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Victrola Record (Victor Talking Machine Co., U.S.A., 1908 - frühe 1930er)
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DGAG
Di Mär 03 2026, 16:01 Druck Ansicht

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Victrola Record, Victor Talking Machine Co., U.S.A., 1908 - frühe 1930er

Eldridge Reeves Johnson, Präsident der Victor Talking Machine Co. in Camden (New Jersey), U.S.A., erfand das Wort "Victrola" und verwendete es erstmals am 9. Juni 1905 in einem Brief an seinen Anwalt. Johnson schrieb damals, dass diesem Wort nichts ähnelte, was er bisher gehört habe und es für ihn sehr musikalisch klingen würde. Er hatte wohl unbewusst an das Streichinstrument Viola (Bratsche) gedacht.

Damals war gerade ein neuer Grammophontyp in Entwicklung, ein Gerät mit von außen unsichtbar eingebautem Schalltrichter, für den Johnson einen passenden Name suchte. Bereits am 1. Dezember 1905 wurde "Victrola" in den U.S.A., und am 4. April 1906 in Deutschland, für die Victor Talking Machine Co.als Warenzeichen angemeldet.

Am 9. August 1906 erfolgte schließlich, nach zwei Jahren Planung, die Vorstellung des ersten derartigen "Victor-Victrola", Typenbezeichnung "VTLA", zum sehr hohen Preis von $ 200, umgerechnet 850 Mark, damals drei Viertel eines durchschnittlichen Jahresgehalts in Deutschland.

Das erste Label dieses Namens erschien allerdings erst 1908 in den U.S.A.. Es war für teure "Red Seal" Aufnahmen der damals bedeutendsten Künstler reserviert. Bis 1923 waren alle Pressungen einseitig. Der Verkaufspreis betrug beim abgebildeten Exemplar $ 3, umgerechnet fast 13 Mark, was etwa drei Tageslöhnen eines qualifizierten Fabrikarbeiters im Deutschen Kaiserreich entsprach. Platten mit Victrola-Label wurden in Deutschland nicht angeboten.



Abgebildet ist die erste Version von 1908, bei der die vielen aufgelisteten Patentdaten auffallen. Später wurde der hier noch fehlende Name des Erfinders des Grammophons, Emile Berliner, als Patentinhaber mit aufgenommen.

Im Jahr 1914 gab es durch die Hinzunahme von "Fledermausflügeln" eine optisch auffällige Umgestaltung. Siehe das "Batwing"-Label im folgenden Beitrag eines anderen Mitglieds.


[ Bearbeitet Mi Mär 04 2026, 14:39 ]
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DGAG
Di Mär 03 2026, 16:05

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Beiträge: 807
krammofoon schrieb ...

Servus :-)





Gruss
Georg
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DGAG
Di Mär 03 2026, 16:25

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
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Mit der Einführung elektrischer Tonaufnahmen im Jahr 1925 wurde das Label erneut verändert. "VE" auf 6 und 12 Uhr steht für "Victor Electrical". Der Begriff "Orthophonic", welcher sowohl auf den Labels als auch als Bezeichnung für dazu entwickelte, neue Grammophontypen verwendet wurde, stand für spektakulär verbesserte Tonqualität. Angeblich war der Frequenzgang in beide Richtungen um fast zwei Oktaven erweitert, wodurch die Musikaufnahmen beim Abspielen sowohl eine solide Bassgrundlage als auch brillantere Höhen erhielten.

Hier das neu gestaltete Label, ebenfalls vorgestellt von einem anderen Mitglied.

Nicoletta schrieb ...






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