Willkommen auf Grammophon-Platten.de

Die Weißblaue Drehorgel

Auf der Weißblauen Drehorgel, da wann ma spuit,
na hörst oi Register mitsamma;
Des klingt a so zimpfti, des klingt a so wuid,
da gibt’s dafür gar koan Nama!
Und g’freut di dei’ Lebn net und pfeifst scho bald drauf,
koa Dokta huift da, koa Professa,
aber na spuit dir de Weißblaue Drehorgel auf,
na werd’s da scho wieda bessa!


Noch heute werden ältere Bayern dieses Lied bestens im Ohr haben, war es als Titelmelodie der Rundfunksendung „Weißblaue Drehorgel“ in den 1950er Jahren doch zur besten Sendezeit zu hören. Dass die Ursprünge dieses Liedes – wie auch der Weißblauen Drehorgel selbst – viel weiter zurückliegen, wissen heute hingegen nur noch die wenigsten, am ehesten die, die einmal eine der vier Schellackplatten der originalen Weißblauen Drehorgel in die Sammlung bekommen haben und sich – je nachdem, ob sie der bairischen Mundart kundig sind – für die liebevoll-sprachspielerischen Texte begeistern konnten.


Gründer, Komponist, Texter, Klavierbegleiter und somit Herz des Ensembles war Dr. Otto Kuen, auf dessen brillanter Autobiographie ich den folgenden Beitrag aufbauen darf. Aus einer musikalischen Familie stammend hatte Otto Kuen bereits in der Schulzeit damit begonnen, inspiriert von Jazz und Tanzmusik eigene Melodien zu komponieren. „Dabei ärgerte mich, daß das Deutsche im Vergleich zum Englischen bei dieser Musik so unbefriedigend klang. Da machte ich einen Versuch mit dem Bairischen. Ich schrieb einen English Waltz mit dem Titel ‚Da Loabetoag’ in dem der Diphthong oa Orgien feierte; aber auch andere Vokale durften sich entfalten, so, wenn der Bäckermeister gefragt wird: ‚ – oder rüahrst du heit dein Toag mit Vitrioiöi o’?’ Meine Freunde waren begeistert, besonders da das neue Produkt neben der klanglichen Wirkung auch eine komische hervorrief, die sich durch den Kontrast zwischen der Musik, die an eine versnobte Tanzteegesellschaft erinnerte, und dem Text ergab, der in der heimischen Mundart nicht nur einem Bäcker das Rezept für seinen Teig gab, sondern in den Vorstrophen noch dazu einen Preußen verspottete, der mit dem Bairischen nicht zurechtkam. [...] Mein kleiner Hörerkreis begann sofort, das Lied mitzusingen und nach dem Gehör eine zweite und dritte Stimme dazuzugeben. Unter diesen Hörern und Sängern befand sich natürlich der Zeisig, der mich ermunterte, weitere Lieder in dieser Art zu schreiben“, so Otto Kuen.

Weiter lesen...
07.08.2014

Über Uns

Wir sind mehr als ein Forum! Als eingetragener Verein arbeiten wir an der Beständigkeit unserer Leidenschaft.

Über uns

Wir suchen Dich!

Du schreibst Artikel, möchtest im Forum als Moderator aktiv werden? Dir liegt Social Media. Bewahre Wissen! Wir warten auf dich.

Schreib uns

Wir sind dabei...

Hier kommt noch etwas...

Kontakt