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Dajos Bela
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snookerbee
Mi Apr 16 2014, 11:21
"Urgestein"

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Tolles Orchesterfoto.

Können wir die Musiker identifizieren? Ganz eindeutig: rechts am Klavier sitzt Franz Grothe. Der Altsaxophonist vor dem Sousaphon ist sicherlich Joe Alex. Seine Kopfform ist sehr markant.

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Formiggini
Mi Apr 16 2014, 11:45

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Schlagzeug: Leon Collier

Violine neben Bela: Arno Lewitsch



Trompete links neben Banjo müsste Howard Osmond McFarlane sein



Posaune vermutlich Ben Pickering. Aus dessen Nachlass stammt dieses Plakat.

Am Banjo (vor sich ein Akkordeon) könnte Harold Kirchstein sitzen. Dieser spielte bei Bela ebenfalls Akkordeon.

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Grammophonteam
Sa Apr 19 2014, 22:18
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1931 veröffentlichte die UFA 7 Kurzfime (a´ca. 10 Minuten) unter dem Titel Kabarett-Programm.
Nr. 1 gibt uns die Möglichkeit Dajos Bela in einer kleinen Besetzung zu sehen und zu hören.
Diese Filmaufnahme unterscheidet sich (musikalisch) doch stark von den Platteneinspielungen aus der Zeit; lassen aber auch erahnen warum Bela den Ruf eines Jazzers in der Weimarer Republik hatte.

Neben einer bezaubernden Trude Berliner und einem charmanten Siegfried Arno bestreiten den musikalischen Part eine 5-Mann Combo aus Klavier, Schlagzeug, Gitarre, Violine und (gestopfter) Trompete. Deutlich zu identifizieren sind Dajos Bela (Geige) und Leon Collier (Schlagzeug). Undeutlicher der Trompeter. Hier müsste es sich um Howard O. McFarlane handeln. Gitarre Harold Kirchstein?, Klavier Rex Allen?



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Dajos Bela
in
UFA Kabarett-Programm Nr. 1


Premiere Frühsommer 1931


[ Edited Sa Feb 13 2021, 10:35 ]
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humoresk
So Apr 20 2014, 08:05
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Liebe Grüße

Josef
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Musikmeister
So Apr 20 2014, 11:41
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Grammophonteam
Fr Mai 09 2014, 22:10
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Dajos Bela spielt mit seiner Kapelle für Odeon - Schallplatten zum Tanz auf


Scherl´s Magazin, Februar 1928
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Grammophonteam
Di Sep 02 2014, 16:00
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Erst zum 1. September 1928 trat das Bela Orchester öffentlich auf. Zuvor existierte es nur in den Aufnahmestudios. Hier wird der Vorname als Leonidow angegeben.


22. August 1928

Im Herbst tat dann der Kapellmeister seine Meinung zu Tanzmusik kund...


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Formiggini
Fr Sep 05 2014, 22:59

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1934

Das Dajos Bela Orchester in Maastrich, Dezember 1934


Privat...


Auf der Bühne leisten die Jungs die Arbeit...

1930


Herr Bela und seine Frau bekommen dafür die Blumen...
1930


Während die Musiker alle in einem Bus fahren müssen...

1931


Wartet der Meister...
1931

...auf seinen Chauffeur!



Wohin geht es? Zum Strand!






[ Edited So Sep 07 2014, 10:53 ]
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Formiggini
Di Sep 30 2014, 21:44

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12. Januar 1930


28. Januar 1930
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Grammophonteam
Mo Feb 02 2015, 10:03
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Dajos Bela im Gefängnis...

Dezember 1928
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humoresk
Sa Mai 30 2015, 23:13
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SchellackFreak
Mi Dez 02 2015, 16:39
"Seitengründer"

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Posts: 472
Grammophonteam schrieb ...

