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Pathé Modèle numéro 0 „Le Démocrate“
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
alang
Do Okt 08 2015, 01:41 Druck Ansicht
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 583
HERSTELLER: Pathé
MODELL: Pathé Modèle numéro 0 „Le Démocrate“ oder auch „Democratic“
LOGO: „Je Chant Haute Et Clair“ (Ich single laut und klar)
JAHR: ca. 1904-1905
DAMALIGER PREIS: 22,50 fr
GEHÄUSE: Basisplatte und Deckel aus Holz
PLATTENTELLER: Walzenkonus für Standardwalzen
TRICHTER: gedrehter Aluminiumtrichter (Replikat)
MOTOR: 1-Feder
SCHALLDOSE: Reproducteur Pathé aus schwarzem Kunststoff (Replikat)

INTERESSANTE DETAILS:
Auesserst einfacher Cylinderspieler der von Pathé um ca. 1903 vermutlich als Antwort auf andere Billigmodelle wie Puck etc auf den Markt gebracht wurde. Im originalen Lieferumfang enthalten war ein groesserer Metallkonus, der zum Abspielen von Konzertwalzen ueber den normalen Konus gesteckt werden konnte. Erscheint mir merkwuerdig, dass man ein solches Billiggeraet fuer die teuren Konzertwalzen aussstattete. Allerdings gab’s das ja bei manchen Puck Modellen auch. Das Modèle 0 war nur ein oder zwei Jahre im Katalog gelistet und wurde dann vom etwas aufwendigeren „Le Coq“ abgeloest.

Wie die meisten meiner Geraete bekam ich auch dieses als „Projekt“ und nicht funktionstuechtig. Nach gruendlicher Reinigung, Schmierung und Reparatur des Fliehkraftreglers musste ich erst einmal ein paar Teile finden. Zum Glueck hat ein bekannter Haendler in Holland Replikate fuer Horn und Hornstuetze. Die Schalldose habe ich als Replikat auf der Bucht gefunden. Sollte ich irgendwann einmal Originalteile bekommen kann ich die Replikate ja austauschen, aber jetzt ist der Phonograph erst mal komplett und laeuft.

Die Tonqualitaet ist in etwa vergleichbar mit einem Puck, die Lautstaerke ist allerdings beachtlich. Im Gegensatz zum Puck hat das Modèle 0 einen richtigen Antriebsriemen (keinen Faden), was die Bedienung relativ unkompliziert macht. Die Walze spielt von rechts nach links, was Anfangs etwas ungewohnt ist. Durch die zentrale Aufhaengung des Horns bewegt sich die Schalldose in einem Bogen, was am Ende der Walze zu einer weniger idealen Auflageposition fuehrt. Ich spiele also darauf nur moderne Plastikwalzen ab. Originalwalzen will ich das nicht zumuten, vor allem da durch das Fehlen einer Foerderschnecke die Rillen fuer die Walzenfuehrung sorgen muessen.

Insgesamt funktioniert das Modèle 0 trotz seiner Einfachheit erstaunlich gut, ich kann aber verstehen, warum man den „Le Coq“ mit Foerderschnecke und Schalldosenfuehrung langfristig vorzog.





















[ Bearbeitet Fr Okt 09 2015, 01:21 ]
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Formiggini
Do Okt 08 2015, 20:24


Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Ein interessanter Phonograph, der uns mal wieder zeigt, wie simpel die mechanische Tonwiedergabe eigentlich sein konnte. Danke fürs zeigen!

Erscheint mir merkwuerdig, dass man ein solches Billiggeraet fuer die teuren Konzertwalzen aussstattete.


Ich vermute dahinter eher "Marketing". Wirklich gut verkauften sich diese teuren und fragilen Konzertwalzen ja eigentlich bei keiner Firma. Vermutlich war die Hoffnung bei Pathe, wenn man auch die billigen Phonographen mit der Möglichkeit ausstattet die großen (teuren) Walzen zu hören, der Verkauf dieser vielleicht etwas steigt.

In französischen Zeitungen wurde das Modèle numéro 0 übrigens erst ab Dezember 1904 beworben. In dieser Anzeige vom 25.12.1904 noch mit dem großen Zusatz "Neuheit":




Grüße



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Webseite
Starkton
Do Okt 08 2015, 22:26
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Super, dass Du diesen Phonographen wieder zum Laufen gebracht hast. Guter Zustand und die Ersatzteile sehen stimmig aus. Vielleicht findest Du irgendwann sogar einen hübschen Blumentrichter dafür.

Wie oben bereits geschrieben erschien das Modell "0" Ende 1904 zuerst in Frankreich. Als Modell "Democratic" kamen die ersten 1000 Stück in England sogar erst im September 1905 zu den Händlern.

Dieser Phonograph wurde ab Herbst 1905 sehr wahrscheinlich auch in Deutschland angeboten. Der Preis wird bei 20 Mark gelegen haben. Nur halb so teuer wie der Edison GEM, allerdings keine wirkliche Konkurrenz für den billigen 5 Mark Puck.

Der größere Metallkonus zum Aufstecken passte übrigens für die Inter- oder Stentorwalze, produziert von Pathé und ein paar anderen Firmen. Das Mittelformat also, Durchmesser 9 Zentimeter, welches viel verbreiteter war als die zu diesem Zeitpunkt bereits ausgestorbene Konzertwalze mit 12,5 Zentimeter Durchmesser.
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alang
Fr Okt 09 2015, 01:20
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 583
Vielen Dank Formiggini und Starkton fuer die zusaetzlichen Informationen. Ich habe die Jahreszahlen korrigiert. Wie man auf dem Bild sieht war aber glaube ich bei diesem Geraet zumindest standardmaessig kein Blumentrichter dabei. Das mit der Interealze wusste ich nicht.

Nochmal vielen Dank
Andreas
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