Singakademie Berlin / Beethovensaal
, Do Sep 06 2012, 01:02

Lange Zeit habe ich Bilder des grossen Saales der Singakademie gesucht.

Wahrscheinlich handelt es sich dabei um den berühmten "Beethoven-Saal", in welchem zahlreiche Aufnahmen von Plattenlabels gemacht wurden.

Sofern jemand mehr Informationen zu dem Thema hat, bitte posten.

Ich konnte nun zwei Bilder des grossen Saals “mit freundlicher Genehmigung der Sing-Akademie zu Berlin” ausfindig machen.









Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
, Do Sep 06 2012, 01:05

Im Jahr 1928 wurde im Beethovensaal höchstwahrscheinlich Marek Webers Hit "Wenn ich Liebe brauch dann geh ich zu Pauline" eingespielt. Hat jemand konkret zu diesem Lied mehr Informationen bezüglich Aufnahme oder Ähnlichem?

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
_-_-_, Do Sep 06 2012, 10:50

Quelle: Rainer E. Lotz: Discographie der deutschen Tanzmusik. Bd. 2

Berlin, Electrola Studio, 28 August 1928

Wenn ich Liebe brauch', dann geh' ich zu Pauline
BL4451-1: Keine Veröffentlichung nachgewiesen
BL4451-2: Electrola EG 984 (NE 12/28), HMV EG 984, AE 2579, AM 1741 (NE 06/29), Victor V 6025
Foxtrot a.d. James Klein-Revue "Donnerwetter 1000 Frauen"
M: Jim Cowler/T:Fritz Rotter
Gesang: Austin Egen

Also dieser Titel wurde nach Lotz nicht im Beethoven-Saal aufgenommen, dafür aber eine Menge anderer Titel von Weber in diesen Jahren.

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
joha, Fr Sep 07 2012, 13:56







Mit der Pauline kann ich leider nicht dienen aber mit einer weiteren sehr schönen Aufnahme einer Marek Weber-Platte aus diesem Saal

Gruss joha

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Grammophonteam, Fr Sep 07 2012, 14:27

Hier nochmal aus dem Zeitungsartikel das Bild





Bei der englischen HMV waren in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren große Säle als Aufnahmeort wegen der Akustik sehr beliebt.

Möglicherweise wählte man bei der deutschen Tochter Electrola deswegen diesen Saal als Aufnahmeort.

Aus diesem Eintrag: Link - Hier klicken

Aristodemo
Die Singakademie, in deren Kasematten, erschütterungsfrei, die Aufnahmemaschinen der TELEFUNKEN-PLATTE installiert waren, wurde im Krieg zerstört.
Hier tätigte Telefunken in den 30er und 40er Jahren bis zur Zerstörung der Akademie ihre Aufnahmen.
Zu DDR Zeiten wurde das Gebäude ais Maxim-Gorki-Theater wiederaufgebaut.


Um 1920 sollen bereits einige Aufnahmen der Deutschen Grammophon im Beethoven-Saal entstanden sein.

Vor allem die Electrola nutzte in den zwanziger Jahren den Saal für elektrische Aufnahmen, in den dreißiger Jahren dann die Telefunken.

Dieses Bild einer Plattenaufnahme bei der Telefunken soll in der Singakademie entstanden sein.



Bildquelle: Hifimuseum.de Link - Hier klicken


In einem (pdf) Beitrag von Claus Peter Gallenmiller für die IASA findet sich dieses Bild einer Aufnahme des Orchesters Bruno Seidler-Winkler im Studio in der Berliner
Singakademie (Telefunken). Gut kann man erkennen das die Akustik des Saal mit mindestens zwei Mikrophonen aufgenommen wurde.




