Automatic translation in English

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾


Grammophone in BildernGrammophongalerie


International Gramophone Board
Participate?

Foren

Foren > Phonographen > Phonographen Firmen und Dosen
W. Bahre, Phonographengeschäft, Berlin, Walzen-Transportkoffer, 1896-97
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
DGAG
Mi Nov 04 2020, 22:40 Druck Ansicht
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 468
W. Bahre, Phonographengeschäft, Berlin, Walzen-Transportkoffer, 1896-97



In den 1880er Jahren war Friedrich Wilhelm Bahre in Berlin noch als Quacksalber zugange, der unter anderem Tinkturen gegen Magenleiden mit geringen Mengen von Strychnin versetzte. Ab 1890 begann er mit Grammophonen und Phonographen zu handeln und war als Schausteller von Sprechmaschinen und Musikwerken unterwegs. In dieser Zeit wechselte er häufig seine Berliner Adresse.

Seit 1896 befand sich sein Laden unter der Firmenbezeichnung "W. Bahre" als Kunstinstitut und angeblich größtes Spezialgeschäft für Phonographen und Zubehör in der Mittenwalderstraße 62. Der Begriff "Kunstinstitut" bezieht sich wahrscheinlich auf seine Aufnahmetätigkeit von Phonographenwalzen, vor allem für Schausteller.

In diese Zeit fällt ein handlicher Transportkoffer aus Holz. In der zweigeteilten, abschließbaren Schublade hatten sechs Walzen sowie Werkzeuge und andere Dinge Platz, die man unterwegs benötigte.





Auf den Stirnseiten der sechs stoffumhüllten Holzzylinder zum Aufstecken der Walzen kleben noch alte Zettel, mit den handgeschriebenen Titeln einiger für die Vorführung besonders geeigneter Musikstücke, z.B. Rixdorfer, Wiener Blut und Wachparade. Link - Hier klicken Solche Walzen mit Originalüberspielungen konnte man zum Preis von 5 Mark aufwärts bei Bahre erwerben. Je lauter aufgenommen, desto teurer waren sie.





Auf der gegenüber der Schublade befindlichen Schmalseite des Koffers ist das Herstellerschild befestigt:
W. Bahre
Phonographengeschäft
Mittenwalderstraße 62
Berlin S.W.



Wilhelm Bahre behielt diese Adresse einige Jahre lang bei, vergrößerte den Betrieb jedoch im Herbst 1897 um eine Werkstatt, in der die Phonographen-Modelle "Puck" und "Bahrephon" Link - Hier klicken in Serie gefertigt wurden. Seine Firmenbezeichnung änderte er in "W. Bahre, Phonographen-Fabrik", deshalb meine ich, dass mein Walzen-Transportkoffer in die Zeit davor, das heißt 1896-97, fällt.

[ Bearbeitet Mi Nov 04 2020, 22:49 ]
Nach oben
PONOPHON
Do Nov 05 2020, 09:47
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 189
Ein traumhaft schönes Stück Geschichte mit toller Patina. Super!
Liebe Grüße, Christian

Nach oben
alang
Do Nov 05 2020, 14:29
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 635
Toller Fund und wie immer bei Dir mit hervorragender Hintergrundinformation. Vielen Dank fuers Vorstellen!

Andreas
Nach oben
 

Forum:     Nach oben