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Vorstellung Koffergrammophon Paillard 306 mit Schalldose Maestrophonic No.19
Moderatoren:SchellackFreak, berauscht, GrammophonTeam, Charleston1966, DGAG, Der_Designer, LoopingLoui, pks
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Orthophonix
So Sep 27 2026, 18:14 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jun 04 2025, 13:02
Wohnort: Altstätten SG, Schweiz
Beiträge: 33
HERSTELLER: Paillard SA St. Croix
MODELL: 306
SERIENNUMMER: keine gefunden
JAHR: ca. 1940, evtl. auch neuer?
DAMALIGER PREIS: unbekannt
GEHÄUSE: Holz mit braunem, kunstlederarig genarbtem Überzug, Deckel und Boden gepolstert, kleine verzinkte Eckschoner mit kleinen Gummifüsschen unten (erneuert). Plattenalbum im Deckel
PLATTENTELLER: Paillard mit dünnem Samtüberzug und Aluminium-Rand, neuere Version des Paillard- Start-Stopp Mechanismus
TRICHTER: grosser Trichter, mit der Metall-Grundplatte zu einem Bauteil verbunden
MOTOR: kombinierter Feder- und elektrischer Antrieb, beides funktioniert problemlos
SCHALLDOSE: Paillard Maestrophonic No. 19

INTERESSANTE DETAILS:
Dieses Grammophon dürfte zu seiner Zeit das Spitzenmodell der Koffergrammophone von Paillard gewesen sein, mit der vermutlich neuesten und letzten Ausbaustufe der mechanische Schalldosen von Paillard, die ich bislang kein zweites mal in echt gesehen habe, und einem kombiniert elektrischen und mechanischen (Feder-) Antrieb. Auf die zwei Kontakte hinter dem Tonarm wird das Stromkabel aufgesteckt.
Die Schalldose ist hervorragend im Klang, sie ist in ungeöffnetem Originalzustand. Leider ist sie aber mit 160g eine von den schwereren, weshalb ich das Gerät meistens mit einer Meltrope III nutze, die ebenfalls einen hervorragenden Klang hat und zu den leichteren (143g) gehört. Dies hat auch den Vorteil, dass die Platten im elektrischen Betreb gleichmässiger laufen, denn die schweizerischen Elektroantriebe - zumindest die, die ich kenne - bringen weniger Kraft auf als die Federantriebe, was bei lauten Stellen und abgenutzten Platten zu Gleichlaufschwankungen führt.
Besonders ist auch, dass man die "Blinkteile" nicht wie vorher üblich verchromt hatte, sondern die Kofferecken verzinkt hat und die Plattentellerumrandung aus Aluminium mit keinem oder wenig Lack besteht. Die Gehäuse der Schlösser sind ebenfalls aus Aluminium. Entweder wollte man hier neue Materialien testen und Gewicht sparen, oder es könnten kriegsbedingte Einsparungen sein. Jedenfalls ist es mühsam, diese Teile aufzupolieren. Der Samt auf dem Plattenteller erinnert bei näherer Betrachtung auch an eine Nylonstrumpfhose, er ist je nach Lichteinfall durchsichtig, was alles eigentlich nicht so recht zum Spitzenmodell passt.

Sonst ist das Gerät aber wirklich Spitze, der Klang ist für ein Koffergrammophon hervorragend, und insgesamt ist es sehr solide und gut verarbeitet. Da recht viel Technik verbaut ist, ist es innen voll und daher mühsam zu warten. Die Grundplatte mit Trichter und Motor auszubauen ist schon eine Herausforderung.
Das Grammophon ist komplett restauriert und ist in einem sehr guten Zustand.


































[ Bearbeitet So Sep 27 2026, 22:18 ]
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