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Foren > Grammophone > Koffergeräte und Spielzeuggrammophon
His Master´s Voice Kolonialmodell P.B.C./105 in Teak
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Autor Eintrag
Hedensö
Fr Nov 22 2013, 21:43 Druck Ansicht

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
HERSTELLER: The Gramophone Company of India (HMV)
MODELL: P.B.C./105
SERIENNUMMER:
JAHR: 1922-24
DAMALIGER PREIS:
GEHÄUSE: Teak
PLATTENTELLER:
TRICHTER:
MOTOR: HMV Singe Spring Motor
SCHALLDOSE: HMV Exhibition

INTERESSANTE DETAILS:
Hierbei handelt es sich um HMV P.B.C, was für "Portable Version "B" Covered" steht. Später bekam das Model die Modellnummer 105. Möglicherweise hat es auch eine ganz andere Bezeichnung, den "covered", also bezogen ist es nicht. Vielmehr ist es ein sogenanntes Kolonialmodell, eine Tropenversion, wie Sie von der "Gramophone Company of India" in Kalkutta hergestellt und verkauft wurde. Das Gehäuse ist aus Teak-Holz gemacht. Von der Bemaßung, der Ausstattung usw. ist es definitiv ein P.B.C. bzw. 105.

Das englische Referenzmodell, das P.B.C./105 habe ich schon mal in diesem Thread vorgestellt Link - Hier klicken

Der Zustand ist, wie auf den Bildern zu sehen eher schlecht. Da war wohl schon mal jemand dran, insbesondere auf der Innenseite des Deckels. Vollständig und funktionsfähig ist das Gerät jedoch. Die Flächen sind sehr hell - nahezu ausgebleicht. Auf der Innenseite der Türen und an den Schalosien sieht man, wie dunkel der Koffer eigentlich mal war bzw. sein müsste.
Schade ist natürlich das fehlende Trademark im Deckel - aber auch das lässt sich wieder herstellen.

Ich finde diese Indischen HMV-Geräte immer sehr spannend. Erstens weil Sie eine ordentliche Reise von Indien nach England hinter sich haben und auch anderen Bedingungen als die üblichen Geräte ausgesetzt waren. Ferner sind sie sehr, sehr selten und gefallen mir durch die Holzoptik (also ohne den seit 1922 üblichen Bezug auf HMV-Koffern) sehr sehr gut.
Ich werde das Gerät sukzessive herrichten und euch darüber auf dem Laufenden halten. Insbesondere solche Vorher/Nachher-Bilder finde ich immer sehr nett anzusehen...








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Starkton
Fr Nov 22 2013, 21:47
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Sehr schön! Mir gefallen die Kolonialmodelle auch weitaus am besten. Wenn ich mir jemals ein Koffergrammophon anschaffen würde, dann eines von denen.

Eben weil sie eine solche Geschichte hinter sich haben, muss man bei der Restaurierung behutsam vorgehen um die vielen Spuren nicht zu verwischen.

[ Bearbeitet Fr Nov 22 2013, 21:48 ]
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joha
Fr Nov 22 2013, 22:04
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Ein Koffer eines englischen Reisenden, die Kofferbeschläge sind ja sehr schön ausgeführt,sicherlich in Handarbeit. Ansonsten muss man da garnicht viel machen,ein bissel Holzpflege und eine technische Durchsicht.
Sehr ,sehr schön noch ein paar indische Platten dazu und einen britischen Tropenhelm und dann kanns losgehen. *grins *koffer
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alang
Sa Nov 23 2013, 16:34
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 564
Gratuliere, das ist ein sehr schoenes Geraet. Sehr aehnich zum ersten HMV Koffer PAO, der hoch auf meiner Wunschliste steht. Ich finde auch, dass da optisch nicht viel zu machen ist. Natuerlich der uebliche Motor Service, aber ansonsten sieht es doch super aus.
Andreas
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Hedensö
Sa Nov 23 2013, 16:54

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
alang schrieb ...

Ich finde auch, dass da optisch nicht viel zu machen ist. Natuerlich der uebliche Motor Service, aber ansonsten sieht es doch super aus.


Im Deckel ist erkennbar, wie dunkel die Beizung eigentlich sein müsste - rötlich dunkel. Man hat ja bei den Teak-Modellen versucht, den "Look" in Richtung Mahagoni hinzubekommen. Teak-Holz war billiger und leichter zu beschaffen, als Mahagoni.

