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Foren > Grammophone > Tischgeräte
Welches Grammophon beschreibt Thomas Mann in seinem Roman "Der Zauberberg"
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
Da_Anda
Sa Mär 30 2019, 15:10 Druck Ansicht
Dabei seit: Fr Jan 06 2017, 19:24
Wohnort: Starnberger See
Einträge: 115
Servus beinand,
Der Literaturnobelpreisträger Thomas Mann (Nobelpreis für "Die Buddenbrooks" im Jahr 1929) lebte zwischen 1919 und 1923 zeitweise in Feldafing am Starnberger See in seinem so genannten Villino. Dort mache er erstmalig Bekanntschaft mit einem Grammophon, das ihn derart begeisterte, dass er in seinem Roman "Der Zauberberg" dem Grammophon einen ganzen Abschnitt, nämlich "Die Fülle des Wohllauts" widmete. Nun stellt sich die Frage, welches Grammophon könnte Thomas Mann dort beschrieben haben.

Fakten:
1.) Die erste Begegnung Thomas Manns mit einem Grammophon fand im November 1919 statt, als ihm sein Freund Georg Martin Richter eines zur Nutzung im Villino zur Verfügung gestellt hatte.
2.) Thomas Mann war als "Technik-Freak" sofort fasziniert von dem Grammophon und dessen Klang. Vor allem aber begeisterte ihn, ein Musikorchester und die menschlichen Stimmen hören zu können, so als ob sie persönlich im Nachbarzimmer singen. Das war für Thomas Mann die Sensation!
3.) Thomas Mann hat am 28.September 1924 mit Ernst Bertram die Vollendung des Zauberberg gefeiert.

Das Grammophon im Zauberberg:
1.) Es war ein elektrisches Grammophon
2.) Ein mattschwarz gebeizter Schrein
3.) Ein Tischgrammophon
4.) Ein anmutig sich verjüngender Deckel mit Messingstütze, die ihn in schräg stehender Lage automatisch feststellte.
5.) mit grünem Tuch ausgeschlagene Drehscheibe mit Nickelrand (Plattenteller)
6.) Vernickelter Mittelzapfen (damit ist die Antriebsachse gemeint)
7.) rechts seitwärts im Vordergrunde eine uhrähnlich bezifferte Vorrichtung zur Regelung des Tempos
8.) Zur Linken den Hebel, mit dem das Drehwerk in Lauf zu setzen oder zu stoppen war.
9.) links hinten den gewunden keulenförmigen, in weichen Gelenken beweglichen Hohlarm aus Nickel (Tonarm)
10.) flachrunde Schalldose
11.) zu öffnende Flügel der Doppeltür, dahinter ein jalousieartiges Gefüge schräg stehender Leisten aus schwarz gebeiztem Holze
12.) Deutsches Fabrikat namens Polyhymnia

Annahmen:
1.) Thomas Mann beschreibt im Zauberberg das Grammophon, das im Villino stand, über das es aber überhaupt keine Informationen gibt. Allerdings sind wir nicht sicher, ob das Villino damals schon elektrifiziert war.
2.) Polyhymnia hat keine Grammophone gebaut. Der Name könnte auf Polyphon hindeuten.
3.) Aufgrund der kurzen Zeit nach dem ersten Weltkrieg kann man davon ausgehen, dass es sich tatsächlich um ein deutsches Fabrikat handeln könnte.
4.) Thomas Mann schreibt über das Grammophon, „das ist eine Stradivarius eine Guarneri, da herrschen Resonanz- und Schwingungsverhältnisse von ausgepichtesten Raffinemang“, was Prof. Mertens zur Annahme veranlasst, dass es sich um ein Cremona handelt, dem Geburtsort von Antonio Stradivari und Guarneri del Gesù, den berühmten Geigenbauern (siehe diesen Artikel). Allerdings sind die Cremona-Grammophone wohl eher nicht für ihre hohe Qualität bekannt.

Da in dem unter Denkmalschutz stehenden Villino demnächst ein Thomas-Mann-Gedächtnisraum neu gestaltet werden soll, würden wir gerne wissen, um welches Grammophon, es sich da handeln könnte, um ein ebensolches dort ggf. ausstellen zu können.

