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Electrola C 106/40
Moderatoren:SchellackFreak, berauscht, GrammophonTeam, Charleston1966, DGAG, Der_Designer, LoopingLoui, pks
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Bruno1902
Sa Feb 21 2026, 23:43 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Sep 02 2025, 12:28
Wohnort: Niederrhein
Beiträge: 26
Hallo zusammen

Hier mein C106/40

Außer ein bißchen abstauben und den Griff nähen war glücklicherweise nichts zu tun. Eigentlich wollte ich das Gerät der Farbe und der vermeintlich falschen Schalldose wegen gar nicht nehmen, der Zustand und die Tatsache, daß es quasi vom Erstbesitzer kam und um die Ecke abzuholen war, hat mich schwach werden lassen. Nachdem ich den Thread hier gelesen habe war ich aber doch froh, meiner Schwäche nachgegeben zu haben, denn der Klang der Schalldose ist erstaunlich gut.

Eine Hörprobe gibt es hier
Link - Hier klicken





















[ Bearbeitet Sa Feb 21 2026, 23:53 ]
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LoopingLoui
Fr Apr 10 2026, 10:41
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
Wohnort: Altkreis Bersenbrück
Beiträge: 976
Besser spät als nie meinen Glückwunsch zu dieser nicht alltäglichen Kriegsvariante des Electrola 106! Mit Beginn des Krieges wurden die 106 den Verhältnissen in Etappen angepasst. So wurde wohl früh der 106U komplett aus dem Programm genommen und nur noch der 106 und 106 UP angeboten.
Danach wurde bei den schwarzen Koffern, angepasst an die zeitgleichen Electrola Plattenspieler, das Motorbrett in grünlichem Farbton verbaut und dazu auch der Plattentellerfilz in diesem "Taubengrau" ausgeliefert. Schön ist besonders, dass hier das seltene Tablett noch dabei ist.
Bis einschließlich dieser Variante trug das Typenschild den Zusatz "/39".

Auch im Jahr 1940 wurden die "106/40" weiterhin gut verkauft, da man sich zu dieser Zeit noch im Siegestaumel befand und die Produktion von zivilen Gütern wieder angekurbelt wurde. Die Nadelecke besteht jetzt aus Zinkdruckguss statt Bakelit oder Vollmetall. Ferner wird die Tonarmbasis gegen eine einfachere Variante angepasst, welche heute leider immer mal zu Ärger neigt. Nachdem der Bestand an No.4a Schalldosen zuneige geht wird vermutlich über Goldring eine Alumembran Schalldose bezogen, welche heute erfreulicherweise keine so starken Anzeichen von Druckguss wie die No.4a zeigt und sich leicht öffnen lässt.

Mit der letzten Baureihe (noch immer /40), die vermutlich noch bis in den Frühling 1941 gebaut wird, sind nun beide Bremsen schwarz gefärbt und das Typenschild hat eine gänzlich neue Aufmachung. Bei farbigen Koffern sind nun kleine Metallnieten als Füße verbaut, statt wie vorher eingesetzte Gummifüße in der jeweiligen Kofferfarbe. Der größte und letzte Eingriff ist der Austausch des äußerst materialaufwendigen Electrola Motors gegen einen einfachen Steidinger Motor.
Anbei Fotos meines Electrola 106/40 EW (Bedeutung unbekannt, vielleicht "Eigentum Wehrmacht"?) mit der Seriennummer 5060, bei dem noch die Garantieurkunde und die Gebrauchsanweisung beilag. Anhand der Anleitung lassen sich diese Koffer datieren - demnach wurde die Anleitung im April 1941 gedruckt, der Koffer mag etwas später erst gebaut und ausgeliefert worden sein. Mit dem Russlandfeldzug ist eine weitere Produktion von Koffergeräten undenkbar geworden. Es liegt aus dieser Zeit auch kein Schriftmaterial vor.

Gleiches gilt übrigens auch für den Odeon Nr.21 und 24 Koffer, welcher mit Beginn des Krieges eingeführt wurde, als Electrola und Lindström ihre Produktion noch näher als vorher zusammenlegen mussten.
Odeon Nr.21: Link - Hier klicken












Wo in Friedenszeiten an Stelle Nr.9 noch Tungstift Nadeln beworben wurden, stehen nun weniger ergiebige „Treutona“ Nadeln.
Wolfram stand als kriegswichtige Ressource nicht mehr zur Verfügung. Darüber hinaus wäre es auch möglich, dass Tungstifte nie in Deutschland hergestellt wurden, sondern immer aus GB importiert werden mussten.

[ Bearbeitet Fr Apr 10 2026, 10:42 ]
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