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Vorstellung Koffergrammophon Paillard gross
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Orthophonix
So Sep 27 2026, 16:26 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jun 04 2025, 13:02
Wohnort: Altstätten SG, Schweiz
Beiträge: 33
HERSTELLER: Paillard SA, St. Croix
MODELL: unbekannt, es gab anfangs eine Vielzahl von Namen bei Paillard...
SERIENNUMMER: keine auffindbar
JAHR: um 1930 (?)
DAMALIGER PREIS: ?
GEHÄUSE: Holz, mit braunem Bezugsmaterial, Deckel und Boden gepolstert, Metall-Eckenschoner mit Gummifüsschen unten (erneuert). Aufkleber von früherem Postversand.
PLATTENTELLER: Paillard, brauner Samt, verchromter Rand, einfache halbautomatische Endabschaltungs-/Bremsen Kombination
TRICHTER: grosser Trichter um den Motor herumlaufend
MOTOR: grosser und kräftiger Einfeder-Motor, Nummer leider nicht notiert bei der Restaurierung
SCHALLDOSE: aktuell Maestrophonic No.13, aber original Maestrophonic No.9 (siehe unterstes Bild)

INTERESSANTE DETAILS:
Hallo, nun will ich auch einmal ein Grammophon vorstellen. Es ist nicht das allerschönste und auch kein besonders ausgefallenes Modell. Es hat sich aber gerade angeboten, da ich es im Moment zum Hören benutze und es gerade als Beispiel genutzt hatte, ein ungewöhnliches Problem bei der Motor Restaurierung zu schildern. Link - Hier klicken
Dieses Grammophon hatte ich inkomplett und in einem recht verdreckten Zustand bekommen, es sah mehr aus wie ein Ersatzteilträger und eher so, als ob es langsam zu Erde wird als dass es wieder spielbereit würde (etwas übertriebene Darstellung). Was mich irgendwie gereizt hatte war, dass man sich noch nicht einmal gescheut hatte, es unverpackt per Post zu versenden – es hat es offensichtlich überstanden. Die Aufkleber sind noch dran und ich habe natürlich alles daran gesetzt, dass Sie sich bei der Aufbereitung nicht ablösen.
Bei der Restaurierung eines solchen Geräts stellt sich natürlich wie immer die Frage: was ist Patina und was Dreck? ich habe es gehalten wie immer: die Patina sind die sowieso kaum vernünftig wegzubringenden Spuren (Kratzer, Beulen, Korrosion), die Verschmutzungen werden zumindest so entfernt, dass es sich bedienen läst, ohne dass man dreckige Finger bekommt... Das ganze Gerät wurde subtotal zerlegt, alle Teile gewaschen mit Mikrofasertuch und milder rückfettender Handseife, das Gehäuse in diesem Fall noch mit Schuhcreme behandelt, die Blinkteile soweit möglich von Korrosion entfernt und poliert. Gesamte Tonführung abgedichtet und neu gefettet. Natürlich wurde auch der Motor zerlegt, von altem Fett befreit und neu gefettet und justiert wo erforderlich. Er ist erheblich abgenutzt, aber läuft jetzt wieder kräftig und leise.
Das Gerät war nicht ganz komplett, die Schalldose gehört an sich nicht dazu, diese Geräte hatten noch den Vorgänger, die Maestrophonic No.9. Aber diese hier hatte ich gerade ohne Grammophon bekommen, und mit ihrem etwas verwitterten Zustand passt sie gut. Die Antriebsfeder ist kräftig und wurde offensichtlich schon einmal gewechselt und ordentlich gefettet, so dass ich sie so belassen habe. Das Grammophon wurde wohl über längere Zeit feucht gelagert, teilweise waren die Schrauben im Holz ab- oder kleingerostet, so dass ich einige ersetzen musste. Zum Glück hat es dabei keinen stärkeren Modergeruch angenommen!

Das Grammophon ist eines von den großen Paillard Geräten, diese haben einen großen Einfedermotor, manche - besonders die späteren - auch einen Zweifedermotor. Sie haben einen großen Schaltrichter einmal um den Motor herum und einen ausgezeichneten Klang, Schalldose war bei den frühen Modellen wie erwähnt original Maestrophonic No.9, später No.13 und die letzten mit der seltenen No.19 Schalldose.
Die Gehäuse dieser portablen Topmodelle waren in der Regel an Deckel und Boden gepolstert, was allerdings heute mühsam sein kann, wenn der Bezugsstoff darüber eingerissen ist. Das ist hier glücklicherweise nicht der Fall.
Alles in alles in allem ein Gerät, das Freude bereitet und trotz Alter und Verschleiß problemlos benutzbar ist.
Es demonstriert gut, dass diese Geräte damals in einer heute kaum noch vorstellbaren Qualität, Stabilität und Dauerhaftigkeit gebaut wurden!




