Bildquelle: IASA-Ländergruppe Deutschland/Deutschschweiz e. V., Bericht Das Entstehen einer „historischen Schallplatte“–live! von Claus Peter Gallenmiller Link - Hier klicken


Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Musikmeister, Fr Sep 07 2012, 17:08

Hier ein Bild des Beethoven-Saales aus den 30er Jahren von einer Probe der Berliner Philharmoniker, wahrscheinlich mit dem Dirigenten Eugen Jochum im Vordergrund, und dem großen Chor der Sing-Akademie für eine Telefunken-Schallplattenaufnahme.
Schön zu sehen der Herr im weißen Kittel, wahrscheinlich der Aufnahmeleiter, wie dieser wohl die Abdeckung der Bestuhlung anweist, um eine bessere Akustik zu erreichen.




Im August 1928 hat Weber 9 Aufnahmen im Studio aufgenommen (15+16.08.1928) und 6 Aufnahmen (u.a.“Pauline“) nicht im Studio aufgenommen (BLR-Matrizen, 23+28.08.1928).
Bei einer dieser letztgenannten Aufnahmen singen die Admirals-Girls Refrainbegleitung, so das ich davon ausgehe, dass diese 6 Nicht-Studio-Aufnahmen incl. der „Pauline“ vielleicht in Hermann Haller`s Admiralspalast am Bahnhof Friedrichstraße aufgenommen wurden.
Auf dem Label der „Pauline“ ist von „Aufgenommen im Beethoven-Saal“ jedenfalls nichts zu finden.




Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Formiggini, Fr Sep 07 2012, 17:41

Der Ausschnitt mit dem Aufnahmeleiter (bei diesem könnte es sich um Herbert Grenzebach handeln. Dieser war zunächst Aufnahmeleiter (Technischer Leiter) bei der Ultraphon, dann bei der Telefunken. Er wurde vor allem wohl bei sehr hochwertigen Aufnahmen hinzu gezogen.)





Bei den verwendeten Mikrofonen müsste es sich um die sog. "Neumann - Flasche" Link - Hier klicken handeln.
Auch hier kamen wohl mindestens zwei Mikrofone zum Einsatz.

Das Bild belegt jedenfalls das bei Aufnahmen im Beethoven Saal (Großer Saal) anscheinend nur das Beste zum Einsatz kam um der Akustik gerecht zu werden.




Wenn man den "Aufbau" mittig (vor dem Dirigenten) oben auf dem Bild mit diesem Bild vergleicht, müsste der hier eine Aufnahmesitzung dirigierende Carl Woitschach ebenfalls in der Singakademie gewesen sein:



Bildquelle: Hifimuseum.de Link - Hier klicken


Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Musikmeister, Fr Sep 07 2012, 18:38

Formiggini schrieb ...


Wenn man den "Aufbau" mittig (vor dem Dirigenten) oben auf dem Bild mit diesem Bild vergleicht, müsste der hier eine Aufnahmesitzung dirigierende Carl Woitschach ebenfalls in der Singakademie gewesen sein:



Würde ich auch sagen: Carl Woitschach dirigiert hier im Beethoven-Saal.


Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
_-_-_, Fr Sep 07 2012, 19:20

Also ist es sicher das "Große Saal" der Singakademie der "Beethoven-Saal" ist? *hopi

Weil bei Lotz erscheint zum Beispiel bei Marek Weber:
Aufnahme vom 5 März 1929 in der Singakademie, Berlin
Aufnahme vom 12 März 1929 im Beethoven-Saal, Berlin

Oder ist der Beethoven-Saal vielleicht woanders?

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
, Fr Sep 07 2012, 19:44

Daß der große Saal in der Singakademie den Namen "Beethovensaal" trug, ist gesichert.

Übrigens war das Haus nicht wie geschrieben im Krieg zerstört.
Im Beethovensaal gaben die Berliner Philharmoniker ihr letztes Konzert vor Kriegsende, nämlich am 14. April 1945.

Der Beethovensaal überstand den Krieg recht schadlos.

Sein historisches Antlitz büßte er in der Besatzungszeit ein bei der Umwandlung des Hauses in das "Maxim Gorki Theater".
Gruß, Nils

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
_-_-_, Fr Sep 07 2012, 19:49

Danke, Nils

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Grammophonteam, Fr Sep 07 2012, 19:53

Jetzt wo es erwähnt wird...

