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Trichtergrammophon "Schreibender Engel"
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Simsalabim
So Aug 24 2025, 14:29 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Apr 26 2022, 13:05
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Hallo miteinander. Ich erwarb dieses Trichtergerät, auf das mich ein Freund aufmerksam gemacht und mein Interesse geweckt hat. Ich kenne mich etwas mit der Pflege von Tisch- und Koffergeräten aus und freue mich auf die sorgfältige Reinigung und Wartung. Jedoch bin ich mir gar nicht im Klaren darüber, um welches Modell es sich eigentlich handelt. Der "Schreibende Engel" auf dem Tonarm deutet auf die Deutsche Grammophon AG oder deren Mutterkonzern hin. Wer hat Hinweise oder weiß mehr? Ich würde mich sehr über Informationen freuen. Gruss, Andres

Nachtrag: Die Schalldose nahm ich mir noch nicht unter die Lupe. Ich gehe aber grob davon aus, dass damit das Grammophon Mitte der Zwanzigerjahre aufgewertet wurde.

















[ Bearbeitet So Aug 24 2025, 17:08 ]
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DGAG
So Aug 24 2025, 17:58

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
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Beiträge: 806
Hallo Andres,

der Tonarm ist auch das Einzige, was an diesem Grammophon mit der DGAG/Gramophone Co. zu tun hat. Offensichtlich ist der Tonarm von einem anderen Gerät dorthin "verpflanzt" worden. Der schwarz lackierte Trichterhalter mit Trichterknie und vielleicht auch der Trichter selbst sind Beka/Lindström/Parlophon-Produkte.

Das Gehäuse mit Federmotor sieht ganz solide aus. Ich kann auf den Fotos keine zusätzlichen Bohrungen erkennen die darauf hinweisen, dass der Trichterhalter nicht ursprünglich dazu gehört hat. Wie sehen denn die Befestigungsschrauben des Trichterhalters am Gehäuse aus? Sind die alt? Trägt der Motor irgendwelche Hinweise auf den Hersteller?

Kam es vom Händler oder von Privat? Was hast Du bezahlt?

VG
Stephan
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Simsalabim
Mo Aug 25 2025, 15:22
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Apr 26 2022, 13:05
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Beiträge: 27
Hallo Stephan,

Danke für deine prompte Antwort.

Das Gerät wurde für 150 Euro von Privat gekauft. Es funktioniert wie es sollte und spielt kräftig eine alte 10" Platte durch. Die Bremse könnte in der Tat von Parlophon sein. Darauf sehe ich ein kleines Pfund oder ähnlich. Am Motor konnte ich im eingebauten Zustand vorerst keine Hinweise auf den Hersteller finden. Mal sehen, was der Ausbau zeigt. Auch die Befestigungsschrauben des Trichterhalters schaue ich mir genauer an.
Die Tage mehr...

VG
Andres
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DGAG
Mo Aug 25 2025, 20:46

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
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Beiträge: 806
Das "kleine Pfund" ist das Lindström Warenzeichen. Würde also prima passen und ein erster Beleg, dass Trichterhalter und Gehäuse zusammen gehören. Wenn Du den Plattenteller abnimmst, sind dort, abgesehen von den Schrauben welche den Motor befestigen, Löcher zu sehen? Das ist immer ein Hinweis, dass irgendwann der Motor ausgetauscht wurde. Allerdings ist dann in der Regel auch das Loch für die Kurbel an anderer Stelle neu gebohrt worden. Das sehe ich an diesem Gehäuse nicht.

Mit 150 Euro hast Du bei diesem Zustand sehr günstig gekauft. Den Tonarm würde ich dranlassen. Du solltest nur schauen, dass er sich leicht horizontal bewegen lässt. Eventuell die Verbindung zum Trichterhalter leicht ölen. Wenn die Schalldose gut funktioniert, kann sie auch bleiben. Ansonsten würde ich eine Exhibition-Schalldose wählen.
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Simsalabim
Di Aug 26 2025, 11:40
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Apr 26 2022, 13:05
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Beiträge: 27
DGAG schrieb ...

Wenn Du den Plattenteller abnimmst, sind dort, abgesehen von den Schrauben welche den Motor befestigen, Löcher zu sehen? Das ist immer ein Hinweis, dass irgendwann der Motor ausgetauscht wurde. Allerdings ist dann in der Regel auch das Loch für die Kurbel an anderer Stelle neu gebohrt worden. Das sehe ich an diesem Gehäuse nicht.


Sieht original aus. Der Staub auch...

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DGAG
Di Aug 26 2025, 13:22

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
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Beiträge: 806
Das sieht sehr schön und original aus. Glückwunsch!
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Simsalabim
Di Aug 26 2025, 16:15
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Apr 26 2022, 13:05
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Beiträge: 27
DGAG schrieb ...

Das sieht sehr schön und original aus. Glückwunsch!