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Fehlmann1960
Di Sep 29 2026, 17:15
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Beiträge: 483
Hallo Alexander
Dein Grammophon könnte das Model 580 um 1931 sein. Der Motor wäre dann original die Nr. 65. Bei diesem Model ist auch die Schalldose Maestrophone Nr. 9 verbaut worden.
Lieber Gruss Thomas
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Fehlmann1960
Di Sep 29 2026, 17:20
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Beiträge: 483
Hier noch der Katalogauszug

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Orthophonix
Di Sep 29 2026, 22:09
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jun 04 2025, 13:02
Wohnort: Altstätten SG, Schweiz
Beiträge: 33
Hallo Thomas
Vielen Dank für Deine Recherche. Ich bin auch noch dabei, diese Sammlung durchzusehen und habe auch noch kein genau passendes gefunden. Es ist nicht ganz das gleiche Modell, denn dieses auf der Abbildung hat "eckige Ecken" während meines "runde" hat. Ob dann die gleichen Nummern beibehalten wurden oder gleich einen neue verwendet wurde, weiss ich nicht. Es gab so viele Nummern und Namensbezeichnungen bei Paillard und auch Thorens in der Vorkriegszeit, dass ich mich wundere, wie sie selbst da noch den Überblick hatten. Die Motornummer hätte ich abfotografieren sollen. Ich dachte auch, dass ich das gemacht hätte, finde aber kein entsprechendes Foto mehr. Aber ich habe noch einmal genau das gleiche Grammophon mit der originalen No.9 Soundbox hier im Ort bekommen, und habe ausserdem noch ein wirklich schön erhaltenes in dunkelgraublau (ist irgendwie nicht ganz schwarz). Beide stehen noch zur Revision an, dann sollte ich die Nummer herausbekommen und nachtragen können.
Leider sind diese Geräte etwas mühsam auseinanderzunehmen, recht aufwändig und man hat immer den Eiindruck, dass man etwas beschädigen würde wenn man versucht, alles in Position zu bekommen. Sonst hätte ich es gerade nochmals aufgeschraubt, aber das macht man ohne Not ungern...

Weisst Du vielleicht, ab wann die verschiedenden Start / Stopp- Automatiken bei Paillard eingeführt wurden? Das würde die Einordnung der Baujahre vereinfachen. Es gibt überhaupt wenig Detailwissen über die Schweizerischen Grammophone, zumindest habe ich wenig gefunden. Und das obwohl Paillard in seiner besten Zeit wohl der grösste Zulieferer von Grammophonteilen weltweit (Quelle finde ich gerade nicht) und der grösste Zulieferer von Grammophonantrieben in Europa ( Link - Hier klicken ) war!
Beste Grüsse, Alex
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Fehlmann1960
Mi Sep 30 2026, 09:02
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Beiträge: 483
Hallo Alex
Zur Start-/Automatik-Einführung kann ich auch nur abschätzen ab wann sie eingeführt wurden. Die Seite graphonogram Link - Hier klicken hat zwar viele Kataloge von Paillard, jedoch sind die wenigsten datiert, also keine Jahreszahlen. Meine Schätzung zur Einführung wird um 1928/30 sein.
Gruss Thomas
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Rundfunkonkel
Mi Sep 30 2026, 13:42
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Beiträge: 1183
Orthophonix schrieb ...

... recht aufwändig und man hat immer den Eiindruck, dass man etwas beschädigen würde wenn man versucht, alles in Position zu bekommen. Sonst hätte ich es gerade nochmals aufgeschraubt, aber das macht man ohne Not ungern...


Hallo,

würde vielleicht eine Endoskop-Kamera helfen, um an die Nummer ohne komplettes Zerlegen heranzukommen?
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Orthophonix
Fr Okt 02 2026, 01:45
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jun 04 2025, 13:02
Wohnort: Altstätten SG, Schweiz
Beiträge: 33
Rundfunkonkel schrieb ...

Orthophonix schrieb ...

... recht aufwändig und man hat immer den Eiindruck, dass man etwas beschädigen würde wenn man versucht, alles in Position zu bekommen. Sonst hätte ich es gerade nochmals aufgeschraubt, aber das macht man ohne Not ungern...


Hallo,

würde vielleicht eine Endoskop-Kamera helfen, um an die Nummer ohne komplettes Zerlegen heranzukommen?



Gute Idee, aber ich wüsste nicht, wo reingehen. Der Trichter ist "Old School" komplett durchgezogen, aus stabilem dickem Zinkblech und völlig dicht, und das Gewinde für die Antriebskurbel ist über eine hohle Welle bis in die Rosette hineingeführt, und sonst hat's keine Löcher.
Aber so eine schlimme Arbeit ist es auch wieder nicht. Wenn das offensichtlich doch mindestens zwei Leute interessiert werde ich schauen, dass ich es nochmals zerlege. Nächste Woche sind alledings meine Ferien wieder vorbei...
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