Dajos Bela spielt mit seiner Kapelle für Odeon - Schallplatten zum Tanz auf


Scherl´s Magazin, Februar 1928





Werbebild „Dajos Bela mit seiner Tanzkapelle“ circa. 1927 - unbekanntes Studio


Identifizierte Musiker: Mike Danzi am Banjo, Franz Grothe am Klavier, Howard Osmond McFarlane erste Trompete, Fritz Pallmann zweite Trompete, Wolf Gardis Alt Saxophon, Kurt Arlt am Tenor-Saxophon, Leon Collier am Schlagzeug, Dajos Bela Geige

Anmerkung: Für die Veröffentlichung im Scherl´s Magazin, Februar 1928 (siehe oben) wurde das Bild unbearbeitet übernommen. Links Vorhang ein wenig geöffnet. Im Werbedruck wurde dieser Ausschnitt dann raus retuschiert.
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Graf_Phono
Di Sep 13 2016, 10:42
Joined: Mi Okt 24 2012, 13:50
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Posts: 34
Das Bild "Dajos Béla mit seiner Kapelle im Aufnahmeraum" wurde mit etwas mehr "Fleisch" oben und unten für eine Odeon-Anzeige vom 13. Januar 1929 verwendet. Beworben werden Platten, die zwischen dem 22. September 1927 und dem 8. November 1928 aufgenommen wurden:




Grammophonteam schrieb ...


1929



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Grammophonteam
Di Okt 04 2016, 11:46
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Joined: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
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Namen…


Dajos Béla – Leon Golzmann (Holzmann, Goltzmann…) – Leonidoff…. Welcher denn nun? „Dajos Béla“ war ja bekanntlich das Pseudonym, welches der Künstler von seiner Plattenfirma „verpasst“ bekam. Auch über die korrekte Schreibweise seines eigentlichen Nachnamens herrscht etwas Unklarheit. Wegen falscher Übersetzung aus der russischen Schrift wäre Leon/Lev Golzmann oder auch Holzmann richtig. Dazu auf Wikipedia: Link - Hier klicken

Allerdings findet sich in den frühen 1920er Jahren in zeitgenössischen Artikeln und Berichten nie ein „Dajos Bela“ – und schon gar kein „Leon Goltzmann (Holzmann…)“. Dies hat einen ganz einfachen Grund: „Bela“ nutzte zu Beginn seiner Karriere (Unabhängig der Plattenfirma Lindström) ein ganz anderes Pseudonym! Einen ersten Hinweis findet man in einem Zeitungsartikel von 1928:


„Der Name des Geigers Leonidow…“. In dem Artikel wird auch angedeutet, dass der Künstler seinen „Start“ in einem Berliner Kabarett hatte. Verschiedene Quellen nennen das „Schall und Rauch“. Tatsächlich spielte hier ab spätestens November 1920 eine „Kapelle Leonidoff“ (Interessantes Detail: Hier trat ebenfalls der Pianist Mischa Spoliansky auf, welcher später im Orchester von Bela spielte).




Im März 1921 wird auch der volle Name genannt: „Leon… Leonidoff, ein Virtuose auf der Violine“. Zu dieser Zeit nahm der Künstler bei Odeon bereits als „Dajos Bela“ auf.



Privat schien dem Geiger der Name „Leonidoff“ zu gefallen – Im Juli 1923 wird die Verlobung mit Jlse (Ilse) Silber bekannt gegeben, im März 1924 erfolgt die Hochzeit.





Doch handelt es sich bei diesem „Leon Leonidoff“ wirklich um den Musiker Dajos Bela? Ja! Wegen seiner russischen Abstammung muss „Bela“ gelegentlich seine Arbeitserlaubnis in Berlin verlängern lassen. Leon Goltzmann lässt sich im September 1925, auch ein interessantes Detail, seinen Status als politischer Flüchtling aus Russland bestätigen. Mit ihm seine Frau Jlse, geborene Silber…




Damit dürfte auch geklärt sein, wie der Künstler selber seinen (eingedeutschten) Namen schrieb: Goltzmann mit „tz“. In dieser Schreibweise findet man ihn dann auch in den Berliner Adressbüchern.



