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Clangor ( Schallplatten Volksverband )
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Moderatoren:SchellackFreak, berauscht, GrammophonTeam, Charleston1966, DGAG, Der_Designer, LoopingLoui
Autor Eintrag
Bertel
Mo Nov 05 2012, 15:51
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Okt 16 2012, 20:14
Wohnort: Landkreis Lichtenfels (96215)
Beiträge: 28
Preise des Jahres 1939:
- Mischsendung (100-250g): 25 Pf. (ca. 0,80 €)
- Warenprobe (100-250g): 15 Pf. (ca. 0,46 €)
- Warenprobe (250-500g): 30 Pf. (ca. 0,92 €)
- Paket (bis 5kg): 30 - 60 Pf. (ca. 0,92 - 1,85 €)
- Paket (bis 5kg; Nachnahme): 50 - 80 Pf. (ca. 1,54 - 2,46 €)
- Postgut (bis 5kg): wie Paket
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Musikmeister
Mo Jan 28 2013, 19:14
Autor
⇒ Mitglied seit ⇐: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Beiträge: 1116
Gast schrieb ...

Neulich hatte ich in einem anderen Zusammenhang mit Stephan Wuthe einen Austausch.

Da erwähnte er, daß TONO in Berlin ein Studio hatte.

Gruß, Nils



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grammofar
Mo Jan 28 2013, 19:33
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Aug 02 2012, 23:11
Wohnort: 24364 Holzdorf
Beiträge: 265
Zum Clangor-Koffer,

die Geräte wurden wohl ehr durch eine Fremdfirma hergestellt. Also quasi im Auftrag und dann mit dem Clangor-Label versehen. Ähnlich wie einige Schallplattenhersteller Lohnpressungen für andere Firmen machten.
Es handelt sich meist um den "deutschen Einheitskoffer", so nenn ich das Ding immer - diese Koffer gibt es in gleicher Machart, mit gleichem Motor, Tonarm, Plattenteller, Beschlägen von vielen Plattenfirmen. So habe ich auch einen Kristall und einen Imperial Koffer...diese Geräte sind identisch mit späteren Geräten von der Deutschen Grammophon, Telefunken...
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jitterbug
Mo Jul 29 2013, 21:24
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Beiträge: 420
Die amüsanteste CLANGOR-Produktion erschien zunächst als freudiges Rätsel: "Rhythm King" in einer anderen Version als auf der bekannten BEN BERNIE-Platte von 1928! Doch beim ersten Anhören wurde klar, dass hier ein Etikettenschwindel vorliegt:

Obwohl auch USA-Aufnahmen von SAM LANIN auf CLANGOR veröffentlicht wurden, handelt es sich hier tatsächlich um die Original-Matrizen der amerikanischen BRUNSWICK mit dem Orchester von BEN BERNIE. Diese hätten rein gar nichts bei der Firma CLANGOR verloren, so wurden die Order-Nummern beider Seiten (in gleicher Kopplung auf BRUNSWICK!) verändert: Aus 4085 A wurde 4099, aus 4085 B wurde 4100 (It Goes Like This).

Diese Pressung ist extrem dick und hat eine eigentümliche Haptik: Es handelt sich auch um eine Laminatpressung, wie wohl bei frühen CLANGOR-Ausgaben üblich.

Interessant ist wiederum ein anderer Preisvermerk. Die Platte erhielt ich in dieser Hülle, ob sie ursprünglich dazugehörte, kann ich leider nicht sagen.

Neben ARTIPHON-Matrizen wurden auch anfangs KALLIOPE-Matrizen benutzt: So gibt es die LEWIS RUTH Band mit KALLIOPE-Aufnahmen auch als CLANGOR-Laminat-Ausgabe.

Amerikanische Aufnahmen sind in der Regel wohl ARC-Übernahmen von BANNER und britischen DUOPHON-Matrizen.




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jitterbug
Mo Jul 29 2013, 21:35
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Beiträge: 420
Musikmeister schrieb ...

Gast schrieb ...

Neulich hatte ich in einem anderen Zusammenhang mit Stephan Wuthe einen Austausch.

Da erwähnte er, daß TONO in Berlin ein Studio hatte.

Gruß, Nils






Im Berliner Adressbuch wird während des Krieges noch andere Adresse geführt, die mit den Aussagen des TELEVOXERs Hajo Lichtenfels betreff der im Mai und September 1942 etstandenen MEG TEVELIAN-Aufnahmen übereinstimmen:

Kantstraße 54 in Berlin-Charlottenburg.

Das Haus steht heute noch und beherbergt die KANT-KINOS.




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Formiggini
Mi Sep 23 2015, 20:35

⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 28 2010, 19:20
Beiträge: 1578
Die Clangor Schallplatten GmbH wurde im April 1930 von den Kaufleuten Hellmut Ossenbach und Walter Rechkemmer ins Berliner Handelsregister eingetragen. Bereits im Juli 1930 erfolgte die Umbenennung in Schallplatten Volksverband Clangor.




