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Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
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Nicoletta
So Feb 22 2026, 21:46
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
Halt jemand ein Link Grammophonnadeln aus Bambus und Kaktus zum kaufen?
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DGAG
Mo Feb 23 2026, 02:08

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 807
Durch den starken Abrieb der eigentlich harten Bambusnadel am Steinmehl des Plattenmaterials sammelt sich viel faseriges Zeug am Boden der Plattenrille. Das klebt dort noch besser, wenn Wachs bzw. "Balsam" dazu kommt, um die Platte schön glänzend zu machen. Die Rille wird auf diese Weise nach und nach mit gut anhaftendem "Schmutz" gefüllt. Ganz schlecht für Abtastsaphire, an denen der Dreck dann klebt.

Auch nach mehrmaligem Abspielen mit Stahlnadel kommen immer noch "Würste" aus diesem fasrigen Material aus der Rille. Die ganze Schallplatte ist dann damit verschmutzt und muss gereinigt werden.
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Nicoletta
Mo Feb 23 2026, 03:29
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
Hmmm. Eigentlich hatte ich nicht vor eine Wissenschaft daraus zu machen. Sondern Platte auflegen, Kurbeln, Nadel mit Schallkopf aufsetzen, am Lied und meinem Bastelprojekt erfreuen, absetzen, Nadel wegwerfen, Platte in Hülle packen, Koffer zuklappen, kurz drüber streichen und anschließend schlafen gehen. Und ja, ich will kurbeln. Das mag verrückt klingen ich finde es aber beruhigend. Natürlich könnte ich auch Yoga-Übungen vor dem Schlafengehen machen, aber ich entschied mich fürs Grammophon.

Daher würde ich mich einfach nur über einen Bestelllink für schonende Nadeln freuen die meine Platten langsamer verschleißen lassen, damit ich nicht jedes Jahr zig Platten nachkaufen muss.
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Ph0n0
Mo Feb 23 2026, 20:35
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 26 2016, 17:41
Wohnort: Dreiländereck D/L/F
Beiträge: 109
Hallo Nicoletta,

du könntest es einmal mit kostenlosen Nadeln (Dornen) vom Feuerdorn oder Weißdorn versuchen. Die müssen aber erst durchtrocknen, bevor sie verwendet werden können. Sonst halten sie noch nicht einmal eine Plattenseite durch. Außerdem dürfen sie nicht zu dünn sein (sonst viel zu leise), nicht zu dick (passen nicht in den Nadelhalter) und sie müssen eine gewisse Länge haben, damit sie aus dem Nadehalter herausschauen. Versuch macht kluch!

Viele Grüße, Stephan
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gramofan
Mo Feb 23 2026, 22:34
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1209
Nicoletta schrieb ...

Daher würde ich mich einfach nur über einen Bestelllink für schonende Nadeln freuen die meine Platten langsamer verschleißen lassen, damit ich nicht jedes Jahr zig Platten nachkaufen muss.

Einen aktuellen Anbieter von Bambusnadeln kenne ich nicht, aber mit einem Teppichmesser lassen sich aus Bambusstäben, die man im Bau- oder Gartenmarkt bekommt, Bambusnadeln selbst machen: Stab in ca. 2-3 cm breite Abschnitte zersägen und dann aus dem Rand in Faserrichtung Stäbchen mit dreieckigem Grundriss schneiden. Habe damit ganz brauchbare Ergebnisse erzielt (bin aber aus Bequemlichkeit dann doch wieder auf Stahlnadeln zurückgekommen).
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Bruno1902
Di Feb 24 2026, 13:31
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Sep 02 2025, 12:28
Wohnort: Niederrhein
Beiträge: 26
DGAG schrieb ...

Durch den starken Abrieb der eigentlich harten Bambusnadel am Steinmehl des Plattenmaterials sammelt sich viel faseriges Zeug am Boden der Plattenrille. Das klebt dort noch besser, wenn Wachs bzw. "Balsam" dazu kommt, um die Platte schön glänzend zu machen. Die Rille wird auf diese Weise nach und nach mit gut anhaftendem "Schmutz" gefüllt. Ganz schlecht für Abtastsaphire, an denen der Dreck dann klebt.

Auch nach mehrmaligem Abspielen mit Stahlnadel kommen immer noch "Würste" aus diesem fasrigen Material aus der Rille. Die ganze Schallplatte ist dann damit verschmutzt und muss gereinigt werden.



@DGAG
Mich würde interessieren, welcher Wachs und welche Art Balsam da benutzt wurde. Insbesondere, aus welchem Grunde? Um der Platte, wie erwähnt, Glanz zu verpassen?
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Nicoletta
Di Feb 24 2026, 13:56
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
Das mit dem Wachs kann ich mir auch gut vorstellen. Ich habe bei zwei Verkäufern Platten gekauft. Die einen waren sehr sauber (gereinigt), und je nach Zustand E-- bis V+ waren sie glänzend oder hatten mattere Stellen. Es sah eher nach natürlich gealtert je nach Handhabung aus. Bei dem anderen Händler waren sie auch gereinigt aber nicht so sauber (Fasern der Kartonverpackung blieben daran kleben) und sie hatten trotz der vielen Kratzer und kaputten Label eine Hochglanzoberfläche. Ich fragte mich da auch schon, ob da Wachs oder ähnliches im Einsatz war. Sie waren zwar nicht fettig aber unnatürlich glänzend.

Als mir mein Vater das mit der Rauschminimierung sagte und das er dafür Nitroverdünnung und Nähmaschinenöl nimmt. War einer meiner Gedanken das mehrere Händler nacharbeiten um die Platten besser verkaufen zu können.

