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Problemkind Acuston Tischgerät
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Autor Eintrag
MeisterSchlund
Mo Jan 06 2014, 17:27 Druck Ansicht
Gast
HERSTELLER: Acuston AG für Musikwaren und Sprechmaschinen
MODELL:
SERIENNUMMER:
JAHR: vor 1932 ?
GEHÄUSE: Furnier, dunkel gebeizt
PLATTENTELLER: 25cm, keine Autoabstellung
TRICHTER: Innentrichter, Holz
MOTOR: noname
SCHALLDOSE: Alumembran, noname

INTERESSANTE DETAILS: Hersteller hauptsächlich für die Produktion von Trichterlautsprechern bekannt

Hallo in die Runde! Anbei möchte ich euch mein aktuelles Projekt vorstellen. Angefangen hat es mit einem Crapophone als Deko mit (sehr besch...) Funktion. Beim Rumspielen und "Entdecken der Technik", wurde zugleich mein Interesse an der Thematik "Grammophon" geweckt. Kürzlich wurde mir dann ein eben solches aus der altbekannten Bucht geangelt, das mir nun aber Kopfzerbrechen bereitet. Dass an Geräten, die in Gebrauch sind, Teile repariert oder ersetzt werden müssen, ist mir einleuchtend. Trotzdem hofft man ja eben immer auf den Originalzustand. Hier sieht es für mich so aus, als wäre der Korpus sowie der Tonarm wirklich noch aus den 20ern - Kaufhausqualität. Die Dose mit passendem Anschluss scheint neuer. Alumembrane gab es doch wohl auch erst ab ca. 1927!? Der Motor ist ebenfalls gewechselt worden: Es wurden dazu neue Bohrungen angefertigt und auch der Tonarm etwas versetzt. Die Kurbel hat kein Gewinde mehr (ab 1932?) und der Motor trägt keinen Schriftzug. Laut Aufmachung sollte das Ganze "aus den 20er Jahren" sein und "alles ist Original" ... Was man dem Gerät allerdings zugute halten muss, ist eine uneingeschränkte Funktion und ein wirklich guter, warmer und voller Klang. Vielleicht können die Experten hier ein paar Details vervollständigen. *ohh Ich werde das Gerät erst einmal nach meinem Gutdünken restaurieren und hier anschließend in Fotoformat dokumentieren.

Beste Grüße,
Simon

Nun noch ein paar Eindrücke:











[ Bearbeitet Di Jan 07 2014, 17:28 ]
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Gast
Mo Jan 06 2014, 17:54
Gast
Willkommen, Simon !

Deine Einschätzungen zu dem Gerät sind schon ganz richtig.

Nur die Kurbel zum Aufstecken statt Gewinde, das gilt eigentlich nur für die HMV/Electrolakoffer und hier ist 1932 auch ganz richtig.

So auf den ersten Blick sieht der Motor an dem recht einfachen Gerät passend aus.

Die Schalldose mag tatsächlich jünger sein - aber es ist keine Dose aus dem unterstem Preissegment.
Sie hat eine Lagerung in Buchsen. (Nadelhalter)

An Deinem Gerät wäre die typische preisgünstige Dose von Goldring üblich, bei welcher die Lagerung mit zwei Druckfedern ausgeführt ist. Das ist zwar eine billige Lösung, aber etwas Klanghemmend und beansprucht auch die Platten mehr.


Kurz und gut: einfaches Grammo, aber gute Dose und ein recht typischer Vertreter seiner Zeit "für den kleinen Mann".

Gruß, Nils
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Starkton
Mo Jan 06 2014, 18:10
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Beiträge: 1878
MeisterSchlund schrieb ...