Um diese Zeit dürfte Leon Goltzmann den Namen "Leonidoff" abgelegt haben, und nutzte nun sein Platten-Pseudonym "Dajos Bela". Ganz vergessen hatte er seinen "alten Namen" aber wohl nicht. Im Januar 1925 nimmt ein "Leon Leonidoff" zusammen mit einem russischen Balalaikaorchester für Odeon auf. In der gleichen Aufnahmesitzung spielte zuvor die Künstlerkapelle "Sandor Joszi". Es kann sich bei diesem Leonidoff eigentlich nur um Dajos Bela handeln.





Eine weitere Aufnahmesitzung mit dem "Neues Sinfonie-Orchester Leon Leonidoff" vom Mai 1925 blieb jedoch wohl unveröffentlicht.




Im Februar 1927 nahm Bela erneut mit einem Balalaikaorchester auf. Auf Parlophone wurde die Einspielung unter "Leonidoff" veröffentlicht.




Die Aufnahme ist bei "Russian-Records" zu hören:
>>> HIER <<<



Achtung: Bei der Homokord nahm ebenfalls ein russisches Balalaikaorchester auf. Leitung - Leo Leonidoff. Diese Einspielungen haben aber wohl nichts mit Belá zu tun. Es dürfte sich um Leonid Leonidoff handeln; einen Berliner Arzt und Impresario, welcher immer wieder russische Künstler nach Berlin engagierte, aber selber kein Musiker war.





Juni 1930
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Konezni
Mi Okt 05 2016, 00:20
Joined: Do Aug 20 2015, 18:23
Wohnort: Berlin
Posts: 203
Die Homocords 83481 - 83504 können durchaus Leon zuzuordnen sein, da 1931 die Firma bereits vollständig von Lindström geleitet wurde...
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snookerbee
Mi Okt 05 2016, 21:12
"Urgestein"

Joined: Fr Apr 15 2011, 20:12
Posts: 1617
@ Grammoteam

Glückwunsch zur Enträtselung/Zuweisung der richtigen Namen! Da sieht man mal wieder, dass Recherche an den Originalquellen nötig ist, um zum Erfolg zu kommen, auch wenn es manchmal beschwerlich ist.

Weiter so!
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Grammophonteam
Fr Okt 07 2016, 20:27
Seitenbetreiber

Joined: So Sep 04 2011, 14:54
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Posts: 1894
@ snookerbee -

Die Homocords 83481 - 83504 können durchaus Leon zuzuordnen sein, da 1931 die Firma bereits vollständig von Lindström geleitet wurde...


Unter diesem Aspekt sehr gut möglich! Interessanterweise war bereits Ende 1924 ein russisches Balalaika-Orchester (aus Petersburg) in Berlin im Rundfunk zu hören. Leitung: L. Leonidow...


Wieder "Bela" unter seinem alten Pseudonym? Als "Dajos Bela" trat der Künstler ja erst einige Jahre später in der Öffentlichkeit auf.


Noch ein paar Gedanken zu der ganz frühen Karriere und Mischa Spoliansky...

Das Kabarett "Schall und Rauch" stand spätestens seit September 1920 unter der musikalischen Leitung von Spoliansky (zuvor Friedrich Holländer). In seinem Vertrag mit Hans von Wolzogen (dem Eigentümer/Betreiber) ist u.a. zu lesen: "... als Kapellmeister und musikalischer Berater für das Cabaret... die musikalische Leitung zu übernehmen und die Direktion in allen musikalischen Fragen rat- und tatkräftig zu unterstützen... die Vorstellungen musikalisch zu überwachen..."

Noch am 17. Oktober 1920 wird im "Schall und Rauch" ein Balalaika-Orchester (!) beworben - zum 31. Oktober 1920 dann erstmals die Kapelle Leonidoff. Wenn Spoliansky (ungefähr gleich alt wie Goltzmann und ebenfalls russischer Emigrant) nun der musikalische Leiter des Kabarett war, wird er vermutlich für die Einstellung von Bela verantwortlich gewesen sein. Was dann zu dem Vertrag mit der Lindström führte...