Es gab in der Köthener Straße in Berlin einen Anbau/Erweiterungsbau zur Berliner Philharmonie unter dem Namen Beethovensaal. Dieser wurde 1898 erbaut. Wiki: Link - Hier klicken

Es gibt auf Electrola Platten tatsächlich die Unterscheidung
*Aufgenommen in der Singakademie zu Berlin
und
*Aufgenommen im Beethoven-Saal zu Berlin

?

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Grammophonteam, Fr Sep 07 2012, 19:55

Jetzt eben erst Gasts Eintrag gesehen, aus dieser Seite Link - Hier klicken

Am 14.April 1945, kurze Zeit vor dem Einmarsch der Roten Armee, gab die S. im Beethovensaal zusammen mit den Philharmonikern ihr letztes Konzert vor Kriesende und trat am 21. 11. 1945 mit dem ersten Nachkriegskonzert gemeinsam mit dem Staatsopernorchester wieder auf.

Daraus könnte man auch lesen das die Mitwirkenden der Singakademie im Beethoven Saal auftraten, zusammen mit den Philharmonikern.

Etwas verwirrt...

Nachtrag:

Auf YT gibt es ein Video bei dem nach den Spuren des Beethoven Saals gesucht wird, hier ist die Sprache das es sich bei den Electrola Aufnahmen um den Beethoven Saal der Philharmoniker in der Köthener Straße handle - also nicht in der Singakademie.


Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
, Fr Sep 07 2012, 20:10

Ja, auch die Singakademie hatte links von vorn gesehen einen Anbau.
Dieser wurde stark zerstört und ganz abgetragen nach dem Krieg.
Dazu einfach Bildervergleich des heutigen (recht schlanken) Baus angucken und dann den Vergleich zu vor 1945, auf denen die Erweiterung leicht zu erkennen ist.

Irgendwie hatten wir schon mal vor einigen Jahren dazu Vergleiche angestellt.
Es ging dabei auch irgendwie um die Säulenzahl vor dem Eingang.

Bilder hab ich jetzt keine.

Gruß, Nils

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
, Fr Sep 07 2012, 20:21





Hier sieht man den Erweiterungsbau aus der Vorkriegszeit recht deutlich

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Starkton, Fr Sep 07 2012, 20:32

Die Deutsche Grammophon A.G. hat bereits im April 1903 ein Grammophonkonzert im Beethoven-Saal vor einer "zahlreichen, meist aus Künstlerkreisen bestehenden Zuhörerschaft" veranstaltet.

Zunächst sangen bzw. sprachen Karl Jörn, Carl Nebe, Annie Dirkens und Robert Steidl "live." Ihr Vortrag wurde danach mit dem Grammophon wiederholt, so dass die Zuhörer direkt vergleichen konnten. Zusätzlich spielte man Schallplatten von Paul Knüpfer sowie Orchester-, Geige- und Klavieraufnahmen.

Am besten war der Höreindruck, wenn die Schallplatten oben genannter Sänger vom Konzertflügel des Beethoven-Saals begleitet wurden. Ansonsten war das Urteil der Kritiker über die Schallplattenaufnahmen gemischt, mal wurde die weibliche, mal die männliche Singstimme als authentischer wiedergegeben empfunden. Einig war man sich dass die Instrumente viel von ihrem Klangcharakter einbüßten.

Ich finde es war ausgesprochen mutig von der Deutschen Grammophon zu diesem frühen Zeitpunkt ein öffentliches Konzert mit ihrem noch ziemlich unausgereiftem Grammophon zu veranstalten. Der mittels eines Trichterknies aus Leder direkt an der Schalldose angebrachte Demonstrationstrichter musste an seinem Auslegerarm über die Schallplatte gezogen werden - der Tonarm, siehe das Modell No. 15 Link - Hier klicken, war noch nicht in Serie gegangen.

