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Foren > Grammophone > Standgeräte
Standgrammophon Gramola
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Saftladen
Do Jun 25 2015, 13:24 Druck Ansicht
Dabei seit: Do Jun 04 2015, 18:37
Wohnort: Oldb.
Einträge: 32
HERSTELLER: Grammophon
MODELL: Gramola ?
SERIENNUMMER: ?
JAHR: ?
DAMALIGER PREIS: ?
GEHÄUSE: Eiche
PLATTENTELLER:
TRICHTER: Holz
MOTOR: Polydor 65
SCHALLDOSE: "Grammo - Luxus

Hallo,
ich habe mal ein paar Fragen an euch bezüglich was noch original ist und was ersetzt wurde.
Ich habe schon versucht, etwas zu diesem Modell herauszufinden, jedoch ohne großen Erfolg. Anhand der Bilder eines Gramola Tischgrammophons denke ich, dass Schalldose und Tonarm bereits ersetzt wurden. Die Bremse und der Geschwindigkeitsregler scheinen noch original zu sein. Den grünen Filz des Plattentellers habe ich selbst durch einen neuen ersetzt. Und was ist das für ein "Ding" neben dem Tonarm ?
Des Weiteren möchte ich gerne demnächst das Holz auf Vordermann bringen, sodass der ganze Apparat wieder strahlt. Habt ihr Tipps, welche Politur/Lack man gut verwenden kann, denn es soll ja auch zum Holz passen.

Danke schonmal und beste Grüße











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Formiggini
Do Jun 25 2015, 18:36


Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1758
Hallo,

auch wenn hier Grammophon (Gramola) drauf steht, es ist eigentlich ein amerikanisches Brunswick...
Hintergrund: Ab Anfang 1927 kooperierte (offiziell) die Deutsche Grammophon mit der Brunswick. So erschienen nicht nur viele Aufnahmen des Konzerns auch in Deutschland, es gab auch einen Technik - Austausch; und eben Geräte. Es ist noch unklar, ob die Brunswick Grammophone komplett importiert wurden, oder hier in Lizenz gebaut.

In den Geräte Katalogen der Grammophon sind die Modelle auch teils mit Brunswick bezeichnet. In den USA hießen diese "neuen" Geräte für die elektrisch aufgenommenen Platten Panatrope. Die Gerätegruppe Panatrope beinhaltete aber auch elektrische Plattenspieler (mit Verstärker) und Modelle mit eingebautem Radio! Um welches Modell (Modellnummer) es sich genau handelt, wird man nur anhand alter Kataloge ausfindig machen können.

Der Tonarm ist jedenfalls typisch für Brunswick nach 1928, ebenso die Bauform des eingebauten Holztrichters. Motor und Schalldose sind wieder von der Deutschen Grammophon. Insgesamt scheint dein Gerät Original zu sein, die verschiedenen Teile und Bauformen passen zu den Modellen aus der Kooperation beider Firmen. Entstanden wohl um 1929/30.

Grüße
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Saftladen
Fr Jun 26 2015, 11:08
Dabei seit: Do Jun 04 2015, 18:37
Wohnort: Oldb.
Einträge: 32
Hallo,
danke für den Tipp, da war ich ja völlig falsch, soll mir aber recht sein. Ich habe mir mal im Netz die Brunswick Schalldosen angeschaut und bis auf den Unterschied im Schriftzug haben sie das gleiche Aussehen und auch die Schriftart ist die gleiche. Aber dieser Metallstift neben dem Tonarm scheint doch nachträglich hinzugefügt worden zu sein ? Eine Funktion kann ich nicht so recht erkennen.

Schöne Grüße
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Fehlmann1960
Fr Jun 26 2015, 11:17
Dabei seit: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Einträge: 348
Hatte mal eine Werbung von Gramola von 1927 aus Wien eingestellt. Link - Hier klicken
Auf dieser steht rechts unten der Zusammenhang der Marke Gramola zu Elektrola und His master's voice. Und oben in der Ueberschrift steht: Gramola Originalerzeugnisse der weltbekannten Firma The Gramophone Company England.

