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Grammophon Haubengerät der Firma Schwechten Berlin für das Lautarchiv Berlin von Wilhelm Doegen
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joha
Fr Jun 08 2012, 13:16 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Beiträge: 985
Liebe Sammlerkollegen,
Im Jahr 2007 erwarb ich über Ebay ein Tischapperat der ungewöhnlich in seinen Abmessungen war und im desolatem Zustand.Habe das Gerät wieder Aufgebaut nun ruhte es in meinem Bestand.
Gestern erreichte mich nach langer Suche eine Nachricht über Ebay von dem Enkel des Lautarchiv Gründers.
Herr Doegen möchte das Gerät erwerben,weil es eines von sehr wenigen im Auftrag von Wilhelm Doegen hergestellten Exemplaren war.Diese Geräte dienten zur Vorführung von Lautplatten als Lehrmittel und wurden von der Klavierbaufirma Schwechten in Berlin als Auftragsarbeit gefertigt.

Besonderheiten am Gerät die Deckelstütze ist ein Stoßdämpfer völlig ungewöhnlich sowie ist es mit seitlichen Griffen zum Transport ausgestattet.
Bilder zum Gerät findet Ihr hier:
Link - Hier klicken

So jetzt meine Frage,kann von Euch jemand was genauer zu dem Gerät sagen???
Besitzt jemand Lautplatten der Firma Doegen?
Hier gibts den Link zum Lautarchiv:
Link - Hier klicken

Ein zweites Gerät gab es in Wien leider war es für Hern Doegen nicht mehr verfügbar.
Ich wäre bereit mich von dem Gerät zu trennen, wenn es für die Familie und die Forschung von nutzen ist.
LG Jörg
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Starkton
Fr Jun 08 2012, 14:28
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Beiträge: 1879
Es ist eine schöne Idee den Schwechten Tischapparat dem Enkel zu verkaufen. Der Wert Deines Gerätes beträgt in diesem Zustand etwa 250 Euro.

Leider fehlt das wichtigste Teil, der so genannte Lauthalter. Mit dieser Vorrichtung kann man, laut Patent von Wilhelm Doegen, eine bestimmte, einstellbare Stelle auf der Platte dauerhaft wiederholen.

Wenn Du unter folgender Adresse einfach DE447394 als "Veröffentlichungsnummer" eingibst, kannst Du das betreffende Patent lesen: Link - Hier klicken

Hier ist eine Abbildung des Lauthalters aus dem Patent:



Ich habe eine einzige Platte aus dem Berliner Lautarchiv, die Überspielung der Brahms Walze. Sie ist allerdings erst im Januar 1935 entstanden, also kurz nach Doegens Rauswurf durch die Nazis.
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joha
Fr Jun 08 2012, 17:12
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Beiträge: 985
Hallo Starkton,
Danke für Deine Ausführung, das Wiener Gerät hatte diesen Galgen auch nicht mehr,die Bohrungen sowie die Öse am Tonarm sind noch vorhanden,der Galgen als solches fehlte sowie die Vorrichtung,das Gerät wurde sicherlich nicht mehr für diesen Zweck verwendet und einer der Vorbesitzer wird es wohl als störend abgebaut haben,da das Gerät sich im schlechten Zustand befand habe ich es so gut wie möglich wieder hergestellt aber dieses Anbauteil fehlt eben.
Einige Lautplatten habe ich auch aber aus Nürnberg sogenannte Lackplatten mit Geräuschen.
(Militär,Verkehr,Zug,Srassenbahn,Zugeinfahrten,Musikkappelenvorbeimarsch ) usw.die wurden für Film und Hörspiele verwendet.Waren aber auch so unterteilt um die Stücke zu wiederholen.
Gruss Jörg
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Grammophoniker
So Jun 10 2012, 10:29
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Mär 14 2012, 18:42
Beiträge: 70
Hallo Jörg, habe gerade mit großem Interesse deine Beschreibung über das Haubengerät der Firma Schwechten gelesen. Ich habe ziemlich genau das gleiche Gerät bei mir zu Hause. Ich habe es vor vielen Jahren von einem Bekannten bekommen. Auch ich musste das Gerät erst einmal restaurieren. Die Feder war defekt, leider fehlten beide Türgriffe und die Haube war am Scharnier gebrochen und die Einzelteile mussten alle entrostet werden. Aber nun läuft er schon wieder seit fast fünf Jahren einwandfrei. Interessant ist, das dieses Gerät einen Doppelfedermotor von der Firma Vorwerk besitzt. Auch ist bei mir noch der Lauthalter vorhanden. Ich dachte vorher, der Lauthalter diente am Ende der Platte zum automatischen Abaschalten des Gerätes. Ich habe ein paar Bilder von dem Gerät gemacht.








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joha
So Jun 10 2012, 13:34
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Beiträge: 985
Hallo Grammophoniker,
Hura,es gibt noch einen Zwilling,einen mit dem besagten fehlenden Lauthalter,leider kann kaum jemand sagen wieviele Geräte davon im Umlauf waren und was davon noch existiert.
Ich gehe davon aus, dass diese Geräte irgendwann ausgesondert wurden,mit voranschreiten der Technik und so in den Privatbesitz übergegangen sind,meins besitzt auch einen Vorwerkmotor,ich werde Herrn Doegen informieren das es noch eins gibt mit dem Lauthalter.Jedenfalls können wir sagen, wir haben etwas sehr interessantes was warscheinlich nicht so oft zu finden ist.Die Firma Schwechten hat sicherlich keine Massenware auf diesem Gebiet gefertigt,denn ihr Hauptgeschäft waren Pianos aller Art.Ich Danke dir für deine Nachricht.
Gruss Jörg
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Starkton
So Jun 10 2012, 15:02
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Beiträge: 1879
Ich freue mich den Lauthalter endlich mal "in natura" zu sehen. Es ist immer wieder interessant zu vergleichen wie sich die Abbildung im Patent vom ausgeführten Original unterscheidet.

Das Gerät war für Bildungseinrichtungen gedacht und hat sich bestimmt nicht schlecht verkauft. Ich glaube dass Doegen dafür sogar einen Preis bekommen hat. Auf ebay habe ich über die Jahre einige Exemplare gesehen, aber leider immer ohne Lauthalter. Insofern ist das Exemplar von @Grammophoniker schon eine Rarität.
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