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Electrola Standgerät Saxophon Trichter
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Thomas7765
Mo Nov 24 2025, 19:23 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Nov 13 2025, 09:26
Wohnort: Sachsen Anhalt
Beiträge: 15
Guten Abend an alle,
Ich möchte euch mein neuesten Zuwachs nicht vorenthalten.
Welches Modell ist es und kann jemand nähere Angaben zum Gerät machen?

Ich vermute das es Mahagoni ist, der Lack sieht an den Seiten nicht mehr schön aus. Weiß jemand ob früher Schellack verwendet wurde und hat jemand Tips wie ich das Gerät optisch aufwerten kann?

Den Motor habe ich bereits überholt, eine Feder war Gerissen, ziemlich am Ende, jetzt fehlen gut 5 cm, die alte Feder ist noch drin.

Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen, ich habe nichts brauchbares zu so einem Gerät gefunden.

Liebe Grüße von Thomas











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Hedensö
Mo Nov 24 2025, 20:15

⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Jan 06 2012, 11:09
Beiträge: 918
Hallo Thomas,

es handelt sich höchstwahrscheinlich um das Modell 162, das von September 1926 bis August 1929 auf dem Markt war - zumindest sind das Infos zu den HMV-Geräten der Gramophone Company. Man könnte vermuten, dass das bei Electrola ebenso war.

Das goldene Electrola-Logo ist das "zweite" Logo, welches meiner Kenntnis nach auch nur kurzzeitig nach dem "ersten" Logo (der Weltkugel) verwendet wurde. Ich kann es nicht so genau datieren, aber Ende 1926 bis 1927 kommt in etwa hin. Hier Link - Hier klicken findest du sogar eine Abbildung aus dem Electrola-Katalog.

Es müsste einem HMV No. 32 Doppelfeder-Motor haben. War nur eine Feder gebrochen? Ansonsten sieht es gut und soweit vollständig aus. Auch die No. 4 mit dem Messingrücken passt zeitlich und könnte noch original sein.

Das Gehäuse ist in Mahagoni bzw. Mahagoni-Furnier. Als Lack verwendete man seinerzeit schon Nitro-Cellulose-Lacke. Ich habe gute Erfahrungen mit den Produkten von Clou gemacht (Schnellschleifgrundierung, Ballenmattierung), was die Verträglichkeit mit den historischen HMV-Lacken anbetrifft. Gegebenenfalls hilft schon ein wenig dunkler Politur - je nach Tiefe eventueller Kratzer. Insgesamt scheint der Zustand aber recht gut zu sein. Glückwunsch zu diesem Fund und viel Freude damit!
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Thomas7765
Mo Nov 24 2025, 20:36
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Nov 13 2025, 09:26
Wohnort: Sachsen Anhalt
Beiträge: 15
Danke für den Katalog Auszug.
Du Hast recht es ist der HMV 32 Motor verbaut, es war zum Glück nur eine Feder gebrochen. Ich habe dir Bruchstelle gerade geschnitten und dan mit dem Lötbrenner das Ende erhitzt um den "haken" zu biegen, super geklappt. Der Motor läuft bis jetzt super.

Man sieht es leider auf den Bildern nicht gut genug, aber die Seiten sind stellenweise sehr matt und rissig, fast wie Leder.

Das einzige was fehlt ist eine Schale oder Dose, über den beiden Nadel schalen.

Ich war sehr überrascht wie gut der Klang bei dem Gerät ist. Ich habe es für einen noch 2 Stelligen Betrag gekauft. Inkl. 40 guter schellackplatten (Rühmann,Leander,Dietrich...)
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Hedensö
Di Nov 25 2025, 08:32

⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Jan 06 2012, 11:09
Beiträge: 918
Du kannst die Seiten sicherlich - je nach Erfahrung - ultra fein anschleifen. Ich nehme dafür den Bosch Professional Expert Schleifschwamm S473. Der ist sehr fein und erlaubt es den Lack nur leicht anzuschleifen, ohne ansatzweise die Beize runterzuschleifen. Dann würde ich es mit Alkohol abwaschen um den Lack zu reinigen und Schleifstaub wegzunehmen. Hier aber vorsichtig sein - manchmal reagiert der Lack...
Danach reibe ich die Oberfläche meist mit einem in Beize getränkten Lappen ab, sodass etwaige Risse und Fehlstellen ein wenig farblich angepasst werden. Nach einer Trocknung gehe ich mit Ballenmattierung drüber und baue nach belieben und gewünschtem Glanzgrad Lackschichten auf - das geht auch partiell, sodass man nicht zwangsläufig die komplette Fläche bearbeiten muss. Da die Ballenmattierung den alten Lack leicht anlöst, bildet sich üblicherweise eine neue Einheit, sodass das Krakelee in Teilen verschwindet und somit weniger sichtbar ist.
Ist aber Geschmackssache, wieviel man da macht. Rückgängig kann man es in der Regel nicht machen, weshalb man wissen sollte, was man tut.

