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ARCHIVIERUNG: Lautstärke
Moderatoren:SchellackFreak, berauscht, GrammophonTeam, Charleston1966, DGAG, Der_Designer, LoopingLoui
Autor Eintrag
Nicoletta
Fr Feb 20 2026, 08:34 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
Hallo Zusammen,

der Verkäufer warnte mich ja vor. "Nicht jede Platte ist gleich laut." Aber dass die Lautstärkenunterschiede so gravierend sind hätte ich nicht gedacht.

Ich habe die Lautstärken "sehr leise", "leise", "mittellaut", "laut", "sehr laut".

Ich dachte, dass überwiegend die Lautstärke "mittellaut" passen müsste. Aber nein, bei der einen höre ich fast nichts und bei der anderen haut es mir die Trommelfelle raus.

Zusätzlich stellte ich fest, dass mein Gedächtnis ein Sieb ist und ich keine Lust habe jedes mal eine Platte mit unterschiedlichen Nadeln anzuspielen. Daher beschloss ich auf die Schutzhülle ein Etikett anzubringen. Auf das Cover selbst wollte ich es nicht kleben, da ich nicht weiß ob sich die Lautstärken oder mein persönliches Empfinden einmal ändert.

Anbei ein Bild. Wie handhabt ihr das?

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berauscht
Fr Feb 20 2026, 08:55
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 2064
Platten von 1957 sollte man gar nicht mehr mit Nadeln spielen.
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DGAG
Fr Feb 20 2026, 16:20

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 807
Ich verwende für Schallplatten aus der akustischen Aufnahmeära immer die mittellauten Nadeln. Zu leise war noch nie eine Platte und wenn sie mir zu laut ist, stopfe ich etwas in den Trichter.
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Nicoletta
Sa Feb 21 2026, 11:46
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
berauscht schrieb ...

Platten von 1957 sollte man gar nicht mehr mit Nadeln spielen.


Kannst du mir bitte erklären warum und mit was spielt man die dann?
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gramofan
Sa Feb 21 2026, 17:21
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1209
Schellacks aus den letzten Produktionsjahren enthalten deutlich weniger harte Zuschlagstoffe als ältere Platten und verschleißen dadurch viel stärker beim Abspielen mit Stahlnadeln und hohem Auflagegewicht. Sie waren dafür gedacht mit modernen Leichttonabnehmern (Kristall- oder Magnetsysteme) abgespielt zu werden. Im Sinne einer größtmöglichen Plattenschonung - und damit langfristigen Erhaltung - ist es ohnehin zu empfehlen Schellackplatten egal welchen Alters nur mit modernen Plattenspielern und Systemen sowie Diamant- oder Saphirnadeln mit niedrigen Auflagegewichten zwischen 3 - 5 p abzuspielen. Wir hatten dazu bereits anderweitige threads.
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Rundfunkonkel
Sa Feb 21 2026, 19:46
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Beiträge: 1163
Nicoletta schrieb ...

berauscht schrieb ...

Platten von 1957 sollte man gar nicht mehr mit Nadeln spielen.


Kannst du mir bitte erklären warum und mit was spielt man die dann?


Stilecht für die 1950er hier ein Beispiel von vielen, ein Perpetuum Ebner 3210 (tauchte etwa 1951 in Katalogen auf, und konnte auch schon Vinyl).






Kann allerdings nur Mono, für die esten Stereo Vinyl musste der werte Kunde dann wieder zahlen - oder Plattenschäden in Kauf nehmen.

Wie schon anderswo beschrieben, ist es das beste, die Platten passenden Geräten zuzuordnen. Ab elektrischer Aufnahme also (theortisch) elektrisch abtasten. Neue Geräte sind abwärtskompatibel, umgekehrt eher nicht (auch wenn es technisch noch irgendwie geht).
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bavariola
So Feb 22 2026, 03:31
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Jan 12 2013, 00:38
Beiträge: 176
Guten Tag allerseits,

über das Abspielen von Grammophonplatten mit diesen oder jenen Mitteln ist schon verschiedentlich diskutiert worden. Das kann jeder machen wie er will, und - ich formuliere es bewußt zugespitzt - jeder kann seine Schallplatten ruinieren wie er will. Es ist aber immer schade drum!

