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Was macht ihr gegen hartnäckige unerwünschte Gerüche bei Grammophonen?
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Orthophonix
Mi Sep 30 2026, 23:22 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jun 04 2025, 13:02
Wohnort: Altstätten SG, Schweiz
Beiträge: 33
Gut gelagerte und pfleglich behandelte Grammophone haben meistens einen angenhmen oder manchmal auch für den Hersteller charakteristischen Geruch. Bei einigen Grammophonen hat man aber das Pech, dass ein mehr oder weniger penetranter Modergeruch durch feuchte Lagerung und Vernachlässigung beim Vorbesitzer trotz gewissenhafter Reinigung bei der Restauration mehr oder weniger stark bestehen bleibt. Erlebt habe ich auch schon Geruch von Raucherhaushalt mit aus billigem Tabak selbstgedrehten Zigaretten über Jahre (geht in diesem Fall kaum weg, aus einem Standmodell mit Columbia-Dreifedermotor, ärgerlich), oder von seltsamen Gerüchen durch früher verwendetes ranzig werdendes Fett am Motor, etc.

Es wäre sicher hilfreich, hier Ideen und erprobte Mittel zu sammeln.

Was ich bisher ausprobiert habe:

- gewissenhafte Reinigung aller komponenten des demontierten Geräts, besonders des Gehäuses. Das ist in meinen Augen die Hauptsache dabei und wirkt oft schon viel, ist oft ausreichend.
- Einsprühen von Gehäuse (von innen, beim Bezug wäre ich vorsichtig) und Stoffteilen (Plattenteller) mit Febreze: hilft oft gut, aber manchmal kehrt der Geruch nach einer gewissen Zeit wieder.
- sonstige Duftstoffe: helfen auch nur für eine gewisse Zeit. Habe in dem o.e. Columbia einen Auto-"Wunderbaum" probiert, "Meeresbrise" wollte nicht so recht zum Grammophon passen, aber es hat eine Zeit lang genützt.
- auslüften lassen draussen oder in der Garage über längere Zeit: hilft oft, aber auch nicht immer. Beim Lüften draussen muss man schauen, dass einem nicht das Gehäuse oder daran angebrachte Aufkleber durch die UV-Einstrahlung verblassen (in den Schatten stellen!).
- das seltsam ranzig riechende Fett ging durch weitgehende Motorreinigung, Reinigung des Gehäuses, etwas auslüften lassen und Febreze-Behandlung recht gut weg. Es ist nicht verschwunden, saber auf einem Niveau, dass es als "alter" Geruch durchgeht und nicht mehr penetrant ist.

Habt ihr ähnliches erlebt, oder habt ihr nur neuwertige und gut gepflegte Geräte in eurer Sammlung, die das Wohnzimmer bis zum Ableben des einzigen Vorbesitzers nie verlassen hatten? Die hat man natürlich am liebsten, aber ich finde auch immer wieder "herausfordernde" Geräte interessant, die kein so glattes Vorleben, dafür interessante Details oder eine spezielle Geschichte haben.

Ich bin gespannt auf eure Methoden!
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Rundfunkonkel
Do Okt 01 2026, 11:32
⇒ Mitglied seit ⇐: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Beiträge: 1183
Im Kühlschrank stellt man eine Schüssel (ungekochten) Reis hinein, um Gerüche zu binden (und Feuchtigkeit zu entziehen), oder aber eine Schüssel Essigwasser. Duftstoffe von Reinigern übertünchen meist nur die vorhandenen. Geräte-Deo "altes Grammophon" gibt's leider so noch nicht (Marktlücke!).

Wenn etwas lange feucht gelagert wurde, muss zuerst die Feuchtigkeit raus, dann der mögliche Schimmel bekämpft werden. Mit Essigwasser abwaschen könnte wegen der Säure zwar den gerucherzeugenden, moderigen Schimmel bekämpfen, jedoch auch das Material in Mitleidenschaft ziehen. Jedenfalls würde ich sagen, dass man die Ursache der Gerüche entfernen sollte, und nicht nur den Geruch. UV Strahlung der Sonne (oder künstliche) kann auch helfen, aber kann diese auch die Materialien schädigen.

Bei "hoffnungslosen" Fällen von Geräten würde ich jedenfalls erst mal klein anfangen, und das ganze langsam steigern. Meist verfliegen die Aromastoffe auch mit der Zeit, wenn die Lagerung nach der Reinigung wieder vernünftig ist.
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berauscht
Do Okt 01 2026, 21:22
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 2089
Gegen Gerüche hilft Natriumhydrogencarbonat. Du kannst es direkt in den Holzkasten streuen. Nach 1 bis 7 Tagen kann es mit dem Staubsauger wieder abgesaugt werden.
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Orthophonix
Fr Okt 02 2026, 00:30
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jun 04 2025, 13:02
Wohnort: Altstätten SG, Schweiz
Beiträge: 33
berauscht schrieb ...

Gegen Gerüche hilft Natriumhydrogencarbonat. Du kannst es direkt in den Holzkasten streuen. Nach 1 bis 7 Tagen kann es mit dem Staubsauger wieder abgesaugt werden.

Ja, das werde ich mal versuchen. Natron gegen schlechte Gerüche hatte ich zwar auf der Packung schon mehrmals gelesen, aber auf den Einsatz im Grammophon bin ich nicht gekommen. Wäre eigentlich auch keine allzu grosse geistige Leistung gewesen das zusammenzubringen, aber manchmal braucht's halt einen kleinen Anstoss... Danke!

Den Essig könnte man auch mal versuchen, aber mit Säure an einem Gerät, wo fast alle Metallteile rostempfindlich sind und gerade bei den schlecht gelagerten Geräten ohnehin oft schon blühen, und wo man sowieso schon genug Zeit verbringt mit dem entrosten, bedarf es zumindest einer gewissen Vorsicht. So richtig waschen mit Essig wie beim Kühlschrank geht jedenfalls nicht. Und ich hätte Mühe damit, den sauren Essig im Holz zu belassen, er dürfte also nicht einziehen, weil man ihn auch nicht auswaschen kann. Zudem ist mein Vorurteil hier, dass es eben bei den hartnäckigen Fällen auch nicht hilft. Aber ich kann mich natürlich auch irren...
Jedenfalls vielen Dank für die bislang eingegangen Tipps!
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