Willkommen auf Grammophon-Platten.de

Foren
Foren > Künstler > Orchesterleiter und Musiker
Barnabás von Géczy
Wechsle zur Seite       >>  
Moderatoren:SchellackFreak, berauscht, GrammophonTeam, DGAG, Der_Designer, LoopingLoui
Autor Eintrag
berauscht
Mi Feb 23 2011, 17:51 Druck Ansicht
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 1778
Sprich: Barnabasch von Gezi


Postkarte

[ Bearbeitet So Jun 17 2012, 15:45 ]
Nach oben
SchellackFreak
Mi Feb 23 2011, 18:05
"Seitengründer"

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Sep 16 2009, 22:06
Beiträge: 452
Hey in Farbe sieht das ja Toll aus !
Habe auch noch so ein ähnliches (siehe unten) nur in SW.



Hab noch eine gefunden :-)



[ Bearbeitet So Apr 24 2011, 13:26 ]
Nach oben
Webseite
berauscht
Di Jun 07 2011, 18:34
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 1778
Barnabas von Géczy steht heute ja nicht unbedingt im Hauptinteresse vieler Sammler. Zu seiner Zeit war er jedoch ungemein Populär.
Um dies zu zeigen, hier mal ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1937. Leider ist aus dem Ausschnitt nicht ersichtlich aus welcher Zeitung er stammt. Die Rückseite gibt aber Grund zur Vermutung, daß das Konzert irgendwo in Franken war.
Ich habe den Artikel in lateinische Schrift transliteriert.


Barnabas von Geczy erweckte Begeisterung
Das ist "Musik im Blut" - Klassische, Tanz- und Unterhaltungsmusik in Vollendung

