Zubehörs. Importpreis zunächst 200 Mark
GEHÃUSE: Eiche, schellackiert
TRICHTER: 35 cm langer, schwarz lackierter Kegeltrichter mit konischer Öffnung, Hörschlauch. Optional: 50 cm langer Messingkegeltrichter mit konischer Öffnung; 66 cm langer, schwarz lackierter Konus mit Trichterständer
MOTOR: 1-Feder
SCHALLDOSE: "Reproducer" [Wiedergabeschalldose] und "Recorder" [Aufnahmeschalldose]. Das Gehäuse beider Schalldosen ist aus schwarzem Hartgummi

INTERESSANTE DETAILS:

  • Das Type N "Bijou" ist die früheste Sprechmaschine die man erwerben kann ohne sich gleich hoch verschulden zu müssen.

  • Im September 1895 in den USA auf den Markt gekommen und zeitgleich auch in Deutschland zu kaufen.

  • Dieser Walzenspieler mit völlig neu gestalteten Aufbauten vereint Bestandteile von Graphophon [= eingedeutsche Schreibweise] und Edison Phonograph. Erstes Graphophon mit fest eingebautem Walzenkonus.

  • Erstes Graphophon, das die Walze, wie die Edison Phonographen, von links nach rechts spielt. Die noch von den Vorgängermodellen stammende Schalldose wurde dafür um 180° gedreht eingebaut. Ihre Beschriftung "REPRODUCER" bzw. "RECORDER" steht deshalb auf dem Kopf.

  • Der Federmotor des Type N "Bijou" stammt vom Type G "Baby Grand" von 1894. Es ist der erste wirklich funktionsfähige Federmotor für Sprechmaschinen der Welt.

  • Mit einem vergleichsweise günstigen Preis von 160 bis 200 Mark, umgerechnet 2000 bis 2500 Euro, und etwa 5000 gebauten Exemplaren, der erste Walzenspieler für einen größeren Kundenkreis.

  • Ich bin stolz, dass ich neben der originalen Aufnahme- und Wiedergabeschalldose samt hölzerner Aufbewahrungsbox auch die sehr seltene Bedienungsanleitung habe.

  • Die zeitlich genau dazu passende, von der Columbia Phonograph Co. im Jahr 1896 aufgenommene, Walze von Sousa's Band auf den Bildern habe ich von Norman bekommen [vielen Dank!]. Mit "Washington D.C." in der Ansage!




Der dazu gehörige, tonnenförmig gewölbte Gehäusedeckel fehlt auf diesem Bild. Ich besitze einen, habe ihn nur für das Foto vergessen.



Der kleine Blechtrichter ist ein Nachbau.



Die Beschriftung "REPRODUCER" der Wiedergabeschalldose steht auf dem Kopf.



Ansicht mit verriegelter Klappe, genannt "end-gate."



Bei entriegelter Klappe lässt sich die Walze auf den Konus schieben. Da der Konus dabei automatisch vom Antrieb getrennt wird, muss man das Type N "Bijou" dafür nicht abschalten.





Herstellerangabe auf dem großen Gehäuseaufkleber "The Graphophone".



Die Aufnahmeschalldose in ihrem originalen Aufbewahrungskistchen.



Alte Vertriebsadresse in Washington, D.C. aus der Bedienungsanleitung. Anfang 1896 verlegte die Columbia Phonograph Co. ihr Hauptquartier nach New York.



Der erste, wirklich einsatzfähige Federmotor der Welt für Walzenspieler.



Detailansicht des Fliehkraftreglers.



Verkaufsanzeige aus den Münchener "Fliegenden Blättern" vom 26. Januar 1896. Das "Bijou" wird darin als Uhrwerk-Phonograph, 18 Pfund schwer für 200 Mark angeboten.



Zeitgenössisches Foto mit Hörschläuchen und großem Trichter, USA 1896.


Diavorführung im 19. Jahrhundert: Links ein Type N mit zwei Trichtern, rechts ein Doppelprojektor.



Hier ein Werbeblatt mit der kompletten "Bijou" Ausstattung vom Herbst 1895 zum Preis von US $50, umgerechnet 200 Mark oder 2500 Euro. Quelle: Link - Hier klicken


Kleinanzeige vom 20. September 1895 aus dem Washington Evening Star, die älteste, die ich für das Type N "Bijou" bisher gefunden habe.

[ Bearbeitet So Jan 11 2015, 17:51 ]
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Willi-H-411
So Mai 19 2013, 20:10
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Wohnort: Ruhrpott
Einträge: 1368
Schönes Gerät und schöne Doku

Besonders das letzte Bild hat es mir angetan, da es dieses Gerät zu "seinen" Zeiten zeigt und ebenfalls die Menschen, für die es "gemacht" worden ist. Durch die Hörschläuche werde ich dann an die moderne Zeit erinnert, in der das Tragen von "Ohrstöpseln" ja wieder "in" ist. Schließt sich so der Kreis?

Die Bilder des Gerätes zeigen sehr deutlich, wie wertig die Arbeit seinerzeit war. Es sieht immer noch aus, wie neu. Glückwunsch dazu.

VG Willi


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_-_-_
So Mai 19 2013, 21:09
Dabei seit: Do Mai 12 2011, 09:46
Einträge: 270
Super Bilder, tolles Gerät! Danke für's zeigen.
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veritas
So Mai 19 2013, 22:16
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 469
Ja, das gute Bijou, jeder sollte eines haben.
Das Type N ist übrigens eines der ganz wenigen Columbia-Phonographen mit einem sog. Endgate, dem Verschluß am Ende des Walzenträgers. Nahezu alle anderen Modelle wurden offen gebaut.

