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Foren > Phonographen > Walzen und frühe Tonaufnahmen
Frühe Aufnahmeversuche von Alexander Bell (1885)
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
snookerbee
Do Dez 29 2011, 13:19 Druck Ansicht
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1711

Im Dezember 2011 wurde publiziert, dass es gelungen sei, frühe Versuchsaufnahmen von Alexander Bell aus den 1880er Jahren wieder hörbar zu machen. Bell nutzte für seine Experimentalaufnahmen u.a. eine Glasscheibe, in die mit gebündeltem modulierten Licht Toninformationen eingeschmolzen wurden. [Nachtrag: Das ist falsch. Es handelt sich um die Belichtung einer lichtempfindlichen Oberfläche, also praktisch eine Fotografie.] Auch verschiedene andere Materialien wurden getestet wie Bienenwachs oder Metallfolien. Die Aufnahmen konnten teilweise nicht wiedergegeben werden, so dass die Nutzung neuester optischer Technologie nötig war, um ein Audiosignal hörbar zu machen, ohne die Experimentalplatten zu beschädigen. Dazu wurde ein hochauflösender Scan angefertigt, von dem mittels Computerberechnungen die Schwingungen der aufgezeichneten Töne rekonstruiert wurden.


Hier findet man ein gutes Foto der oben erwähnten Glasplatte.

Einige Audiobeispiele.

Ein Youtube-Film mit Tonbeispielen zu den verwendeten Experimentalplatten:

Link - Hier klicken


[ Bearbeitet So Jan 21 2018, 14:20 ]
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Formiggini
Do Dez 29 2011, 13:21
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Sehr interessante, frühe Versuche. Und einfach toll, dass man sie heute wieder zum klingen bringen kann!

Ich verschieb es aber mal nach "Phonographen".
Grüße
Uli
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snookerbee
Do Dez 29 2011, 13:41
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1711

Alles klar. Ich hatte keine Kategorie "Frühe Tonaufnahmen" gefunden.

Gruß
Claus

[ Bearbeitet So Mär 25 2012, 21:22 ]
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gramofan
Do Dez 29 2011, 16:30
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 905
Schallaufzeichnung vor Edison? Ja! Man konnte sie nur lange Zeit nicht widergeben. Bekanntlich hatte Erdouard-Leon Scott de Martinville 1860 mit dem Phonautographen Schall optisch sichtbar als helle Spur auf berußtem Papier aufgezeichnet. Diese hat man (schon vor ein paar Jahren) mittels Computerhilfe wieder hörbar gemacht. Die Beispiele (und Hintergrundinformationen) sind auf folgender Internetseite zu finden:

Link - Hier klicken
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Starkton
Do Dez 29 2011, 18:35
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Es geht noch früher. Hier sind so genannte "Klangfiguren" einzelner Töne von 1802. Kleiner Tipp: Die sind noch nicht wieder hörbar gemacht worden.



[ Bearbeitet Do Dez 29 2011, 20:02 ]
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snookerbee
Fr Dez 30 2011, 16:59
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1711

@Starkton: Das habe ich noch nie gesehen. Danke für die Ergänzung! Technisch verstehe ich's aber nicht.

@gramofan: Danke für den Link. Dort befindet sich auch eine genaue Auflistung der oben erwähnten Testplatten mit Erklärungen.

http://www.firstsounds.org/sounds/volta/index.php



[ Bearbeitet So Mär 25 2012, 21:10 ]
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Rundfunkonkel
Fr Dez 30 2011, 19:24
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
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Einträge: 1078
Solche Klangfiguren entstehen, wenn man z.B. Sand oder Wasser in Schwingung versetzt. Ich könnte mir vorstellen, dass man mit Versuchen diese Figuren zumindest zuordnen könnte.

Gestern Abend träumte ich im Halbschlaf, dass man im Weltall reflektierte Rundfunkwellen aus den ersten Sendungen wiederaufgenommen habe... das mit den Platten hier ist ein wirklich interessantes Thema, welches mich selbst im Schlaf nicht los lässt!


[ Bearbeitet Fr Dez 30 2011, 19:25 ]
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Formiggini
Fr Dez 30 2011, 19:36
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Auch wenn ich mit dem englischen Text oben zwar ganz gut zurecht komme, zwei Dinge habe ich noch nicht ganz vestanden:

1. Sind diese Aufnahmen in Tiefen oder Seitenschrift?

2. Es heißt in dem Artikel: ...they recorded the word "barometer" on a glass disc with a beam of light.

Aufgenommen mit einem Lichtstrahl?
Zwar waren Berliners früheste Aufnahmen auch auf Glasplatten, er hatte sogar die Idee Verfielfältigungen nicht durch pressen, sondern durch ein photo-galvanisches Verfahren zu ziehen -
Aber, wie sah die akustische Aufnahmetechnik aus, wenn mit einem Lichtstrahl aufgenommen wurde?

Dieses Verfahren kam ja erst wieder 1925 mit dem "Light Ray" Verfahren der Brunswick, mit dem ja auch die ersten elektrischen Aufnahmen der Grammophon gemacht wurden.

Wie aber, haben Alexander Graham Bell, Chichester Bell und Charles Sumner Tainter das in den 1880´er Jahren auf akustischen Wege gemacht?