Vielen Dank! Ich freue mich auch wie ein Kind über mein erstes Trichtergerät. Schon ein bisschen wie Weihnachten...
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Simsalabim
Di Aug 26 2025, 16:22
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Apr 26 2022, 13:05
Wohnort: Dubai, UAE
Beiträge: 27
Hier ist die Innenbefestigung des Trichterhalters zu sehen.

Es ist mir ein Rätsel, welchen Zweck die Kabelschuhe erfüllen. Das kann doch nicht Original sein.
Bevor ich mit wilden Spekulationen hantiere, richte ich die Frage lieber gleich weiter.

Wer hat eine Idee?



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Simsalabim
Di Aug 26 2025, 16:38
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Apr 26 2022, 13:05
Wohnort: Dubai, UAE
Beiträge: 27
Der Motor ist ausgebaut.
Leider keine offensichtlichen Hinweise, welche auf den Hersteller schließen.

Weiß jemand, um welchen Motor es sich hier handelt?

Gerne poste ich mehr Fotos, welche zur Klärung beitragen könnten.

Danke schon mal fürs Anschauen!

VG
Andres

P.S.: Ich fand heraus, dass Abmessungen und Design des Grammophons ziemlich genau dem des Modells 400 von Parlophon entsprechen. Dann wären wir ungefähr Anfang/Mitte der Zwanzigerjahre. Bin für jegliche Info dankbar!!!



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DGAG
Di Aug 26 2025, 21:51

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 806
Die Kabelschuhe, die ja zudem sehr unterschiedlich sind, verdecken vielleicht als eine Art Unterlegscheibe veränderte (vergrößerte) Bohrungen für die Montage des Trichterhalterarms. Habe ich so auch noch nie gesehen.

Man erkennt in diesem Bereich auch Leimspuren, die jünger sind als das Gehäuse. Offenbar wurde dort ein langer Riss verklebt. Dafür musste wohl jemand das Gehäuse zerlegen und hat zuvor die Seitenteile mit I bis IIII beschriftet, um sie anschließend wieder richtig zusammen zu bauen.

Die aufgedruckten Buchstaben "M B" an einer Innenwand könnten original und eventuell ein Hinweis auf die Typenbezeichnung sein. Spannend.

Zum Motor kann ich nichts sagen, weil ich aus dieser Zeit keine Kataloge habe. Schade, dass er keinen Herstellerhinweis trägt.
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PONOPHON
Mi Aug 27 2025, 06:40
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Beiträge: 281
Hallo Andreas!
Herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Trichtergrammophon – die Freude kann ich gut nachvollziehen.
Ich habe einen tschechischen Katalog, da ist es als eines von nur mehr 2 Trichtergeräten noch drin, allerdings schon mit Schlangen-Tonarm.
Vielleicht dachte jemand der Tonarm würde nicht passen und hat ihn ausgetauscht?
Die Schlangentonarme dürften recht selten sein, da zu dieser Zeit wohl nicht mehr sehr viele Trichtergeräte verkauft wurden.
Aber Augen offenhalten, Tonarme und Tonarm Konvolute werden laufend, oft recht günstig angeboten.
Der Motor, offensichtlich auch ein recht später, dürfte nach der Position von Kurbel und Regulatorschraube mit der Katalog-Abbildung übereinstimmen.
Bei früheren, einfachen Parlophon-Geräten war immer ein Gussplatinen- Motor eingebaut, die hatten die Regulatorschraube vorne am Gehäuse.
LG Christian

PS: die Fotos sind richtig gedreht und größer, wenn man sie anklickt.









































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DGAG
Sa Aug 30 2025, 11:12

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 806
Welchen Durchmesser hat der Plattenteller, 22 oder 25 cm? Das ist eines der Unterscheidungsmerkmale zwischen den Modellen Parlophon 609 von ca. 1928/9 und 709 von 1929/30, deren Katalogabbildungen gleich aussehen.

Der Trichter hat bei beiden Modellen einen Mündungsdurchmesser von 40 cm.
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Simsalabim
Sa Aug 30 2025, 14:46
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Apr 26 2022, 13:05
Wohnort: Dubai, UAE
Beiträge: 27
DGAG schrieb ...

Die Kabelschuhe, die ja zudem sehr unterschiedlich sind, verdecken vielleicht als eine Art Unterlegscheibe veränderte (vergrößerte) Bohrungen für die Montage des Trichterhalterarms. Habe ich so auch noch nie gesehen.

Man erkennt in diesem Bereich auch Leimspuren, die jünger sind als das Gehäuse. Offenbar wurde dort ein langer Riss verklebt. Dafür musste wohl jemand das Gehäuse zerlegen und hat zuvor die Seitenteile mit I bis IIII beschriftet, um sie anschließend wieder richtig zusammen zu bauen.

Die aufgedruckten Buchstaben "M B" an einer Innenwand könnten original und eventuell ein Hinweis auf die Typenbezeichnung sein. Spannend.