Es ist nicht bekannt wie das Vorführgrammophon ausgesehen hat, aber es sah vermutlich diesem hier sehr ähnlich:



Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Aristodemo, Fr Sep 07 2012, 20:40

Maxim Gorki Theather (ehem. Singakademie)
Am Festungsgraben 2, zusammen mit dem Gebäude am Festungsgraben 1 ein reizvolles Ensemble am Kastaniemwäldchen hinter der Schinkelschen Neuen Wache bildent. Erbaut 1825/27 von Karl Theodor Ottmer unter benutzung von Entwürfen Karl Friedrich Schinkels aus dem Jahre 1821. Ältester Konzertsaal Berlins, auf Anregung Karl Friedrich Zelters für die 1792 von Karl Friedrich Fasch gegründete Chorvereinigung der Berliner Singakademie errichtet, für das Berliner Kulturleben der 19. Jarh. von besonderer Wichtigkeit.Nach Kriegszerstörung bis 1952 als Theater wiederhergestellt (sic!)
Rechteckbau, die tempelähnliche Fassade von korinthischen Kolossalpilastern dreigeteilt und durch Dreiecksgiebel abgeschlossen, die Wandflächen in der Kapitellzone durch Relieffelder mit gegenständigen geflügelten Löwen um Lyra geschmückt. Die seitebfrontenehemals durch Fenster in zwei Geschossen geöffnet.
Quelle: Bau und Kunstdenkmale in der DDR, Hauptstadt Berlin, Berlin 1984

Der heutige (äussere) Zustand entspricht den Zustand im 19.Jahrhundert !

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Formiggini, Fr Sep 07 2012, 20:45

Auf den Bildern von Nils kann man sehr gut den Anbau erkennen, der auf dem neueren Bild fehlt.

ABER, ich hege langsam starke Zweifel, das es sich bei diesem Anbau um den Beethoven Saal handelt.

Unser Mitglied eusebonsai schrieb mir vor einiger Zeit als er auf der Suche nach Bildern mit der Singakademie in Kontakt trat, das dort ein Beethoven Saal unbekannt sein - man habe nur Bilder des großen Saal.

Unbestritten wurden im großen Saal der Singakademie Aufnahmen gemacht, erst von der Electrola, dann von der Telefunken.

Aber eben auch auf den Electrola Etiketten gibt es die Unterscheidung Singakademie und Beethoven Saal.

Man muss sich vor Augen halten, das der Name Singakademie eigentlich den Chor bezeichnet. Dieser Chor (die Singakademie) hatte ab 1827 ihren Sitz in dem Neubau der Singakademie am Festungsgraben in der Nähe der Straße Unter den Linden.

Die Berliner Philharmoniker hatten ihren Erweiterungsbau, den Beethoven Saal in der Köthener Straße.

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Barnabás, Fr Sep 07 2012, 21:13

Hallo,
bin keine Stadtkenner von Berlin,
habe aber eine altes Foto.
Vielleicht hilft das weiter

Gruss Barnabás


Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Musikmeister, Fr Sep 07 2012, 22:08

Sehr interessant.
Habe leider bisher kein Bildmaterial des Beethoven-Saales Köthener Strasse 32 bei mir finden können.
Bei Wiki sieht man nur ein Bild der alten Philharmonie.
Electrola hat 1937 mit Elly Ney im Beethoven-Saal aufgenommen und wahrscheinlich wurde bis in die Kriegsjahre dort für Electrola aufgenommen.
Aufnahmen vom Chor der Singakademie gibt es 1926-28 auf Electrola und in den 30ern zusammen mit den Philharmonikern mindestens 1 Platte auf Telefunken (E 1442).
Chor und Philharmoniker sollen viel miteinander musiziert haben.

Vielleicht wurde die Weber-Platte mit "Pauline" dann 1928 in der Sing-Akademie aufgenommen, wenn es der Beethoven-Saal nicht war.




Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
joha, Fr Sep 14 2012, 13:52

Nunja ich hab mal durchgeschaut im Bestand und hab noch eine Aufnahme von Marek Weber
gefunden aus dem Saal der Singakademie gefunden.
Auch klassische Platten wurden in dem Saal aufgenommen.
Also zwei verschiedene Orte im altem Berlin wie das auch richtig auseinander gehalten werden sollte.
Gruss joha



Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Musikmeister, Di Okt 16 2012, 20:44

zur Info: die Singakademie hatte eine Bestuhlung von 976 Plätzen ohne Podium und 1287 Plätze mit Podium.
Nach dem Weltkriege konnte man die Singakademie ohne Podium für 240 Mark "mieten" (mit Podium für 280 Mark).

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Musikmeister, Di Okt 16 2012, 20:49

Grammophonteam schrieb ...




Dieses Bild einer Plattenaufnahme bei der Telefunken soll in der Singakademie entstanden sein.



Bildquelle: Hifimuseum.de Link - Hier klicken

[/center]


Bei dieser Telefunken-Aufnahmesitzung wurde scheinbar das Podium nicht mit angemietet.


Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Grammophonteam, Fr Feb 01 2013, 10:14





Grüße

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Limania, Fr Feb 22 2013, 09:27

Hallo,

ich hab hier eine Electrola, wo beide Auftritts- bzw Aufnahmeorte angegeben sind.







LG Limania

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
jitterbug, Fr Mär 29 2013, 15:32

Laut dem damaligen Aufnahmeleiter Herbert Grenzebach war die "Singakademie" (das heutige Maxim-Gorki-Theater am Festungsgraben) von TELEFUNKEN als Studio genutzt worden.

Auch Musiker, die bei Telefunken aufnahmen, bestätigten dies: PRIMO ANGELI, dessen Frau HENRIETTE SCHÄFFLER, FRANZ TEDDY KLEINDIN - um ein paar zu nennen.

Der Beethoven-Saal wurde von ELECTROLA benutzt, bevor sie in die LINDSTRÖM-Räume in der Kreuzberger Schlesischen Straße umzog. Der Beethoven-Saal befand sich in der Köthener Straße (zwischen Landwehrkanal und Haus Vaterland) als Ergänzung des Hinterhof-Saals der Philharmonie in der Bernburger Straße.

Das Bild zeigt die heutige Situation: Die Ruine der Philharmonie (1944 zerstört) wurde in den 70er Jahren ersetzt durch einen Wohnblock mit mehreren Hochhäusern, der Zugang zur alten Philharmonie wird durch den geschwungenen Torbogen symbolisiert, es befindet sich dort auch eine kleine Gedenkplakette im Pflaster.

Singakademie und Beethovensaal hatten NICHTS miteinander zu tun, weder in der Verwaltung, noch geographisch.

wuthe, http://www.swingtime.de




Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
, Fr Mär 29 2013, 23:25

Das ist echte Aufklärung, Danke jitterbug.

Einmal hieß es nämlich der Saal mit seiner einmaligen Akustik sei im Kriege vollkommen zerstört worden, dann gabs auf einmal Bilder aus heutiger Zeit von außen, was aber nur durch ein Verwechselpiel zur Singakademie entstand.

Grüße, Gerhard

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Musikmeister, Mo Feb 10 2014, 21:17

Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder


Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Musikmeister, Di Jan 20 2015, 19:39

Telefunken-Probeaufnahme im Juli 1936: Erna Sack und der Kapellmeister Eugen Jochum sehr wahrscheinlich in der Singakademie:



Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Grammophonteam, Mi Jan 21 2015, 07:45

Im September 1927 warb die Electrola mit:
"Aufgenommen in...(der) Singakademie"


Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
Grammophonteam, Mi Mai 06 2015, 16:56

Großer Saal der Singakademie - 1900





>> Beethovensaal <<


Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
berauscht, Mo Jun 22 2015, 17:06



Carl Woitschach
dirigiert bei der Aufnahme einer Telefunkenplatte in der Berliner Singakademie


Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
jitterbug, Mo Jun 22 2015, 21:18

Musikmeister schrieb ...

Bei dieser Telefunken-Aufnahmesitzung wurde scheinbar das Podium nicht mit angemietet.