Eine weitere Neuerung des Bijou, lieber Type N, denn auch das Folgemodell Type A wurde Bijou genannt, war der fest eingebaute Walzenträger. Das Type G (Baby Grand) hatte noch einen Träger, dem man mit Walze herausnehmen und wieder einsetzen mußte. Handhabungsmäßig habe ich sowas mal ausprobiert - eine Katastrophe! Da war das N auf jeden Fall eine große Verbesserung.

Hier noch ein Inserat von 1896 mit einer ungewöhnlich präzisen Zeichnung:


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Webseite
VistaHH
So Mai 19 2013, 23:27
Gast
Hallo Starkton,

vielen Dank für die tolle Doku. Grandioses Gerät! Und der Erhaltungsgrad ist... gib zu, Du hast es gerade aus der Herstellung bekommen *grins .

Das Foto erinnert mich an einen IFlott *grins ... klasse Foto. Da kann ich mich nur dem Kommentar vom Willi anschließen...

Ist es möglich Tonaufnahmen zu hören, oder haut das technisch nicht hin? Oder ist das jetzt eine unverschämte Bitte? Wenn ja: Egal... ich bitte trotzdem darum

Beste Grüße
Thomas
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alang
Mo Mai 20 2013, 03:47
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 583
Hallo Starton,

super Geraet in noch besserem Zustand. Gratuliere! Ich versuche auch immer moeglichst originale Bedienungsanleitung fuer meine Maschinen zu finden, ist aber oft schwierig. Ein Phonograph vom 19. Jahrhundert ist immer noch ganz gross auf meiner Wunsch- und Suchliste.

Vielen Dank fuer die Fotos und Informationen.

Andreas
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krammofoon
Mo Mai 20 2013, 07:26
Schellack-Gnadenhof
Dabei seit: Mo Jun 27 2011, 20:47
Einträge: 1189
Meiner Treu!

Welch trefflich Gerät .

Das ist ja wirklich in einem Zustand von dem der gemeine Phonographenbesitzer nur träumen kann!

Herzlichen Glückwunsch zu diesem herrlichen Stück Technik. Gefällt mir außerordentlich gut.

Irgendwie habe ich in den letzten 2 Wochen das Gefühl, es würde hier verstärkt auf das Thema Phonograph, bzw. Walzenspieler verstärkt eingegangen. Mehrere Kollegen die sich schon dahingehend äußerten, einen zu besitzen.

Vielleicht wäre es wirklich mal an der Zeit, dass sich die Phonographeneigner mal mit dem Mikro vor den Trichter setzen - außer Norman; der darf High-Tech - und wir hier eine kleine Walzenmusiksammlung aufmachen.
Natürlich wäre auch ich auf´s Höchste gespannt, wie dieses super Exponat hier klingt. Idealerweise mit der Walze wie oben zu sehen.

Gruss
Georg

[ Bearbeitet Mi Aug 20 2014, 11:55 ]
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Starkton
Mo Mai 20 2013, 11:06
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Vielen Dank für die netten Antworten. Es ist wirklich an der Zeit einen Soundfile reinzustellen, der auch die Geräusche des Motors einigermaßen authentisch wiedergibt. Ich lasse mir was einfallen.

Das kompakte und leichte Type N "Bijou" mit seiner in alle vier Richtungen beweglichen ["floating"] Schalldose, die sich auf jede Rille einstellt, ist ideal für Vorführungen vor ein paar Dutzend Leuten geeignet.

Dazu nehme ich aber nicht den Schönling, den ich oben vorgestellt habe, sondern einen weniger hübschen, aber voll funktionsfähigen Zwilling. Er ist mit der etwas schwereren Schalldose mit Aluminiumgehäuse von 1897 ausgestattet. Zur Erhöhung des Abtastgewichts und damit der Lautstärke habe ich noch eine 20 Cent Münze auf die Schalldose geklebt, und kann damit prima die von Norman hergestellten Kopien der Bismarck- und Caruso-Walzen abspielen.

So sieht mein Arbeitspferd mit 66 cm langem Konus mit Trichterständer aus, wie er von den Maßen her als Zubehör für das Type N von 1895 vorgesehen war, vor einer Vorführung aus. Ein großer Messingtrichter, wie in Norman hat, wäre natürlich der Traum.


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Nostalphon
So Mai 18 2014, 12:20
Dabei seit: So Apr 06 2014, 08:02
Wohnort: Landkreis Ludwigsburg, Württ.
Einträge: 156
Auch von mir nachträglich-
Herzlichen Glückwunsch!!
Ein wunderschöner Apparat!
Ist der Deckel zu diesem Graphophon auch noch vorhanden?

Gruß
Nostalphon
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Starkton
So Mai 18 2014, 22:34
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Nostalphon schrieb ...

Ist der Deckel zu diesem Graphophon auch noch vorhanden?

Ist vorhanden. Wollte ich bei der Gesamtaufnahme eigentlich dazustellen. Habe ich aber vergessen.
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Nostalphon
Do Mai 22 2014, 04:27
Dabei seit: So Apr 06 2014, 08:02
Wohnort: Landkreis Ludwigsburg, Württ.
Einträge: 156
Vielen Dank für die Antwort

Gruß
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