Zum Motor kann ich nichts sagen, weil ich aus dieser Zeit keine Kataloge habe. Schade, dass er keinen Herstellerhinweis trägt.


Hallo Stephan,
Danke für deine Anregungen. Mach alles Sinn für mich und würde ich so quittieren. Besonders die Idee mit der Unterlegscheibe ist plausibel, wenn vielleicht nichts anderes zur Verfügung stand. Heute gibt's die fast perfekte Lösung für viele Probleme. Das war damals nicht der Fall. Man nahm was gerade zur Hand war.
Evtl. halfen die Kabelschuhe sogar bei der Fixierung der Reparatur, denn genau hier, wie richtig erkannt, wurde ein Riss geklebt. Ob nachgebohrt wurde, sprich die Bohrungen kleiner waren, wird sich vielleicht zeigen. Bin noch nicht dazu gekommen, die Halterung abzunehmen.
VG

[ Bearbeitet Sa Aug 30 2025, 15:53 ]
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Simsalabim
Sa Aug 30 2025, 14:58
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Apr 26 2022, 13:05
Wohnort: Dubai, UAE
Beiträge: 27
Hier habe ich einen Fehler beim Zitieren gemacht. Bitte um Entschuldigung.


[ Bearbeitet Sa Aug 30 2025, 15:04 ]
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Simsalabim
Sa Aug 30 2025, 15:01
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Apr 26 2022, 13:05
Wohnort: Dubai, UAE
Beiträge: 27
PONOPHON schrieb ...

Hallo Andreas!
Herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Trichtergrammophon – die Freude kann ich gut nachvollziehen.
Ich habe einen tschechischen Katalog, da ist es als eines von nur mehr 2 Trichtergeräten noch drin, allerdings schon mit Schlangen-Tonarm.
Vielleicht dachte jemand der Tonarm würde nicht passen und hat ihn ausgetauscht?
Die Schlangentonarme dürften recht selten sein, da zu dieser Zeit wohl nicht mehr sehr viele Trichtergeräte verkauft wurden.
Aber Augen offenhalten, Tonarme und Tonarm Konvolute werden laufend, oft recht günstig angeboten.
Der Motor, offensichtlich auch ein recht später, dürfte nach der Position von Kurbel und Regulatorschraube mit der Katalog-Abbildung übereinstimmen.
Bei früheren, einfachen Parlophon-Geräten war immer ein Gussplatinen- Motor eingebaut, die hatten die Regulatorschraube vorne am Gehäuse.
LG Christian

PS: die Fotos sind richtig gedreht und größer, wenn man sie anklickt.



Vielen Dank, Christian,
finde ich sehr aufregend, jetzt sogar die tschechische Variante zu sehen. Dann sind wir auch der "Heimat" dieses Trichtergerätes näher gekommen. Es kommt aus dem Wiener Umland.
Ob es genau dieses Gerät oder ähnlich war, wird sich vielleicht nie ganz herausstellen, aber diese Anhaltspunkte bereichern die "Detektivarbeit' ungemein. Das Modell 400 von Parlaphon kommt den Abmessungen am nächsten. Dieses hatte, so wie ich es sehe, auch keinen Schlangentonarm. Bitte korrigiert mich jemand hier, sollte ich falsch liegen. Auch hat es den kleinen Plattenteller. Darauf gehe ich in der nächsten Nachricht noch einmal ein.
VG
Andres
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Simsalabim
Sa Aug 30 2025, 15:19
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Apr 26 2022, 13:05
Wohnort: Dubai, UAE
Beiträge: 27
DGAG schrieb ...

Welchen Durchmesser hat der Plattenteller, 22 oder 25 cm? Das ist eines der Unterscheidungsmerkmale zwischen den Modellen Parlophon 609 von ca. 1928/9 und 709 von 1929/30, deren Katalogabbildungen gleich aussehen.

Der Trichter hat bei beiden Modellen einen Mündungsdurchmesser von 40 cm.


Es ist der kleine Teller (22 cm) und der 40 cm Trichter.

[ Bearbeitet Sa Aug 30 2025, 15:56 ]
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Simsalabim
Sa Aug 30 2025, 15:51
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Apr 26 2022, 13:05
Wohnort: Dubai, UAE
Beiträge: 27
In früheren Parlophon-Katalogen (1923/24) erkenne ich bei Modellen gleicher Bauart/Abmessungen erst Trompeten-Tonarme, später dann in der "Stromlinienform"

Habe die Abbildungen vor Augen, kann aber momentan leider keine Bilder posten, noch Angaben über deren Quelle machen.

Beispiele:
Parlophon 400: - Trompeten- Tonarm (ca 1923/24)
Parlophon 509 - Stromlinienform (ca 1928-30)

Bitte um Aufklärung: Stromlinienform, Schlangenform, Schwanenhals...
Gibt es Unterschiede in der Evolution oder sind das schlicht verschiedene Namen für das gleiche Kind?

VG
Andres

[ Bearbeitet Sa Aug 30 2025, 16:21 ]
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