Wir haben es der NS-Kulturgemeinde zu danken, daß sie uns dieses Gastspiel einer der berühmtesten Kapellen der Welt vermittelte. Selten dürfte der Saal des Evangelischen Gemeindehauses solche Beifallsstürme erlebt haben wie am Montag abend [Anm. 10. Mai 1937]. Die Leute wollten sich gar nicht mehr beruhigen und erst nachdem man unzählige Dreingaben erzwungen hatte, konnten sich die gefeierten Künstler endgültig verabschieden. Barnabas von Geczy mußte aber noch oft vor den Vorhang, bis man sich endlich zufrieden gab.
Wer Barnabas von Geczy ist, wissen die meisten Menschen in Europa und vor allem in Deutschland. Unzählige Male spielte dieser gefeierte Geiger mit seinen Solisten vor Mikrophonen. Unzählige Schallplatten künden seinen Ruhm in allen Ländern. Millionen von begeisterten Verehrern darf dieser Beherrscher der Geige sein eigen nennen. Wenn man daheim am Radio "Europa absucht", dann wird man sofort merken, wo Geczy spielt.
Man kennt seine Musik, seinen unnachahmlichen Rhythmus und seine künstlerische Eigenart aus Hunderten Kapellen heraus. Unlängst spielte ein englischer Sender Schallplatten ohne Zwischenansage. Plötzlich ein vertrauter Klang: Barnabas von Geczy spielte "Frische Briese". Wie ein funkelnder Brillant leuchtete er heraus.
Trotzdem man beinahe das ganze Programm und alle Dreingaben sozusagen schon auswendig kannte, wurde man willenlos mitgeriffen. Das persönliche Erleben dieser Künstlerschar gehört wohl zu den stärksten musikalischen Eindrücken der letzten Zeit. Wunderbar der Aufbau und diese feine Steigerung des Programms. Alles in rein logischer Linie entwickelt und fundamentiert. Klassische Musik hatte den Vortritt. Mozart und Richard Strauß und dann gleich ein kühner Sprung zum modernsten Klassiker unserer Operette: Lehar. Saxophon-Solis leiteten über zu virtuosen Effektstücken. Die "Mexikanische Serenade" des Pianisten Kabuschec entfesselte rasende Begeisterungsstürme, sodaß sie wiederholt werden mußte. Dann folgte moderne Tanz- und Unterhaltungsmusik in höchster Vollendung.
Wie ein weithin leuchtender Obelisk steht Barnabas von Geczy im Brennpunkt dieser musikalischen Leistungen. Er erlebt die Musik mit der Seele, wie sie eben nur ein Ungar erleben kann. Seine Technik ist so souverän, daß man beinahe nicht mehr fühlt. Seine Bogenführung elastisch und subtil, wie man dies kaum mehr bei einem zweiten Geiger erleben wird. Dabei überträgt sich das Fluidum dieses gottbegnadeten Künstlers mit beinahe Hypnotischer Kraft auf seine Solisten. Das ist ein Mitgehen mehr, das ist eine Seelengemeinschaft von Vollblutkünstlern. Mittendrin schwingt als Grundton dieser Seele die Geige des Dirigenten. Diese Geige singt und weint, daß man ihr rettungslos verfallen ist.
Und dann diese Instrumentation! Jedes Stück wurde von Barnabas von Geczy und seinen Mitarbeitern eigens für diese Kapelle eingerichtet. Die einzelnen Instrumente bekommen dabei Aufgaben zugewiesen, die mit einer künstlerischen Einfühlung verteilt sind, daß ein solcher Zusammenklang und virtuose Betonung der einzelnen Stimmen bislang noch nicht erlebt wurde. Hat man jemals die "Lustige Witwe" schon so gehört? Oder den "Rosenkavalier"? Gibt es noch eine Steigerung des musikalischen Ausdrucks für die "Mexikanische Serenade"? Wer kann auf der Welt den "Spitzbub" noch so spielen wie diese zehn Künstler?
Dabei ist jeder einzelne Virtuose nicht nur auf einem, sondern auf mehreren Gebieten. Phantastisch dieser Pianist mit einem hauchzarten, seidenweichen Anschlag und einer Technik, die uns alle den Atem anhalten ließ. Erich Kabuschec mußte die "Gute Laune" wiederholen. Das Publikum tobte vor Begeisterung. Das wird niemand vergessen und auch niemand mehr so schnell hören. Oder Heinz Gerhardt am Cello, das wie eine Zigeunergeige sang. Gleichzeitig aber ist dieser Cellist ein Gitarrenvirtuose in höchster Vollendung. Gerade diese Gitarre ist es, die der Kapelle mit die Note verleit und sich mit der Geige des Dirigenten zu einem Wohlklang vermält, der schlechthin nicht mehr übertroffen werden kann.
Jeder ist ein Vollblutkünstler: ob er nun Geige, Cello, Baß, Saxophon oder Schlagzeug spielt. Jack Hylton gilt als ganz Großer auf dem Gebiet moderner Unterhaltungsmusik. Er hat aber auch zwanzig bis vierundzwanzig Mann, zwei Flügel und alles in doppelter und dreifacher Besetzung. Geczy erzielt die gleichen Effekte mit diesen neun Solisten. Dabei sind seine Mittel aber bedeutend feiner, kultivierter und jederzeit in den
Grenzen modernen Kammermusikstils.
Niemand, der den Montag abend erleben durfte, wird diese drei Stunden vergessen. Es ist schließlich der höchste Ausdruck potenzierten Musikertums, aus sogenannten Unterhaltungsstücken wahre Kunstwerke zu machen. Wenn darob die Zuhörer vor Begeisterung rasten, daß der Saal einzustürzen drohte, dann kann man das alles wohl verstehen. Hanns Schödel.


[ Bearbeitet Di Sep 18 2012, 18:12 ]
Nach oben
onlyesterdays
Sa Jun 11 2011, 15:42
Gast




(..Von Géczy ?)

Der Zeitungsartikel war mir noch gar nicht aufgefallen, vielen Dank dafür! Auch ich liebe Von Géczy, besonders seine ersten Parlophon-Aufnahmen. Weitere Titel die ich mir sehr oft anhöre sind z.B. 'Hallo, kleines Fräulein' (Gesang: die 5 Songs, auf Telefunken), oder 'Die zerbrochene Schallplatte' und 'Puszta Fox' (vielleicht wohl seine bekannteste? beide auf Electrola-Platten). Der Von Géczy hat ja so viele Titel aufgenommen ..die kann man hier leider nicht alle erwähnen! Tolle Musik!





(a.d. Parlophon-Beka Schallplatten-Katalog 1931)

[ Bearbeitet Do Apr 17 2014, 14:08 ]
Nach oben
Gast
Sa Jun 11 2011, 16:32
Gast
Aus den Kriegsjahren dann auch sehr populär bei den Rundfunkhörern durch seine regelmäßigen Auftritte beim "Wunschkonzert für die Wehrmacht"





[ Bearbeitet So Jun 17 2012, 15:49 ]
Nach oben
berauscht
Mo Jun 20 2011, 15:45
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 1778
Im Sommer zog es die Orchester, wie ihr Publikum, hinaus aus der stickigen Großstadt. Seebäder waren ein beliebtes Ziel. Barnabas von Geczy zog es zum Beispiel nach Westerland auf Sylt.