Ich meine damit Folgendes: Man stelle sich vor, was mechanisch vor sich geht, wenn die Spitze einer Stahlnadel mit einem Auflagegewicht von 50 oder 80 Gramm oder mehr sich durch die Rille fräst, sodaß die Nadel am Ende nach nur drei Minuten Spielzeit so abgenutzt ist, daß man das mit bloßem Auge bei mittlerer Sehkraft ohne Lupe sehen kann. Eine grausame Vorstellung. (Sage keiner "aber dafür sind die Platten doch gemacht" - man hatte für diesem Problemkreis damals keine andere Lösung.)

Ich spiele meine Grammophonplatten ausschließlich mit einem (halbwegs) modernen elektrischen Plattenspieler ab, das Auflagegewicht stelle ich zwischen zwei und fünf Gramm ein (ausnahmsweise acht) und nutze dafür orientiert geschliffene Diamanten.

Fürs Grammophon habe ich einen Stoß Dubletten verschiedener Musikrichtungen zum Vorführen oder als Gaudi fürs Gartenhaus, um die es nicht schade ist, und man möchte ja auch mal ein zeitgenössisches Hörerlebnis haben. Leise Nadeln nehmen die Platten weniger in Anspruch als laute.

Am Rande sei bemerkt, daß auch so mancher alte elektrische Tonabnehmer mit seinen Hufeisenmagneten nicht leichter ist als eine mechanische Schalldose, manchmal sogar schwerer.

Ein Plattenspieler aus den 50er oder 60er Jahren kann verblüffend gute Dienste leisten, sofern die "Nadel" in Ordnung ist. Bei mir ist es einer aus den 80ern (Thorens TD MK 115 MK II). Von "plattenschonend" kann bei keiner der alten Techniken die Rede sein, und von ab"tasten" auch nicht.

Beste Grüße an alle,
Bavariola.
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Nicoletta
So Feb 22 2026, 19:46
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
Vielen lieben Dank. Jetzt bin ich Baff. Tatsächlich möchte ich mein Grammophon nutzen und nicht zum Anschauen rumstehen haben. Das es die Platten so ruiniert wusste ich bisher auch nicht. Also, ja. Ich möchte sie ruinieren, aber möglichst schonend und langsam. Was kann ich nun konkret tun um die Platten mehr zu schonen? Anbei der Schallkopf. Auch würde ich mich über Links zu Platten schonenderen Nadeln freuen.



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Fehlmann1960
Mo Feb 23 2026, 13:14
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Beiträge: 478
Hallo Bavariola
Der Winkel von der Horizontalen zur Nadelstellung beträgt ca. 60° und nicht 30°.
Siehe auch: Link - Hier klicken (etwas herunterscrollen bis Winkel der Schalldose zur Platte)
Gruss Thomas
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bavariola
Mo Feb 23 2026, 13:33
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Jan 12 2013, 00:38
Beiträge: 176
Werte Kollegin,

es freut mich, daß Sie sich mit meinen Einlassungen aufmerksam befaßt haben. Gerne antworte ich Ihnen wie folgt:

a) Ihre Schalldose hat ein Bakelit-Gehäuse, damit dürfte sie etwas leichter sein als die üblichen Schalldosen, deren Körper aus Messing oder Zink-Druckguß bestehen. In Bezug auf Plattenverschleiß ist das ein keiner Vorteil (ändert aber am grudsätzlichen Problem freilich nichts).

b) Wenn ich Ihr Foto richtig deute, steht bei Ihrer Sprechmaschine die Nadel senkrecht auf der Platte. Das ist allerdings richtig grausam. Vielleicht kann ich die ganze Verschleiß-Problematik mit einem Vergleich illustrieren: Stellen Sie sich vor, Sie stehen mit einem Zimmermannsnagel von 20 cm Länge neben einem Auto und wollen dessen Motorhaube ruinieren. Wie halten Sie den Nagel - feinfühlig zwischen zwei Fingerspitzen oder mit der Faust? Lassen Sie den Nagel mit einem mehr oder weniger flachen Winkel gleiten oder drücken Sie ordentlich mit der Spitze senkrecht nach unten? Ähnliche Vorgänge spielen sich leider auch beim Abspielen von Schallplatten mit Stahlnadeln ab. Der zeitgenössischen Literatur habe ich entnommen, daß man die besten Ergebnisse bei relativer Plattenschonung erzielt, wenn man einen Winkel von 60 Grad einstellt. Nicht jede Tonarm-Schalldosen-Kombination läßt es zu, das so genau einzustellen, aber einen gewissen Winkel sollten Sie unbedingt einstellen, senkrecht geht gar nicht. Ich habe das hier einmal skizziert:


Wenn Sie die Quelle und der Originaltext interessiert, suche ich das gerne einmal heraus.

Konnte ich Ihnen hiermit helfen?

