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Pathe Phonograph Modell Stentor G für Konzert- und Standardwalzen
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Autor Eintrag
-Juergen-
So Aug 17 2025, 21:45 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Beiträge: 236
HERSTELLER: Pathe Freres
MODELL: Stentor G
SERIENNUMMER: 104
JAHR: 1900
DAMALIGER PREIS: 500 FF
GEHÃUSE: Französischer Nussbaum
TRICHTER: Vernickeltes Stahlblechhorn 60 lang 23 i Durchmesser
MOTOR: 3-Feder
SCHALLDOSE: Aluminiumschalldose
MANDREL/ Walze: Standard und Slip on Concert für Konzertwalzen

Nachfolgend ein Zufallsfund den ein aufmerksamer Sammlerfreund für mich erwerben konnte. Auf den Anruf „ich habe einen 2 & 4 Minuten Stentor für etwa 400 Euro auf dem Antikmarkt gesehen“ war meine Antwort sowas gibt es nicht.
Bilder belehrten mich eines Besseren.

Mein Pathe Stentor A Link - Hier klicken
beruht auf einer Graphophonebasis. Diese letzte Serie auf Patenten von Edison.
In Folge versuchte ich erst mal eine grobe Übersicht über bekannte Versionen des Stentor zu bekommen. Der Eindruck daß der bzw. die Stentors aus einer „echten“ Serienfertigung waren ist dabei nicht entstanden.
Die Übersicht ergänze ich die Tage nochmal in Ruhe in dem Post.

Das Gehäuse benötigte eine Runde beim Restaurierer und die 2 & 4 Minutenmechanik war gebrochen. H Schalldose und eine defekte C waren mit dabei.
Das Concertmandrel, eine B Schalldose, der Trichter, Trichterhalter und „Edison“ Carriages fehlten. Montiert war der vernickelte Carriage der passend zum Standardmandrel war.

In der Annahme der Aufbau ist ein für oder von Pathe lackierter Edison Concert habe ich dan versucht Teile zu finden und als Versuch einen meiner Edison Concerts um den Carriage erleichtert um herauszufinden ob der transportiert.
Dabei stellte sich heraus, daß der Edison Concert Carriage Arm nicht auf die Maschine passt. Das lichte Maß zwischen Carriage Unterseite und Concertwalze ist zu gering. Der Guss weicht an einigen Stellen von den Edison Concert Güssen ab.
Die meisten Abweichungen sind geringfügig wie z. B. die Größe des Serialnummerblocks. Entscheidend ist hier die lichte Höhe. Bei der sind es etwa 3 mm Abweichung. D. h. die Walzenachse sitzt beim Pathe Stentor G etwa 2-3 Millimeter höher (vorletztes Bild) als bei einem Edison Concert (letztes Bild).
Der Guss wurde vermutlich von Pathe auf Lizenzbasis vorgenommen und bei der Gelegenheit gleich auf die Stentor Carriages angepasst.

Ein befreundeter Sammler in USA konnte einen Carriage und verschiedene 2 & 4 Min. Sätze auftreiben, in Belgien gab es Pathe Concert Slip on Mandrel, der Trichter ist aus Frankreich. Schalldosen waren im Fundus.
In der Zwischenzeit hat ein Freund in Bamberg Möbelrestauratoren für Furnier und Gehäusearbeiten bemüht.
Das 2 & 4 Minutengetriebe ließ sich leider nicht zerlegen und die erste Spindel mit Getriebe die ich kaufte war zu kurz. Mittlerweile weiß ich, daß es mindesten 3 verschieden Längen für 2 & 4 Minutenantriebe gibt. Nachdem die richtige Länge aus USA eintraf, konnte ich die alte Spindel und das Getriebe heraus sägen und den Fundzustand wieder herstellen.

Der Carriagearm den Pathe für dieses Gerät vorgesehen hat werde ich wohl nie finden. Den Umbau den einer der Vorbesitzer hat vornehmen lassen um 2 und 4 Minuten Standardwalzen zu spielen konnte ich wieder funktional herstellen und das spielen von Concertwalzen ist gleichfalls wieder möglich.
Sollte einer von Euch einen solchen Arm zu Hause haben freue ich mich über ein Angebot.
























[ Bearbeitet So Aug 17 2025, 21:58 ]
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DGAG
Mo Aug 18 2025, 13:44

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 773
Was für eine Erwerbs- und Restaurierungsgeschichte, verbunden mit der technisch aufwendigen Wiederherstellung, dieses großartigen Phonographen. Sowohl die Holz- als auch die (lackierten) Metallteile sehen prima aus.

Was mich verwundert, ist die schräge Anordnung der Griffschalen aus Blech zu beiden Seiten des Gehäuses, die ich auch anderswo schon so gesehen habe. Das hat wohl mit der Gewichtsverteilung zu tun. Trägt sich das dann besser?

Im Vergleich zur Katalogabbildung und eines mir bekannten Vergleichsstücks fällt auf, dass das Antriebsrad Deines Geräts, über das der Riemen läuft, einen geringeren Durchmesser hat. Wurde das innerhalb der (kleinen!) Serie verändert?
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-Juergen-
Di Aug 19 2025, 21:48
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Beiträge: 236
Du hast recht. Das Gerät trägt sich so besser. Ich kenne diese Anordnung der Griffschalen nur von den Pathe Stentor Geräten. Die sind sehr kopflastig und beim anheben muss mann aufpassen, daß sich das Gerät nicht dreht da das Oberteil schwerer ist als der Teil unter den Griffschalen. Mit der Schhrägung ist es leichter das Gerät gegen den Körber zu kippen und so zu transportieren.

In der Tat, das Antriebsrad ist kleiner als auf der Abbildung und auch den meisten Concerts. Der kleinere Durchmesser ist der Umrüstung auf den 2 und 4 Minuten Antrieb geschuldet.

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-Juergen-
Mi Aug 20 2025, 16:21
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Beiträge: 236
Nachfolgend ein PDF von dem ich hoffe, daß er lesbar ist der mir bekannte Varianten und deren baulichen Unterschiede darstellen soll. Es zeigt sich, daß es noch einigen Recherchebedarf gibt.
Zum A und G habe ich Werbung. Irgendwo habe ich glaube ich auch was zu E oder F (noch nicht wieder gefunden...)

Einige Sammler waren so freundlich mir Bilder und Infos zu Ihren Geräten zu send. Einige andere Bilder waren Öffentlich. Leider ist nicht zu allen Geräten erkennbar gewesen wie der Deckel ausschaut oder welche Seriennummer abgebildet ist.

Falls Ihr Stentorvarianten im Zugriff habt freue ich mich über Bilder zur vollständigeren Dokumentation.

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