Abends zum Solo im Trocadero . . .

. . . und tagsüber zur Erholung mit der Familie an den Strand


[ Bearbeitet Mo Jun 18 2012, 15:42 ]
Nach oben
SchellackFreak
So Jun 17 2012, 15:44
"Seitengründer"

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Sep 16 2009, 22:06
Beiträge: 452




Gruß Yannick
Nach oben
Webseite
Barnabás
Sa Jul 07 2012, 22:10
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jul 04 2012, 20:37
Beiträge: 651
Zur Ergänzung:
Herr von Géczy gehörte ab 1934 bis 1943 zu den Hauptverkauftträgern der Electrola. Dies galt für den
Euroraum und für das englischen Einflußgebiet.
Grundsätzlich wurden in der Regel bis Sep. 1939 zwei neue Géczy -Platten auf den dt, und engl. Markt gebracht.
Der Puszta Fox war die erste nachweisbare Schallplatte der Electrola, die über eine Million mal, allein in Deutschland verkauft wurde. Mit diesen einen Song verdiente die Electrola mehr, als alle anderen Künster im Jahr 1935 einspielten.
Herr von Géczy und sein Orchester waren die ersten "Megastars" der U-Musik in Deutschland.
Dies ist an den vielen euröpäischen Konzerten und den Verkaufzahlen der Electrola zu sehen.
Am Rande sei gesagt, daß die Konzertreihe in der Philharmonie 1932 (3000 Bestuhlungen) zehn mal in Folge ausverkaut war.
Noch heute gibt es beim Bayrischen Rundfunk eine Barnabás von Géczy Akte, die die beispiellosen Erfolge des Orchester
aufgezeichnet hat.
PS: Es wurden bei der Digitalisierung des Rundfunk nur die alten Géczy-Aufnahmen mit in das neue Zeitalter genommen.
Alle anderen Schellackaufnahmen wurden aus den Archiven entfernt. Leider.
Nach oben
Géczy77
Di Sep 18 2012, 16:52
⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 02 2012, 21:57
Wohnort: Paderborn
Beiträge: 102
Ich habe mal ein Programmheft von ca. 1941 von Barnabás von Géczy eingescannt.
Es befinden sich mehrere Fotos, sowie ein fingiertes Interview dabei. :)











Nach oben
Webseite
Calle
Di Sep 18 2012, 17:04
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Apr 18 2011, 10:57
Wohnort: Emmerich am Rhein
Beiträge: 285
Bezueglich Erich Kaschubec... schon gewusst wie der gestorben ist... :(

[ Bearbeitet Di Sep 18 2012, 17:09 ]
Nach oben
Barnabás
Di Sep 18 2012, 18:03
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jul 04 2012, 20:37
Beiträge: 651
Erick Kaschubec ist im Mai 1945,in Prag durch "aufgehetzte" Einwohner der Stadt erschlagen worden. Seine Leiche wurde durch die Straßen Prag geschliffen.
Ein Grab wurde nicht angelegt.

gruss B.
Nach oben
joha
Di Sep 18 2012, 20:56
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Beiträge: 986
Auch Musiker wurden damals nicht verschont,zumal sie überall sehr bekannt waren,Geczy war ein begnadeter Musiker,sein Orchester war als Klangkörper weltberühmt.Seine Tätikeit während des 2.WK war nicht nur das produzieren von Platten,er wirkte im Rundfunk sowie bei den sonntäglichen Wunschkonzerten für die Wehrmacht mit und wurde zur Truppenbetreuung herangezogen wie so viele andere auch.