Beste Grüße an alle,
bavariola.

[ Bearbeitet Mo Feb 23 2026, 17:58 ]
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bavariola
Mo Feb 23 2026, 13:37
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Jan 12 2013, 00:38
Beiträge: 176
Fehlmann1960 schrieb ...

Hallo Bavariola
Der Winkel von der Horizontalen zur Nadelstellung beträgt ca. 60° und nicht 30°.
Siehe auch: Link - Hier klicken (etwas herunterscrollen bis Winkel der Schalldose zur Platte)
Gruss Thomas

Guten Tag Herr Fehlmann,
besten Dank für den Hinweis, der ist natürlich völlig korrekt. Ich habe eben meinen Beitrag überarbeitet. 30 Grad wären es zwischen der Senkrechten und der Nadel, und das hätte mir auch auffallen müssen.
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Nicoletta
Mo Feb 23 2026, 16:27
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
Hallo Bavariola,
Vielen vielen lieben Dank. Auch wenn auf dem Bild keine Platte auflag habe ich tatsächlich beim spielen einen 90° Winkel genommen. Ich habe in der Schalldose zwar eine Bohrung für eine Schraube und im Tonarm eine Nut, aber die Position scheint trotzdem nicht zu stimmen denn das sind eher 30° als 60°. Siehe Bild. Das liegt vielleicht daran das es nicht die originale Schalldose ist. Aber mir fällt bestimmt was ein wie ich die 60° einstellen kann. Entweder durch eine zusätzliche Bohrung und Fixierung einer Schraube, oder durch eine Markierung. Das diese Schalldose leichter ist meinte auch der Verkäufer. Gibt es denn noch leichtere die auf den Tonarm passen würden? Und wenn ja wo kann ich den herbekommen? Nochmal vielen lieben Dank für den Hinweis des falsch Spielens.




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bavariola
Di Feb 24 2026, 00:55
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Jan 12 2013, 00:38
Beiträge: 176
Liebe Kollegin,

in der Tat: Dieses Loch im Stutzen der Schalldose (das üblicherweise ein feines Innengewinde für eie Schraube hat) und diese Nut im Tonarmrohr sind sozusagen füreinder bestimmt. Aber daß dieses Gefüge bei Einsatz von Ersatz-Schalldosen oft nicht mehr stimmt, ist leider die Regel.

Vielleicht versuchen Sie, sich folgendermaßen zu helfen: Stellen Sie den empfohlenen Winkel von 60 Grad ein und machen Sie am Stutzen der Schalldose eine kleine Markierung genau gegenüber der Nut. Spielen Sie mehrere Schallplatten ab und beobachten Sie, ob die Position noch stimmt. Läßt sich die Schalldose leicht im Tonarmrohr drehen oder gibt es dabei einen größeren Widerstand? Bei leichtem Widerstand kann es sein, daß sich die Dose beim Spielen wieder langsam schleichend wegdreht, bei größerem Widerstand wird sie in dieser Stellung bleiben. Wenn letzteres der Fall ist, brauchen Sie sich eigentlich keine weitere Arbeit zu machen, außer vorsichtshalber ab und zu einmal die Position zu kontrollieren. Im Falle des Wegdrehens sollten Sie anhand der gemachten Markierung am Schaft der Schalldose ein neues Loch bohren und ein Gewinde schneiden (lassen), um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Bleiben Sie bei der Bakelit-Schalldose, des geringeren Gewichtes wegen (und mein Gefühl sagt mir, daß das Material auch klanglich vorteilhaft sein könnte).

Ob es noch leichtere Schalldosen gibt, kann ich nicht sicher sagen, aber nach unten hat die Sache naturgemäß eine gewisse Grenze. Und ein bestimmtes Gewicht (eine bestimmte Masse) ist auch erforderlich, um das System sicher in der Rille zu halten und um Resonanzschwingungen entgegenzuwirken (die die Rille doppelt ausfräsen würden). Es hat zeitweise Schalldosen aus Holz gegeben, über deren Gewicht ich allerdings nichts weiß und die auch eher selten vorkommen. Da fragt sich auch, wie verzogen das Material jetzt wohl sein mag.

Viele liebe Grüße sendet
Bavariola.
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Nicoletta
Di Feb 24 2026, 02:15
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
Habe jetzt 5 Platten beidseitig gespielt. Mag Einbildung sein, aber ich habe jetzt das Gefühl sie klingen viel besser und rauschen weniger. Die Position bleibt gleich und die Nadel stellt sich nicht von selbst auf.
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