Die Oberflächen wurden bei oben gezeigtem Gerät schon mal angeschliffen. Daher sind sie auch so hell. Wie gesagt, im Deckel und auf der Innenseite des Koffers sieht man, wie dunkel das Holz bzw. die Oberfläche mal war. Ich werde aber versuchen, die eigentliche Farbgebung wieder hinzubekommen...
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alang
Sa Nov 23 2013, 18:16
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 564
Ja, wenn Du's so wie die Innenseite der Schalltueren hinbelommen willst, dann ist es natuerlich ein komplettes Refinish. Viel Glueck. Ich bin gespannt auf die Updates.
Andreas
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Hedensö
Sa Nov 23 2013, 19:43

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
@alang:

...ist im Grunde kein Problem. Wenn die Ausgangsbasis so ist, wie sie ist, würde ich gezwungenermaßen ein Refinishing der gesamten Oberfläche samt Beizung machen wollen.

Das Motorboard ist in Arbeit. Dieses werde ich wohl morgen fertigbekommen und dann auch mal das Ergebnis mittels Foto zeigen.

Schwierig ist aus meiner Sicht noch das Thema mit dem Decal. Ich hab zwar schon mal geschaut, was es so online gibt und bin da auf einen Händler aus Peru gestoßen, der zumindest das "Nipper on red base"-Decal anbietet. Ich muss nur mal schauen, welches zeitlich gesehen, das korrekte Decal wäre. HMV hat ja in dieser Zeit viele Veränderungen an den Trademark-Decals vorgenommen bzw. gibt es einige Varianten...
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Hedensö
Mo Nov 25 2013, 15:40

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Hallo zusammen,

hier ein Bild des nun überarbeiteten Motorboards:





Vorgehensweise: die Beize/ der NC-Lack war ja bereits runtergeschliffen und das Holz war stark ausgebleicht. Ich habe die Oberfläche nur leicht angeschliffen, dann grundiert, zweimal gebeizt und mit Ballenmattierung endbehandelt. So werde ich nun auch an den Rest des Gehäuses gehen.

Das fehlende Decal ("Nipper on red base") habe ich mir bei diesem peruanischen Händler auf Ebay bestellt.

[ Bearbeitet Mo Nov 25 2013, 16:23 ]
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alang
Mo Nov 25 2013, 17:37
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 564
Gratuliere, den Farbton von der Innenseite der Tueren hast Du gut hinbekommen. Was hast Du als Beize und Finish benutzt?
Gruss
Andreas
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Hedensö
Mo Nov 25 2013, 18:59

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Hallo Andreas,

Beize ist Mahagoni, Finish ist Ballenmattierung. Beides von Clou.
Das Finish ist eine relativ aufwendige Prozedur von zig Arbeitsdurchgängen, bei denen eine verdünnte Ballenmattierung mit einem Ballen aufgetragen wird. Durch permanentes hin und her "ziehen" des Lackes in Richtung der Maserung ergibt sich eine hauch dünne, seidig glänzende Oberfläche.

Ich bevorzuge die Ballenmattierung, da es sich dabei um einen Nitrocellulose-Lack handelt, so wie er auch original verwendet wurde. Damals wurde halt gespritzt, was aber mit handelsüblichen Spraydosen so glatt und gleichmäßig nicht zu realisieren ist.
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joha
Mo Nov 25 2013, 23:02
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Das ist dir gut gelungen,da das Holz nicht so grobporig ist lässt es sich gut und gleich mäßig auftragen.
Bei Eiche hab ich da bedenken,aber ich hab noch ein Gerät wo ich deine Methode durchaus mal probieren werde,da der Lack da sehr fleckig ist,muss ich mich da mal ranmachen.
Ich bin ja gespannt wie es ausschaut wenn es fertig ist. *grins
Gruß joha

[ Bearbeitet Mo Nov 25 2013, 23:04 ]
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alang
Mo Nov 25 2013, 23:19
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 564
Hedensö schrieb ...

Hallo Andreas,

Beize ist Mahagoni, Finish ist Ballenmattierung. Beides von Clou.
Das Finish ist eine relativ aufwendige Prozedur von zig Arbeitsdurchgängen, bei denen eine verdünnte Ballenmattierung mit einem Ballen aufgetragen wird. Durch permanentes hin und her "ziehen" des Lackes in Richtung der Maserung ergibt sich eine hauch dünne, seidig glänzende Oberfläche.

Ich bevorzuge die Ballenmattierung, da es sich dabei um einen Nitrocellulose-Lack handelt, so wie er auch original verwendet wurde. Damals wurde halt gespritzt, was aber mit handelsüblichen Spraydosen so glatt und gleichmäßig nicht zu realisieren ist.


Ach so, die haben Ballenmattierung als Produktnamen verwendet. Interessant, es wird aehnlich aufgetragen wie Schellack. Muss ich mal ausprobieren, wenn ich ein spaeteres Geraet lackieren muss.

