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Weiss jemand etwas über die Firma GETRA (Grammophonmotoren)?
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Orthophonix
Di Dez 09 2025, 16:31 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jun 04 2025, 13:02
Wohnort: Altstätten SG, Schweiz
Beiträge: 15
Hallo,
ich habe kürzlich ein "goldenes" Purophon Koffergrammophon erworben und restauriere es gerade, da es so schön in die Weihnachtszeit passt. Von der Gehäuse- und Trichteröffnungsgrösse her hatte ich auf einen Zweifeder-Motor gehofft, aber es zeigt sich ein nicht besonders grosser Einfeder-Antrieb. Anders als bei meinen bisherigen "Purophonen" ist hier auch kein Paillard-Motor verbaut worden, sondern ein vermutlich deutsches Fabrikat, auf dem Plattenteller ist unten GETRA und D.R.G.M. eingestanzt. Der Motor wirkt ein wenig wie möglichst preigünstig produzierte Massenanfertigung, Lagerung der Plattentellerwelle in einem ausgestanzten und umgebogenen Blechteil der Basispatte, Lagerung Geschwindigkeitseinstellung oben in ähnlicher Art...
Ich meine, diese Firmenbezeichnung auch schon auf einem anderen deutschen Grammophon gesehen zu haben, evtl. Limania.
Kennt jemand diese Firma und weiss womöglich etwas über ihre Geschichte?

public/1765293986_5049_FT0_getra_motor_1.jpg][/link]







[link=https://grammophon-platten.de/e107_files/

[ Bearbeitet Di Dez 09 2025, 16:36 ]
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Fehlmann1960
Do Dez 11 2025, 11:17
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Beiträge: 477
Hallo Alexander
Beim Motor könnte es sich um einen Thorens-Motor handeln, siehe unten.
Beim Plattenteller wird es sich um ein deutsche Produkt handeln. D.R.G.M = Deutsches Reichsgebrauchsmuster
Gruss Thomas
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Fehlmann1960
Do Dez 11 2025, 12:49
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Beiträge: 477
Hier die Firmengeschichte zum nachlesen von"LoopingLoui" Link - Hier klicken
Gerade habe ich nachgelesen was die Prägung unter dem Plattenteller bedeutet bei: graphonogram.com
Link - Hier klicken
"Auf der Unterseite des Plattentellers befindet sich in der Nähe des zentralen Lochs die Inschrift „GETRA - DRGM“ (Deutsches-Reichs-Gebrauchs-Muster, das ein ungeprüftes Eigentumsrecht darstellte, ein kostengünstigeres und schnelleres Verfahren als der Schutz durch ein Patent)."
Die Firma verbaute mehrheitlich Teile von Paillard St. Croix, Schweiz. Anscheinend auch andere Teile wie Thorens und deutsche Teile. (mehr siehe oben, Firmengeschichte)
LG Thomas
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Orthophonix
So Dez 14 2025, 21:32
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jun 04 2025, 13:02
Wohnort: Altstätten SG, Schweiz
Beiträge: 15
Hallo Thomas
Vielen Dank für Deine Antwort. Die Firmengeschichte kenne ich bereits (von diesem Forum), die Bedeutung von DRGM ebenfalls.
Sehr interessant ist aber, dass es sich um einen Thorens-Motor handeln könnte, denn er sieht tatsächlich so aus wie Modell 530 auf deiner Abbildung, wobei auf meinem Motor selbst nichts darauf hindeutet (am Boden ist eine Markierung: 18/S, sonst nichts). Dass der Teller von einem anderen Hersteller sein kann, habe ich bislang auch nicht gewusst, meist sind es ja die Teller der Motorenhersteller und andere passen selten.

An meinem Motor habe ich jetzt viel Arbeit gehabt und er ist nun benutzbar, aber nicht gut. Als ich das Grammophon bekommen hatte lief er sehr schlecht und inkonstant, unter Schleifgeräuschen. Nachdem ich ihn gereinigt und gefettet und den festgegammelten Regler gangbar gemacht hatte, lief er gar nicht mehr. Also habe ich auch die Feder gereinigt und neu gefettet, obwohl das Fett in der Dose noch "vital" aussah. Danach wieder keine brauchbare Funktion, läuft ein paar Umdrehungen, wenn man ihn antreibt.
Bei der weiteren Ursachensuche fiel mir auf, dass der Regler fast kein Spiel hatte, obendrein ist daran schon einiges gebastelt und die Lager verstellt worden, auch an der Halterung des Filzstücks wurde gebogen. Nach meinen Einstellungen läuft er jetzt brauchbar bei guten Platten ohne grosse Dynamikspitzen, wenn es laut wird oder die Platte schlecht erhalten ist, bremst sich die Geschwindigkeit ab oder läuft gar nicht mehr. Dafür ist der Motor verhältnismässig gut hörbar. Obendrein ist der eigentliche Regelbereich sehr klein bei grossem Verstellbereich.
Vermutlich liesse sich mit korrekter Justage des Reglers noch etwas herausholen, aber damit habe ich bislang keine Erfahrung. Die Regler habe ich immer in Ruhe gelassen, wenn das Gerät läuft. Eine gute Anleitung wie man diese am besten einstellt habe ich bisher auch nicht gefunden, nur dass es Geduld und Zeit braucht.
Vermutlich ist dazu auch die Aufzugsfeder ermüdet, sie wirkte beim reinigen doch recht abgeschliffen und "weich".
Wenn jemand einen tip hat diesbezüglich wäre ich froh, ansonsten findet sich vielleicht einmal ein Ersatzmotor.

