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Foren > Grammophone > Koffergeräte und Spielzeuggrammophon
Electrola R102A
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
sanfranphono
So Feb 23 2020, 14:23 Druck Ansicht
Dabei seit: So Feb 23 2020, 08:00
Einträge: 14
Hallo alle, ich habe ein Electrola Koffergrammophon zur Reparatur bekommen.
Ist neu fuer mich, da ich bisher nur an HMV 102 gearbeitet habe.

Model R102A Seriennummer 766

Kann mir jemand das ungefaehre Herstellungsjahr fuer dieses Geraet geben? Ist die No. 4 Schalldose original (sehr schlechter Zinkdruckguss, wahrscheinlich nicht reparierbar)?

Mir fallen ein paar unterschiede zum HMV auf, die ich so bisher nicht gesehen habe:
- der offene Motor, habe ich noch nie gesehen, warum wurde das gemacht?
- die Plattentellerspindel ist sehr kurz
- die No. 4 Schalldose - wenn original, ist das Kriegsproduktion?

Und noch eine Frage zur Reparatur: Das Bezugsmaterial aussen ist sehr gedunkelt. Gibt es ein Loesungs- oder Reinigungsmitte womit man es aufhellen kann?

Danke fuer eure Hilfe,

Carsten
-









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Telraphon
So Feb 23 2020, 14:51
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 190
Hallo,
da hast Du ein schönes Gerät.
Das Baujahr dürfte irgendwo um 1932- ca. 1935 herum liegen, anhand der Seriennummer eher im frühen Bereich.
Die Dose ist keine No.4 sondern die No.4a, exklusiv von Electrola hergestellt und auf dem 102, 99, 98 sowie dem 106 verbaut. Sie war von Anfang an aus Zinkdruckguss, man findet aber noch genügend sehr gut erhaltene Exemplare als Ersatzteile.
Der offen versenkte Motor ist bei diesem Modell keine Besonderheit.
Den Papierbezug würde ich nicht anfassen, ein Aufhellen ist hier kaum möglich...Zumindest, wenn man den Bezug nicht schädigen will. Bestenfalls könnte man die Oberfläche dick mit Nivea-Creme oder LINDA Neutral einschmieren und nach 30 Minuten mit einem trockenen Tuch abreiben. Das reinigt ein wenig, hellt aber nicht sonderlich auf.
Sollte man sich für ein chemisches Aufhellen mit "scharfen" Putzmitteln entscheiden, muss man danach die Oberfläche in jedem Fall mit transparentem Papierlack in der Glanzstufe "Seidenglanz" wieder versiegeln, sonst haftet jeder Schmutzfleck daran und die Oberfläche wird noch Feuchtigkeitsanfälliger als ohnehin schon.
Bei solch einem schönen Koffer würde ich persönlich von jeder Bearbeitung des Bezuges absehen...

[ Bearbeitet So Feb 23 2020, 17:56 ]
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sanfranphono
So Feb 23 2020, 17:37
Dabei seit: So Feb 23 2020, 08:00
Einträge: 14
Wirklich, in Deutschland wurde das 102 mit der No. 4a Schalldose verkauft? War das eine Option? ich wuerde eher eine 16 oder 5A/B erwarten.

Uebrigens Victor hatte auch eine 4A, hat aber einen ganz anderen Aufbau.

Mir ist aufgefallen, dass das Oberflaechenmaterial weicher ist als bei den HMV 102.

Vielen Dank fuer die schnelle Antwort.

Gruss

Carsten
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Telraphon
So Feb 23 2020, 17:54
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 190
Richtig erkannt, in Deutschland wurde der 102 nachdem die No.16 ausging nur noch mit der No.4a versehen, da die Produktion jetzt gänzlich in Deutschland erfolgte. Die Umstellung wird im Jahr 1932 stattgefunden haben, aus diesem ist wahrscheinlich ja auch dein Koffer (ab 1933 hieß es dann 102B, 1935 ist das letzte Jahr in dem der Koffer noch im Handel war/beworben wurde).

Um deine Frage von oben noch zu beantworten, der kurze Dorn bedeutet das der Motor in Deutschland hergestellt wurde, er ist am Motorboden dann auch nur noch mit Electrola und nicht Hayes HMV gemarkt. Verkürzt hat man den Dorn um ein verbessertes Plattentablett zu verwenden, dies hatte einen eigenen Dorn wo die Platten aufgelegt werden konnten. Nahm man weniger als 12 Platten mit lag ein Filzstück dabei den man auf den Plattenhaufen steckte und alles in Form hielt.

