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Forums > Künstler > Orchesterleiter und Musiker
Bobby Hind
Moderators: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, DGAG, Der_Designer
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Grammophonteam
Sat Oct 17 2015, 18:55pm Print View
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Zu dem im Artikel erwähnten Auftritt von Bobby Hind & der London Sonora Band 1931 in Merano hier noch die Kritik nach dem Gastspiel:

Bobbie Hind und seine 12


…und daß alle, welche sich durch Bobbie Hind, den eigenartigen Dirigenten und seine Künstler zwei Stunden fast pausenlos unterhalten ließen, mit dem abwechslungsreichen, köstlichen, zumeist humorvollen Spiel der besten aller Jazz-Kapellen zufrieden waren, ließ sich auch der Heiterkeit und dem stets wachsenden stürmischen Beifall nach jeder Nummer des Programms und den vielen Einlagen und schmissigen Zugaben, feststellen.

Alle standen im Banne des weichen Rhythmus, der zauberhaft sanften, manchmal aber auch grell heraus geschmetterten Jazzweisen, der sensationellen Präzision der „synkopischen Hexerei“, staunten begeistert über das Stimmphänomen Frank Jvalla, der mit einem regelrechten, auch die höchsten Tonlagen spielend bewältigend, glänzenden Sopran ausgestattet ist, überdies die Gitarre meistert, lachten über die Scherze und Spässe des Saxophonisten und seinen Tenor Edgar Dolton, welcher auch in einem entzückend-zarten Violinensolo brillierte, und lauschten ebenso andachtsvoll auch Freds Millars Solovortrag am Flügel.

Ein jeder der 12 Musiker ist Meister seines oder seiner Instrumente und vermag im einzelnen und in der Gesamtheit zu der Auffassung zu bekehren, daß Jazz eigentlich nicht ein wirres, wildes Tongebrause und Tongeheule in verzwickten widersinnigen Takten ist, sondern schlichtweg sogar ohrenerfreuende Musik. Wie diese 12 Musiker in den feinsten Abtönungen und mit den eigenartigsten Mitteln den Wertinhalt des Jazz herauszubringen wissen, ihn gewissermaßen über sich selbst erheben und Feinheiten, die einem bisher fremd geblieben, aufzudecken imstande sind, das gibt eine Musik, die packt und erst verstehen lässt, was eigentlich Jazz ist und was er in sich hat. Kopf und Herz, zwingender Meister und anfeuernder Leiter dieser Künstler aber ist Bobbie Hind, der ohne Taktstock, nur mit weichen Hand- und Fingerbewegungen tänzelnd seine Sinfoniker leitet.

Es ist Musik in jeder seiner Bewegungen, es geht von ihm sprühendes Leben, eine suggestive Kraft aus, der sich jeder Einzelne seiner Truppe freudig unterwirft. Unter den 67 (!) Nummern des Programms zur Auswahl finden sich in deutsch auch die „Schönste Frau von Madrid“, „Still wie die Nacht“, „Ich hab kein Auto“, „Karneval“ und kaum stimmungsvoller hätte der Abend ausklingen können als mit dem gefühlvollen „Good night“ aus der Operette „Viktoria und ihr Husar“.
Alpenzeitung, 23. Mai 1931

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Grammophonteam
Wed Oct 21 2015, 22:49pm
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Aus der Sammlung von Rainer Lotz - Vielen Dank!

1927 - Hamburg


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jitterbug
Fri Oct 23 2015, 19:04pm
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Posts: 396
Wie verhält es sich mit dieser Platte auf Sirena-Grand-Record? Sie ist im großen Artikel und in der nicht enthalten, taucht allerdings in der Lange-Discographie (fragmentarisch) auf.

Sie ist bezeichnet als:
"gesp. v. London Sonora Band"

18126 Erinnern Sie sich? - Blues (Egen)
18127 Sunset Trail Blues

Sirena Grand Record No. 619

Viele Grüße, Stephan





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Formiggini
Fri Oct 23 2015, 20:16pm

Joined: Tue Dec 28 2010, 19:20pm
Posts: 1758
???

Björn Englund veröffentlichte in Zusammenarbeit mit Rainer Lotz im VJM Magazin 169 (Mark Berresford) letztes Jahr ebenfalls einen Artikel zur London Sonora Band. Hiervon erfuhr ich allerdings erst nach der Veröffentlichung hier. In diesem heißt es, die Aufnahmen aus Warschau (c. Dezember 1926) haben nichts mit der Bobby Hind Band zu tun.

Belege für Auftritte in Warschau fand ich nicht. Bei der Reisetätigkeit der Band, bedeutet dies aber noch lange nichts... Auch möglich: Dein Sirena (Syrena) Etikett wurde verwendet speziell für den Markt in Deutschland. Vielleicht "bediente" man sich einfach des damals populären Namens? Der Titel "Erinnern Sie sich?" von Austin Egen wurde 1925/26 aber auch von anderen Orchestern in Berlin aufgenommen. Hind könnte also, potentiell, dieses Stück auch bei seinem langen Gastspiel in Deutschland "auf geschnappt" haben.

Interessant wäre mal eine Hörprobe ob es vielleicht doch hinkommen könnte. Die Hind - Band zählte zwar nicht unbedingt zu den "Hot Jazzern", lieferte aber bei den bekannten Platten doch Aufnahmen mit ausgefeilten Arrangements und sauberer Solistik.

Grüße
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jitterbug
Sun Oct 25 2015, 10:45am
Joined: Wed Mar 27 2013, 16:49pm
Location: Berlin
Posts: 396
Formiggini wrote ...

(...)
Interessant wäre mal eine Hörprobe ob es vielleicht doch hinkommen könnte. Die Hind - Band zählte zwar nicht unbedingt zu den "Hot Jazzern", lieferte aber bei den bekannten Platten doch Aufnahmen mit ausgefeilten Arrangements und sauberer Solistik.
(...)

Dein Wunsch sei mir Befehl: Sirena-Grand-Record, LONDON SONORA BAND

In meinem Sender findet Ihr jetzt beide Seiten und die entsprechende Fragestellung zur Diskussion.

Viel Grüße, Stephan
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