Hier noch die Markierungen auf Plattenteller und Motor:






Gruss Alex
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LoopingLoui
Mo Dez 15 2025, 23:49
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
Wohnort: Altkreis Bersenbrück
Beiträge: 886
Moin Alexander - nun melde mich ich mich auch mal zu Wort.

Gönn uns doch gerne mal ein Foto des Koffers - das würde mich natürlich sehr interessieren, auch wenn mein Gebiet eher bei der deutschen Firma Loopingphon liegt. Die Geschichte in der Schweiz lief etwas anders und länger - dies als Bemerkung zu meinem Beitrag, der mit neuen Erkenntnissen auch wieder überarbeitet werden müsste.

Getra kenne ich auch nur von Plattentellern und fand sie bei beinahe allen Loopingphon Koffern vor, jedoch bei meinen bisherigen Purophon Koffern waren es immer passende Paillard Teller. Auch der deutsche Motor der Firma Steidinger (daher das S) ist sehr ungewöhnlich, da ich bisher nur Paillard Motoren praktisch im Einsatz sah. Vor allem in der Schweiz bediente man sich ja wirklich fast ausschließlich an heimischen Fabrikaten. Bei Loopingphon gab es zumindest Versuche mit Steidinger und Grubu Motoren, welche aber nicht mehr in Serie gingen.
Fotos des Koffers könnten aber mehr Licht in die Sache bringen :)
Vielleicht habe ich noch einen Ersatzmotor
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Orthophonix
Mi Dez 17 2025, 22:03
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jun 04 2025, 13:02
Wohnort: Altstätten SG, Schweiz
Beiträge: 15
Ja, das mache ich doch gerne. An sich wollte ich es vorstellen, wenn es ganz fertig ist, aber aus gegebenem Anlass ziehe ich natürlich gerne einen Teil vor. Es ist ja auch weitgehend fertig, alles geputzt, gefettet, abgedichtet, Schalldose und Motor revidiert (wenn auch letzterer noch nicht mit gänzlich befriedigendem Ergebnis...), einzig der Griff fehlt noch. der ist im Leder noch ziemlich gut, aber die Naht hat sich vollständig aufgelöst. Muss ich neu nähen, wenn mal Zeit ist.
Dass es ein Steidinger Motor sein könnte wundert mich nun auch wieder, da ich bislang in meinen - noch eigentlich allen unrestaurierten - Purophonen immer Paillard Werke angetroffen hatte. Dass es ein Thorens sein könnte fand ich schon erstaunlich, aber dass es ein Steidinger-Motor mit -soweit von der obigen Grafik beurteilbar- gleichem Aufbau wie ein Thorens-Motor sein soll, ist nochmal erstaunlicher. Aber wenn das S ein klarer Beweis dafür ist, wird es wohl so sein.
Das Grammophon selbst ist zunächst durch seine besondere Bespannung interessant, die je nach Lichteinstrahlung golden schimmert. Ich habe versucht, dies auf den Bildern einzufangen, aber bei nächtlicher Stubenbeleuchtung ist es nicht sooo eindrucksvoll. Ansonsten ist das Gerät unerwartet gross (44 x 30.5 x 17,5 mm), grösser als ein HMV 101 oder102 und damit das grösste Purophon, das ich bislang gesehen habe.
Klanglich ist es mit seinem grossen Trichter recht gut, für die Grösse aber auch nicht überragend. Ein ausgewogener Klang mit durchaus auch Bass, die Höhen könnten brillianter sein. Eventuell ist auch die Schalldose nicht die beste der Welt. Es ist die erste dieser Art, die ich restauriert habe, auf den anderen Purophonen sind teils die gleichen, wobei sie bei den anderen mit Purophon beschriftet ist, diese hier aber nicht. Sie sind vermutlich von Goldring, ich hatte einmal (vielleicht auch in diesem Forum?) eine entsprechende Katalogseite gesehen. Sie zeigt beginnende Zinkpest-Spuren (leichte Schwellungen, zu grosses Spiel der Nadelachse (gibt's da auf deutsch ein besseres Wort?)), aber alles noch komplett revidierbar.

Hier nun noch die Bilder, die wenn man irgendetwas bearbeiten will leider sofort wieder verschwinden. Ich habe sie inzwischen vier mal hochgeladen. Warum sie teilweise gedreht angezeigt werden weiss ich nicht, im Original habe ich sie korrekt abgespeichert.
Aber nun sind sie endlich da:

















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Orthophonix
Mi Dez 17 2025, 22:16
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jun 04 2025, 13:02
Wohnort: Altstätten SG, Schweiz
Beiträge: 15
Was ich noch vergessen hatte: ein Foto von unter dem Plattenteller. Es sei hiermit nachgeholt.
Einen Zettel mit Modellnummer etc. hat es leider nicht (mehr?).



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