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Analoger Tiefpassfilter?
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Oistrakowitsch
Mo Jan 12 2026, 20:49 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jul 04 2019, 19:24
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 30
Hallo zusammen,

mit den Jahren (und der Erfahrung) fängt man ja an gewisse Ansprüche zu stellen. Seit geraumer Zeit nutze ich beim Digitalisieren Tiefpassfilter und so langsam würde ich mir einen auch beim komplett analogen Hören an der Anlage wünschen.

Leider bin ich wirklich nicht technikaffin, daher meine Frage:
Ist ein analoger Tiefpassfilter in zufriedenstellender Qualität (einfach) machbar?
Auf meiner Wunschliste steht zum einem stufenlos einstellbare Cutoff-Frequenz, am besten zwischen 4khz und 20khz, einstellbare Flankensteilheit und die Möglichkeit eines Bypass, also das Signal so unverändert wie möglich durchzuschleifen. Und natürlich Stereo-Cinch Ein- und Ausgänge.

Gibt es sowas schon? Hat jemand Erfahrung damit? Ich weiß nicht viel, aber gelesen habe ich bisher, dass das mit den analogen Filtern eine ziemlich ungenaue Sache ist.
Danke fürs Lesen!
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Oistrakowitsch
Mo Jan 12 2026, 21:19
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jul 04 2019, 19:24
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 30
Falls noch nicht klar geworden ist, was ich mir vorstelle, anbei eine KI-generierte Ausarbeitung einer Skizze.

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Rundfunkonkel
Mi Jan 14 2026, 01:00
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Beiträge: 1141
Hallo,

solche Schaltungen sind in HiFi Bastelbüchern der 70er und 80er Jahre öfters beschrieben, meist nur als einfache Rausch- und / oder Rumpelfilter. Man kann das natürlich beliebig verfeinern und erweitern. Gegenfrage : sind die Platten sauber? Wie empfindlich auf Knistern ist der Tonabnehmer? Wie wird entzerrt (RIAA dämpft ja die Höhen, bei Platten vor Datum X gehört das aber meist nicht so)? Bei hoffnungslos verschlissenen Platten empfiehlt sich die Suche nach einem besseren Exemplar, wenn möglich und man diese Aufnahme sehr liebt.

Diese Filter lassen sich auch z. B. steilflankig mit zwei Stufen statt nur einer aufbauen, sogar passiv und eher günstig.

Schreib mich mal per PN an, ich krame dann in meinen Büchern zur weiteren Erläuterung.
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Oistrakowitsch
Mi Jan 14 2026, 21:02
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jul 04 2019, 19:24
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 30
Vielen Dank lieber RTO für Deinen Input per PN!

An der Stelle nochmal für Alle: An meinem Setup ist, würde ich behaupten, höchstens der Plattenspieler noch ein Nadelöhr, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Es liegt also nicht am Setup, dass mich das hochfrequente Rauschen stört.

Anbei ein anschauliches Beispiel, eine Aufnahme von Smetanas Quartett „Aus meinem Leben“, gespielt 1928 vom Böhmischen Streichquartett. Hier kommt zusätzlich zum mich sowieso störenden Rauschen noch das Pfeifen durch den erkaltenden Aufnahmestift hinzu, typisch für die Grammophon ende der 20er.









Über die höchste aufgenommene Frequenz in der Aufnahme ließe sich streiten, dafür gibt es andere Threads. Ich nehme hier an, dass ab ca. 8kHz keine nützliche Toninformation mehr vorhanden ist. Das Pfeifen liegt aber oberhalb der 10kHz.
Durch einen Tiefpassfilter ab 10kHz mit starkem Abflanken lässt sich das Pfeifen löschen. Ich würde behaupten, dass dadurch auch keine hörbare Toninformation verloren geht (aber wie gesagt, das kann jeder so sehen, wie er mag).

Das was ich hier digital mache würde ich mir auch analog wünschen. Ich glaube, das Pfeifen zu eliminieren wäre für viele interessant, nicht nur für mich.

[ Bearbeitet Mi Jan 14 2026, 21:04 ]
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alexanderb
Fr Jan 16 2026, 19:39
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Jan 05 2026, 15:15
Wohnort: N ürnberg
Beiträge: 1
Hallo,

ich bin mir nicht zu 100% sicher, ob ich dein Problem verstanden habe. Ich bin recht neu in der Thematik, aber ich spiele zur Zeit an meinem "Behringer Denoiser SNR 2000" herum. Er kann auch die Funktion eines dynamischen Tiefpasses übernehmen, was meiner Ansicht ja noch besser ist. Ich bin jedenfalls bisher sehr begeistert, sowohl von seinem Expander, als auch dem dynamischen Filter. Aber wie gesagt, ich bin noch in der Testphase, aber das Hörerlebnis ist nach meiner Empfindung um einiges größer, seit ich ihn dazwischen geschaltet habe. Am Computer kann man ja digital so einiges verbessern, aber analog ist halt direkt und immer besser, finde ich.

Liebe Grüße, Alexander
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Oistrakowitsch
Fr Jan 16 2026, 22:16
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jul 04 2019, 19:24
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 30
Hallo Alexander,

sorry, dass meine Ausführungen so verwirrend sind! Ich bin da auch absolut kein Fachmann.

Mit dynamischen Tiefpassfiltern habe ich auch schon experimentiert. Mich hat da gestört, dass das Rauschen nicht konstant bleibt (bei stillen Stellen kein Rauschen, je lauter, desto mehr Rauschen). Auch konnte ich nicht genau nachvollziehen, was und wie gerade gefiltert wird. Ein dynamischer Filter greift viel stärker in das Ursprungssignal ein, als ein vorsichtig eingestellter statischer Tiefpass.
Sehr schade, dass bei dem Behringer die höchste einstellbare Cutoff-Frequenz nur 6kHz ist, oberhalb davon ist ja noch viel Musik, in die man dann eingreift. Das ist mir persönlich zu invasiv, ich möchte die Musik auf den Platten so unverändert wie möglich hören. Für viele akustische Aufnahmen kann ich mir aber gut vorstellen, dass der mich auch zufriedenstellen würde. Nur, wie gesagt, dieses an- und abschwellende Rauschen bei lauten und leisen Stellen finde ich unnatürlich und störend.
Vielleicht findet man ja einen dynamischen Tiefpass, der eine höher einstellbare Cutoff-Frequenz hat, so einen würde ich gerne ausprobieren.

LG!
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