Danke
Andreas
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Rundfunkonkel
Di Nov 26 2013, 14:37
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1078
Als mir mal die Ballenmatzierung ausgegangen war, habe ich es mit normalem, streichfähigem Klarlack und Zum Ballen geformtem Lappen versucht. Gut verdünnt scheint das auch zu klappen. Ich habe es wohlgemerkt nicht an altem Material versucht, sondern an einem neuen Nachbau. Vorteil der echten Ballenmattierung: lässt sich gut wieder entfernen, wenn etwas schiefgegangen ist.

Bin sehr auf das Gesamtergebnis gespannt!
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Hedensö
Do Nov 28 2013, 21:25

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Hallo,

neuer Zwischenstand:
der Deckel ist so gut wie fertig. Hier ein Bild des fertigen Deckels im Vergleich zur Ausgangssituation (links: Unterteil des Koffers, noch nicht behandelt).






Außenseite des fertigen Deckels (noch ohne Beschläge):




Hier sieht man schön den originalen (ursprünglichen) Farbton auf der Innenseite des Deckels (Irgendjemand hatte hier eine Art Kunstleder aufgeklebt). Von daher habe ich den urspünglichen Ton wohl recht gut getroffen...




Sorry, für die vglw. schlecht belichteten Bilder: Morgens, wenn ich zur Arbeit gehe, ist´s dunkel. Abends, wenn ich nach Hause komme, ist´s auch dunkel. Wann soll man(n) da Fotos bei Tageslicht machen können?
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alang
Do Nov 28 2013, 21:59
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 564
Sieht doch recht gut aus. Fotographieren mit Blitz ist immer so eine Sache. Wichtig ist, wie's in echt ausschaut und zusammenpasst. Danke fuer's Zeigen und weiterhin gutes Gelingen.
Andreas
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Hedensö
Fr Nov 29 2013, 10:19

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Servus miteinand!

Der Blitzt bzw. die helle Stelle auf dem Bild ist kein Blitz, sondern die Küchenbeleuchtung, die unter dem Hängeschrank sitzt und auf die Arbeitsplatte strahlt.

Ich bin aber sehr sehr selbstkritisch und möchte solche Arbeiten eigentlich eher nicht machen, da ich meine eigenen Fehler (und sind diese noch sein klein) doch sehe und mich ärgere

Wenn ich das zu dem Restaurator meines Vertrauens gebe, bekomme ich zwar ein sehr sehr gutes Ergebnis, habe aber

- es nicht selbst gemacht
- rund 200 Euro zu zahlen und
- 6 Monate darauf gewartet

Daher habe ich mich dazu entschlossen, das Gerät selbst aufzuarbeiten.




[ Bearbeitet Sa Jan 13 2018, 10:08 ]
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Starkton
Fr Nov 29 2013, 11:00
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Hedensö schrieb ...

Ich bin aber sehr sehr selbstkritisch und möchte solche Arbeiten eigentlich eher nicht machen, da ich meine eigenen Fehler (und sind diese noch sein klein) doch sehe und mich ärgere

Das ist genau der Grund warum ich Arbeiten an Holzoberflächen zum Spezialisten bringe. Ich bin zwar selbst Restaurator, aber eben nicht für Holz.

Fotos schönen immer sehr. Wenn man das Gerät "in echt" vor sich stehen hat kommen Fehler deutlich rüber. Sind sie auch noch selbst verursacht, erscheinen sie einem viel gravierender, und man ärgert sich jedes Mal. Da investiere ich lieber in einen Fachmann und tröste mich mit dem Wertzuwachs eines professionell restaurierten Geräts.
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Rundfunkonkel
Fr Nov 29 2013, 12:17
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1078
Einwand: nur Du selbst kannst Deiner persönlichen Messlatte Spitze auch vollständig erreichen; sobald Du Arbeiten abgibst, werden diese nach dem Gusto des anderen erledigt. Es kann zwar zu Deiner Zufriedenheit sein, muss es jedoch nicht - egal was vorher abgesprochen wurde, hängt das auch vom Geschick des Ausführenden ab. Und dann am Ende Geld ausgeben für etwas, womit man nicht wirklich zufrieden ist? Dann mache ich die Arbeiten lieber selber.

Nachtrag: nicht jeder, der sich Profi schimpft, hat diese Auszeichnung auch verdient.

[ Bearbeitet Fr Nov 29 2013, 12:34 ]
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Starkton
Fr Nov 29 2013, 13:23
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Rundfunkonkel schrieb ...

Nachtrag: nicht jeder, der sich Profi schimpft, hat diese Auszeichnung auch verdient.

Richtig, denn jeder darf sich leider Restaurator nennen. Wer ausgebildete Fachleute sucht kann sich auf der Seite des Verbandes der Restauratoren informieren: Link - Hier klicken
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