Ich vermute es eher umgekehrt: Das Podium ist in Benutzung, der Saal ist aus akustischen mit einem Vorhang abgehängt worden. Dafür spricht der am linken Rand erkennbare Pfeiler: Diese erstreckten sich in den Saal, das Podium war hinter zwei Säulen als Portal mit Holztäfelungen hinter der Chortreppe ausgekleidet.

Das historische Photo zeigt die alte Singakademie mit Anbau (Walter Gropius) an der westlichen Seite. In diesem Anbau befand sich ein kleiner Saal mit Studio der TELEFUKEN, so wie auch im großen Saal der Singakademie aufgenommen wurde. Die Technik war im Keller des Gebäudes untergebracht, dort wurden die Wachse für den Transport vorbereitet. (Aussage Ewald Mahr, TELEFUNKEN-Techniker, Teddy Kleindin, Musiker bei TELEFUNKEN-Aufnahmen).

"Schon vor dem Kriege [Anm. 1914-18] wurde sie im Baedecker wegen ihrer unvergleichlich guten Akustik hervorgehoben. Im großen Saal der Singakademie finden die Telefunkenaugfnahmen statt.
Dort - steht das Mikrophon. Dort erklingen Stimmen und Instrumente. - Aber im Keller - im tiefen unterirdischen Gewölbe des Baues - dort sitzen die Männer am Tonregulierer - an der Schneidemaschine und an den Tonüberwachungsgeräten. - Dort ist: Das eigentliche Herz der Aufnahme-Technik."

Quelle: Im Rhythmus der Freude, TELEFUNKEN Hauptverzeichnis 1935/36


Der Wiederaufbau als Theaterraum verzichtete auf die Errichtung einer Orgel im Inneren, stattdessen wurde eine Theaterbühne konstruiert. Bei der heutigen Nutzung als Maxim-Gorki-Theater wird der ehemalige Straßenbahntunnel im Kastanienwäldchen neben dem Theater zum Kulissenlager umfunktioniert und in den vergangenen Jahren manchmal auch als Veranstaltungsraum genutzt, bevor er jetzt verschlossen wurde. (mdernes Bild in ähnlicher Perspektive, google streetview)



Das Innere mit dem Konzertpodium zeigt einen üppig dekorierten Saal mit großer Orgel, korinthischen Säulen und mannshofe Holztäfelung als Einfassung der abgerundeten Bühne.


Teile der Wandverkleidung und die Basis der Säulen sind auf dem Bild von EDUARDO BIANCO bei der Plattenaufnahme zu erkennen. Interessanterweise sind große Vorhänge ausgebreitet, um die Akustik zu verbessern und ein Publikum vorzutäuschen (Schallschlucken).


Quelle: Stern 1939

Auf dem TEDDY-STAUFFER-Bild sind Teile der Wandverkleidung des Zuschauerraumes auszumachen, auch dieses Bild entstand während einer Aufnahme im großen Saal der Singakademie. (s. Bild oben: "Großer Saal der Singakademie")


Quelle: Stern 1939


Soweit die mir zur Verfügung stehenden Bildillustrationen und Informationen zum Gebäude der alten Singakademie, Berlin.

Der Wikipedia-Artikel macht einen gut recherchierten Eindruck und zeigt weitere Einsichten.


Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
berauscht, So Sep 27 2015, 20:57

Amtliches Fernsprechbuch für Berlin und Umgegend, 1934-1936
Amtliches Fernsprechbuch für den Bezirk der Reichspostdirektion Berlin, 1937

Telefunkenplatte GmbH
Aufnahme-Abt. Singakademie,
C2, Am Festungsgraben 2.
A 6 Merkur 7866

Amtliches Fernsprechbuch für den Bezirk der Reichspostdirektion Berlin, 1938-1941

Telefunkenplatte GmbH
Aufnahme-Abt. Singakademie,
C2, Am Festungsgraben 2.
167866

Re: Singakademie Berlin / Beethovensaal
berauscht, Di Mai 16 2017, 17:30



"Im Tonmischraum der alten Berliner Singakademie. Jedes Mikrophon hat seinen besonderen Regler, der durch den Tonmeister bedient wird."

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