Hier 2 Ausschnitte aus der Zeitschrift ERIKA 1940 und 1941 diese Zeitschrift berichtete über Erfolge an der Front sowie über die sogenannte Heimatfront, sie zeigte Künstler bei der Truppenbetreung und Schauspieler bei Dreharbeiten sowie Privat.Sie sollte vom Abonenten über die Feldpost an die Soldaten geschickt werden.Mit weiteren Verlauf des Krieges wurde die Zeitung 1943 dann ganz eingestellt,wie auch die Wunschkonzerte.
Gruss joha

[ Bearbeitet Di Sep 18 2012, 20:59 ]
Nach oben
Calle
Di Sep 18 2012, 21:11
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Apr 18 2011, 10:57
Wohnort: Emmerich am Rhein
Beiträge: 285
In habe mal gelesen oder gehört daß Erich Kashubek -zusammen mit mehrere Musiker usw.- sich im Radiogebäude Prag befand als dieses erstürmt wurde.
Es sind damals mehrere LKW's geflohen wovon eine vom Wege abgekommen ist da diese von angehetzte Einwohner bzw. Aufständige beschossen wurde.
Laut Georg Haentzschel saß auch Erich Kashubek in diesen LKW; Georg Haentzchel hat zudem erklärt (und ich meine sogar er hat es auch gesehen) daß man Erich Kashubek an einen Lanternenpfahl afgehängt hat und angezündet....

Wenn man Link - Hier klicken liest, gibt es da schon einige übereinstimmungen...
Zudem: es ist sehr wahrscheinlich daß Barnabas von Géczy sich am 5. Mai in Prag befand...

Nach oben
joha
Di Sep 18 2012, 21:23
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Beiträge: 986




Nach oben
Calle
Di Sep 18 2012, 22:26
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Apr 18 2011, 10:57
Wohnort: Emmerich am Rhein
Beiträge: 285
Aus meiner Sammlung...
Nach oben
Barnabás
Mi Sep 19 2012, 06:45
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jul 04 2012, 20:37
Beiträge: 651
@ Calle:
Deine Vermutung ist richtig!!!
Aber Barnabás von Géczy hat schon einige Tage vorher (vor dem Aufstand) Prag verlassen und ist in Richtung Süden gegangen. Er hatte Ende Mai noch einen Stellungsbefehl erhalten, der ihm aufforderte sich noch verbleibenden ungarischen Militärverbänden im süden des Reiches anzuschliißen. Das war sein Glück!!!
Viele andere Deutsche wurden in Prag auf das "Unmenschlichste" (oder alle die deutsch sprachen und mit den Deutschen in Kooperation getreten waren)weggeschlachtet!!!!

PS. Deine Nippon Telefunken, ein sehr schöner Belegt für die internationale Vermarktung des Orchesters.Nur sehr wenigen Künstler war eine solche Tragweite ermöglicht worden. *year

PS: Danke an joha für´s zeigen der Zeichtungsseiten. Sehr schön.....

Gruß B.


[ Bearbeitet Mi Sep 19 2012, 06:47 ]
Nach oben
Gast
Mi Sep 19 2012, 09:26
Gast
Ein ganz ähnliches (gleiches?) Schicksal soll zu gleicher Zeit den Violinisten Kurt Henneberg in Prag widerfahren sein. (Henneberg u.a. festes Mitglied bei Jary im Orchster und auch ein paar Aufnahmen unter eigenem Namen auf Odeon)

Leider weiß ich die Quelle dazu nicht, resp. habe keine.

Vielleicht weiß ja jemand auch über sein Ende hier jemand etwas.
Ein neues Thema will ich dazu nicht eröffnen.

Gruß, Nils
Nach oben
joha
Do Nov 29 2012, 01:00
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Beiträge: 986



Wieder ein Fundstück aus der Zeitschrift: Front und Heimat 1941

Gruss joha
Nach oben
Barnabás
Do Nov 29 2012, 21:21
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jul 04 2012, 20:37
Beiträge: 651
Hallo Joha,

ein ganz großes Danke fürs zeigen.
Die Info werde ich gleich mal in´s B.v.G. Archiv verschieden.
Super schön...............

Gruss B.
Nach oben
Wechsle zur Seite       >>   

Forum:     Nach oben

Über Uns

Wir sind mehr als ein Forum! Als eingetragener Verein, arbeiten wir an der Beständigkeit unseres Lieblingshobbies.

Über uns

Wir suchen Dich!

Social Media Beauftragter gesucht. Du kennst dich mit Social Media aus? Melde dich bei Interesse gerne bei uns, wenn du Interesse hast.

Antreten

Optimierung

Noch nicht alles rund auf der Webseite? Dann reiche jetzt dein Problem ein und wir versuchen dir zu helfen!

Kontakt