INTERESSANTE DETAILS: Hersteller hauptsächlich für die Produktion von Trichterlautsprechern bekannt

Ich kann mir gut vorstellen, dass ursprünglich eine Acuston-Schalldose zum Anschluss eines Lautsprechers aus eigener Produktion montiert war. Wird heute schwer bis gar nicht in funktionsfähigem Zustand zu finden sein:






Quelle: Link - Hier klicken

[ Bearbeitet Mo Jan 06 2014, 18:15 ]
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joha
Mo Jan 06 2014, 18:11
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Beiträge: 985
Ja was soll man dazu sagen?
Ich höffe du hast nicht zuviel bezahlt,sofern es funktioniert ist es zwar kein Orginal mehr aber doch ein Gerät was seine Daseinberechtigung hat. Die Schalldose sofern sie passt und gut funktioniert ist auch nicht ausschlaggebend, sie stammt aus den 30iger Jahren,da der Gerätetyp von sehr vielen Firmen aus Normteilen zusammengesetzt wurden und sehr preiswert und auf Teilzahlung zu haben war, ist es auch kein seltenes Gerät. Als funktionstüchtiges Gerät immer noch nutzbar der Preis sollte da um die 50€ liegen, das wäre Real ,mehr geht da nicht. Aber wir haben schon schlimmeres gesehen hier ist alles noch im Rahmen,beim Kauf sollten die Umbauten und der Wechsel von Austauschmotoren angegeben werden das wäre dann Fair aber leider machen die Verkäufer in der Bucht sich nicht den Kopf,da zählt nur schnelles Geld leider.
Gruss Joha
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Gast
Mo Jan 06 2014, 18:51
Gast
Hallo,

also ob man so ein Grammophon für 50 Euro bekommt wage ich zu bezweifeln lieber Joha, immerhin ist es voll funktionsfähig und gerade in den letzten Monaten haben die Preise doch wieder ein bischen angezogen.
Ich finde es ist ein hübsches Grammophon und die Dose würde ich auch belassen wenn sie gut klingt, denn viele Leute haben das auch schon damals umgestellt (insofern ist es immer noch originalgetreu), als die elektrischen Aufnahmen sich durchgesetzt haben.
Zu elektrisch aufgenommenen Platten empfahl man damals die neuartigen "Elektro" Dosen, sprich, die mit der Alumembran für besseren Klang und plattenschonenderes Abspielen.

Wie du ja schon schreibst, das Grammophon klingt warm und schön, dann lass diese Kombination. Ich gehe davon aus, dass mit einer Originaldose (Glimmermembran) der Klang wieder dünner wird.

Gruß, Gerhard
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joha
Di Jan 07 2014, 12:34
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Beiträge: 985
@ excelsior
nun ich bekomme sehr oft diesen Typ Grammophon angeboten,für ein umgebautes Grammophon gebe ich aus Prinzip nicht viel Geld aus sofern mir das Gerät noch fehlt,bei meiner Einschätzung lege ich immer die Kosten für die Instandsetzung zu Grunde und ob ich die Orginalteile habe oder besorgen kann.
Der Ersatzteilmarkt ist recht teuer geworden. Ich kenne Trödler die Geräte schon länger von Flohmarkt zu Flohmarkt transportieren und von Ihren Preisvorstellungen nicht abweichen,
Denen ist natürlich nicht zu helfen,da ich nur noch Geräte ankaufe die für mich interessant sind,bei Hauben oder Tischgeräten entscheidet der Allgemeinzustand und ob es unverbaut ist.
Wenn ich hier den Preis nenne für meinem Electrola Schrank den ich ja vorstellte, der lag bei 75 € der den für Zustand real war plus 40 Platten wurde ich mit 110€ Handelseinig der Preis also nicht der Rede wert.
sonst wäre es auf den Sperrmüll gekommen.
Ebay ist nicht der Preisbestimmer, er ist nur ein Richtwert der meist übertrieben ist.
Alte Preislisten aus den 80iger Jahren die bei internationalen Versteigerungen ausgelobt wurden sind mir bekannt und so muss jeder für sich selbst bewerten, wie man realistisch an den Kauf eines Gerätes herran geht und welche kriterien es erfüllen soll.
Wenn man heute rechnet nach Ebay kommen schnell 300€ zusammen die völlig irrreal sind.
Tonarm 20€
Tondose 95€
Gehäuse 25-150€
Motor 25-100€
Nadelmulde 20€
Kurbel 10 bis 25 €
Bremse 20€
usw.
Was soll dann Bitte ein Haubengerät kosten????
Jeder der selbst Instandsetzungen macht, weis was es kostet.
Es kommt selten vor das ich Geräte abgebe aber dann nur privat und nicht über das Internet.
Meine Sicht der Dinge ist vieleicht nicht die Eure aber nur so funktioniert ein faires Geschäft ohne Spekulation und das Rechnen mit der Dummheit der anderen.
Ich freu mich über jedes Gerät was wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt wird.Denn nur dann macht es Sinn.Ich glaub jeder Sammler hat sich schon mal verkauft weil man eben nicht das Wissen um die Materie hatte,und so schnell sein Geld verlor.So kommt es sehr oft vor das Geräte zum Ebay Dauergast werden und regelmäßig auftauchen in der Hoffnung den Käufer zu finden der blauäugig rangeht.
Es sind bei mir auch schon über 30 Jahre Erfahrung und trozdem lernt man immer noch dazu.
Gruss Joha
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MeisterSchlund
Di Jan 07 2014, 17:26
Gast
Erst einmal vielen Dank für alle Antworten und die fachmännische Kritik. Damit habt ihr mir schonmal sehr geholfen!

