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Deutsche Grammophon AG Monarch Junior (1904-1905)
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Michi
Mi Feb 18 2026, 12:09 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jan 09 2022, 15:14
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Beiträge: 10
Hallo habe diese DGAG Leiche gekauft und möchte sie wieder zum Leben erwecken. Der Trichter ist dunkelgrau, innen guckt etwas kupferfarben raus, denke das er mal schwarz lackiert war. Kleine Exhibition Schalldose, alles sehr mitgenommen.
Kann mir jemand sagen um was für ein Typ es sich hier handelt, danke für Eure Hilfe !!!









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Grammophon-Mini
Mi Feb 18 2026, 13:22
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jan 18 2026, 14:55
Wohnort: Ettlingen
Beiträge: 111
Sind eventuell auf der Rückseite beziehungsweise im Inneren des Holzkastens irgendwelche Zahlen oder Nummerierungen vorhanden?

Sind alle Teile vorhanden, ist der Tonarm,Motor etc. auch dabei?

(Ich selbst kenne mich mit Trichtergeräten leider nicht so aus, sind denn solche unrestaurierten Geräte beziehungsweise diese Kellerfunde/Scheunenfunde sehr teuer? Ich habe mich schon länger nach einem bezahlbaren Trichtergrammophon umgesehen, aber nichts gefunden.)

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[ Bearbeitet Mi Feb 18 2026, 20:00 ]
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Michi
Mi Feb 18 2026, 16:41
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jan 09 2022, 15:14
Wohnort: Burscheid
Beiträge: 10
Hallo ja hier der Tonarm und Schalldose, Motor nicht dabei.Die Plakette mit der Nummer fehlt, nur das Loch ist da, unter dem Gehäuse die Nr DGAG 03283 und Revik oder so ähnlich.

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DGAG
Do Feb 19 2026, 12:37

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 807
Die Typenbezeichnung dieses DGAG-Trichtergrammophons von 1904-05 lautet "Monarch junior". Es lohnt sich auf jeden Fall Trichterhalter, Tonarm, Schalldose, Trichter und Trichterknie wiederherzustellen. Die Teile passen auf viele Geräte und sind deshalb gesucht. Man könnte sie nach der Restaurierung verkaufen und mit dem Geld ein vollständiges DGAG-Gerät zumindest zum großen Teil bezahlen.

Beim vorhandenen Gehäuse bin ich nämlich nicht so sicher, ob sich das lohnt. Es fehlen sämtliche "Anbau"-Teile, vor allem der Motor samt Plattenteller. Das Gehäuse wurde durch den Einbau eines Motors anderer Bauart zudem deutlich verändert.
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Michi
Mo Feb 23 2026, 17:27
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jan 09 2022, 15:14
Wohnort: Burscheid
Beiträge: 10
Danke für die Infos, Mal sehen, ich habe jemanden, der sehr gut repariert, Mal sehen was er daraus macht. Nur bei der Halterung und Tonarm , waren die auch schwarz gewesen, weil eine etwas komische dicke Schicht drauf ist, besonders am Tonarm.
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DGAG
Mo Feb 23 2026, 18:49

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 807
Der Trichterhalter aus Gusseisen und der Tonarm aus poliertem Messing waren beide verkupfert und anschließend vernickelt.
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Nicoletta
Mo Feb 23 2026, 19:46
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
Ich kann nur für mich sprechen und manchen werden wohl die Haare zu Berge stehen beim lesen. Aber ich würde den Trichter und Tonarm komplett schleifen und mit Anreibeversilberung arbeiten.

