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Eine Schellackplatte, die Fragen aufwirft
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Autor Eintrag
juliuskalliope
Mi Feb 23 2022, 17:16 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Nov 27 2021, 10:11
Wohnort: Stuttgart
Beiträge: 34
Hallo Allerseits!
Ich besitze diese Schellackplatte:

Auf den ersten Blick sieht diese ganz normal aus. Aber Bei genauerem Hinsehen fallen einem zwei Dinge auf:
1: die Platte hat eine seltsame Auslaufrille, es gibt quasi 2. Die normale wird von einer anderen, viel tieferen und größeren unterbrochen. Diese schneidet durch die Matrizen-nummer und ist auf beiden Seiten vorhanden:

2: Bei dem Versuch die Platte zu spielen, fiel mir auf, dass das Mittlere Loch zu klein ist, und sie somit nicht auf einen Plattenspieler Passt.
Wenn jemand etwas über diese Zwei Auffälligkeiten Weiß, freue ich mich über Antworten :)
Grüße

[ Bearbeitet Mi Feb 23 2022, 17:17 ]
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gramofan
Mi Feb 23 2022, 18:21
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1098
Vermutlich wurde bei der Neuauflage der Pressung in den frühen 50er Jahren der Platte eine neue Auslaufrille beschert. Warum, ist natürlich kaum ergründbar. Möglicherweise hielt man die alte nicht für ausreichend tief, was dazu führen könnte, dass der Tonarm abrutschte und über die Platte saust. Aber das ist nur Spekulation.
Dass Mittellöcher mal etwas eng sind, ist gar nicht so selten. Kann z.B. passieren, wenn etwas vom Etikett beim pressen ins Loch gekommen ist. Wie Du an der kleinen Erhebung im Etikett bei 10 Uhr sehen kannst, hat da früher schon mal jemand versucht die Platte mit Gewalt auf den Mitteldorn zu kriegen und dabei einen Riss unter dem Etikett verursacht. Ich nehme bei zu engem Mittelloch immer einen Bohrer mit 7,1 mm Durchmesser und bohre (per Hand und vorsichtig) auf. Danach passt die Platte. 7,1 mm ist kein im Baumarkt geführtes Maaß, aber in der Bucht problemlos zu kriegen.

[ Bearbeitet Mi Feb 23 2022, 18:40 ]
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Polyfar41
So Feb 27 2022, 09:09
⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Feb 24 2017, 11:27
Wohnort: Frankfurt am Main / Berlin
Beiträge: 112
Diese Platte sieht bei meinem Exemplar genau so aus, es ist nur eine frühere Pressung, die auf dem Etikett noch nicht diesen Zusatz "Originalaufnahmen von DECCA Records New York" hat. Ich besitze noch 7 weitere Brunswicks, die alle eines gemeinsam haben: es sind in Deutschland bei der DG gepresste Matritzen der amerikanischen Decca. Diese drübergeschnittenen neuen Endrillen gibt es bei allen Exemplaren, die DG hat das also anscheinend mit System gemacht.
War da eventuell ein Patent im Spiel, das die DG nicht nutzen wollte oder konnte?
Die DG ist ja überhaupt erst spät (etwa zur Zeit der Markteinführung von Plattenwechslern in Deutschland) auf die exzentrisch "eiernde" Endrille umgestiegen, Telefunken überhaupt nicht.
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gramofan
So Feb 27 2022, 13:10
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1098
Natürlich habe ich, bevor ich mich oben geäußert habe, auch erst mal ein paar deutsche Brunswicks aus der Vorkriegszeit aus dem Regal geholt und nachgesehen, ob diese übergeschnittene Auslaufrille vielleicht eine besonderes Merkmal der deutschen Veröffentlichungen durch die DGG ist. Bei meinen zufällig rausgesuchten Exemplaren gab es sowas allerdings nicht. Die hatten alle eine unauffällige (originale) Auslaufrille. Trotzdem finde ich den Ansatz, dass möglicherweise der Ausschluss einer Patentverletzung der Grund für die neue Auslaufrille sein könnte, interessant.

[ Bearbeitet So Feb 27 2022, 13:44 ]
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jitterbug
So Feb 27 2022, 19:19
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Beiträge: 394
Die Etiketten der Brunswick/Deutschen Grammophon waren bis 1938 in der Regel größer als die USA-Labels der Decca/Vocalion. So wurde eine neue Auslaufrille geschnitten (gestanzt), damit die Nadel nicht ins Etikett saust.

Erst bei späteren Pressungen wurden kleinere Etiketten benutzt, doch da waren die Matrizen in Deutschland bereits nachbearbeitet worden.
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