Foren
Foren > Grammophone > Diskussionskreis Grammophonmodelle > Standgeräte
HMV Standmodell 511
Moderatoren:SchellackFreak, berauscht, GrammophonTeam, Charleston1966, DGAG, Der_Designer, LoopingLoui
Autor Eintrag
Hedensö
Mi Nov 05 2025, 13:57 Druck Ansicht

⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Jan 06 2012, 11:09
Beiträge: 918
HERSTELLER: Gramophone Company Ltd (His Master's Voice)
MODELL: 511
SERIENNUMMER:
JAHR: Oktober 1925 - Dezember 1929
DAMALIGER PREIS: 78.0 GBP (1928)
GEHÄUSE: Mahagoni
PLATTENTELLER: 12 Zoll / 30 cm
TRICHTER: Falttrichter-System
MOTOR: 4-Feder-Motor
SCHALLDOSE: HMV No. 4

Ich möchte euch heute ein seltenes und beeindruckendes Stück aus meiner Sammlung vorstellen: das HMV Modell 511.



Als ich es das erste Mal sah, war ich sofort vom eleganten Design und der sehr hochwertigen Verarbeitung fasziniert. Mein Modell ist in wunderschönem Mahagoni gehalten und verfügt über dekorative Holzeinlagen bzw. Furnierdetails, was ihm eine unglaublich warme und edle Ausstrahlung verleiht. Besonders die vergoldeten Fittings auf dem hochglanzpolierten Motorboard sind ein absoluter Hingucker und zeugen von der Spitzenqualität dieses Geräts. Es ist auch deutlich größer, als man auf den ersten Blick vermuten würde, und macht sich daher sehr präsent in jedem Raum.




Das Modell 511 war als oberklassiges Modell positioniert und kostete laut Katalog aus 1928 stolze 78 Pfund Sterling.

Das Modell 510 (ziemlich identisches Gehäuse, produziert von Oktober 1924 bis Oktober 1925) war der unmittelbare Vorgänger des 511 und ist ebenfalls ein bemerkenswertes Gerät, das oft zusammen mit dem Modell 460 Table Grand mit dem Pleated Diaphragm (plissierter Membran) von Lumiere genannt wird.
Die Verkaufszahlen für den 510 waren jedoch vergleichsweise gering; es kam sogar zu Rücksendungen seitens verschiedener Händler. Insgesamt wurden nur 112 Stück in Eiche sowie 137 in Mahagoni verkauft. Die Rückläufer sowie vorhandene/vorgefertigte Gehäuse des Modells 510 wurden für das "neue" Modell 511 umgebaut. Mittels einer zusätzlichen Dekorleiste wurde die Deckelhöhe um eine 1/2 Zoll erhöht, um den Tonarm, der höher war, als das Lumiere Plisseemembran, unterzubringen. Der Absatz dieser konvertierten Geräte lief so gut, dass man die Produktion des Modells 511 fortsetzte.

Das hier gezeigte Exemplar muss aus 1927 sein, was an dem "Gold Disc" Decal zu erkennen ist, die die 1927er Modelle kennzeichnet.

Das Modell gab es auch mit Elektromotor und kostete dann 40 GBP mehr. Insgesamt wurden (mit Federmotor) 570 Exemplare in Eiche sowie 933 in Eiche verkauft.




Das Gerät habe ich in gutem Zustand übernehmen können. Das Gehäuse war allerdings sehr trocken und hat scheinbar die letzten Jahre keine Politur erfahren. Eine Politur mit dunklen Farbpigmenten nahm dann schon den einen oder anderen Kratzer. Ein paar Sachen sind noch zu machen, wie man sieht.

Der Deckel war allerdings das offensichtlich größte Problem. Dort waren weißliche Ringe - vermutlich durch Blumentöpfe - vorhanden. Ich habe den Lack der Deckeloberseite ganz leicht angeschliffen, bis die Ringe verschwunden waren und habe anschließend den Lack mit Ballenmattierung wieder leicht aufgebaut.

Bei den Lacken bei der Gramophone Company ist das erfahrungsgemäß immer so ne Sache. Einmal kann man völlig unproblematisch mit 70%igem Ethanol reinigen und manchmal reagiert der Lack sofort, obwohl man denkt, es müssen doch mehr oder weniger durchgängig Celluloselacke verwendet worden sein. Hier ging es aber recht unproblematisch von der Hand, was mich natürlich freut!

Ein Thema habe ich noch mit den Fittings. Ich überlege das eine oder andere Teil nachzuvergolden bzw. es vergolden zu lassen. Der Nadelbehälter hat sehr gelitten. ebenso das Schloss sowie der Tonarm in dem Bereich, wo man ihn anfasst. Die Vergoldung scheint sehr dünn zu sein. Polieren ist nur bedingt möglich - Ruck Zuck ist man "durch".

Hat jemand Erfahrung damit? Machen das viele Galvanikbetriebe und mit welchen Kosten müsste man rechnen?



Nach oben
LoopingLoui
Mi Nov 05 2025, 16:55
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
Wohnort: Altkreis Bersenbrück
Beiträge: 879
Beeindruckendes Gerät, welches man hier eher selten sieht (insbesondere auch als Electrola) - glückwunsch dazu! Mir fällt auf, dass die Goldteile an deinem Gerät sehr viel stärker "glossy" erscheinen, im Vergleich zu 101/102 Deluxe oder 194/203,wo diese eher matt sind. Wurde vielleicht mal nachvergoldet oder poliert? Vielleicht war bei diesen frühen Geräten dies aber auch einfach so.

[ Bearbeitet Mi Nov 05 2025, 16:55 ]
Nach oben
Webseite
Hedensö
Do Nov 06 2025, 08:02

⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Jan 06 2012, 11:09
Beiträge: 918
Danke.
Das mit dem unterschiedlichen "Gold Plating" scheint offenbar so zu sein - zumindest habe ich hier im TMF Link - Hier klicken ein anderes 511, bei dem es genauso aussieht.

Ein Deluxe 101 habe ich auch - das sieht ja eher aus, wie aufgebrachte goldene Farbe - weniger wie ein galvanischer Prozess. Der Effekt ist dunkler und wie du sagst , nicht so "glossy".
Nach oben
 

Forum:     Nach oben

Über Uns

Wir sind mehr als ein Forum! Als eingetragener Verein arbeiten wir an der Beständigkeit unserer Leidenschaft.

Über uns

Wir suchen Dich!

Du schreibst Artikel, möchtest im Forum als Moderator aktiv werden? Dir liegt Social Media. Bewahre Wissen! Wir warten auf dich.

Schreib uns

Tipps

Einsteiger-Ratschläge für optimale Nutzung und wichtige Aspekte beim Grammophon und Schellackplatten-Kauf.

Zu den Informationen