Etwa im November/Dezember 1920 nahm "Bela" neben Tanzorchesteraufnahmen auch eine Platte zusammen mit Spoliansky am Klavier auf (xxBo7243 & xxBo7244 - klassische Stücke). Dies dürften nicht nur die ersten Einspielungen von Mischa Spoliansky überhaupt sein, es zeigt: Beide Musiker aus dem aktuellen Programm des "Schall und Rauch" finden sich bei der Odeon im Aufnahmestudio. Wirkte Spoliansky auch bei den weiteren, frühen Aufnahmen des "Dajos Bela" auf Odeon mit?

Eben jene Aufnahme von Jahresende 1920 wurde 1922 auch in den Niederlanden verkauft. In einer kurzen Besprechung wird sogar das Pseudonym Bela/Leonidoff erwähnt!



Nach dem Betreiberwechsel des "Schall und Rauch" Anfang 1921, verlässt Spoliansky ungefähr im Februar 1921 das Kabarett. Ihm folgt ein anderer, junger Pianist auf den Klavierstuhl: Hans Bund...

Im Sommer 1921 geht dann auch Goltzmann. Neuer Auftrittsort ist das Kabarett "Die Rakete" am Zoo:


Leon Leonidoff, der seiner Geige beachtenswerte Schönheit zu entlocken wußte...


Nun ja - wenige Wochen später folgte in die "Rakete" ein uns schon bekannter Pianist: Spoliansky... In wie weit Spoliansky, der schon um 1919 "moderne" Kompositionen wie Shimmy veröffentlichte, Einfluss auf die frühe musikalische Karriere von Dajos Bela hatte, lässt sich heute nur noch schwer klären. Die "musikalische Freundschaft" der beiden begann aber anscheinend schon sehr früh.

Dajos Bela am Anfang seiner (Platten) Karriere
~ 1922/23

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berauscht
Sa Feb 08 2020, 13:54
"Urgestein" Autor/Moderator

Joined: Mi Jan 06 2010, 21:59
Posts: 1650
Dajos Béla war, wie auch Sàndor Jòzsi, eine für die Carl Lindström AG geschütze Wortmarke. Beide wurden am 29. November 1921 ins Markenregister eingetragen.

Dies erklärt auch, warum Leon Golzmann zunächst unter dem Pseudonym "Leonidoff" auftrat. Der Name Dajos Béla war Eigentum der Carl Lindström AG.

[ Edited Sa Feb 08 2020, 14:03 ]
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Grammo-Klaus
Mo Aug 30 2021, 18:42
Joined: Mo Jan 27 2014, 11:46
Wohnort: Im sonnigen Westfalenland
Posts: 418
Eine kleine Anekdote aus meiner Sammler-Anfangszeit.
"Dajos Bela" hatte mich damals immer ein bissel irritiert, nicht wegen seiner dargebotenen Musik, sondern vom Namen auf den bekannten ODEON-Platten-Etiketten.
"Bela" ist für mein Verständnis, gemäß meines damaligen Wissensstandes, ja ein osteuropäischer Männer-Vorname. In der deutsche Schreibweise, bzw. deutschen Synthax müsste eigentlich korrekt übersetzt "Bela Dajos" auf sämtlichen Etiketten stehen.
Mir ist letztens erst aufgefallen, das in der ungarischen Sprach-Synthax IMMER der Nachname zuerst genannt wird und dann der Vorname. Ist mir bei einer Sechziger Jahre Schallplatte der Ungarischen Beat-Gruppe Atlantis-Együttes (Atlantis Ensemble) aufgefallen. Sofort dachte ich an meinen damaligen Gedanken bezüglich des Dajos Bela-Phänomens. Bei der Beatgruppe heißen übrigens gleich zwei Bandmitglieder Bela.
Ja, schon interessant, wie Sprachen und Sprachstrukturen voneinander abweichen können. Wahrscheinlich war es auch damals für ODEON-Platten verkaufsförderlicher, diversen Künstlern ungarische Namen zu "verpassen", da es damals ein Garant für qualitativ hochwertige und virtuose Musik handelt. Soz. ein historischer Marketing-Gag.

[ Edited Mo Aug 30 2021, 18:44 ]
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