Nach der Preisliste vom 1. Juni 1932 kostete der 102 in Farbe 140 RM

Da ich gerade unterwegs bin ein schlechtes Foto von Katalogmaterial aus dem Jahr 32:

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Odeon89
Mo Feb 24 2020, 01:15
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 337
Ein sehr schöner roter 102 - herzlichen Glückwunsch!
Das Gerät würde ich auf 1933/34 datieren. Es hat bereits die neue Bremse, die die komplizierte Universal-Bremse Nr. 5 ablöste, die 1931/32 in den ersten Exemplaren des 102 verbaut wurde. Genau wie bei dieser Bremse stellte sich bald heraus, dass auch die von HMV aus Hayes bezogene Schalldose Nr. 16 den Händlern viel Kopfzerbrechen bereitete, wenn ein Käufer ein Gerät zur Revision einreichte. Auch aus diesen Gründen ersetzte die deutsche Electrola ab etwa Ende 1933 die Schalldose 16 durch die 4A, die bereits ein Jahr vorher für den günstigeren Koffer Nr. 98 eingeführt worden war.

Der Kofferbezug besteht üblicherweise aus einem relativ strapazierfähigem Kaliko-Gewebe. Viele Sammler schwören darauf, diese Bezüge mit einem Schwamm und einem Waschmittel oder Shampoo sanft zu reinigen. Danach sollte der Bezug mit einer kräftig roten Schuhcreme (ggf. mehrfach) eingerieben werden. Ich selbst habe damit bei blauen Koffern sehr positive Erfahrungen gemacht, doch rate ich, das vorher unbedingt an einer unauffälligen Stelle auszuprobieren!

[ Bearbeitet Mo Feb 24 2020, 01:19 ]
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Odeon89
Mo Feb 24 2020, 01:16
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 337
Telraphon schrieb ...

Nach der Preisliste vom 1. Juni 1932 kostete der 102 in Farbe 140 RM

Da ich gerade unterwegs bin ein schlechtes Foto von Katalogmaterial aus dem Jahr 32:




@ Telraphon: Könntest Du dieses spannende Werbematerial zum 102 hier evtl. vollständig präsentieren? Das würde mich sehr freuen!

[ Bearbeitet Mo Feb 24 2020, 01:17 ]
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sanfranphono
Mo Feb 24 2020, 04:57
Dabei seit: So Feb 23 2020, 08:00
Einträge: 14
Vielen Dank fuer die Informationen. D.h. die 5A/B Schalldose wurde bei Electrola gar nicht verwendet? Ich habe auch noch Hinweise auf ein Electrola Model 102C gefunden, gab es da verschiedene Varianten?
Was bedeutet das R und A in R102A?

Gruss

Carsten
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Telraphon
Mo Feb 24 2020, 08:04
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 190
C = Schwarz
R = Rot
B = Blau

und so weiter.

Das A dient der Baureihenidentifizierung ähnlich wie beim 101, daher lässt sich dein Koffer wie schon erwähnt ziemlich sicher auf das Jahr 1932 eingrenzen.

LG
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Telraphon
Mo Feb 24 2020, 13:39
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 190
Hier noch eine Detailaufnahme von einem Electrola-Werbeplakat für die Markteinführung des 102-Nachfolgers No.106 - ich habe zwar auch Plakate mit dem 102, allerdings erkennt man hier das beschriebene Tablett für die Platten nebst dem Filz-Puffer mal sehr gut.
Die Füße des Tabletts sorgen nicht nur für einen guten Stand, sondern sichern Selbiges auch, wenn der Koffer zugeklappt ist. Zu diesem Zweck sind auch die zwei abgerundeten, projektilähnlichen Metalldornen rechts und links neben deinem Plattenteller verbaut.



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Odeon89
Mo Feb 24 2020, 15:32
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 337
sanfranphono schrieb ...

D.h. die 5A/B Schalldose wurde bei Electrola gar nicht verwendet?


Die 5A wurde u.a. bei den Tischmodellen 104 und 130 sowie bei den Schrankmodellen (145, 163, 192/193, 202/203) verwendet (1929-33). Die 5B (ab ca. 1938) gab es als ELECTROLA-Variante nicht, wohl aber die Schalldose 5, wenn auch nur für kurze Zeit (ca. 1927/28).

Der Koffer 102 wurde in Deutschland zuerst mit der Dose Nr. 16 vertrieben (Herbst 1931 bis 1933), dann mit der Dose Nr. 4A (1933 bis ca. 1935). Mit der 5A / 5B war er nicht in Deutschland erhältlich.