[ Bearbeitet So Jan 21 2018, 14:12 ]
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Rundfunkonkel
Fr Dez 30 2011, 19:40
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1078
Zwischenfrage: wo finde ich Infos zu dem von Dir genannten "Light Ray" Verfahren? das interessiert mich sehr.

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Formiggini
Fr Dez 30 2011, 19:46
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Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
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Hier: Link - Hier klicken *grins
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snookerbee
Fr Dez 30 2011, 21:18
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1711

@Formiggini: Das mit der Glasplatte habe ich mich auch schon gefragt. Ich schrieb ja oben, dass die Informationen in die Platte geschmolzen wurden. Das geht natürlich nur mit einem Laser oder mit in einer Lupe gebündeltem Sonnenlicht. Doch wie soll man das modulieren? Ich vermute eher eine lichtempfindliche Beschichtung wie bei Fotoplatten. Die Technik war ja schon bekannt um 1880. Hier ein Foto der Glasplatte: Link - Hier klicken

Eine Versuchsplatte ist eindeutig in Seitenschrift moduliert: Link - Hier klicken

Diese Platte ist in Tiefenschrift moduliert: Link - Hier klicken

Und besonders interessant und unerklärlich ist diese Form der Modulation: Link - Hier klicken

Auf dieser Seite sind Fotos der experimentellen Aufnahmegeräte: Link - Hier klicken

[ Bearbeitet Fr Jan 09 2015, 11:30 ]
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Formiggini
Fr Dez 30 2011, 22:10
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Klasse - dein letzter Link führt zu gutenberg.org.

Hier der (englische) Text:

Photographing Sound in 1884/Volta Laboratory, Washington, D. C.
A jet of bichromate of potash solution, vibrated by the voice, was directed against a glass plate immediately in front of a slit, on which light was concentrated by means of a lens. The jet was so arranged that the light on its way to the slit had to pass through the nappe and as the thickness of this was constantly changing, the illumination of the slit was also varied. By means of a lens ... an image of this slit was thrown upon a rotating gelatine-bromide plate, on which accordingly a record of the voice vibrations was obtained

Genaue Übersetzung mag man sich per Online Übersetzer holen

Sinngemäß: (Ton)Vibration veränderte die Größe eines Spaltes, durch den die Stärke des Lichteinfalls gesteuert wurde. Dieser Lichtstrahl wurde via einer Linse gebündelt, und auf eine photographisch beschichtete, sich rotierende Glasplatte "geworfen".

Von dem Versuch Töne mittels Licht aufzunehmen kam man aber wieder ab, und es wurde nach dem bekannten Membran/Nadelverfahren aufgenommen.
Jedoch zunächst auch auf Platten, jedoch hier in Tiefenschrift:



[ Bearbeitet So Jan 21 2018, 14:24 ]
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snookerbee
Fr Dez 30 2011, 23:26
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1711

Abgesehen von den interessanten Gerätschaften finde ich es völlig verblüffend, dass die Produkte dieser Experimente heute überhaupt noch existieren. Zumal sie ja Unikate sind und noch nicht in großen Stückzahlen hergestellt wurden. Andere einmalige Tonaufzeichnungen sind ja hingegen verloren gegangen. So soll eine einmalige Aufnahme der Stimme von Abraham Lincoln einst bei einem Abspielversuch zerstört worden sein: Link - Hier klicken


[ Bearbeitet So Mär 25 2012, 21:06 ]
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Starkton
Sa Dez 31 2011, 03:10
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
snookerbee schrieb ...

Abgesehen von den interessanten Gerätschaften finde ich es völlig verblüffend, daß die Produkte dieser Experimente heute überhaupt noch existieren.

In der freien Wildbahn hätten diese Sachen sicher nicht überleben können. Die Mitglieder des Volta Laboratory deponierten die Ergebnisse ihrer Versuche im Smithsonian Institut. Um Charles Sumner Tainter zu zitieren: "We did this so that if Edison's company should get hold of our invention, through any leakage of information, before our patent was complete, we would have dated proof of what we had worked out."

Alexander Graham Bell war im Wesentlichen nur der Geldgeber des Volta Laboratory, die Erfinder waren vor allem der Instrumentenmacher Tainter und in geringerem Maß der Naturwissenschaftler Chichester A. Bell,
A. G. Bells Cousin.

Ich habe unter anderem über diese frühen Experimente des Bell Laboratory letzten Juni in Berlin auf einer Internationalen Tagung einen Vortrag gehalten: Disc Records of the 19th Century, Characteristics and Preservation


Vielen Dank für den Projekt Gutenberg Link. Einige Abbildungen daraus kannte ich noch nicht.

[ Bearbeitet So Jan 21 2018, 14:28 ]
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snookerbee
Fr Jan 09 2015, 11:54
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1711
Einige der in diesem Thread besprochenen Aufnahmeversuche wurden mittlerweile durch optische Abtastverfahren wieder hörbar gemacht.

Man beachte die Spieldauer des ersten Tonbeispiels: 4:36!
Bei 3:50 stellt sich Alexander Graham Bell namentlich vor.


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[ Bearbeitet Mo Aug 20 2018, 04:22 ]
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