Zur Schalldose. Keine Ahnung, ich habe eine ähnliche hier. Die ist ja aus Hartgummi, einen gelben Dichtungsgummi und einer Art Plexiglascheibe. Das Problem ist, es gibt nicht zum aufschrauben. Und der Dichtungsgummi ist definitiv durch. Ich habe zwar schon Ersatzdichtungen gefunden, aber sehe keine Möglichkeit diesen zu tauschen ohne das "Plexiglas" zu beschädigen. Auch lässt sich es innen nicht reinigen. Du kannst zwar mit Wasser und Spülmittel den meisten losen Dreck unter dem Wasserhahn und viel schütteln rausbekommen. Aber was an den Wänden festklebt bleibt. Ich habe es probiert musste die Dose auch anschließend auf der Heizung ausdampfen lassen. :-( Mit Cockpitpflege bekommst du aber das schwarze Hartgummi wieder schön glänzend. Nicht erschrecken. Der Hartgummi saugt wie verrückt die Pflege auf.
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DGAG
Mo Feb 23 2026, 22:28

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 807
Nicoletta schrieb ...

Ich kann nur für mich sprechen und manchen werden wohl die Haare zu Berge stehen beim lesen. Aber ich würde den Trichter und Tonarm komplett schleifen und mit Anreibeversilberung arbeiten.

Bevor man nicht fachmännischen Methoden anwendet, die zerstörerisch und erheblich wertmindern sind, sollte man sich mit der Herstellungs- und Materialgeschichte der einem anvertrauten Objekte bekannt machen.

Sowohl der Trichter als auch der Tonarm dieses D.G.A.G.-Modells bestehen beide aus Messing und waren vor der Weiterbehandlung glänzend poliert. Der Trichter erhielt nach der Politur damals einen dünnen Überzug aus Nitrocelluloselack ("Zaponlack"), damit er nicht gleich wieder anlief.

Der Tonarm wurde dagegen zunächst dünn verkupfert und anschließend vernickelt. Achtung: Nicht hochglanzvernickelt oder gar verchromt.

Bei dem vorgestelten, stark korrodierten Trichter kommt man leider ohne eine Poliermaschine nicht aus. In einem mehrstufigen Prozess (Vorpolieren, Polieren, Hochglanz) kann man ein gutes Ergebnis erreichen, das natürlich mit Materialverlust verbunden ist.

Beim Erhaltungszustand des Tonarms (vernickeltes Messing) und auch beim Trichterknie (vernickeltes Eisenblech) empfehle ich die Handpolitur mit Polierwatte (Nevr-Dull). Damit habe ich selbst sehr gute Ergebnisse erzielt. Eventuell ist die Nickelschicht unterhalb der Korrosion noch so gut erhalten, dass man auf das Neuvernickeln verzichten kann. Achtung: Die Nickelschicht ist dünn, deshalb rechtzeitig mit der Politur aufhören. Beim Tonarm kommt darunter die rötliche Kupferschicht, beim Trichterknie das silbrige Eisen.

Der Trichterhalter scheint mir so stark korrodiert, dass ich dort ebenfalls eine Poliermaschine einsetzen würde.

[ Bearbeitet Mo Feb 23 2026, 22:34 ]
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Nicoletta
Di Feb 24 2026, 00:14
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
@Michi hab gerade die Marke der Schalldose gegoogelt. Scheint eine optische Täuschung zu sein. Kann es sein das sie nur schwarz lackiert ist? Hier mal ein Dichtungsgummi den ich gefunden habe. Link - Hier klicken

@DGAG Wir reden hier von einer ca. 50-Euro-Leiche ohne Motor, also kein Museumsstück. Nicht jeder hat eine eigene Galvanik im Keller stehen, und eine professionelle Aufarbeitung steht in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum Wert dieses Teils. Dass man mit einer Poliermaschine glänzende Ergebnisse erzielen kann, steht außer Frage, aber was dann? Ohne eine neue Schutzschicht (wie eben eine Vernickelung) sieht das Metall nach wenigen Jahren wieder genau so aus wie jetzt. Diese Erfahrung musste ich bereits bei einem Möbelstück aus den 50ern machen.
Das Anreibesilber ist aus meiner Sicht eine pragmatische Lösung, um eine geschlossene, dekorative Oberfläche zu schaffen, die nicht sofort wieder weggammelt. Oder kennst du hier eine bessere Alternative die ohne Galvanik möglich ist? Denn mir fällt ansonsten nur Zaponlack oder Metall-Schutzwachs ein.
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berauscht
Di Feb 24 2026, 01:04
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 2064
Nicoletta schrieb ...