September 1933
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berauscht
Mi Sep 23 2015, 21:24
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 2057
29. September 1931

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berauscht
Di Nov 24 2015, 22:21
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 2057

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monokel
Mi Sep 14 2016, 23:47

⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Jul 09 2012, 14:03
Wohnort: im brandenburgischen bei Berlin
Beiträge: 126
Hier mal ein Etikett von Clangor, daß vom üblichen Blau sehr abweicht



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LoopingLoui
Mi Jan 28 2026, 21:33
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
Wohnort: Altkreis Bersenbrück
Beiträge: 931
Einschränkungen bei Kauf von Clangor Platten ab 1942

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Grammophon-Mini
Fr Jan 30 2026, 15:31
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jan 18 2026, 14:55
Wohnort: Ettlingen
Beiträge: 103
Der Schallplatten Volksverband bestand ja von Mai 1930 bis circa 1942. Meine Frage wäre, ab wann die Selbstherstellung der Aufnahmen beziehungsweise der Auftrag an die Tono Studios ging?(Vorher wurden ja noch Artiphon und Kaliope und Ultraphon Matritzen verwendet.)Wenn ich das durch die eingestellten Artikel richtig verstanden habe, erfolgte die Pressung von Anfang an bei Clangor selbst. Hat die Marke auch Tisch -oder Standgeräte rausgebracht? Ich habe bisher nur einmal im Internet einen Koffer gesehen und noch weitere Werbeanzeigen zu Koffern. Diese Koffer so gab’s auch als nur im Geräte, aber von welchem Hersteller kamen die Teile?
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Grammophon-Mini
Fr Jan 30 2026, 15:33
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jan 18 2026, 14:55
Wohnort: Ettlingen
Beiträge: 103
Kann es sein, dass die Koffer von Steidinger oder Goldring stammen?
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Grammophon-Mini
Fr Jan 30 2026, 16:14
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jan 18 2026, 14:55
Wohnort: Ettlingen
Beiträge: 103
Die ,,eigen“Aufnahmen wurden ja bei Tono gemacht. Hatte Tono aber auch mobile Aufnahmegeräte? Ich meine, es wurden ja oft das Das Orchester der städtischen Oper etc. aufgenommen oder waren die Aufnahmenräume der Tono so groß, dass ein großes Orchester rein passte?
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gramofan
Fr Jan 30 2026, 22:35
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1202
Das war technisch gar nicht nötig. M.W. hat man bereits in den 20er Jahren Mikrophone in externen Aufführungsräumen per Telephonleitung mit dem Aufnahmestudio verbunden und dort die Wachse geschnitten.
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Grammophon-Mini
Fr Jan 30 2026, 23:35
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jan 18 2026, 14:55
Wohnort: Ettlingen
Beiträge: 103
Danke für die Erklärung. D.h., wahrscheinlich war immer ein Aufnahmetechniker im aufnahm Saal und einer im Studio war und dann die Wachsmatratze geschnitten oder wie muss ich mir das vorstellen? Ich glaube das mit den Telefonleitungen wurde so auch bei der Electrola verwendet also dann gab es Leitungen in den Beethovensaal ,Singakademie etc. gab , in denen ja sehr viel aufgenommen wurde.
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Grammophon-Mini
Fr Jan 30 2026, 23:36
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jan 18 2026, 14:55
Wohnort: Ettlingen
Beiträge: 103
D.h aber dass die Telefonqualität damals schon sehr gut gewesen sein muss!
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Grammophon-Mini
Fr Jan 30 2026, 23:37
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jan 18 2026, 14:55
Wohnort: Ettlingen
Beiträge: 103
Vielleicht hatten ja die Plattenfirmen auch klanglich/qualitativ bessere Telefonleitungen als Privatpersonen.
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Polyfar41
Sa Jan 31 2026, 17:08
⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Feb 24 2017, 11:27
Wohnort: Frankfurt am Main
Beiträge: 150
Die Plattenfirmen hatten mit Sicherheit bei der Reichspost Leitungen angemietet, auf denen eine höhere Bandbreite möglich war. Auf den üblichen Telefonleitungen umfasste der Frequenzbereich nur 300 bis 3400 Hz, also 3,1 kHz. Das hätte ja praktisch nur die Klangqualität wie Anfang des Jahrhunderts ermöglicht..

Die Electrola hat übrigens zwischen 1928 und 1930 Hunderte von Aufnahmen auswärts aus geeigneten Räumen in Berlin mit ihem Mikrofonverstärker per Telefonleitung nach Nowawes übertragen, wo die Wachsplatten geschnitten wurden. Die Matrixnummern mit dem Präfix BLR (25cm) und CLR (30cm) bestätigen das. Das R (englisch REMOTE, deutsch: entfernt) hat der englische Tonmeister Douglas Larter, der zu dieser Zeit bei der deutschen Electrola aufgenommen hat, für diesbezügliche Aufnahmen verwendet.

[ Bearbeitet Sa Jan 31 2026, 17:34 ]
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LoopingLoui
So Feb 01 2026, 00:09
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
Wohnort: Altkreis Bersenbrück
Beiträge: 931
Grammophon-Mini schrieb ...

Kann es sein, dass die Koffer von Steidinger oder Goldring stammen?


Goldring und Steidinger haben in erster Linie Bauteile hergestellt und vertrieben, eine eigene Produktion der Geräte war nicht im Betrieb angesiedelt (Ausnahme Steidinger bei Plattenspielern).
Die tatsächlich ausführende Firma für Koffergeräte a la Telefunken, Kristall, Triumphon ist unbekannt. Bei Clangor sind die verwendeten Komponenten ein bunter Mix, es mögen auch alte Restbestände verbaut worden sein.
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