[ Bearbeitet Di Feb 24 2026, 14:35 ]
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Rundfunkonkel
Di Feb 24 2026, 15:42
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Beiträge: 1163
Es wird so viel Mist mittlerweile im Netz verbreitet - wenn jemand in einem Video zeigt, dass seine Platten besser spielen, wenn er diese mit einem (fettigen) Reibekuchen abreibt, und das dann vorführt - darf man das glauben?

Man kann Schellack in Spiritus auflösen, und damit Holzoberflächen streichen. Schellack an sich löst sich zwar nicht in Nitro auf. Aber: die Zusammensetzung des Plattenmaterials einer Platte entspricht nicht immer dem einer anderen. Was man da an Füllstoffen auswäscht, ist nicht vorauszusagen. Man hat nicht umsonst die elektrische Wiedergabe zur Verlängerung der Plattenlebensdauer und der Wiedergabegüte entwickelt, und stetig verbessert. Es gibt keine Voodoo-Wundermittel, mit denen kaputte Platten wieder wie neu werden. Selbst ein Laserplattenspieler, oder die Sammlung teurer diverser Nadelverrundungen kann das nicht wieder wettmachen.

Wir sind hier im Forum zusammengekommen, um das Gefühl für den Erhalt von historischem Material (sei es haptisch greifbar oder in Form von Aufzeichnungen) an andere weiterzugeben - dass es eben Freude macht, wenn so etwas funktionsfähig gemacht wurde. Und man es auch vorführen kann. Man kann sich auch über das Wie unterhalten. Wenn es aber um den zerstörerischen Dauerbetrieb geht, steht für mich der Erhalt über dem laut Grundgesetz verankertem Recht eines Jeden zur freien Entfaltung. Ja, man darf es... Für mich fühlt sich das so an, als ob jemand in einem Forum zur Möbelrestaurierung fragt, wie man die Brenndauer von Möbeln verlängern kann. Und das Holz würde so toll knacken, wenn es brennt... Menschen verwenden doch nicht umsonst ihre Lebenszeit, um Dinge und Wissen für die "nach uns" zu bewahren!!
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DGAG
Di Feb 24 2026, 16:11

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 807
Bruno1902 schrieb ...

@DGAG
Mich würde interessieren, welcher Wachs und welche Art Balsam da benutzt wurde. Insbesondere, aus welchem Grunde? Um der Platte, wie erwähnt, Glanz zu verpassen?

Ich habe zu diesem Thema einen neuen Thread erstellt: Link - Hier klicken
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Almöhi
Di Feb 24 2026, 17:38
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Apr 18 2016, 09:29
Wohnort: Luzern, Schweiz
Beiträge: 17
Rundfunkonkel schrieb ...

Für mich fühlt sich das so an, als ob jemand in einem Forum zur Möbelrestaurierung fragt, wie man die Brenndauer von Möbeln verlängern kann. Und das Holz würde so toll knacken, wenn es brennt... Menschen verwenden doch nicht umsonst ihre Lebenszeit, um Dinge und Wissen für die "nach uns" zu bewahren!!


Sehr schön formuliert; kann ich nur unterschreiben!
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Nicoletta
Di Feb 24 2026, 18:04
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
@Rundfunkonkel, wie hoch schätzt du das Durchschnittsalter hier? Ich schätze, es liegt deutlich über 50. Selbst in meiner Generation, die in den 80ern geboren ist, schwindet das Interesse. Dennoch können wir uns noch erinnern, wie wir vor einem Plattenspieler saßen und Märchen auf der drehenden Scheibe anhörten. Die Generation der 2000er kennt nur noch CDs und auch die gehören mittlerweile einer vergangenen Zeit an.

Was denkst du, wird also mit den meisten unberührten Sammlungen passieren, wenn mehr Liebhaber sterben als nachkommen? Ein Museum benötigt schließlich nicht zigmal die gleiche Platte im E- Zustand. Daher wird wohl das meiste entsorgt oder für wenig Geld verscherbelt. Ich habe es selbst erlebt: Die „tollen“ Zinnkrüge meines Opas mütterlicherseits wollten weder seine Kinder noch seine Enkelkinder. Das Gleiche galt für seine Überraschungseier. Die Zinnkrüge wurden dann zum Zinnpreis verkauft und die Figuren aus den Eiern landeten im Müll.

Wie will man positive Erinnerungen für nachfolgende Generationen schaffen, wenn sie nicht gelebt werden dürfen? Ich für meinen Teil freue mich darauf, mit meinen zukünftigen Enkelkindern einmal vor einem Koffer zu sitzen und die Kurbel zu drehen, damit man der Musik lauschen kann. Außerdem habe ich vor, mir Märchenplatten und Weihnachtsplatten zu besorgen. Und ja, diese werden auch bespielt werden.

Daher finde ich die Idee mit den Bambusnadeln klasse, und es scheint keine neue Erfindung zu sein. Ich habe heute auf eBay einen Bambusschneider aus dem Jahr 1917 gefunden.
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DGAG
Di Feb 24 2026, 18:08

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 807
Rundfunkonkel schrieb ...

Für mich fühlt sich das so an, als ob jemand in einem Forum zur Möbelrestaurierung fragt, wie man die Brenndauer von Möbeln verlängern kann.

Wobei dann im übertragenen Sinne eher die Frage im Raum steht, ob man das restaurierte Möbel im Alltag (ab)nutzen und schädlichem Raumklima und Tageslicht aussetzen darf oder, wie im klimatisierten Museum, nur im Halbdunklen anschauen, bzw. allenfalls mit Handschuhen berühren darf.

Sowohl für restaurierte Möbel als auch für Tonträger ist der "Gegner" ohnehin nicht derjenige, der sie nutzt, sondern derjenige, der sie vernachlässigt und deshalb jeden Tag massenhaft entsorgt.
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