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Unbekannte Französische Platte mit 2 Titeln auf einer Seite
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Autor Eintrag
juliuskalliope
Mo Jun 13 2022, 09:50 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Nov 27 2021, 10:11
Wohnort: Stuttgart
Beiträge: 34
Hallo allerseits!
Ich bin aktuell in Lyon im Urlaub und fand auf einem großen Flohmarkt folgende Schellackplatte:

Diese hat auf der einen Seite 2 Titel, auf der anderen einen.
Leider habe ich absolut keine Ahnung, um was es sich bei dem Label oder bei den Titeln handelt. Ich kann nur dürftig Französisch und erkenne die Buchstaben des Labels nicht. Vielleicht kann jemand die Schrift entziffern oder kennt das Label:


An dieser Platte ist auch interessant, dass sie do dünn wie eine Vinyl ist. Sie ist aber aufgrund des Tons beim Klopfen eindeutig schellack.
Ich freue mich auf Hilfe und eure antworten
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Grammo
Mo Jun 13 2022, 11:37
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Nov 23 2015, 21:53
Wohnort: Hannover
Beiträge: 49
Das ist eine Selbstaufnahmeplatte. Diese Platten wurden unbespielt verkauft und die aufgenommenen Titel wurden mit geeigneten Aufnahmegeräten (meist in einem Tonstudio) in die obere Lackschicht geschnitten. Die Platte wurde also nicht gepresst.

Das Material ist meist mehrlagig. Z.B. innen Aluminium, Pappe oder Glas, darauf Lack als Trägerschicht.
Diese Platten sind sehr empfindlich, da der Lack im Laufe der Zeit dazu neigt rissig zu werden und abzuplatzen.

Die zweite Variante war ein homogenes vinylartiges Material, z.B Decelith. Diese Platten sind biegbar und folienähnlich und sind deutlich haltbarer.

Massiv Schellack dürfte diese Platte aber sicher nicht sein, da dann keine Möglichkeit bestanden hätte diese nachträglich zu bespielen.
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gramofan
Mo Jun 13 2022, 13:27
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1098
Würde den Markennamen als "Sonoscrip(e/t)" lesen, grob übersetzt "Schallschrift". Passt doch zu einer Selbstaufnahmeplatte. Ansonsten ist noch die Adresse vermerkt: "26, Rue Malesherbes, Lyon L5865" Auf dem Querstreifen, übers Mittelloch führend, wird daruaf hingewiesen, dass die Platte mit Spezialnadeln gespielt werden muss. Meistens waren das Winkelnadeln, die die Rillen stärker geschont haben.
Titel auf der gezeigten Seite "Rondel sur l'eau" und "Berceuse".
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Grammo-Klaus
Mo Jun 13 2022, 14:20
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Jan 27 2014, 11:46
Wohnort: Im sonnigen Westfalenland
Beiträge: 489
Interessant ist auch die Label-Gestaltung mit den Stroboskop-Streifen auf dem Labelrand. Wenn diese Platte "schwer biegbar", also sehr starr ist, würde ich auch auf eine Metallplatte mit Lackschicht tippen.
Diese "Art" Platten, waren sozusagen die "Verbatim-Rohlinge" der damaligen Zeit, eben für Selbstaufnahmen gedacht.
Welche Art von Musik befindet sich denn auf dieser Platte ??
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berauscht
Mo Jun 13 2022, 14:23
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 1776
Von der Firma Sonoscript gibt es auch gepresste Schellack- und Vinylplatten. Die Firma existierte wohl bis Ende 1984.
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juliuskalliope
Mo Jun 13 2022, 20:22
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Nov 27 2021, 10:11
Wohnort: Stuttgart
Beiträge: 34
Grammo-Klaus schrieb ...

Interessant ist auch die Label-Gestaltung mit den Stroboskop-Streifen auf dem Labelrand. Wenn diese Platte "schwer biegbar", also sehr starr ist, würde ich auch auf eine Metallplatte mit Lackschicht tippen.
Diese "Art" Platten, waren sozusagen die "Verbatim-Rohlinge" der damaligen Zeit, eben für Selbstaufnahmen gedacht.
Welche Art von Musik befindet sich denn auf dieser Platte ??

Hallo Grammo-Klaus und alle anderen!
Ich werde, sobald ich in einer Woche wieder zu Hause bin die Platten anhören. Ich kann aber auf jeden Fall schon einmal Fotos von den 2 Platten die ich habe schicken.
Diese haben einen Kern aus Metall, sieht man in dem Mittelloch.








Entschuldigt die seltsame Ausrichtung. Vielleicht kann jemand die Titel entziffern.
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shellackotto
Di Jun 21 2022, 07:38
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Feb 15 2022, 21:53
Wohnort: USA
Beiträge: 54
Französische Schreibschrift ist nicht unbedingt meine Sache ... Ich will's aber mal versuchen.

Das Etikett auf dem dritten Bild sagt:
"Ballade pour le temps du muguet" [Ballade zur Maiglöckchenzeit]
par l'auteur le Dr. Jacqui [vom Verfasser, Dr. Jacques Doucet-Bon]
Doucet-Bon"

Der Titel auf dem letzten Bild ist:
"Sainte Thérèse de Lisieux,
oratorio de J.. Doucet-Bon
... et seconde partie a la prière au Carmel
par l'auteur"

Dieses Oratorium von J. Doucet-Bon für die heilige Therese von Liseux wird in einer französischen Musikzeitschrift erwähnt, Le Ménestrel, 9. Juni 1933, Seite 237 (Link - Hier klicken!).

Die Platten scheinen einer Chantal Doucet-Bon gehört zu haben. Geboren 1946, ist sie am 19. Januar 1998 in Lyon gestorben.Link - Hier klicken!
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