Gruss Thomas
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schlagerbummel
Fr Jun 26 2015, 11:42
Dabei seit: Sa Jun 13 2015, 19:16
Wohnort: Saarbrücken
Einträge: 21
Hallo, mir namentlich nicht bekannter Eigner

Sehr schönes Gerät, ich hab ja neuerdings auch gefallen an Standgeräten dieser Art gefunden.

Technisch und historisch kann ich nichts beisteuern, dafür hab ich viel zu wenig Ahnung. Allerdings vielleicht ein Tip zu deiner Frage bezüglich der Pflege. Ich habe mein Consolette mit Poliboy Möbelpolitur bearbeitet, angeregt durch einen Schreinermeister. Die gibt es in verschiedenen Farbtönen, da musst du schauen, was am besten passt ...

LG Armin
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Phonschorsch
Fr Jun 26 2015, 18:04
Dabei seit: Fr Mai 01 2015, 10:24
Wohnort: 63110 Rodgau - Hessen
Einträge: 79
Als gelernter Holzwurm und angelernter Restaurator erlaube ich mir meine Antwort darauf.
Möbelpolitur ist bedingt geeignet. Sollte keine Wachse enthalten.
Meine bedenken: Schellack ist ja auf dem Grammophon verarbeitet. Jetzt kommt nach rund 90 Jahren Polyboy drauf. Wie reagiert der Lack? Keiner weiss das.

Ich mache das gute Stück mit Neutralseife sauber, dann eine oder nach belieben Schellackschichten zum Beispiel "Lumberjack".
Das Grammophon wurde seiner Zeit ebenfalls mit Schellack-Politur behandelt und verdient -meiner Meinung nach- nichts anderes.Das vorhergesagte gilt nur, wenn der Lack soweit noch in Ordnung ist.
Ist der Lack ganz oder teilweise ab, muss dieser -aber nur dieser- ganz behutsam entfernt werden.

Neue Schellackpolitur ist danach wieder angesagt.

Inhalte von Poliboy:
unter 5% anionische unter 5% nichtionische Tenside, Duftstoffe, Benzisothiazolinone, Methylisothiazolinone, Reinigungs- und Pflegewirkstoffe

Auch interessant:

Link - Hier klicken



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Saftladen
Fr Jun 26 2015, 18:22
Dabei seit: Do Jun 04 2015, 18:37
Wohnort: Oldb.
Einträge: 32
Hallo,
ich würde in der Tat lieber eine komplette Lackierung vornehmen. Ich hatte mir gedacht, dass ich nach dem Reinigen das Holz erstmal leicht mit Schleifpapier anrauen würde und dann den Schellack auftrage. Oder muss ich sonst noch etwas beachten ?

Beste Grüße
Gerrit
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Phonschorsch
Fr Jun 26 2015, 18:51
Dabei seit: Fr Mai 01 2015, 10:24
Wohnort: 63110 Rodgau - Hessen
Einträge: 79
Hallo Gerrit,

schleifen ist mit grosser Vorsicht angesagt.
Da meisens die Patina dabei weg ist (Für viele Sammler unverzichtbar)
Beim Schleifen, Nass mit 800er Papier wird die unter dem Schellack aufgetragene Beize abgetragen werden.
Das gibt Flecken. Das ist so, weil die Beize an den weichen Holzstellen mehr als an den harten Stellen eingedrungen ist.
Am besten ist es, den Lack abzutragen. Spititus löst, Alkohol löst. Aber das braucht Erfahrung.

Wie gesagt, ist der Lack noch gut, lasse ihn so. Nur mit Schellack auffrischen.
Im Radiomuseum haben wir Geräte (50er Jahre) die sind neu Lackiert.
Da fragen die Besucher oft,: "Sind die neu?"
Da sieht man das Alter nicht.
Würde ich heute nicht wie 68, sondern wie 20 aussehen.....
Na ja, müsste nicht sein, passt irgend wie nicht.......