Oder kennst du hier eine bessere Alternative die ohne Galvanik möglich ist?

Wenn man nicht selber galvanisieren möchte, gibt es ja auch die Möglichkeit Teile im Lohn galvanisieren zu lassen.
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DGAG
Di Feb 24 2026, 01:08

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 807
Nicoletta, wir reden hier nicht von irgendeiner 50-Euro-Leiche ohne Motor, sondern von 120 Jahre alten, hochwertig produzierten Teilen eines DGAG-Grammophons, des Mercedes unter den Grammophonen. Schalltrichter, Trichterknie, Trichterhalter, Schalldose und Tonarm passen auf zahlreiche Modelle der Gramophone Co./DGAG.

Sie werden, gerade im unverbastelten Zustand, immer seltener und sind deshalb bei vielen Sammlern als Ersatzteil begehrt. Im restaurierten Zustand bekommt man dafür den Gegenwert eines gut erhaltenen Trichtergrammophons eines anderen Herstellers, z.B. Lindström.

Wer keine Lust, Zeit oder Kenntnisse hat, diese Sachen (u. U. selbst) fachgerecht zu restaurieren, sollte sie besser an andere Sammler abgeben, statt sie zu verschlimmbessern.

Wer unbedingt basteln will, sollte sich dafür ein No Name-Produkt anschaffen. Auch vor 100 Jahren gab es schon massenhaft produzierte Billiggrammophone.

Natürlich lässt man die Teile in Betrieben, die darauf spezialisiert sind, vernickeln. Dort werden sie vorher auch poliert, wenn man es nicht selber machen kann. Dass man polierte Trichter anschließend mit Klarlack (z.B. Acrylharzlack) überziehen kann, damit sie nicht wieder anlaufen, habe ich ja oben selber geschrieben.
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Nicoletta
Di Feb 24 2026, 02:30
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
@DGAG Das mit dem Lack hatte ich überlesen. Entschuldigung. AAAAABBBBBBEEEEERRRRR vielleicht ist daran deine ruppige Art nicht ganz unschuldig. ;-)

Wenn es wirklich der Mercedes unter den Grammophonen ist und die Ersatzteile so kostbar sind, dann verstehe ich eines nicht. Warum bietet man als erfahrener Restaurator nicht einen Tausch an. Ersatzteile gegen brauchbares Grammophon wo gebastelt werden kann. Damit schließt man aus, dass die Kostbaren Teile verbastelt werden. Und der Bastler hat trotzdem seinen Spass. Michi schrieb deutlich.

Zitat:
"Mal sehen, ich habe jemanden, der sehr gut repariert, Mal sehen was er daraus macht."

Da kann man davon ausgehen das Vorrang die Funktion oder Optik ist und nicht die Originalität im Vordergrund steht.
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DGAG
Di Feb 24 2026, 16:40

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 807
Ich entschuldige mich, dass ich nicht mit Samtpfötchen aufgetreten bin, aber die von Dir geschilderten Methoden haben mich einfach getriggert und D.G.A.G.-Produkten gehört seit 30 Jahren zudem mein besonderes Interesse. Ich habe im Sammlerleben einfach zu viel dergleichen und schlimmeres gesehen, darüber geflucht und mir jedes Mal gedacht, wie viel besser es gewesen wäre, anstatt zu verschlimmbessern jemand mit Ahnung dran zu lassen.

Ich habe in diesem Thread nicht nur für Dich oder Michi geschrieben, wobei ich hoffe, dass Michi meine Worte beherzigt, sondern für alle Leser, die sich von der Überschrift angezogen fühlen.

Dein Vorschlag, die Sachen im Tausch wegzugeben, ist natürlich auch sehr empfehlenswert.
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