Natürlich hat joha Recht, wenn er behauptet, dass sich der antiquarische Wert der einzelnen Teile nicht gegen den Kaufpreis rechtfertigt - zumal es sich nicht um Exklusivware handelt. In diesem Fall ist der Handel im Internet für viele Käufer einfach eine Bequemlichkeit und auch ein Mangel an Fachwissen, das stimmt auch. Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit und man findet auf dem Trödel per Zufall ein schönes Gerät, das sich direkt vor Ort gutachten lässt, oder eine private Vermittlung - das wäre wahrscheinlich der optimale Weg. *Hmm)
Mir persönlich hat dieses Gerät schon viel Freude gemacht und ich habe auch andere Ansprüche. (Obwohl man bei den tollen Grammos hier im Forum schonmal neidisch werden kann *armen ) Ich habe mich die letzte Zeit intensiv damit beschäftigt und ein Teil der Geschichte kennen gelernt, die es erzählt. Dabei habe ich schon viel gelernt und bin wirklich froh, dass ich es besitze.

Kurz und gut: einfaches Grammo, aber gute Dose und ein recht typischer Vertreter seiner Zeit "für den kleinen Mann".


- Ein Fazit, das mir gefällt. Ich werde den kleinen "Krachmacher" als einfachen, jedoch sympathischen Zeitzeugen gut behandeln!

Ich finde es ist ein hübsches Grammophon und die Dose würde ich auch belassen wenn sie gut klingt, denn viele Leute haben das auch schon damals umgestellt (insofern ist es immer noch originalgetreu), als die elektrischen Aufnahmen sich durchgesetzt haben.
Zu elektrisch aufgenommenen Platten empfahl man damals die neuartigen "Elektro" Dosen, sprich, die mit der Alumembran für besseren Klang und plattenschonenderes Abspielen.


- Ich denke auch, dass ich das Gerät in dieser Kombination beibehalten werde. Der Praxistest hatte mich direkt überzeugt. Zudem besitze ich auch eher Platten der jüngeren Ära. Das passt dann ja auch ganz gut und wenn das Nachrüsten bereits damals stattgefunden hat, ist es Teil der "Biografie" und somit gerechtfertigt. *year

Ich kann mir gut vorstellen, dass ursprünglich eine Acuston-Schalldose zum Anschluss eines Lautsprechers aus eigener Produktion montiert war. Wird heute schwer bis gar nicht in funktionsfähigem Zustand zu finden sein.


- Ein interessantes Thema! Die Röhren werden als Verschleissteile in dieser Art sicher nicht mehr zu finden sein. *ohh Vielleicht ein Projekt für interessierte Bastler? Ich stelle mir immer gerne die Alltagsszenarien vor: junge Menschen tanzen zu dröhnend lauter Schellack-Musik einen flotten Shimmy im sturmfreien Elternhaus - mondäne Abendunterhaltung für jedermann. Diese Technik (alleine von der Lautstärke her) hat vielleicht ihren Teil zur Etablierung von privaten Feten in der schillernden Hauptstadt beigetragen ... sicher aber auch zum allmählichen Verfall der schönen nostalgischen Geräte.

Besten Dank nochmal für das Kommentieren!
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