Elektrische Wiedergabe von Schallplatten



Wenn wir so eine schwarze Platte mit den feinen Rillen betrachten, sie auf den Plattenteller legen, den Tonabnehmer aufsetzen und einen Tango tanzen, wird uns gar nicht so recht klar, was für ein kleines Kunstwerk der Technik wir da unserem Amüsement dienstbar machen. Selbst der Fachmann erstaunt vor der Vielzahl der Apparate, den trillionenfachen Verstärkungen, die auf dem Wege von Dajos Belas Kapelle bis zu unserem Lautsprecher nötig sind, erstaunt noch mehr, dass nach Überwindung dieses vielfach gewundenen Weges überhaupt noch eine Ähnlichkeit besteht zwischen dem Original und dem, was an unsere Ohren dringt. Überhaupt: was so einem Tango unterwegs alles passieren kann!

Dann legen wir die Platte auf den Plattenteller unseres Musikschrankes, der Tonabnehmer verwandelt den gravierten Tango in elektrischen Strom, der wird wieder ein paar tausendmal verstärkt und — endlich kommen aus dem Lautsprecher die wohl vertrauten Klänge der Tangomusik und — o Wunder — nach diesem langen Leidensweg können wir sie nicht nur wiedererkennen, sondern vielfach noch ihren Urheber am Geigenstrich usw. erkennen. Hut ab auch vor so viel Erfindergeist, so viel Exaktheit der Technik, daß nach 50 Millionen mal 50 Millionen mal viertausend — oder rund 10 Trillionen (1 mit 19 Nullen!) facher Verstärkung und allerlei komplizierten Umwandlungen (Schall — Strom — Licht — Strom — Gravur — Strom — Schall) überhaupt noch etwas Brauchbares übrigbleibt.
1931


Die Idee Tonkonserven elektrisch abzutasten lag schon vor 1900 "in der Luft". Aber erst nach 1930 löste das "elektrische Grammophon" zunehmend die mechanische Wiedergabe mit Schalldose und Trichter ab. Bis dahin war es jedoch ein weiter Weg...

24.01.2015

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