Ich zeige jetzt mal Renovierte Geräte vom Jupp( Bilder sind genehmigt) Da sind 16 Schichten Lack drauf.
Das ist besser wie neu. Aber? Wer es mag.







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Starkton
Fr Jun 26 2015, 20:16
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Das Gehäuse dieses Grammophons von c. 1930 wurde mit aufgesprühtem Nitrolack überzogen. Eine aufwendige Schellackpolitur wäre historisch also nicht korrekt und auch zuviel des Guten..

Man könnte es, nachdem alle Metallteile abgebaut sind, zum Lackierer bringen, allerdings würde es dann "besser wie neu" aussehen. Einfacher ist es nach gründlichem Abstauben eine dünne Wachsschicht (Bienenwachs/Carnaubawachs) aufzutragen und sie nach dem Trocknen nach Bedarf zu polieren. Das Wachs gibt es auch eingefärbt. Bloß kein Wachs mit Ölanteil verwenden. Das Öl zieht auf alten, lackierten Oberflächen nämlich sehr ungleichmäßig ein und führt zu Verfärbungen.
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Saftladen
Fr Jun 26 2015, 21:30
Dabei seit: Do Jun 04 2015, 18:37
Wohnort: Oldb.
Einträge: 32
Hallo,
ich finde das hat was, ist aber wohl tatsächlich etwas zu "perfekt", ich war mir nicht bewusst, dass das Holz nach Schellackpolitur soooo stark glänzt. Zu meinem Gerät passt das auch nicht so wirklich.
Ich habe mir im Netz und bei euch noch einmal die gewachsten Oberflächen angeschaut, das kommt dem altem Lack (zumindest dem, was noch davon übrig ist) schon näher.
Die Frage, die sich mir stellt ist, ob das Wachs auch halbwegs lange hält. Irgendwo hier im Forum schrieb mal jemand, dass das für den Moment ganz toll aussähe und der Glanz nach wenigen Monaten schon verflogen sei. Es kann sein, dass ich etwas verwechselt habe, aber es sollte schon für die nächsten Jahre halten

Gruß Gerrit

P.S.: weiß niemand, was es mit diesem Metallstift auf sich hat ?
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schlagerbummel
Fr Jun 26 2015, 21:55
Dabei seit: Sa Jun 13 2015, 19:16
Wohnort: Saarbrücken
Einträge: 21
Danke für die Aufklärung und interessante Erläuterung, Georg ...

... wie erwähnt, hat sich ein Schreinermeister mein Consolette vorher angeschaut, von einem Schellacküberzug sagte er nichts, ist für meine Begriffe auch nicht vorhanden. Das kann jetzt entweder daher kommen, dass das Gerät irgendwann mal anders behandelt wurde oder dass es nie mit Schellack überzogen wurde.

Die Behandlung mit Poilyboy hat bislang nicht geschadet, wird sie zukünftig auch hoffentlich nicht. der Glanz der ersten Minuten hat sich in ein natürliches Holzbild verwandelt ...

LG Armin



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Starkton
Fr Jun 26 2015, 22:04
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Saftladen schrieb ...

Irgendwo hier im Forum schrieb mal jemand, dass das für den Moment ganz toll aussähe und der Glanz nach wenigen Monaten schon verflogen sei.

Das ist nicht richtig.

Wachs zieht jedoch Staub an. Deshalb sollte man ab und zu (alle 1 bis 2 Jahre) mit einem weichen Tuch nachpolieren. Einfacher geht's wirklich nicht.
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Saftladen
Fr Jun 26 2015, 22:38
Dabei seit: Do Jun 04 2015, 18:37
Wohnort: Oldb.
Einträge: 32
Dann werde ich das mal ausprobieren und das Ergebnis bei Zeiten mal vorzeigen. Und besten Dank für die Tipps!
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Gast
Sa Jun 27 2015, 08:20
Gast
nimm Möbelrestauro!!! (für dunkles Holz)

Ich kann nur davon abraten, da irgendwas abzuschleifen usw.

Das Holz ist nach 80 Jahren einfach nur ausgetrocknet.

