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Minimierung des Grundrauschens
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Nicoletta
So Feb 22 2026, 20:47 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
Hallo Zusammen,

ich habe gehört das ein Grundrauschen mit Nitroverdünnung und Nähmaschinenöl auf einem Lappen minimiert. Hat jemand hier schon mal auf diese Art Platten gereinigt?

Gruß Nicole

[ Bearbeitet So Feb 22 2026, 21:07 ]
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gramofan
So Feb 22 2026, 20:59
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1209
Ich würde da unbedingt die Finger von lassen. Es besteht die Gefahr, dass die Plattenoberfläche irreparabel geschädigt wird. Zum Plattenreinigen gibts hier einen thread mit erprobten Methoden, die unschädlich sind.
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Rundfunkonkel
So Feb 22 2026, 21:57
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Beiträge: 1163
Wenn eine Platte rauscht, hat das Ausschleifen der Toninformtionen durch Stahlnadeln schon ganze Arbeit geleistet. Da hilft nchts mehr - was weg ist, ist weg. Eventuell kann man per KI das ganze demnächst rekonstruieren, aber der echte Tonträger an sich ist um.
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DGAG
Mo Feb 23 2026, 01:37

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 807
Nicoletta schrieb ...

Hallo Zusammen,

ich habe gehört das ein Grundrauschen mit Nitroverdünnung und Nähmaschinenöl auf einem Lappen minimiert. Hat jemand hier schon mal auf diese Art Platten gereinigt?

Gruß Nicole

Bei akustisch aufgenommenen Schallplatten bis ca. 1925, also diejenigen, welche Du auf Deinem Grammophon abspielen solltest, gehört Grundrauschen dazu. Damalige Schallplatten bestanden zum größten Teil aus mit Schellack gebundenem Gesteinsmehl, damit sich die Stahlnadeln daran ab-, bzw. auf die Rillenform einschleifen. So eine Mischung muss natürlich rauschen.

Nitroverdünnung besteht u.a. aus polaren Lösemitteln und löst Schellack deshalb an. Also bitte Finger weg davon.
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Nicoletta
Mo Feb 23 2026, 03:08
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
Ich bin nun komplett verwirrt. Der Verkäufer des Grammophons und der Platten ist weder klein noch unbekannt. Da mir überwiegend Musik aus den 40er- und 50er-Jahren gefällt, hat er mir entsprechende Platten zusammengestellt und sie mir sogar am Telefon vorgespielt, damit ich entscheiden konnte, was mir zusagt. Ich denke nicht, dass er mir etwas verkaufen würde, das für ein Koffergrammophon ungeeignet ist.

Auch die Aussage über Nitroverdünnung wundert mich etwas. Auch wenn mein Vater und ich in vielen Ansichten sehr unterschiedlich sind, habe ich noch nie erlebt, dass er bei einer Restaurierung etwas beschädigt hätte. Er meinte, das würde gut funktionieren. Leider erklärt er genauso „präzise“ wie meine verstorbene Oma: „Da muss etwas Salz und Pfeffer rein und dann umrühren.“ Ähnlich klang seine Erklärung: „Etwas Nitroverdünnung und Nähmaschinenöl auf einen Lappen und dann im Kreis wischen.“ Ich kenne „etwas“ allerdings nicht als Maßeinheit.

Dennoch bin ich mir sicher, dass er mir diese Methode nicht empfohlen hätte, wenn er dadurch auch nur eine Platte beschädigt hätte. Er weiß, dass meine Platten überwiegend aus den 40er- und 50er-Jahren stammen, und hat auch nicht erwähnt, dass ich sie nicht auf einem Grammophon abspielen könnte. Er restauriert und verkauft er Antiquitäten, seit mindestens 45 Jahren. In seinem Leben hatte er daher unzählige Grammophone und Schellackplatten in der Hand. Sein Fokus liegt allerdings stärker auf dem Erhalt der Originalität, während meiner eher auf meinem persönlichen Geschmack und der tatsächlichen Nutzung liegt. Was uns beide bei neuen Projekten nicht kompatibel macht.
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bavariola
Mo Feb 23 2026, 12:53
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Jan 12 2013, 00:38
Beiträge: 176
Werte Kollegin,

übers Reinigen von Grammophonplatten ist schon mehrfach diskutiert worden. Da hat mehr oder weniger jeder seine eigenen Ideen, und die reichen von destilliertem Wasser (mein Standard) bis hin zu - Achtung! Festhalten! - Scheuermilch.

Chemikalien welcher Art auch immer würde ich meiden, allenfalls ein Schuß Geschirrspülmittel auf einen feuchten, weichen, faserigen Lappen (klassisches Staubtuch oder Mikrofasertuch) geben, und natürlich unter einem sanften warmem Wasserstrahl nachspülen ohne dabei das Etikett zu treffen. Und all dies auch nur, wenn es wirklich nötig ist.

Ihnen geht es eher um Geräuschreduziereung als um Reinigung, aber da wäre ich genauso zurückhaltend. Die Nähmaschinenöl-Kompenente mag vielleicht (!) vorübergehend (!) das Rauschen etwas (!) mindern, aber Sie erkaufen sich diesen geringen Effekt um den Preis mehrerer Nachteile. Über chemische Reaktionen mit dem Preßmaterial der Platte haben einzelne Vorredner bereits das Nötige gesagt, und ich füge noch einen Gesichtspunkt dazu: Diese zweifelhafte Mischung bleibt ja auf der Platte. Sie wird (insbesondere des Öles wegen) zukünftigen Abrieb festhalten ebenso wie Staub, und diese Partikel erhöhen den zukünftigen Verschleiß, denn Staub und Krümel in der Schallrille wirken wie Ziegelsteine in einer Straßenbahnschiene. Beiläufig diffundiert ein Teil dieser Melange in die Papierhüllen... Meiner Meinung nach hat auf der Oberfläche einer Schallplatte außer Luft, Nadelspitze und Papierhülle nichts etwas zu suchen (übrigens auch keine Fingerabdrücke, denn die halten auch wieder Staub fest).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit ein wenig helfen.

Einen schönen Tag und beste Grüße an alle,
Bavariola.

Nachtrag: Ein Teil von dieser Schmiere bleibt ja auch auf dem Plattenteller-Filz kleben, und dadurch werden nach und nach auch die unbehandelten Platten damit infiziert. Gar nicht erst damit anfangen!

[ Bearbeitet Di Feb 24 2026, 00:24 ]
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Nicoletta
Mo Feb 23 2026, 16:50
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jan 29 2026, 08:13
Wohnort: Baden-Württemberg - Ehingen (Donau)
Beiträge: 65
Hallo Bavariola
verstehe. Hübsch für den Verkauf und beim ersten Abspielen eine Verbesserung. Langfristig aber schädigend. Da mein Vater Händler ist macht Ihre Aussage Sinn. Ich denke nicht, dass er eine Platte vor den Verkauf Dauerbespielt. Und ihm daher nur der erste positive Effekt beim ersten Abspielen auffiel. Ich werde diese Erklärung gerne so an ihn weitergeben. Zu meinen Platten kann ich sagen, dass sie sehr sauber bei mir ankamen. Eine Reinigung daher noch nicht nötig ist. Schade, dass es nun doch kein Wundermittel zur Rauschreduzierung gibt. Aber vielleicht bringt ja die Veränderung des Winkels der Schalldose Verbesserung. Ich werde es gerne vor dem Schlafen gehen ausprobieren. Vielen Dank nocheinmal für den Tipp.
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