Vielleicht kann ja jemand aus der Beschreibung des Grammophons und den verwendeten Materialien schließen, um welchen Hersteller oder gar um welches Modell es sich im Zauberberg handelt. Wir sind für jede sachdienliche Information sehr dankbar, gerne auch Angaben darüber, worum es sich sicher nicht handeln könnte.

Hier noch der Auszug aus der "Fülle des Wohlauts"


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alang
Sa Mär 30 2019, 15:35
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 572
Ich habe folgenden Thread gefunden, wo Thomas Mann erwähnt wurde und ein link zu einem Bild mit ihm und seinem Electrola 192. Weiß aber nicht, ob das zeitlich dazu passt. Link - Hier klicken

[ Bearbeitet Sa Mär 30 2019, 15:37 ]
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Odeon89
Sa Mär 30 2019, 15:43
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 316
Die Beschreibung könnte sich vielleicht auf ein Tischgerät der Marke Elektromophon beziehen. Zur Firmengeschichte haben wir im Forum bereits einen Beitrag:

https://grammophon-platten.de/e107_plugins/forum/forum_viewtopic.php?29138.post

[ Bearbeitet Sa Mär 30 2019, 15:44 ]
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Telraphon
Sa Mär 30 2019, 16:09
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 115
Bekannterweise besaß Thomas Mann ein Electrola 192,wie auf dem Foto und im folgenden Zeitungsbericht zu lesen. Das Originalgerät wurde bei einem Bombenangriff zerstört.



Link - Hier klicken

[ Bearbeitet Sa Mär 30 2019, 16:10 ]
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Odeon89
Sa Mär 30 2019, 16:15
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 316
ELECTROLA kam als Ableger der englischen HMV erst 1925/26 mit Platten und Geräten auf den deutschen Markt. Da Thomas Manns "Zauberberg" jedoch bereits 1924 im S. Fischer-Verlag erschien, kann es sich unter keinen Umständen um die Beschreibung eines solchen Fabrikats handeln, zumal das Modell 192 ein großes Standgerät (Schrank) ist.
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Da_Anda
Sa Mär 30 2019, 16:28
Dabei seit: Fr Jan 06 2017, 19:24
Wohnort: Starnberger See
Einträge: 115
Das Foto stammt aus seiner Münchner Wohnung in der Poschinger Straße. Es wurde m.W. 1927 aufgenommen und hat mit dem Grammophon im Villino nichts zu tun. Es gibt noch ein weiteres Foto mit Thomas Mann vor einem Grammophon. Dies wurde in Philadelphia fotografiert und zeigt ihn mutmaßlich vor einem HMV157, wobei auf dem Foto die Deckelstütze auf der falschen Seite ist (nein, es ist nicht spiegelverkehrt). Aber das Gehäuse ist eindeutig ein 157er.
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Da_Anda
Sa Mär 30 2019, 16:33
Dabei seit: Fr Jan 06 2017, 19:24
Wohnort: Starnberger See
Einträge: 115
Odeon89 schrieb ...

Die Beschreibung könnte sich vielleicht auf ein Tischgerät der Marke Elektromophon beziehen.

Vielen Dank für den Hinweis. An ein Elektromophon hatte ich auch schon gedacht. Ich konnte nur noch kein Tischgerät von Electromophon finden, das der Beschreibung im Zauberberg enstspricht, also ein schwarzes Tischgrammophon mit zwei Türen und Lamellen vor dem Trichter.
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Da_Anda
Sa Mär 30 2019, 16:58
Dabei seit: Fr Jan 06 2017, 19:24
Wohnort: Starnberger See
Einträge: 115
Jetzt bin ich in dem Thread, den Odeon89 zitiert hat, doch tatsächlich auf eine Anzeige vom August 1920 gestoßen, wo Electromophon ein Tischgerät vorstellt, das zwei Türen hat und Lamellen vor dem Trichter. Hat jemand von Euch zufälligerweise dieses Gerät in seiner Sammlung, so dass er ein Foto posten kann.
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