[ Bearbeitet Mo Feb 24 2020, 15:34 ]
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Telraphon
Mo Feb 24 2020, 18:25
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 190
Der Koffer 102 wurde in Deutschland zuerst mit der Dose Nr. 16 vertrieben (Herbst 1931 bis 1933)


Mir ist bislang kein Exemplar mit einer Dose Nr.16 bekannt, welches nach 1932 hergestellt wurde. Es mag Restbestände im Handel gegeben haben, aber eine serienmäßige Verwendung der Dose No.16 im Jahre ´33 halte ich für fast ausgeschlossen.

Auf dem ersten "Stunden der Freude"-Plakat, welches im März ´33 erstmals an die Händler ging und bis mindestens Anfang ´35 auch in den Werbeschriften und Skizzen in Ausschnitten oder verkleinert genutzt wurde, sieht man bereits einen deutschen Apparat mit No.4a - sicher kann man auch bis 1935 noch etliche, teils von HMV übernommene Werbemotive mit der No.16 bzw. einer 5er-Dose nachweisen, jedoch ist dies wenig aussagekräftig, da man selbst den Koffer no. 106 im Jahr 1936 noch mit einem großformatigen Werpeplakat bewarb, auf welchem eine Dame einen zu dem Zeitpunkt längst antiquierten Koffer No. 101 trägt.
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Telraphon
Mo Feb 24 2020, 18:31
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 190
Die bei Dir sichtbare Art der Beschädigung des Decals ist übrigens sehr charakteristisch für Koffer, die viele zusammenhängende Jahre zugeklappt mit dem besagten Filzstopfen auf dem Teller gelagert wurden. Selbiger verklebte dann mit dem Decal und beschädigte es beim erneuten öffnen.
Solltest Du den Stopfen und das Tablett zum Koffer dazu bekommen zu haben, so könnte mit viel Glück der Decalrest noch auf dem Filzstück sein.
In dem Fall sollte man den Stopfen in warmes Wasser legen, bis sich der Decalrest löst. Selbigen dann auf Frischhaltefolie (nicht Papier!) Trocknen, anschließend vorsichtig z.b. mit verdünntem Holzleim das Decal wieder vervollständigen und nach dem Durchtrocknen (nur das Decal) mit farblosem Papierlack überstreichen, um es langfristig und unsichtbar zu stabilisieren.
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sanfranphono
Mi Feb 26 2020, 23:03
Dabei seit: So Feb 23 2020, 08:00
Einträge: 14
Leider muss ich noch die unvermeidliche Teilefrage stellen:

Brauche
- die Gummiringe fuer die No 4a Schalldose
- die Schraube, die den Holzgriff an der Kurbel festhaelt.

Habe bei Kees Notenbom nachgefragt, der kann nicht helfen.
Wer in Europa (auch Grossbritannien) koennte die Teile haben?

Gruss

Carsten
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Telraphon
Do Feb 27 2020, 09:57
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 190
Die Gummiringe für die Schalldose in der Form gibt es nicht mehr - über Jahre bewährt haben sich bei mir Ventilschläuche aus dem Fahrradbedarf - sie passen vom Durchmesser, dichten gut ab, haben anders als manche Moosgummibänder die richtige Konsistenz und sind gut zu verarbeiten. Ich habe alle meine Dosen damit gemacht, und habe noch nie Probleme gehabt:
Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder


Zur Frage nach der Griffschraube: Da wird sich sicher Jemand finden, der noch eine alte Kurbel zu liegen hat. Ganz im Notfall kann ich in zwei Wochen einmal nachsehen, ob bei mir daheim noch eine Schraube rumliegt. Ganze Kurbeln habe ich auf jeden Fall noch irgendwo...
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sanfranphono
Do Feb 27 2020, 15:43
Dabei seit: So Feb 23 2020, 08:00
Einträge: 14
Hallo, das Angebot mit der Kurbelschraube nehme ich gerne an. Ventilschlaeuche habe ich ja, aber die sehen nicht so schoen aus ...

Vielen Dank fuer die schnelle Antwort.

Gruss

Carsten
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sanfranphono
Sa Feb 29 2020, 03:43
Dabei seit: So Feb 23 2020, 08:00
Einträge: 14
Kurzer Update - die Kurbel ist repariert - ich dachte urspruenglich, dass sie mit einer Schraube gehalten wird, braucht aber nur eine Unterlegscheibe und ein C-Klammer.
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Rundfunkonkel
Sa Feb 29 2020, 13:58
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1117
sanfranphono schrieb ...
und ein C-Klammer


Meinst Du einen Sicherungsring bzw. E-Ring?

Link - Hier klicken


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sanfranphono
Sa Feb 29 2020, 15:30
Dabei seit: So Feb 23 2020, 08:00
Einträge: 14
Genau
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