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Foren > Phonographen > Geräte, Werbung und Schriftmaterial
Bahrephon Phonograph
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
-Juergen-
So Mär 17 2019, 20:44 Druck Ansicht
Dabei seit: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Einträge: 32
HERSTELLER: W. Bahre Berlin
MODELL: Bahrephon
SERIENNUMMER: 1192
JAHR: ??
DAMALIGER PREIS: ??
WALZENTRÄGER: Konus
TRICHTER: Aluminium
MOTOR: siehe Bilder
SCHALLDOSE: Aluminium mit zusätzlichem Auflagegewicht


Nachfolgend ein paar Bilder eines Bahre Phonographen. Obschon Bahre ein wirklich namhafter Berliner Hersteller war, habe ich zu dem Gerät in den letzten Jahren keine weiteren Informationen und auch kein weiteres Gerät gefunden.
Bemerkenswert an diesem Gerät finde ich: die integrierte abschließbare Schublade für 6 Walzen, die stehende Welle mit erstaunlich kleinen und leichten Gewichten sowie die geringfügig größere Trichteraufnahme (ca. 2mm mehr als „übliche“ Phonographen) am Transportschlitten.

Die Blechwalzendose enthält leider nur eine abgeschliffene Walze.

Vielleicht kann ja jemand von Euch das jemand Herstellungsjahr belegen. Ausführung und Verarbeitung sehen für mich nach vor 1900 aus. ……aber ich habe wie erwähnt leider keinen Beleg.
bahre_1.pdf
bahre_2.pdf
bahre_4.pdf
bahre_3.pdf
bahre_6.pdf
bahre_7.pdf
bahre_8.pdf

[ Bearbeitet So Mär 17 2019, 21:32 ]
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DGAG
So Mär 17 2019, 22:48
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 220
Großartiger Phonograph. Ich freue mich sehr, hier im Forum ein so frühes deutsches Gerät zu sehen und gehe davon aus, dass dieses Modell ab Frühjahr 1898 gebaut wurde. Siehe Infos weiter unten.

Wäre es möglich ein paar Bilder etwas größer und schärfer direkt im Forum einzustellen? Es ist sehr mühsam sie einzeln aufzurufen. Eine ähnliche, aber in der Beschriftung etwas abweichende Bahre-Dose habe ich an anderer Stelle gezeigt: Link - Hier klicken

Wilhelm Bahre hat das Warenzeichen "Bahrephon" am 24. September 1897 als Warenzeichen für Sprechmaschinen angemeldet. Am 2. November 1897 wurde es eingetragen. Hier ist eine Anzeige aus der Zeitschrift für Instrumentenbau, Leipzig, 18. Jahrgang, No. 23, 11. Mai 1898, S. 626. Es ist die früheste mir bekannte Quelle für das Bahrephon.




[ Bearbeitet Mo Mär 18 2019, 13:09 ]
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-Juergen-
Mo Mär 18 2019, 12:47
Dabei seit: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Einträge: 32
Besten Dank für die Werbeanzeige.
Hier ein paar Bilder in anderem Format.
Sehr schön sollte jetzt die Seitenplatte mit den Spuren der Reißnadel und dem Feilenstrich erkennbar erkennbar sein. Von Serienfertigung durchgängig mit Gussteilen oder Schablonen noch keine Spur.

PDF im Beginn des Thread war keine gute Idee von mir...













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DGAG
Mo Mär 18 2019, 13:54
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 220
Hallo Jürgen, vielen Dank für die Bilder. Jetzt kann ich weitere Details zur Eingrenzung der Datierung erkennen.

Durch die Aufschrift "W. Bahre Phonographen-Fabrik" auf der Platine ergibt sich zunächst ein Zeitraum zwischen Ende 1897 und Anfang 1899. Im März 1899 wurde nämlich bereits die oHG "W. Bahre Deutsche Phonographen-Werke" ins Berliner Handelsregister eingetragen.

Wilhelm Bahre vertrieb seit Mitte 1895 Graphophone der Columbia Phonograph Company in Deutschland und verfügte daher - mit geringer zeitlicher Verzögerung - über die jeweils aktuellen Modelle dieser Firma. Sein Bahrephon nimmt deutliche Anleihen am Graphophone Type B ("Eagle") welches ab August 1897 in den USA verkauft wurde.

Das ungewöhnliche Schneckengetriebe des Drehzahlreglers ließ sich Wilhelm Bahre am 17. März 1898 durch Gebrauchsmuster schützen: "Durch Schneckengetriebe bethätigte
Zentrifugalbremse für Phonographengangwerke u. dgl. mit verstellbarer Bremsbacke zur Regulierung der Geschwindigkeit."

Das vorgestellte Bahrephon sollte nach den datierenden Merkmalen also zwischen Frühjahr 1898 und Anfang 1899 hergestellt worden sein.

Ich gehe davon aus, dass ursprünglich ein anderer Walzenträger als der jetzige aus Aluminium verbaut war, da die Deutsche Edison Phonographen-Gesellschaft das Patent für den Konus besaß und Bahre im November 1897 in einem Prozess vor dem Berliner Landgericht gegen die Deutsche Edison unterlegen war. Um das Patent zu umgehen meldete Bahre am 24. Mai 1898 ein Gebrauchsmuster für einen "zylindrischen Walzenträger mit ringförmiger Verstärkung zum Aufschieben konischer Phonographen-Walzen" an.
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-Juergen-
Mo Mär 18 2019, 21:52
Dabei seit: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Einträge: 32
Hallo Stephan,
danke für Mühe und Ausführungen. Wie üblich sehr präzise.
Das Bild wird runder.
Habe den Walzenträger zerlegt und keine Abdrücke oder Spuren einer anderen Montage finden können.
Ggf. ist dieses Model auch der Stein des Anstosses für Patentrechtsstreitigkeiten gewesen. Um dies eingrenzen zu können bräuchte es ein weiteres Gerät der Serie.
Deine Dose habe ich sonst auch noch nirgends gesehen. Schon erstaunlich, daß es von einem so namhaften Hersteller wie Bahre so wenig Belege für die verkauften Produkte gibt
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