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Foren > Musik, Tanz, Theater und Tonfilm > Politik, Märsche und Zeitgeschichte
Das Orchester Erhard Bauschke im Propagandadienst, Oktober 1939
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
EddieCondon
Sa Jan 14 2017, 21:30 Druck Ansicht
Dabei seit: Fr Jan 06 2017, 13:29
Wohnort: Köln
Einträge: 84
Hallo,

heute möchte ich eine ungewöhnliche Platte vorstellen, die im Jahr 1939 entstanden ist.

Es handelt sich um die allererste, von Deutschland im Krieg hergestellte Schallplatte mit anti-britischen Texten. Hieraus entstand eine Serie von Schallplatten, die mit dem Orchester Karl Schwedler (= "Charlie and his Orchestra") fortgesetzt wurde.
Auf dieser Scheibe ist jedoch das Orchester Erhard Bauschke zu hören (und noch NICHT "Charlie").

Die Platte wurde am 11.10.1939 (also nur rund fünf Wochen nach Ausbruch des Krieges) aufgenommen und nur auf einem anonymen Etikett gepreßt. Dieses "Lyra"-Etikett taucht (mit fortlaufenden römischen Ziffern) auch später nochmal auf (dann aber mit "Charlie-Aufnahmen") - hier haben wir aber die erste Platte mit der Numerierung "I" und "II".

Das Lied "British soldier´s song" ist auf die Melodie eines Liedes der Heilsarmee ("Onward christian soldiers") geschrieben und enthält einen extrem antisemitischen Text. Es ist in einem Marschtakt gehalten und entspricht noch nicht den späteren Swing-Nummern von "Charlie and his Orch.".

Kurioserweise ist die Rückseite ebenfalls eine Aufnahme des Bauschke-Orchesters aus dem gleichen Jahr, die auf regulärer roter Grammophon unter dem Titel "Möglich ist alles" (Bestell-Nr.: 11161) veröffentlicht wurde. Was auf dem roten Grammophon-Etikett der Zweittitel war, ist hier der eigentliche Titel ("Could be"); es handelt sich aber um die gleiche Matrize.
Hier ist weder musikalisch, noch textlich etwas verändert, so daß sich einerseits eine üble Propagandaaufnahme und andererseits ein normaler Tanztitel auf einer Platte vereint finden.

Diese Platten waren natürlich nicht zum Verkauf bestimmt, sondern dienten dem Rundfunk für die Gestaltung von Programmen deutscher Sender für englischsprachiges Publikum (in erster Linie Kurzwellensender für England und Übersee) und gingen vereinzelt an deutsche Botschaften im Ausland. Die Stückzahlen gepreßter Platten pro Titel sind nicht bekannt, dürften sich aber maximal im unteren dreistelligen Bereich bewegen.

Den Titel "Could be" veröffentliche ich in meinem Sender ("DieWERAG"); die andere Seite aus naheliegenden Gründen natürlich nicht !




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