Der Preis klingt sehr gut - ein wahrliches Schnäppchen und der HMV No. 32 Motor ist einer der besten Motoren überhaupt.
Was mich ein wenig stutzig macht, ist das "glossy" Erscheinungsbild der Fittings - insbesondere der Geschwindigkeitsregelung. Möglicherweise ist es auch vom Blitz, aber es wirkt so, als könnte es nachvernickelt worden sein. Bei dem fehlenden Nadelbehälter meinst du bestimmt diesen:




Wir hatten uns hier im Forum bereits intensiver mit Electrola und der Firmengeschichte auseinandergesetzt. Hier Link - Hier klicken kannst, du sofern es dich interessiert mal schauen, wo dein Grammophon gebaut wurde. Gibt es denn einen Hinweis auf einen Händler, bei dem erworben wurde?
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Thomas7765
Di Nov 25 2025, 09:45
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Nov 13 2025, 09:26
Wohnort: Sachsen Anhalt
Beiträge: 15
Guten Morgen,
Ich werde das mit dem fein schleifen mal ausprobieren, vorsichtig. Es besteht ja immer die Gefahr das es im Endeffekt nicht unbedingt besser wird.

Die Fittings habe ich etwas poliert, ob hier Nachgenickelt wurde kann ich nicht sagen. Es war als ich es bekam eine leichte Schicht wachs drauf, vielleicht wurde es damit konserviert?
War bei der Geschwindigkeits Anzeige mal eine "Scheibe" verbaut oder ist es so normal ohne?
Der Nadelbehälter könnte durchaus passen, mal sehen ob ich da mal Ersatz finde.
Es gibt keine Hinweise am Gerät wo es Verkauft wurde, ich selber habe es aber in Berlin erworben, laut Verkäufer ist es auch schon lange in Familien Besitz gewesen.

Vielen Dank für den Link, den werde ich gleich mal Studieren. Sehr interessant.

[ Bearbeitet Di Nov 25 2025, 09:57 ]
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Thomas7765
Di Nov 25 2025, 13:01
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Nov 13 2025, 09:26
Wohnort: Sachsen Anhalt
Beiträge: 15
Hat jemand Reparatur Vorschläge für die Schalldose? Sie kratzt etwas, welcher Gummi ist da der richtige?
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gramofan
Di Nov 25 2025, 17:58
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1191
Auf die Geschwindigkeitsanzeige gehört eine Scheibe. Die war im Original aber nicht aus Glas, sondern aus einem frühen Kunststoff (Celluloid?) und ist daher heute reglmäßig stark vergilbt. Anhand der Auswölbung der Blecheinfassung kannst Du (nach Abschrauben) von der Rückseite die Form abnehmen und Dir aus einem Klarsichtkunststoff eine passende Scheibe machen. Nach meiner Erfahrung eignen sich dafür gut (defekte) CD-Hüllen.
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Thomas7765
Di Nov 25 2025, 20:15
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Nov 13 2025, 09:26
Wohnort: Sachsen Anhalt
Beiträge: 15
Das ist eine gute Idee, danke.

Jemand noch einen Tip welcher Gummischlauch sich für die Schalldose gut eignet?
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DGAG
Mi Nov 26 2025, 12:11

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 764
Dichtungen für Schalldosen, deren eingesetzte Gummischläuche verhärtet und geschrumpft sind, werden regelmäßig auf der Auktionsplattform angeboten. Unverhältnismäßig teuer, natürlich. Man kann aber auch Silikonschläuche aus dem Modellbau einsetzen, die es in verschiedensten Größen gibt..
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berauscht
Mi Nov 26 2025, 13:48
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 2044
DGAG schrieb ...

Dichtungen für Schalldosen, deren eingesetzte Gummischläuche verhärtet und geschrumpft sind, werden regelmäßig auf der Auktionsplattform angeboten. Unverhältnismäßig teuer, natürlich. Man kann aber auch Silikonschläuche aus dem Modellbau einsetzen, die es in verschiedensten Größen gibt..

Man kann sich auch ziemlich einfach aus Moosgummi Ringe schneiden, das ist recht gut für Schalldosen in denen wenig Platz ist. Diese haben auch den Vorteil "Endlos" zu sein und die Wunschfarbe gibt es auch.
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