Mit dem Restauro verschwinden Kratzer usw. von ganz alleine, ohne das du großen Aufwand betreiben musst und die Flasche kostet nur 10 Euro.

Schau dir mein Vox-Standgrammophon hier im Forum an, dass ist auch nur mit Restauro behandelt.





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joha
Sa Jun 27 2015, 11:22
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Das Gramola ist vollständig und auch so zusammengesetzt ausgeliefert. Hier handelt es sich um Lagerware, da das ursprüngliche Model schon veraltet war.Die Niederlassung Prager Str.in Dresden hatte große Lagerbestände an vorgefertigten Gehäusen die zum Preiswerten Abverkauf gelangten.Es gab in den Jahren 1929 bis 1931 kaum noch Kunden die diese Art von Schränken haben wollten, da sie schon sehr technisch überholt waren.Da der Verkauf während der Wirtschaftskrise stagnierte hatte man sich entschlossen alte Bestände mit moderneren Teilen aus dem Konzern an den Mann zu bringen.Veränderungen am Innentrichter machten den Einsatz des Brunswick Tonarms möglich,da die Geräte aus früherer Produktion einen Saxophontonarm besaßen,der ehemals schwere Doppelfedermotor wurde hier durch den moderneren kleineren ersetzt. Der Trend waren aber elektrische Schränke.Die mir vorliegenden Kataloge weisen dieses Gerät nicht mit diesen Teilen aus.Es stammt aus der Übergangsphase zwischen 1928 bis 1931,Geräte dieser Bauart wurden auch mit elektrischem Antrieb sowie daneben montierten Elektrotonarm ausgestattet.Die Brunswick -Schränke waren schon in der Höhe kleiner und besser ausgestattet,ähnlich der Elektrola.Das Geschäft auf der Prager Str.wurde bis 1937arisiert( Weiss &Co.)der Dresdner Anzeiger meldetet das die Prager Strasse 1937 keine jüdischen Geschäftsinhaber mehr hatte.Die Niederlassung mit Ihren Ausstellungräumen ging 13.2.45 im Bombenhagel unter.

[ Bearbeitet Sa Jun 27 2015, 11:34 ]
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Saftladen
Sa Jun 27 2015, 12:34
Dabei seit: Do Jun 04 2015, 18:37
Wohnort: Oldb.
Einträge: 32
Gast schrieb ...

nimm Möbelrestauro!!! (für dunkles Holz)

Ich kann nur davon abraten, da irgendwas abzuschleifen usw.

Das Holz ist nach 80 Jahren einfach nur ausgetrocknet.


Ich hatte das jetzt so verstanden, dass man bei einem Wachsüberzug nichts anschleifen muss ?
Ein kompletter neuer Überzug wäre mir doch lieber, da ich in den nächsten Monaten eh etwas mehr Zeit habe.



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Starkton
Sa Jun 27 2015, 13:01
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Bei einem Wachsüberzug muss man nichts anschleifen. Wachs hat den Vorteil, dass es (anders als Öl) an der Oberfläche bleibt und bei Bedarf (z.B. wenn das Gehäuse irgendwann doch neu lackiert werden soll) wieder entfernt werden kann. Mir gefällt bei Wachs, dass der damit erzeugte Glanz seidenmatt ist und der Glanzgrad durch das Nachpolieren sehr fein gesteuert werden kann.
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Gast
Sa Jun 27 2015, 21:33
Gast
ich hab schon viele grammophone wie deins, für meinen Trödler wieder hergerichtet.

Das Zeug ist sehr gut, ich kann es nur empfehlen.

Das Holz ist wie gesagt nur ausgetrocknet.

Das Restauro zieht ins Holz ein und gibt ihm die Stoffe zurück die es über die Jahre verloren hat, zusätzlich verschwinden Kratzer wenn sie nicht zu tief sind, und ausgeblichen Stellen oder Flecken.

Es hinterlässt einen feinen Glanz.

Das Holz wird es dir danken und du wirst staunen wie gut das Grammophon wieder aussieht,

Du kannst es ja dann immernoch mit Wachs polieren.



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